
Durchblick 6+ – Choo Choo 1 - 3 – Garri Bardin – Russland 1997-2005 – 80 min.
Die pädagogische Arbeit mit einem Film sollte in der Regel mit der Einstimmung auf das Filmerleben beginnen, wobei unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden können. Ohne zu viel vom Inhalt des Films vorweg zu nehmen, soll die Einstimmung Erwartungshaltungen aufbauen und die bewusste und konzentrierte Wahrnehmung unterstützen.
Besondere Eintrittskarte
Wie bei einem richtigen Kinobesuch können auch bei einer Schulvorstellung Eintrittskarten ausgegeben werden. Es ist besonders schön, wenn die Karten eine Verbindung zum Film haben. So können die Kinder ein Stückchen von ihrem Filmerlebnis mit nach Hause nehmen. Auf der anderen Seite sind besondere Eintrittskarten wichtige Elemente der Einstimmung auf das Filmerlebnis.
Beispiel 1: Portrait
Jedes Kind bekommt ein Bild von dem Jungen (Ausdruck auf A5 oder A6). Die Bilder zeigen den Jungen in verschiedenen Stimmungen.
Thema: Trickfilm
Beispiel 2: Puppengerüste wie in Choo Choo 1 beschrieben
Beispiel 3: Klassendaumenkino wie in Choo Choo 1 beschrieben
Ist der erste Film nicht bekannt, kann hier der Vorschlag 1 Wer ist Choo Choo? (bei Choo Choo 1 beschrieben) Anwendung finden, um die Figur Choo Choo einzuführen.
Haben die Kinder ihre eigene Vorstellung von Choo Choo beschrieben, kann den Kindern ein Foto von ihr vorgelegt werden.
Fragen könnten z.B. sein:
Beschreibt, wie Choo Choo aussieht.
Aus welchen Gegenständen ist sie zusammengesetzt?
Was könnte das für ein Lebewesen sein?
Welche besonderen Fähigkeiten könnte sie wohl haben?
Wie könnte sie entstanden sein?
Einstimmung über die Filmbilder
Ziel: Einstimmung auf den Film, in die Situation des kleinen Jungen einführen
Dieser Vorschlag eignet sich vor allem ab der Jahrgangsstufe 1.
Hinweis: Die Bilder werden nacheinander auf die Leinwand projiziert. Alle schauen sich die Bilder gemeinsam an. Auf der Video-Ebene der DVD sind die einzelnen Bilder abrufbar.
Die drei Szenenbilder (s. „Bildergalerie“) können auch farbig ausgedruckt und laminiert werden. So sind sie immer wieder einsetzbar. Es bietet sich auch an, mehrere Exemplare von jedem Bild anzufertigen, so können die Kinder sie in kleinen Gruppen betrachten.
Einführung: Gemeinsam werden Bilder aus dem Film „Choo Choo 3“ betrachtet. Mit Hilfe der drei Szenenbilder des Films erhalten die Kinder einen ersten Eindruck von dem kleinen Jungen.
Bild 2 (Der kleine Junge – Ein Porträt)
Bild 3 (Der kleine Junge – Ein Porträt)
Bild 4 (Der kleine Junge – Ein Porträt)
Beschreibt, was ihr auf dem Bild erkennen könnt.
Wie geht es dem Jungen? Wie fühlt er sich? Woran könnt ihr das erkennen?
Was könnte passiert sein, dass sich der Junge so fühlt?
Vorschlag 2: „Geschichten weiterspielen“
Ziel: Fantasie fördern, eigene Geschichten entwickeln und in verschiedenen Formen darstellen; Einführung in das Thema Eifersucht.
Dazu stellt die Lehrerin oder der Lehrer den Kindern eine kurze Situation vor. Die Klasse wird in sechs Untergruppen geteilt und die Rollen werden vergeben. Nun müssen sich die Gruppen einen Schluss zu diesen kurzen Geschichten ausdenken und den anderen vorspielen.
Beispiel:
Tobias und Peter sind beste Freunde. Nach der Schule spielen sie fast jeden Tag zusammen. Eines Tages hält ein Umzugswagen vor Tobias Haus. Tobias ist neugierig. Ein Mädchen und ihre Eltern steigen aus. Es sind die neuen Mieter. Noch am selben Abend laden sie Tobias und seine Eltern ein. Susi heißt sie und ist sehr nett, stellt Tobias fest. Am nächsten Nachmittag trifft sich Tobias wieder mit Peter. Aufgeregt erzählt er die ganze Zeit von seiner neuen Nachbarin. Sie treffen sich auch schon am Wochenende und wollen baden fahren, doch Peter ist nicht eingeladen. Wie reagiert Peter?
Haben alle Kinder ihre Rollenspiele vorgeführt, kann sich darüber ausgetauscht werden.
Warum habt ihr euch für dieses Ende entschieden?
Wie findet ihr die Ideen der anderen Gruppen?
Variante:
Der Film verzichtet fast komplett auf Sprache. Stimmungen und Gefühle werden daher über Mimik und Gestik dargestellt. Um auf diese Form der Kommunikation einzustimmen, kann man diese Übung um eine zusätzliche Aufgabe erweitern: Das Ende der Geschichte muss ohne Worte gespielt werden.
Nach dem Spiel kann sich über das Erlebte ausgetauscht werden.
Was haben die Kinder statt der Worte benutzt?
War verständlich, was die Gruppen sich jeweils für ein Ende ausgedacht haben?
Was mussten die Schauspieler beachten, damit die anderen ihr Ende der Geschichte auch verstehen?
Mögliche Beobachtungsaufgaben für den Film:
Auch im Film wird so gut wie gar nicht gesprochen.
Schaut und hört mal genau hin. Wie schafft es der Film, dass ihr ihn trotzdem versteht?
Was für eine andere Sprache wird verwendet?
(Körpersprache, Sprache der Musik, Geräusche)
Einstimmung über die Tonebene
Die Musik spielt eine große Rolle. Da es keine Dialoge gibt und die Sprache auf wenige Ausrufe reduziert ist, arbeitet der Film ganz gezielt mit unterschiedlicher Musik. Es bietet sich daher an, den Film auch unter musikalischen Aspekten anzuschauen und schon in der Einstimmung die Aufmerksamkeit der Kinder auf den Ton zu lenken und sie für die Geräusche und die Musik im Film zu sensibilisieren (siehe Infobogen 7.1: Geräusche und Musik entdecken).
Um erste Eindrücke zum Film zu sammeln und die grundlegende Meinung der Kinder zum Film zu erfahren, können direkt im Anschluss an die Vorführung folgende Fragen gestellt werden.
Die Filmgeschichte aufarbeiten
Methode 1: Die Geschichte anhand von Szenenbildern nacherzählen (ab Klasse 1)
Die Geschichte von Choo Choo und dem kleinen Jungen kann mit Hilfe von Szenenfotos nacherzählt werden. Es empfiehlt sich dafür die Klassen in 5 Gruppen aufzuteilen. Die Bilder lassen sich in folgende Gruppen aufteilen:
Gruppe 1 Bilder 1-3
Gruppe 2 Bilder 4-6
Gruppe 3 Bilder 7-9
Gruppe 4 Bilder 10-12
Gruppe 5 Bilder 13-15
In den einzelnen Gruppen müssen zunächst die Bilder in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Die jüngeren Kinder können ihre Nacherzählung der Bilder zum Beispiel mit einem Kassettenrecorder oder einem digitalen Aufnahmegerät aufnehmen, während die älteren Kinder kleine Texte zu den Bildern ihrer Gruppe schriftlich festhalten können. Die Gruppenarbeiten werden dann wie in einem Filmstreifen zusammengesetzt und z. B. an die Wand gehängt oder auf eine lange Tapetenbahn geklebt.
Erweiterte Variante
Mit älteren Kindern, ab der 3. Jahrgangsstufe, kann in diesem Zusammenhang zusätzlich der filmsprachliche Aspekt der Einstellungsgrößen behandelt werden. Dazu kann bereits vor der Filmvorführung eine Unterrichtseinheit zu diesem Thema durchgeführt und der Begriff der Kameraeinstellung ganz praktisch eingeführt werden (siehe Infobogen 5.6 Einstellungsgrößen).
Nach dem Film und in der Arbeit mit den Szenenbildern wird der Aspekt der Einstellungsgrößen wieder aufgegriffen. Als letzter Punkt bei jedem Bild werden Fragen zu den Einstellungsgrößen gestellt.
Welche Einstellungsgröße hat das Bild?
Warum hat sich der Regisseur für diese Einstellungsgröße entschieden?
Was wollte er damit ausdrücken?
Methode 2: Szenen malen
Die Kinder werden aufgefordert, sich eine Szene in Erinnerung zu rufen, die ihnen besonders gut gefallen hat oder die ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist.
Was drückt diese Szene aus?
Welche Stimmung vermittelt sie?
Die Kinder setzen ihre Vorstellungen von der Szene in einem Bild um. Zum Abschluss
geben sie ihrem Bild einen Titel. Die Bilder werden anschließend aufgehängt und besprochen.
Warum wurde diese Szene ausgewählt?
Welche Bedeutung hat sie innerhalb des Films?
Was macht sie für das jeweilige Kind so wichtig?
Gemeinsam kann nun versucht werden, die Szenenbilder in die richtige Reihenfolge zu bringen und die Filmgeschichte zu rekonstruieren.
An welche Stelle des Films gehört meine Szene?
Was ist davor und danach passiert?
Die Szenenbilder der Kinder werden in der richtigen Reihenfolge aufgehängt. Die Kinder erzählen nun, was zwischen den einzelnen Szenen noch passiert ist.
Methode 3: Lebendige Bilder
Stück für Stück wird mit allen ein Standfoto nach einer Filmszene aufgebaut
empfohlen ab Klasse 2
Die Kinder beschreiben Szenen aus dem Film, an die sich besonders gut erinnern können.
Der Regisseur (z. B. die Lehrerin oder der Lehrer) baut mit Hilfe aller Kinder nacheinander eine Filmszene. Dabei wird die gesamte Umgebung (Bäume, Steine, Möbel…) von den Kindern dargestellt.
Fortführung: Nun kann eine neue Szene beschrieben und dargestellt werden.
Variante: Mehrere Kleingruppen bereiten nach diesem Prinzip Filmszenen vor. Jeweils zwei Kinder pro Gruppe arrangieren als Regisseure ihr Bild mit der ganzen Klasse.
Weiterführende Projektarbeit
Wie könnte die Geschichte weitergehen?
Was könnten sie gemeinsam noch erleben?
Was passiert mit der Kuh?
Jedes Kind malt dazu ein Bild. Die Bilder werden aufgehängt und jedes Kind kann seine Geschichte / Idee dazu erzählen.
Die Kinder denken sich eigene Geschichten aus und produzieren einen kleinen Trickfilm, eine Art Fortsetzung oder „Choo Choo 4“ (siehe Infobogen 7.2: Trickfilm selbst gemacht).
In Choo Choo 1 war es Winter, in Choo Choo 2 Sommer und in Choo Choo 3 Herbst. Was könnte in einem 4. Teil passieren, in dem es Frühling ist?
Thema: Eifersucht
Eifersucht ist ein zentrales Thema in „Choo Choo 3“. Der kleine Junge fühlt sich durch den Welpen gestört. Choo Choo kümmert sich nicht mehr nur um ihn allein. Vielleicht ist es einigen Schülerinnen und Schülern sogar schon ähnlich ergangen?
Um das Verhältnis zwischen den drei Figuren aufzuarbeiten, kann das Arbeitsblatt „9.9.1 Eifersucht – die Beziehungen zwischen Choo Choo, dem Hund und dem kleinen Jungen“ verwendet werden. In Einzel- oder Partnerarbeit können die Fragen bearbeitet werden. Die Fragen können ebenso in einem offenen Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern besprochen werden.
Weiterführende Aufgaben
Die Kinder überlegen sich ähnliche Situationen und entwickeln eine Lösung dazu. Diese wird in Form eines Rollenspiels dargestellt.
Das Rollenspiel stellt nur die Situation dar. Mit der Klasse wird diskutiert, wie die Situation gelöst werden könnte. Die Schauspielgruppe versucht, eine Lösung darzustellen. Die anderen korrigieren.
Weiterführende Projektarbeit
Die Kinder entwickeln eigene kurze Geschichten über Eifersucht. Die Geschichten können in einer kleinen Bilderserie oder Trickfilmproduktion verarbeitet werden. (siehe Infobogen 7.2: Trickfilm selbst gemacht)
Thema: Musik/Geräusche im Film
Vorschlag 1 (ab Klasse 1)
Nachdem der Inhalt des Films noch einmal kurz besprochen wurde, kann auf die Tonebene des Films näher eingegangen werden.
Einzelne Szenen (möglichst zwei musikalisch unterschiedliche) können noch einmal angeschaut werden z.B. „Vergnügtes Spiel“, „Der kleine Hund“.
Es besteht die Möglichkeit, das Zusatzmaterial auf der Video-Ebene der DVD zu nutzen.
Hier findet sich der Beginn der Szene „Vergnügtes Spiel“ in vier verschiedenen Versionen (siehe Infobogen 7.5: Nutzung des Zusatzmaterials der DVD).
Weiterführende Projektarbeit
Untermalen einzelner Filmszenen mit Geräuschen und Klängen (siehe Infobogen 7.4 „Erstellung einer Klanggeschichte“).
Vorschlag 2 (ab 3. Klasse)
Die Kinder können in Zweiergruppen zusammenarbeiten. Jede Gruppe bekommt das Arbeitsblatt 9.9.2: „Musik in Choo Choo 3“. Zu zweit können sie überlegen und versuchen die Fragen zu beantworten. Anschließend, werden die Lösungen ausgetauscht.
Fragen, die die Kinder nur schwer beantworten konnten, oder Aufgaben bei denen die Kinder sehr unsicher waren oder sehr ungenau geantwortet haben, können nun noch einmal mit einzelnen Filmbeispielen besprochen und die musikalischen Elemente zusammengetragen werden.
Die Lehrperson kann nun ganz gezielt Szenen mit lauter, leiser, ruhiger oder aufregender Musik zeigen. Sie kann die Kinder aber auch noch einmal die Musik in bestimmten Szenen beschreiben lassen.
Mögliche Fragen:
Es besteht die Möglichkeit, das Zusatzmaterial auf der Video-Ebene der DVD zu nutzen.
Hier findet sich der Beginn der Szene „Das Abenteuer beginnt“ in vier verschiedenen Versionen (siehe Infobogen 7.5: Nutzung des Zusatzmaterials der DVD).
Weiterführende Projektarbeit