Bundesverband Jugend und Film e.V. – Durchblick 6+ – Thema Märchen
4. Einsatzmöglichkeiten der DVD
4.1 Einsatz in der Kinderfilmarbeit bzw. außerschulischen Bildung
Märchenfilme faszinieren Groß und Klein das ganze Jahr über. Vor allem aber in der Vorweihnachtszeit eignen sich Märchenfilme besonders gut für das Kinderkino. Hier können zauberhafte Märchenstunden organisiert werden. Kinderkino findet je nach den räumlichen und technischen Gegebenheiten unter sehr verschiedenen Bedingungen statt. Die Anzahl der Kinder kann bei den Filmveranstaltungen sehr unterschiedlich sein. Die Anregungen für die Vor- und Nachbereitung des Films müssen von daher an die örtlichen und personellen Gegebenheiten angepasst werden. Die pädagogische Arbeit mit einem Film sollte in der Regel mit der Einstimmung auf das Filmerleben beginnen, wobei unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden können. Die Einstimmung soll Erwartungshaltungen und Spannung aufbauen und die bewusste und konzentrierte Wahrnehmung unterstützen. Andererseits sollen die Kinder auch durch das Betrachten des Films mit anderen Kindern und durch die pädagogische Arbeit vor und nach dem Film ein Gemeinschaftserlebnis erfahren und Spaß haben.
Allgemeine Hinweise für die Vorbereitung
- Zur Einstimmung auf den Märchenfilm können typische Symbole/Requisiten des Märchens für eine mögliche Verkleidung der Kinder gemeinsam vorbereitet werden.
- Es können besondere Eintrittskarten verteilt werden. Diese stellen zudem für Kinderkinos eine Möglichkeit dar, sich von anderen Kinos zu unterscheiden. Die Eintrittskarten sollten in direkter Verbindung zum Film stehen. So können die Kinder ein Stück von ihrem Filmerlebnis mit nach Hause nehmen. Auf der anderen Seite können besondere Eintrittskarten wichtige Elemente der Einstimmung auf das Filmerlebnis sein.
- Wenn die Möglichkeit besteht, sollte eine märchenhafte Raumatmosphäre durch gedämpftes Licht, Aromalampen, farbiges Licht, passende Raumdekoration und gemütliche Sitzgelegenheiten (Kissen oder Decken) geschaffen werden. Diese verstärkt den besonderen Charakter der Vorführung und unterstützt die Einführung in den Film.
- Bei jüngeren Kindern oder sehr unruhigen Gruppen kann während der Vorführung eine aktive Pause gemacht werden, die z. B. mit einem filmbezogenen Bewegungsspiel oder einem Märchensnack (kann vorher gemeinsam vorbereitet werden) gefüllt werden kann. Während dieser Unterbrechung können die Kinder schon erste Eindrücke austauschen.
Allgemeine Hinweise für die Nachbereitung
- Direkt nach dem Film sollten die Kinder Gelegenheit zum Spannungsabbau haben. Dies kann z. B. durch Gespräche, Bewegungsspiele, Malen zentraler Szenen oder spontane Rollenspiele erfolgen (dazu mögliche Requisiten bereithalten).
- Bei späteren Angeboten, die z. B. der Vertiefung der Filminhalte dienen, können Schlüsselszenen oder Lieblingsfiguren nachgespielt, gemalt oder gebastelt werden, neue Handlungsabläufe und Dialoge ausgedacht oder weitere Märchenrequisiten angefertigt werden.
- Die Kinder können ihr Rollenspiel fotografieren und zu einem eigenen Bildermärchen zusammensetzen.
- Ältere Kinder können ihr Rollenspiel auch mit einer Kamera aufnehmen und einen eigenen kleinen Märchenfilm inszenieren.
- Ist das Märchen bei allen Kindern bekannt, können die Kinder versuchen, den Märchentext mit dem Film zu vergleichen.
- Durch den aktiven Umgang mit dem Medium Bild und Film setzen sich die Kinder mit der audiovisuellen Verarbeitung des Märchens auseinander, was die Entwicklung von Medienkompetenz unterstützt.