
Durchblick 6+ – Dornröschen – Arend Agthe – D/A 2008 – 80 min.
3.3.1.1. Funktion und Bedeutung von Märchen
Vieles haben Märchen aus der Türkei gemeinsam mit europäischen, insbesondere deutschen Märchen bzw. Märchen aus aller Welt. Die wesentlichen Merkmale sind:
Wünsche, Fantasien und Ängste stehen häufig im Mittelpunkt der Erzählung.
Das Böse wird immer besiegt und das Gute kann sich – manchmal ganz am Schluss der Geschichte – durchsetzen.
Die Natur ist Gefährtin des Menschen, in der Regel gibt es keine Gefährdung durch sie. Hiermit unterscheidet sich das Märchen von anderen Geschichten und Erzählungen, in denen die Natur als bedrohlich und ängstigend dargestellt wird.
Böse Zauber werden in der Konsequenz immer gebrochen.
Der Held, d.h. der Gute, gewinnt immer.
Intelligenz und Schläue, aber auch Menschlichkeit sind wichtiger als Äußerlichkeiten, wie z.B. schönes Aussehen.
Neben diesen Gemeinsamkeiten gibt es aber zwischen deutschen bzw. europäischen Märchen und Märchen aus der Türkei formale wie inhaltliche Unterschiede:
Ein erster Unterschied ist, dass die Märchencharaktere in der Türkei entweder Personennamen tragen wie Keloglan, Nasreddin Hodscha oder Ayse oder man charakterisiert sie durch ihren Beruf wie Padischa (König), Agha (Fürst), Degimenci (Müller) oder Berber (Friseur, Barbier).
Ein zweiter Unterschied besteht darin, dass in der Türkei nicht nur übernatürliche, zauberhafte Geschichten als Märchen bezeichnet werden, sondern auch realistische und alltäglich anmutende Erzählungen. Phantasie und Zauber spielen jedoch auch in den Märchen der Türkei eine große Rolle. So tauchen auch in diesen Geschichten Riesen und Zwerge auf, und manche dieser Märchen können auch als lehrreiche Fabeln und Ratgeber fürs Leben gelten.
In vielen Märchen aus der Türkei findet auch ein fiktiver, poetischer Ausgleich für irdisches, d.h. reales Elend und Armut statt. Zugleich wird damit aber auch ein Protest gegen eine Welt formuliert, in der die Eigentumsverhältnisse äußerst ungerecht verteilt sind. Hier besitzen wenige Reiche fast alles, die vielen Armen so gut wie nichts. Im Märchen werden diese Verhältnisse mit Hilfe einzelner Figuren, mit denen sich der Leser bzw. die Leserin identifizieren kann, umgedreht. Aus Armen werden Reiche, und manchmal verliert der Reiche alles. Märchen sind somit Quellen der Hoffnung, da sich Wünsche erfüllen und eine Chance auf Gerechtigkeit für alle geboten wird.
3.3.1.2. Traditionelle und originäre Märchenstoffe in der Türkei
Türkische Märchen wurden in der Vergangenheit meist mündlich überliefert, die Schrift hat sich in der Türkei erst spät entwickelt und verbreitet. Deshalb wurde in der Zeit des osmanischen Reiches zwar die Schrift in der Umgebung des Palastes genutzt, die breite Bevölkerung war jedoch nicht in der Lage, selbst zu lesen geschweige denn zu schreiben. Die schriftlich festgehaltenen Geschichten wurden auch als Divan Edebiyat (Divan-Literatur) bezeichnet. Alle mündlich weiter gegebenen Texte nennt man Halk Edebiyati (Volksliteratur). Märchen aus der Türkei sind in der Regel Volksliteratur und stammen nicht aus dem Bereich der „Herrschenden“. In der Türkei kann man alle originären türkischen Märchen, in denen die Figuren Keloglan, Nasreddin Hodscha und Dede Korkut vorkommen, als originäre türkische Märchen bezeichnen. Außer diesen Märchen gehören auch Tepegöz (Polyphem) und alle Derwisch-Erzählungen (asketische Mönche) zu dieser Gruppe.
Mündlich überlieferte Märchen
Mündlich überlieferte Märchen wurden von zahlreichen Erzählern vorgetragen, jeder von ihnen setzte seine Akzente bzw. Schwerpunkte. Dies ließ Grundmotive sich dann in vielen Variationen entwickeln. Solche Änderungen – von Erzähler zu Erzähler, von Dorf zu Dorf und von Land zu Land – ließen immer neue, ausgeprägtere Varianten des Grundmotivs eines Märchens entstehen.
Mündlich überlieferte Märchen wurde von einem Erzähler, Meddah (Geschichtenerzähler) oder von einem Vaganten (einem Umherstreifenden) erzählt. Der Vagant erzählte seine Geschichte in der Regel mit einem Musikinstrument (z.B. Saz, d.h. einer Art von Laute): Wollte man diese Erzählweise von damals mit heute vergleichen, so ließe sich das vielleicht als eine Art von Hip-Hop bezeichnen.
Mündlich überlieferte Märchen sind in der Regel kurz, und ihre Handlung besteht nur aus ganz wenigen Fakten. Es kann aber eine Verknüpfung von verschiedenen Fakten sein, die dann sehr schnell erzählt werden, ohne dass sich der Erzähler auf psychologische Momente und lange Beschreibungen einlassen muss. Manche Erzähler ziehen ihre Märchen in die Länge, schmücken sie aus, damit die Spannung noch länger anhält. Die meisten dieser Märchen dauern jedoch erzählt nur 10 bis 15 Minuten. Einige Märchen sind aber auch so lang, dass sie eine bis 1 ½ Stunden im Vortrag dauern.
Gleichgültig, ob mündlich oder schriftlich überliefert: Türkische Märchen haben einen festen sprachlichen Rahmen. Am Anfang steht eine Einleitungsformel (Bir varmis, bir yokmus), das entspricht etwa dem deutschen „Es war einmal“. Diese Form kann durch ein tekerleme erweitert werden. Dann beginnt das eigentliche Abenteuer bzw. die Geschichte mit einer kurzen Einleitung, die den Helden schildert, also über seinen Stand, sein Leben oder auch seine Geburt, seine Kindheit und seine Jugend berichtet. Im Anschluss beginnt das eigentliche Märchen. Am Ende steht eine Schlussformel. Der Erzähler äußert oft den Wunsch : ( Onlar ermis muradina, biz de erelim muradimiza („Sie erreichen das Ziel ihrer Sehnsucht und wir wollen es auch erreichen“). Deutsche Märchen enden – vor allen Dingen bei den Brüdern Grimm – häufig mit der Wendung: „…und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.“
Bei türkischen Märchen muss man beachten, dass sie einen interkulturellen Hintergrund haben. Denn in diesem Land lebten und leben außer Türken auch Kurden, Armenier, Pontus etc., die ihre kulturellen Spuren in der Märchenkultur bzw. im einzelnen Märchen hinterlassen haben.
Die Tradition der mündlichen Überlieferung von Märchen ist auch in der Türkei seit längerer Zeit weitgehend ausgestorben. Die ursprünglich mündlich überlieferten Märchen wurden vor einigen Jahrzehnten in Schriftform gebracht.
Schriftlich fixierte Märchen
Schriftlich fixierte Märchen basieren in der Regel auf Volksmärchen, die in früheren Jahrhunderten mündlich überliefert wurden. Die handschriftlichen Sammlungen sind meist erst ganz spät, nämlich in den Jahren 1944 und 1945, zusammengestellt worden. Es ist schwer festzustellen, wann eines dieser Märchen zum ersten Mal literarisch belegt ist und wie es sich im Lauf der Jahrhunderte verändert hat. Bekannt ist nur, dass viele türkische Märchen nicht nur im ehemaligen osmanischen Reich, wie in Syrien, Mesopotamien und Palästina verbreitet waren, sondern in ähnlicher Weise auch im damaligen Persien und Indien sowie auf dem Balkan und in anderen Gebieten Europas. Zweifelsohne sind viele Märchen von Indien nach Anatolien gekommen, bevor sie weiter nach Norden kamen. Tatsache ist, dass die Märchenwelt in der Türkei bisher noch kaum erforscht wurde.
Im Jahr 1953 wurden etwa 2.600 Märchen zusammengestellt. Ein Schwerpunkt der Märchen beschäftigt sich z. B. mit Geschichten, in denen eine Heirat mit einem übernatürlichen Tier oder Geist vorkommen bzw. Märchen, in denen Tiere oder Geister einem Menschen helfen. Darüber hinaus geht es um Motive, in denen kluge, gerissene und geizige Männer und Frauen auftauchen, Märchen über dumme und faule Männer und Frauen, Märchen, in denen ein Mädchen den Geliebten oder umgekehrt, in denen ein Jüngling die Geliebte gewinnt. Darüber hinaus gibt es die Motive über Eifersucht und Verleumdung oder Märchen, in denen zauberkundige Menschen auftauchen. Hingegen spielen Fabeln eine untergeordnete Rolle.
3.3.1.3. Die türkischen Märchenhelden: Keloglan, Nasreddin Hoca und Dede Korkut
Keolglan bedeutet auf Deutsch: „Kahlköpfiger“. Keloglan ist jung und klug, aber auch manchmal naiv, arm und etwas verrückt. Manchmal ist dieser Held eine sympathische Person, aber nicht unbedingt ausgesprochen gutwillig und gutmütig. In manchen Märchen kommt es vor, dass Keloglan Böses tut, dass er gerissen, hartherzig, mitleidslos, hässlich oder frech ist. Das Besondere dieser Figur ist, dass Keloglan im Märchen zugleich den Helden und den Anti-Helden verkörpern kann.
Nasreddin Hoca bedeutet: „Sieg des Glaubens“. Die erste Erwähnung einer Lehrgeschichte von Nasreddin Hoca findet man in der „Saltukname“, einer Sammlung von Legenden über Sari Saltuk, einem Heiligen des 13. Jahrhunderts. Diese Sammlung wurde von Ebülhayr Rume im Jahre 1480 nach sieben Jahren Vorarbeit herausgegeben. Vermutlich hat Nasreddin Hoca im 13. oder 14. Jahrhundert in Anatolien oder im damaligen Persien gelebt. In Konya und im heutigen Iran befindet sich wahrscheinlich auch seine letzte Ruhestätte. Nasreddin Hoca ist in vielen Ländern der Welt bekannt, darunter im Iran, in Albanien, Rumänien, Italien, Griechenland, Bulgarien, Bosnien, Usbekistan, Kasachstan. Nasreddin Hoca ist witzig und sehr schlau, seine Witze sind eine bunte Mischung aus Volksweisheit und Schläue, manchmal sind sie aber auch derb oder anzüglich. Einige seiner Witze wurden in Derwisch-Kreisen allegorisch gedeutet.
Dede Korkut ist ein türkischer Erzählzyklus, der aus zwölf Geschichten besteht. Er umfasst die ältesten überlieferten Elemente oghusischer Erzähltradition und ist eines der bekanntesten türkischen Sprachmomente. Benannt wurde dieses Epos nach der Hauptfigur, die in jeder Geschichte auftaucht: Dede Korkut, d.h. Großvater Korkut, der Erzähler dieser zwölf Heldengeschichten. Es sind kurze Geschichten voller Relikte der mündlichen Erzähltradition, voller Details aus dem Leben einer nomadischen Kultur. Es sind Geschichten von unbeherrschbaren und manchmal unbeherrschten Helden, von starken Vätern und noch stärkeren Söhnen, vom Krieg mit andersgläubigen Nachbarn, aber auch von Brautwerbung und selbstbewussten und kampfgewandten, schönen Töchtern und von stolzen und ehrwürdigen Müttern. Die Figur des Dede Korkut erinnert stark an Dichter und Magier der schamanistischen Ära. Sie verkörpert die Erfahrung und die Vernunft der Ahnen. Dede Korkut ist immer neutral und wird von Freund und Feind respektiert. Meist taucht er in der Pointe oder am Ende einer Geschichte auf, um Konflikte zu entwirren, Ratschläge zu erteilen oder um mit dem Feind zu verhandeln. Schließlich leitet er mit einem Plädoyer das glückliche Ende einer Geschichte ein, musiziert und singt auch gelegentlich. Einige Geschichten sind in der türkischen Folklore in leicht veränderter Form noch lebendig. Zwei Geschichten (Tepegöz und Del Dumrul) zeigen frappierende Ähnlichkeiten mit den griechischen Legenden über Zyklopen und der Figur des Admetos (Quelle: Wikipedia).
In der Türkei sind europäische Märchen wie die von Aesop, Jean de Lafontaine und Hans-Christian Andersen oder Brüder Grimm bekannter als die eigenen vorgenannten türkischen Märchen. Der Grund dafür ist, dass viele dieser traditionellen Märchen in der Türkei sehr lange nur mündlich verbreitet wurden. Hingegen wurden europäische Märchen schon viel früher durch Kinder- oder Schulbücher verbreitet. So waren die Fabeln von Lafontaine die ersten europäischen Märchen, die in die türkische Sprache übersetzt wurden.
Brüder Grimm in der Türkei
Soweit feststellbar sind die meisten Übersetzungen von Märchen aus Deutschland bzw. den europäischen Ländern zunächst in Kinderzeitungen erschienen, die jedoch nur in den großen Städten wie Istanbul oder Ankara Verbreitung gefunden haben. Dies gilt auch für die Märchen der Brüder Grimm. Das genaue Datum, wann diese Märchen übersetzt wurden, lässt sich nicht feststellen.
Dornröschen heißt türkisch übersetzt Uyuyan Güzel (Das schlafende Mädchen). Die Szenen in der türkischen Übertragung sehen folgendermaßen aus:
Die Königin brachte ein Mädchen auf die Welt, und der König veranstaltete vor Freude ein großes Fest.
Die beiden Eltern waren sehr glücklich, weil sie auf diesen Moment sehr lange Zeit gewartet hatten.
Der König erzählt fröhlich seinen Gästen, wie er lernte, die Windel seiner Tochter zu wechseln (König und Windeln wechseln ist in Europa nicht vorstellbar!).
Alle Gäste wollten dem Kind natürlich etwas schenken. Zwölf Feen begannen, ihre Geschenke anzukündigen.
Die erste Fee verschenkte „Glück“, die zweite „Schönheit“, die dritte „Klugheit“ usw. Bevor aber die zwölfte Fee etwas schenken konnte, kam die 13. Fee herein.
Sie rief mit lauter Stimme: „Wo ist meine Einladung, König?“
Der König versuchte, die 13. Fee zu überzeugen, dass seine Diener die Einladung an sie vergessen hätten. Er gab den Dienern den Befehl, an der Tafel einen Platz für die 13. Fee zu schaffen.
Im Märchen wird dann erklärt, dass der König die 13. Fee jedoch absichtlich nicht zur Feier eingeladen hatte, weil das Königshaus nur 12 Goldteller besaß.
Die 13. Fee glaubte dem König nicht, sie ging zu dem kleinen Kind und wünschte ihm den Tod durch den Stich einer Spindel, wenn sie 15 Jahre als würde.
Die 13. Fee entfernte sich, die 12. Fee wünschte sich, da sie noch einen Wunsch frei hatte, dass das Kind nicht sterben, sondern nur 100 Jahre lang schlafen solle.
Als das schöne, kluge und glückliche Mädchen 15 Jahre alt wurde, verbot die Königsfamilie alle Spindeln im ganzen Königsreich.
Der weitere Verlauf des Märchens ist dann mit der deutschen Version identisch.
Auffällig ist, dass es vor allen Dingen im ersten Teil des Märchens Varianten zu der deutschen Fassung der Brüder Grimm deutlich werden. Vor allen Dingen erstaunt, dass in der türkischen Fassung der König fröhlich seinen Gästen von seinen Fähigkeiten berichtet, die Windeln seiner Tochter zu wechseln.
Fast alle Nasreddin Hoca, Dede Korkut und Keloglan-Märchen sind in türkischen Familien, die in Deutschland leben, bekannt. Wenn die Eltern bzw. Kinder in der Türkei die Schule besucht haben, kennen sie auch die Märchen der Brüder Grimm, die von Hans-Christian Andersen oder die bereits erwähnten Fabeln von Lafontaine. Beispiele dieser europäischen Märchen finden sich generell in türkischen Schulbüchern. Die Generationen, d.h. die Kinder von Migrantenfamilien, die hier geboren bzw. aufgewachsen sind, kennen die türkischen Märchen in der Regel höchstens aus Schulbüchern des muttersprachlichen Türkisch-Unterrichts. Die mündliche Märchentradition ist der jungen Generation fremd.
Sengül Yalcin-Ioannidis und Friedemann Schuchardt
in türkischer Sprache und mit deutscher Übersetzung
Uyuyan Güzel 1. Bir zamanlar bir Kral ile Kraliçe bir kız çocukları olunca bu mutlu günün şerefine bir ziyafet vermişler. Ziyafetten sonra Kral çevresindeki insanlara baba olmanın kendisini nasil mutlu ettigini anlatmis, zira yillar yili karisiyla birlikte hep bir cocuk sabibi olmayi beklemis durmus. Sonra bebeğin altını değiştirmeyi yeni öğrendiği sıralarda başına gelenleri anlatırken konukların hepsini güldürmüş. Derken konukların bebek Prenses’e hediyelerini verme zamanı gelmiş. Herkes hediyelerini verdikten sonra sıra on iki periye gelmiş. „Benim Prenses’e hediyem Mutluluk,“ demiş birinci peri. Konuklar sevinçle alkışlamışlar, Kral’ın ağzı kulaklarına varmış. |
Dornröschen 1. Es war einmal ein König und eine Königin, denen eine Tochter geboren wurde. Um dieses Glück zu feiern, gaben sie ein festliches Mahl. Nach dem Essen erklärte der König den Gästen, wie glücklich er sich nach langen Jahren vergeblichen gemeinsamen Wartens mit seiner Frau fühlt. Als er von seinen Erfahrungen beim Windelwechseln erzählt, müssen alle Gäste herzlich lachen. Zum Ende des Festmahls wurden die Geschenke für die neugeborene Königstochter überreicht. Nach dem alle Gäste ihre Geschenke einreichten, kamen die zwölf Feen an die Reihe. Die erste meinte „Ich schenke der Prinzessin Glück“, woraufhin alle Gäste mit Freude klatschten und der König selbst war ebenso erfüllt vor Freude. |
2. „Benim hediyem Güzellik,“ demiş ikinci peki. “Benim hediyem Akıl,” demiş üçüncüsü. Böylece on bir peri hediyelerini tek tek vermişler. On ikinci peri tam hediyesini vermek üzereymiş ki, bir gök gürültüsüyle sarsılmış bütün saray. Kapılar ardına kadar açılmış, içeriye yaşlı bir kadın girmiş ayaklarını sürüye sürüye. Onu gören herkes korkudan gözlerini kapatmış. |
2. Die zweite sagte „Mein Geschenk ist Schönheit“ und die dritte „Mein Geschenk ist Klugheit“. So sprachen elf Feen ihre Geschenke aus. Als die zwölfte Fee ihr Geschenk aussprechen wollte, bebte der ganze Palast durch einen Donnerschlag. Alle Türen öffneten sich, eine alte Frau latschte herein. Aus Angst schlug jeder, der sie erblickte, die Augen zu. |
3. „On üçüncü peri!“ diye bağırmışlar hep bir ağızdan. „Bana davetiye yok mu Kral?“ demiş on üçüncü peri korkun sesiyle kapı ağzından. „Sana davetiye yollamayı unutmuş olmalılar,“ demiş Kral kem küm ederek. „Hizmetkârlar! Sofrada hemen bir yer daha açın! Çabuk!“ |
3. Wie aus einem Mund riefen alle: „Die dreizehnte Fee!“ „Gibt es denn für mich keine Einladung, König?“ fragte die dreizehnte Fee von der Türschwelle aus mit ihrer grausamen Stimme. „Anscheinend vergaßen sie deine Einladung“ sagte der König mit stockender Stimme. „Diener! Macht sofort noch ein Platz am Tische! Schnell!“ |
4. Aslında Kral onu bile bile davet etmemiş, çünkü sarayda periler için sadece on iki altın tabak varmış. O da düşünmüş taşınmış, çareyi birini davet etmemekte bulmuş. On üçüncü peri minik Prenses’in kundağının yanına gitmiş. Bebek agu deyip minik elini ona doğru uzatmış. Derken peri birden, „Benim de prensese hediyem, on beşinci yaş gününde parmağına iğ batar batmaz ölmesi,“ demiş iğrenç bir kahkaha atarak. Yine bir gök gürültüsüyle, kötü peri kaybolup gitmiş. Sarayın kapıları gürültüyle kapanmış ardından. Korkunç bir sessizlik kalmış geriye. Sonra Kraliçe ağlamaya başlamış. On ikinci peri öne atılmış. „Ben hediyemi vermedim daha,” demiş yumuşak bir sesle. „Kötü büyüyü bozamam belki, ama onu değiştirebilirim. Benim hediyem de büyüyü, Prenses’in parmağına iğ battığında ölmesi yerine, yüz yıl uyuması şeklinde değiştirmek olsun o zaman.” Yıllar geçmiş aradan. Bebek büyümüş, sağlıklı, güzel, mutlu ve akıllı bir genç kız olmuş. Kral’la Kraliçe kötü büyüyü çoktan unutmuşlar. Zaten ülke içinde ne kadar iğ varsa, daha Prenses bebekken yok edilmiş. Prenses uzun yıllar güvendeymiş. |
4. Eigentlich hatte der König sie absichtlich nicht eingeladen, weil im Palast nur zwölf goldene Gedecke vorhanden waren. So kam er nach langem Nachdenken darauf eine auszuschließen. Die dreizehnte Fee ging an die Wiege der kleinen Prinzessin. Das Baby lallte und streckte ihr die Hand entgegen. Plötzlich sagte die Fee „Mein Geschenk an die Prinzessin ist, dass sie mit fünfzehn Jahren durch einen Spindelstich stirbt“ und sie brach in grausames Gelächter aus. So wie sie kam, mit einem Donnerschlag, verschwand die böse Fee wieder. Die Türen des Palastes schlugen laut zu. Alles fiel einen Moment lang in eine Totenstille, bis auf das Schluchzen der Königin. Die zwölfte Fee meinte eifrig „Ich habe doch noch nicht mein Geschenk ausgesprochen“ und mit milder Stimme: „Wohl kann ich den bösen Fluch nicht aufheben, aber vielleicht kann ich ihn umwandeln. Mein Geschenk soll es also sein, den Todesfluch in einen hundertjährigen Schlaf umzuwandeln, wenn die Prinzessin durch den Spindel gestochen wird.“ Die Jahre vergingen, das Baby wuchs zu einem gesunden, schönen, glücklichen und klugen jungen Mädchen heran. Der König und die Königin hatten längst den bösen Fluch vergessen, und eigentlich waren auch alle Spindeln im Land verbannt worden, als die Prinzessin noch ein Baby war, so dass sie jahrelang geschützt war. |
5. Fakat tam da on beşinci yaşına bastığı gün Prenses daha önce hiç fark etmediği bir kapı keşfetmiş. Kapıyı açmış, kıvrıla kıvrıla yukarı çıkan bir merdivenle karşılaşmış. Merdiveni çıkınca üzerinde altın bir anahtar bulunan bir kapıya varmış. Kapıyı açınca, içerdeki küçük odada tekerlekli bir şeyi çalıştıran yaşlı bir kadın görmüş. „Ne yapıyorsunuz öyle?” diye sormuş prenses. Yaşlı kadın gülümsemiş. „İplik eğiriyorum!“ demiş. „Orada öyle bakıp durma. Gel, bir de sen dene, hadi.“ İği Prenses’e doğru uzatmış. O anda olanlar olmuş. İğin sivri ucu Prenses’in parmağına batmış, Prenses hemen yere yığılıp kalmış. Dışarıda, avluda tavuklar gıdaklamayı kesmiş. Prenses’in köpeği, aşçının kedisini kovalamaz olmuş. Çalışma odasında kızının doğum günü davetiyesini yazmakta olan Kral’ın elinden kalem düşmüş. Mutfaktaki ocaklar yanmaz olmuş. Tüm saray uykuya dalmış. Yıllar yavaş yavaş akıp geçmiş. Saray unutulmuş. Ama olaydan yüz yıl kadar sonra bir gün yakışıklı bir Prens o civardan geçiyormuş. |
5. Aber gerade an ihrem fünfzehnten Geburtstag entdeckte die Prinzessin zum ersten Mal eine Tür. Sie öffnete die Tür, sah die gewundene Treppe nach oben. Sie stieg die Treppe hinauf und erreichte eine weitere Tür mit einem goldenen Schlüssel. Hinter der Tür erblickte sie eine alte Frau, die an etwas arbeitete, das ein Rad hatte. „Was machen sie da?“ fragte die Prinzessin. Die Frau lächelte: „Ich spinne einen Garn“ fügte sie hinzu. „Was guckst du denn so, komm’ und versuche es auch, komm’ schon“. Die Alte reichte ihr die Spindel. In dem Moment passierte, was lange vorbestimmt war. Der Prinzessin stach sich mit der spitzen Spindel in den Finger und fiel auf der Stelle zu Boden. Draußen im Hof hörten die Hühner auf zu gackern. Der Hund hörte auf, die Katze des Kochs zu jagen. Dem König, der gerade die Einladungen zum Geburtstag der Tochter schrieb, fiel der Stift aus der Hand. Auf die Öfen in der Küche brannten auf einml nicht mehr. Der ganze Hof fiel in einen tiefen Schlaf. Jahre vergingen und der Palast geriet in Vergessenheit. Ungefähr nach hundert Jahren war ein schöner Prinz in der Gegend des Palasts unterwegs. |
6. Uzaklarda dikenli çalılarla kaplı bir yer gözüne ilişmiş. Adamları gülerek bu büyülenmiş sarayla içindeki uyuyan güzel hakkında duydukları bir hikâyeyi aktarmışlar ona. ‘Ya doğruysa,’ diye düşünmüş prens ve atını dikenli çalılarla kaplı yola sürmüş. Önce çalılardan geçilecek hiç yol bulamamış. Çalılar hem çok sıkmış ve hem de üstüne tırmanılamayacak kadar dikenliymiş. Bakmış olacak gibi değil, çekmiş kılıcını ve yolunu açmak için çalıları kesmeye başlamış. Çalılıkları aşan Prens gördüklerine inanamamış. Her yer bir heykel gibi kıpırdamadan duran hayvalar ve insanlarla doluymuş. Sarayın içinde dolaşmış. Güneşle aydınlanan pencerelerde tek bir sinek bile vızıldamıyormuş. Hiç kimse kımıldamıyor, hiç kimse cevap vermiyormuş sorularına. |
6. Er bemerkte von weitem eine von Dornenbüschen verdeckte Stelle. Die Männer, die ihn begleiteten, erzählten lächelnd von der Legende über die schlafende Prinzessin und ihren ganzen Hof. Der Prinz dachte: „Und wenn es wahr ist?“ und ritt zu den Büschen hin. Zuerst fand er keinen Weg durch die Büsche, sie waren so dicht und auch so dornig, dass man nicht drüber steigen konnte. Da zog er sein Schwert und schlug sich den Weg durch die Büsche Frei. Nach einer Weile stand er vor dem Hof und traute seinen Augen nicht. Überall standen Statuen von Tieren und Menschen. Er spazierte in den Palast, in den sonnenerfüllten Fenstern brummte noch nicht einmal eine einzige Fliege. Nichts und niemand bewegte sich und keiner antwortete auf sein Rufen. |
7. Derken kapısı yarı açık bir kuleye varmış. İçeri girmiş, kıvrıla kıvrıla yukarı doğru uzanan bir merdivenle karşılaşmış. Prens, merdivenlerin bittiği yerde, tepede altına benzer bir şeyin parladığını görür gibi olmuş. Merdivenleri çıkmış ve kendini Prenses’in önünde bulmuş. „Uyuyan Güzel,” demiş fısıltılı bir sesle. Kızın güzelliğine dayanamamış, eğilip dudaklarından öpmüş. Prens onu öper öpmez Prenses gözlerini açmış. Onun uyanmasıyla birlikte sarayın mutfağında ocak tekrar yanmaya başlamış. Çalışma odasında Kral leinden düşürdüğü kalemi almış ve kızının doğum günü davetiyesini yazmaya devam etmiş. Tavuklar yerdeki buğday tanelerini gagalamaya başlamış. |
7. Dann kam er an die halboffene Tür eines Turms. Er ging hinein und sah die gewundene Treppe nach oben. Dort oben schien etwas Goldenes zu sein. Er ging die Treppe hinauf und stand plötzlich vor der schlafenden Prinzessin. „Dornröschen“ flüsterte er. Er fühlte sich dermaßen angezogen von ihrer Schönheit, dass er sie küssen musste. In dem Moment schlug die Prinzessin die Augen auf. Mit ihrem Erwachen begann auch das Feuer in der Palastküche wieder zu brennen. Der König nahm im Arbeitszimmer wieder den Stift, der ihm aus der Hand gefallen war, wieder auf und schrieb die Einladungen für seine Tochter weiter. Die Hühner pickten wieder nach Weizenkörnern. |
8. Kulenin en üst katındaki odada Prenses karşısında Prensi görmüş. Yüz yıldan sonra ilk defa dudaklarında bir tebessüm belirmiş. „Benimle evlenir misin?” diye sormuş Prens fısıltıyla. „Evet!” demiş Prenses ve Prensi öpmüş. Kral bu güzel haberi alınca muazzam bir ziyafet hazırlatmış. Prens ile Prenses evlenmişler ve ömür boyu mutluluk içinde yaşamışlar. |
8. Ganz oben im Turm erblickte die Prinzessin den Prinz vor ihr. Nach hundert Jahren lächelte sie. „Willst du mich heiraten?“ fragte er flüsternd. „Ja“ sagte die Prinzessin und küsste den Prinz. Als der König davon erfuhr, ließ er ein wunderschönes Fest vorbereiten. Prinz und Prinzessin heiraten einander und lebten ein glückliches Leben. |
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