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Durchblick 6+ – Choo Choo 1 - 3 – Garri Bardin – Russland 1997-2005 – 80 min.

7.4 Infobogen: Erstellung einer Klanggeschichte

Was sind Klanggeschichten?
Klanggeschichten sind musikalisch dargestellte Texte, zu denen die Kinder die klanglichen Möglichkeiten von Instrumenten ausprobieren können.

Material:
Kassettenrecorder oder digitales Aufnahmegerät
Man kann auch ein Mikrophon an den Computer anschließen, dann wird eine Audiosoftware benötigt, um den Ton im Computer aufzuzeichnen, Bsp.: Audacity, steht kostenlos im Internet zum Download unter audacity.sourceforge.net
Orff'sches Instrumentarium
Unterschiedliche Gegenstände, mit denen sich Geräusche machen lassen.
Siehe Infobogen 9.5: „Kleine Geräuschedatenbank“

Für Klanggeschichten sollten Kinder genügend Zeit und Freiraum haben, um passende Instrumente auszuwählen und erproben zu können. Dabei sollte jedes Kind miteinbezogen werden. Ein Text wird vorgetragen, und an den vereinbarten Stellen setzen die Kinder ihre Instrumente ein. Am Ende können die fertigen Klanggeschichten aufgenommen und gemeinsam angehört werden.

Vom Geräuscheraten zur Untermalung einer Geschichte
Ab Klasse 1
Ziele: Produktion von Klängen, Wirkung von Klängen und Geräuschen erkennen und diese gezielt einsetzen.
Dauer: ca. 5 Unterrichtsstunden

Einzelne Aufgaben daraus können auch für Vorbereitung auf die Produktion von eigenen Klanggeschichten durchgeführt werden.

1. Ein Ratespiel:
Eine Schülergruppe erzeugt Geräusche, die im Klassenraum zu hören sind, und nimmt diese auf. Die zweite Gruppe soll nun die Geräusche erkennen. Anschließend produziert die zweite Gruppe ihr eigenes kleines Ratespiel.

2. Nachahmen von Geräuschen:
Die Schüler erzeugen Geräusche, die sie im Film gehört haben. Dazu können auch noch einmal einzelne Sequenzen aus den Filmen angeschaut werden (besonders gut eignen sich die Anfangssequenzen der Filme, in denen die Musik noch nicht dominiert und die Geräusche gut zu hören sind). Zunächst werden die Geräusche zusammengetragen. Die Lehrerin oder der Lehrer notiert sie groß an der Tafel. Nun wird überlegt, wie diese Geräusche erzeugt werden können. Nach einer Phase des Experimentierens werden die Geräusche aufgenommen, gemeinsam abgehört und besprochen.

3. Erfinden von "heiteren", „traurigen“ und "unheimlichen Klängen":
Hierzu können u.a. das Orff'sche Instrumentarium und die Stimmen der Kinder verwendet werden.
Zunächst werden die Instrumente ausprobiert. Wie klingen sie? Welche klingen heiter? Welche klingen unheimlich oder traurig? Nach einer Phase des Experimentierens werden die Geräusche aufgenommen, gemeinsam abgehört und besprochen.

4. Untermalen einer kurzen Filmsequenz mit dem neuen Klang- und Geräuscherepertoire:
Die Lehrerin oder der Lehrer liest eine kurze Filmsequenz vor und die Kinder erzeugen die Klänge dazu. Jeder Durchlauf wird direkt im Anschluss ausgewertet.
Nach dem Vorlesen der Geschichte kann überlegt werden, welche Stimmung die Geschichte hat und welche Geräusche darin vorkommen. Nun wird überlegt, welche Klänge dazu passen und wie die Geräusche erzeugt werden könnten. Auf dem Infobogen 9.5: „Kleine Geräuschedatenbank“ finden sich zahlreiche Geräusche und wie diese hergestellt werden. Nach der Experimentierphase wird die Geschichte noch einmal vorgelesen und die Kinder machen die Geräusche dazu. Jeder Probedurchgang wird sofort danach ausgewertet. Was war gut? Was muss noch verändert werden? Nach einigen Probedurchläufen kann die kleine Klanggeschichte aufgenommen werden.

Mögliche Filmszenen zum Vorlesen:

„Choo Choo 1“:
1 .Der kleine Junge betritt sein Zimmer. Er ist ganz allein. Er räumt die vielen Teddybären weg, die er geschenkt bekommen hat und spielt gelangweilt mit einem roten Ball. Er stößt ihn an. Langsam rollt er zur Seite. Der kleine Junge setzt sich in seinen Sessel und ist sehr traurig. Da hört er plötzlich ein leises Kichern.

2. Der Junge blickt nach oben an die Decke. Da sind sie. Unzählige Fledermäuse fliegen auf ihn zu. Er hat Angst. Er nimmt einen Besen und schlägt nach den Tieren. Aber sie hören nicht auf. Er versteckt sich in einem Schrank. Die Tür klappert laut, wenn die Fledermäuse dagegen fliegen. Der kleine Junge wird immer ängstlicher.

„Choo Choo 2“:
1. Choo Choo und der kleine Junge fahren in einem Boot auf dem Meer. Die Wellen schlagen ihnen um die Ohren und der Wind bläst immer stärker. Wolken ziehen sich zusammen und es wird dunkel. Es blitzt und donnert. Beide haben Angst in ihrem kleinen Boot. Das Meer rauscht und die Wellen werden höher. Da zuckt wieder ein Blitz auf, gefolgt von einem grollenden Donner. Langsam wird es ruhiger und die Sonne schiebt sich durch die Wolken. Doch eine letzte große Welle schleudert das Boot mit voller Wucht an den Strand.

2. Choo Choo und der Junge liegen in ihrem Boot. Die Sonne scheint, das Meer ist ganz ruhig. Nur die Möwen sind zu hören. Choo Choo schläft. Doch der kleine Junge ist neugierig. „Was gibt es da wohl alles im Wasser?“ fragt er sich. Er beugt sich aus dem Boot und schaut ins Meer. Da sieht er einen wunderschönen Fisch vorbeischwimmen. Wie er durch das Sonnenlicht glitzert. Er greift ins Wasser um in zu fangen. Patsch! Leider vorbei. Der Fisch war ihm durch die Finger geglitten.

„Choo Choo 3“:
1. Der kleine Junge ist ganz allein im Wald. Ein Sturm zieht auf und es beginnt zu regnen. Er beginnt zu rennen. Immer schneller. Die Bäume sehen aus wie schwarze Riesen. Auf einmal bewegt sich ein Baum. Er lebt und läuft direkt auf den kleinen Jungen zu. Er rennt immer schneller und springt über Stock und Stein. Da plötzlich stürzt mit lautem Krachen ein anderer Baum um und landet mit einem lauten Knall auf dem Monster. Gerettet!

2. Der kleine Junge kitzelt Choo Choo an der Nase. Sie muss niesen. Sie niest aber so stark, dass der kleine Junge an die Wand geschleudert wird. Er steht aber sofort wieder auf und rennt aus dem Zimmer. Choo Choo hinterher. Der kleine Junge rennt die Treppe hinauf. Fröhlich und vergnügt spielen die beiden Fangen im Haus. Immer wieder knallen die Türen, wenn sie durch die vielen Zimmer des großen Hauses rennen. Dann hat Choo Choo den kleinen Jungen fangen können. Sie rollen lachend über den Fußboden und haben viel Spaß zusammen. Plötzlich hören sie ein leises Knurren. Sie sind ganz still. So still, dass man nur noch den Atem hören kann. Wer kann das nur sein?

 

Eigene Klanggeschichten entwickeln
Ab 2. Klasse
Die Schülerinnen und Schüler entwickeln Fantasiegeschichten zu den Kurzfilmen von Choo Choo. Anschließend vertonen sie diese mit unterschiedlichen Klangerzeugern.

Ziele: Förderung der eigenen Kreativität und Ausdrucksfähigkeit sowie des zielorientierten, gemeinsamen Arbeitens. Geräusche und deren Ursprung zu erkennen und diese selbst herstellen.

Mögliche Vorübung:
Dem Projekt kann eine fächerübergreifende Auseinandersetzung mit den Filmen (oder auch nur einem der drei Filme) vorausgehen. Die Filme werden gemeinsam angeschaut. Anhand ausgewählter Filmbilder lassen sich die Geschichten von Choo Choo und dem kleinen Jungen nacherzählen und die zentralen Themen herausarbeiten. Diese Vorarbeit ist in den Methoden zur Nacharbeitung beschrieben.

Parallel dazu kann im Musikunterricht zum Thema Geräusche und Klänge gearbeitet werden. Hier kann das Orffsche Instrumentarium zum Einsatz kommen, aber auch allerlei anderen Gegenstände, mit denen sich Geräusche erzeugen lassen.

Die Kinder sollen lernen, Geräusche und deren Ursprung zu erkennen und diese selbst herzustellen (s. Geräuschedatenbank). Gemeinsam mit den Kindern kann überlegt werden, wie man mit verschiedenen Instrumenten Stimmungen und Gefühle ausdrücken kann.

Einzelne Szenen aus dem Film werden noch einmal nacherzählt (die Kinder können den Inhalt einzelner Szenen vorher auch schriftlich festhalten oder mit einem Aufnahmegerät einsprechen), während andere mit verschiedenen Klangerzeugern (beispielsweise Trommel, Glockenspiel, Becken) die Szene illustrieren. Die dadurch entstandene Klanggeschichte wird mit einem Kassettenrekorder oder MP3 Player aufgenommen.

Bei dieser Vorübung lernen die Schülerinnen und Schüler die wichtigsten Grundlagen für die Erstellung einer Klanggeschichte:

Zur Korrektur der Aufnahmen werden diese sofort in der Klasse angehört. In dieser Vorübung werden den Schülerinnen und Schülern Texte und Instrumente vorgegeben. Im Folgenden wird nun eine Projektidee beschrieben, die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit bietet, ihre eigenen Texte zu erfinden und passende Geräusche zu wählen. Dieses Projekt kann in ca. acht Unterrichtsstunden verwirklicht werden. Je länger und komplizierter die Geschichten sind, desto länger kann das Projekt dauern.

 

Projektablauf:

Geschichten ausdenken
In Gruppenarbeit erfinden die Schülerinnen und Schüler eigene Geschichten. Jede Gruppe erhält ein Konzeptblatt, auf das die Fantasiegeschichte aufgeschrieben werden soll.

Die Gruppen erhalten den Auftrag, sich ein weiteres Abenteuer von Choo Choo und dem kleinen Jungen auszudenken. Dabei kann den Kindern z. B. der Ort des Geschehens vorgegeben werden (Choo Choo und der Junge im Urwald/ …in der Wüste/ …im Orient/… im Weltall). Diese Vorgaben können auch mit Hilfe von ‚Ideenzettelchen’ verlost werden, auf denen die Vorgaben stehen.

Die Gruppen verteilen sich nun im Klassenzimmer oder nutzen dabei nach Möglichkeit die Flure und andere freie Zimmer, um ungestört arbeiten zu können.

In Zwischenbesprechungen im Stuhlkreis werden die Ergebnisse vorgelesen und besprochen und evtl. Verbesserungsvorschläge gemacht.
Die Geschichten der einzelnen Gruppen werden in ein Storyboard geschrieben (siehe Vorlagen Storyboard Klanggeschichten), in das später die Instrumente eingetragen wird, die für die Vertonung der jeweiligen Textpassagen vorgesehen sind.

Hinweis: Nach dem Anschauen des dritten Teils können auch der kleine Hund oder evtl. noch weitere neue Freunde in die Fantasiegeschichten mit einbezogen werden.
Was passiert z. B. mit der Kuh? Oder wie geht es mit dem kleinen Hund weiter?

Die Vertonung
Die Gruppen probieren nun Klänge zu den einzelnen Textpassagen aus.
Damit sich die Schüler nicht gegenseitig stören, empfiehlt es sich, die Klasse aufzuteilen. Ein Teil der Klasse bleibt im Klassenzimmer und gestaltet z. B. Bilder oder Collagen für die Klanggeschichte (diese können später für das CD-Cover genutzt werden), während der andere Teil an seiner Klanggeschichte arbeitet. Nach einer Schulstunde wird dann gewechselt.

Die Gruppen experimentieren und erzeugen unterschiedliche Klänge zu den einzelnen Textpassagen. Sie notieren dann in das Storyboard, welche Klangerzeuger bei welchen Passagen einzusetzen sind. Es entsteht eine Art "Partitur".

Probe für die Aufnahme
Als Generalprobe führt jede Gruppe ihre Klanggeschichte vor den anderen Gruppen vor.

Tipps:
Es sollte darauf geachtet werden, dass die Geschichten deutlich und langsam vorgelesen und die Instrumente und Klangerzeuger möglichst passend eingesetzt werden.
Störende Nebengeräusche sollten weitgehend vermieden werden.

Nach dem Probedurchlauf können die Zuhörerinnen und Zuhörer ihre Eindrücke schildern und gegebenenfalls Verbesserungsvorschläge machen.

Klanggeschichten aufnehmen
Nun werden die Geschichten mit einem digitalen Aufnahmegerät oder einem Kassettenrecorder aufgezeichnet. Jede Schülerin, jeder Schüler erhält zum Schluss eine CD, die alle Klanggeschichten erhalten. Für ein CD-Cover können die Collagen oder Bilder von den Schülerinnen und Schülern verwendet werden, die passend zu den Klanggeschichten angefertigt wurden.

Erweiterung:
Zu den einzelnen Klanggeschichten, werden Bilder gemalt. Diese können in den Computer eingescannt werden. Während der Präsentation der Klanggeschichten werden die Bilder auf eine Wand oder eine Leinwand projiziert.

Variante:
Die Bilder werden auf eine Wand oder Leinwand projiziert und dazu live mit dem Text, den Geräuschen und der Musik vertont.

 

Zum Ausdrucken:

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