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Bundesverband Jugend und Film e.V. - DVD-Edition - Durchblick Filme - www.durchblick-filme.de

Durchblick 6+   –   Dornröschen   –   Arend Agthe   –   D/A 2008   –   80 min.

1. Zum Film

1.5. Die Filmemacherin Lotte Reiniger

Der Silhouettenfilm „Dornröschen“ von Lotte Reiniger aus dem Jahr 1954 befindet sich auf der Videoebene der DVD.

Arend Agthe(Quelle: www.lottereiniger.de)

Lotte Reiniger wurde 1899 in Berlin geboren. Schon als Schülerin beschäftigte sie sich mit Silhouetten- und Schattentheater.

Beeindruckt von den frühen Filmen Paul Wegeners wollte sie Schauspielerin werden und besuchte die Max-Reinhardt-Schule am Deutschen Theater Berlin. Durch Wegener bekam sie ihre ersten Filmaufträge: das Anfertigen von Zwischentiteln, zum Beispiel für seinen Film „Rübezahls Hochzeit“ (1916).

Durch Paul Wegeners Vermittlung lernte Lotte Reiniger den Leiter des Berliner Instituts für Kulturforschung, Hans Cürlis, und Carl Koch, ihren späteren Mann, kennen. 1919 entstand für das Institut ihr erster eigener Film, „Das Ornament des verliebten Herzens“, gefolgt von weiteren Produktionen, wie z.B. ihrer ersten Märchenverfilmung „Aschenputtel“/„Aschenbrödel“ (1922).

Von 1923 bis 1926 arbeitete Lotte Reiniger in Potsdam zusammen mit Carl Koch, Walther Ruttmann und Berthold Bartosch an ihrem berühmtesten Werk, das als erster abendfüllender Trickfilm in die Filmgeschichte einging: „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten kehrte Lotte Reiniger Deutschland den Rücken. Mit Kriegsbeginn folgte Lotte Reiniger ihrem Ehemann nach Rom, wo sie gemeinsam bis 1943 an Filmproduktionen arbeiteten. 1948 schließlich siedelte das Ehepaar Reiniger/Koch nach London über und war dort u.a. für die Crown Film Unit des Central Office of Information tätig, einem Sammelbecken namhafter Avantgarde-Filmer. Ab 1952, im Auftrag der eigens gegründeten Primrose Productions, gestaltete Lotte Reiniger eine ganze Reihe von Märchenfilmen nach Stoffen der Brüder Grimm, Wilhelm Hauff, Hans Christi­an Andersen und den Geschichten aus Tausendundeiner Nacht. Ihr Mann Carl Koch arbeitete bis zu seinem Tod im Jahr 1963 bei der Herstellung ihrer Filme mit. 1969 besuchte Lotte Reiniger – auf Einladung des Kommunalen Kinos Frankfurt am Main (Walter Schobert) und des damaligen Arbeitszentrums Jugend Film Fernsehen München (Hans Strobel) – Deutschland zum ersten Mal offiziell seit ihrer Emigration, was zu einer Wiederentdeckung ihres Filmschaffens in der Bundesrepublik und zu späten Ehrungen führte: 1972 erhielt die Künstlerin das Filmband in Gold und 1979, zu ihrem 80. Geburtstag, das Bundesverdienstkreuz. Lotte Reiniger starb 82-jährig (am 19. Juni 1981) in Dettenhausen bei Tübingen. Lotte Reinigers Gesamtwerk umfasst mehr als 50 Silhouettenfilme, von denen noch ca. 40 verfügbar sind. Ein Teil ihrer Filme ist verschollen.

aus Christel Strobel: Lotte Reiniger, Portrait einer Filmpionierin

 

Weitere Informationen zu Lotte Reiniger auf der Website www.lottereiniger.de

 

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