
Durchblick 6+ – König Drosselbart – Sibylle Tafel – D 2008 – 59 min.
Mittels kreativer Tätigkeiten können Kinder Figuren, Szenen oder Einzelheiten, die sie beeindruckt haben oder die ihnen wichtig erscheinen, malen oder gestalten.
Lied: Das Land der Fantasie
Melodie: Dat du min Leevsten bist (überliefert) / Text: Brigitte vom Wege / Mechthild Wessel (Quelle: Das Märchen-Aktionsbuch, S. 73)
1. Das Land der Fantasie,
nicht fern und nicht nah.
Schließe die Augen schnell,
schon bist du da.
2. Feen begegnen dir,
Wunder gescheh’n.
Trägt dich der Zauberwind,
Märchen zu seh’n.
Das Lied kann zum Eintauchen in die Märchenwelt gemeinsam gesungen werden. Dabei schließen alle die Augen.
Guckkastenmärchen
Material: Schuhkarton, Transparentpapier, Papiermesser, Kleber, Naturmaterialien und andere Dinge zum Gestalten.
So wird’s gemacht: Der Schuhkarton wird zu einem Guckkasten. In ein Seitenteil wird ein Loch geschnitten, aus dem Deckel die Pappe herausgeschnitten (bis auf 2 cm Rand) und Transparentpapier eingeklebt. Der Innenraum des Kartons kann auf unterschiedliche Weise gestaltet werden:
Lieblingsszene oder zentrale Szenen aus dem Märchen
Das Märchenland, wie es sich die Kinder vorstellen.
Lieblingsmärchenheld in Aktion o. ä.
Laufradmärchen
Material: Pappe, Stifte, Schere, Musterbeutelklammer, Stoffreste und Kleber.
So wird’s gemacht: Ein Tier oder eine Märchenfigur (z. B. Prinz oder Prinzessin, das Schneiderlein, ein Riese, das Einhorn oder das Wildschwein …) muss als Umriss auf eine Pappe gezeichnet und zweimal ausgeschnitten werden. Nun müssen ein Kreis, der halb so hoch wie die Figur ist, und ein Streifen, der doppelt so lang wie die Figur breit ist, ausgeschnitten werden. Auf den Kreis werden Beine gemalt und in der Mitte wird ein Loch durchgestochen. Der Pappstreifen wird nun an die Innenseite der Figur (etwa in der Mitte/Hüfte) geklebt. Er dient später als Führungsstab. Anschließend werden nur die oberen Hälften der Figuren zusammengeklebt. In den Spalt der zwischen den unteren Hälften entsteht wird die Scheibe mit den Beinen geschoben, sodass die Beine unten hervorschauen. Der Kreis wird mit den Figurteilen durch eine Musterklammer zusammengehalten. Nun kann die Figur bemalt und gestaltet werden. Bewegt man die Figur nun, sieht es aus, als würde sie laufen.
Märchenbilderbuch
Material: von den Kindern gemalte Märchenbilder, Filmszenen und Märchenhelden, Laminiergerät, Spiralbindung oder Schlüsselringe.
So wird’s gemacht: Falls die Bilder unterschiedlich groß sind, werden diese auf eine Größe zurecht geschnitten und in eine Reihenfolge gebracht. Anschließend können die Seiten laminiert und mit der Spiralbindung oder den Schlüsselringen verbunden werden. Achtung! Die einzelnen Buchseiten sollten dazu vorher gelocht werden.
Erzähl-Rollkino
Auf einer Tapetenbahn werden die Märchenszenen in der richtigen Reihenfolge gemalt. An Anfang und Ende der Bahn wird ein Holzstab befestigt, an den das „Kino“ aufgerollt wird. Zwei Kinder halten die Holzstäbe und rollen nach und nach die Szenen auf. Andere Kinder erzählen dazu - evtl. mit Klangillustration. Während der eine Schüler eine Szene aufrollt, rollt der andere Schüler die vorgetragene Szene wieder zu. Als Grundlage für ein Erzählkino können das Originalmärchen oder selbst entwickelte Märchengeschichten der Kinder dienen.
Zauberhafte Märchenbilder
Material: farbige Wachsmalstifte, schwarze Wachsmalstifte, festes Zeichenpapier, Metalschaber oder eine Schraube.
So wird’s gemacht: Zunächst wird das Papier mit den farbigen Stiften vollständig ausgemalt und anschließend mit dem schwarzen Stift komplett übermalt. Mit dem Schaber oder der Schraube kann dann eine Märchenfigur oder eine Märchenszene in die schwarze Fläche eingeritzt werden.
Handklatsch-Spiel
Das Spiel kann besonders für jüngere Kinder als Einstimmung zum Märchen genutzt werden.
Die Kinder sitzen im Kreis und rhythmisieren den Text durch Klatschen oder abwechselndes Schlagen auf die Oberschenkel. Wiederholungen können mit unterschiedlicher Rhythmik und Dynamik variiert werden.
Tischlein deck dich,
Eins zwei drei Zauberei,
Der Tisch gedeckt, das Tuch voll Gold,
Der Knüppel tanzt, so ist’ s gewollt.
(Text: Autorin)
Oma- und Opamärchen oder Hörmalmärchen
Die Kinder lassen sich von ihren Großeltern das Märchen erzählen. Diese werden mit einem Kassettenrekorder oder digitalem Aufnahmegerät aufgenommen und den anderen vorgespielt. Gibt es Unterschiede in den Erzählungen?
Die Großeltern können auch in die Schule eingeladen werden und ihre Märchen erzählen.
Märchenfigurentheater
Fingerpuppen:
Material: Wattekugeln (ca. 3cm) für die Köpfe, kleine Wattekugeln für die Nase, gut deckende Farben (z.B. Plakatfarbe), Wollreste oder Watte für die Haare, Filz oder Stoffreste für Kleider und Hände, Goldpapier für Kronen o. Ä.
So wird’s gemacht: In die große Wattekugel mit einer Schere ein fingerdickes Loch bohren und etwas Füllmaterial herausziehen. Dann wird eine kleine Wattekugel als Nase aufgeklebt. Nun wird der Kopf auf den Zeigefinger gesetzt und ein Gesicht aufgemalt. Anschließend werden Haare und Kleidung angeklebt. Das Kleid aus Filz oder Stoffresten muss doppelt ausgeschnitten und seitlich zusammengeklebt oder genäht werden.
Tütenfigur:
Material: Tonpapier, Geschenkband, Goldpapier, Filzstifte, Schere und Klebstoff.
So wird’s gemacht: Ein Kreis aus Pappe wird in drei gleich große Tortenstücke zerteilt. In des Stück werden nun zwei Löcher für Zeige- und Mittelfinger gebohrt, um diese als Puppenarme hindurch zu stecken. Nun wird aus dem Kreis ein kegelförmiger Körper geformt, indem man die geraden Seiten eines Segments zusammenklebt. Anschließend können die Tütenfiguren gestaltet werden.
Stabfiguren:
Material: Holzlöffel, oder Styroporkugel mit Rundholz, Stoffreste, Wolle, Watte, Bordüren, Knöpfe, Goldfolie, Plakatfarbe …
So wird’s gemacht: Den Kopf mit verschiedenen Materialien gestalten und das Rundholz in die Kugel kleben. Einen Stoffrest als Kleid unterhalb der Kugel bzw. der Kelle festbinden und ankleben.
Spielhinweise:
Wenn die Märchenfiguren hergestellt sind, können die Kinder in einem Rollenspiel mit oder ohne Puppenbühne agieren.
Märchenkulissen
Bei der Bühnengestaltung sollten einfache Formen und Materialien Verwendung finden. Dann können sie flexibel eingesetzt werden.
Beispiele:
Mehrere große Waschmittelkartons nebeneinander eignen sich für fortlaufende Szenen im Figurentheater.
Es kann aber auch ein großer Papprahmen als eine Art Fenster gebastelt werden.
An einer Wäscheleine/Schnur hängen nebeneinander große Bögen Papier, auf denen entsprechende Hintergründe gemalt wurden.
Ein Wirtshaus, Tor, Schloss oder Kutsche lassen sich aus Dachlatten, Rundholzstäben, Bambusstäben oder Besenstielen mit Tüchern und Pappe herstellen.
Vom Hunger, vom Speisen und Nahrungsmitteln wird in unterschiedlichen Märchen berichtet. Hauswirtschaftliche Tätigkeiten können eine sehr sinnliche und kindgerechte Einstimmung auf ein Märchen oder spätere vertiefende Auseinandersetzung bilden. Während der Zubereitung von märchenspezifischen Speisen und Getränken kann bereits ein erster Austausch über das Märchen stattfinden. Was kennen die Kinder schon? Was gefällt ihnen an dem Märchen? Was mögen sie daran nicht?
Märchenfrüchtetee
Zutaten (ca. 4-6 Portionen): 1 Liter Wasser, 1 Teebeutel Pfefferminze, Hagebuttentee, Apfeltee und Holundertee, 2 Esslöffel Ahornsirup.
Zubereitung: Das Wasser zum Kochen bringen die Teebeutel 5-10 Minuten ziehen lassen. Danach den Ahornsirup dazugeben.
Märchensalat
Zutaten (4 Personen): 2 EL. Rosinen, 3 Apfelsinen, 2 Bananen oder 4 Birnen, 6 Äpfel, 1 Zitrone, 1 EL. Fruchtsirup, 200 g Quark, 4 EL. Kaffeesahne, 4 EL. Zucker.
Zubereitung: Zuerst werden die Rosinen in kaltem Wasser eingeweicht. Anschließend werden die Apfelsinen, Äpfeln und Bananen in Würfel geschnitten und die Rosinen in die Schüssel gegeben. Nun wird die Zitrone ausgepresst und der Saft mit dem Fruchtsirup und dem Obst vermischt. Die Quarksoße wird mit der Kaffeesahne und dem Zucker zubereitet. Anschließend wird alles mit dem Obst gemischt. Schokoladenraspeln verfeinern den Märchensalat.
Schneiderleins Pflaumenmus (Das tapfere Schneiderlein)
Zutaten (ca. 4-6 Portionen): 1 kg Pflaumen entsteint gewogen, 350 g Gelierzucker, 1 Zimtstange oder Vanillestange.
Zubereitung: Die Pflaumen gründlich zerkleinern. Mit dem Gelierzucker und dem Gewürz verrühren und zum Kochen bringen. Unter ständigen Rühren 15-20 Minuten kochen lassen, dann die Gewürze entfernen und die heiße Masse in Gläser füllen.
Dazu schmeckt frisches Brot mit Butter besonders gut.
Grießnockerlsuppe (Froschkönig)
120 g Butter, 3 Eier, Salz, etwas Muskat, 240 g Grieß, 750 ml Fleischbrühe, 1,5 Bund Petersilie, gehackt.
Zubereitung: Butter schaumig rühren. Ei, Salz und Muskat untermengen. Nach und
nach so viel Grieß einrühren, dass ein gut formbarer Teig entsteht. Diesen 1 Stunde kühl ruhen lassen. Inzwischen gut 2 Liter Wasser zum Kochen bringen, salzen. Mit einem nicht zu großen Esslöffel Nockerln aus der Teigmasse stechen und diese in das leicht siedende Wasser legen. Etwa 20-25 Minuten ziehen lassen, bis sie gar sind.
Nicht zu viele Nockerln auf einmal einlegen (sie gehen bis zur doppelten Größe auf). Die abgetropften Nockerln in heiße Fleischbrühe legen und mit gehackter Petersilie bestreut servieren.
König Drosselbarts Hochzeitssuppe
Dazu kann man jede Suppe verwenden. Beispiel:
Zutaten (8 Personen): 1 kg Rindfleisch (Suppenfleisch für ca. 3-4 Liter Brühe), 1 Packung Nudeln (Suppennudeln, z.B. Herznudeln), 1 Zwiebel, 2 Bund Suppengemüse oder 1 Packung Bouillongemüse, 1 Glas Spargel-Abschnitte, 500 g gemischtes Hackfleisch, 500 g Ei(er)-Stich, Wasser, Gewürze.
Zubereitung: Das Rindfleisch mit kaltem Wasser und einer Zwiebel aufsetzen und eine Brühe kochen (im Schnellkochtopf geht es extra schnell). Danach Zwiebel und Fleisch herausnehmen, die Brühe sollte schön klar sein. Aus dem Hackfleisch kleine Suppenklößchen formen und in einem Extratopf vorgaren. Evtl. das Hackfleisch etwas würzen. Das Suppengrün in der fertigen Brühe mitkochen. Nach und nach die anderen Zutaten hinein geben und abschmecken.
Tipp: Wenn es schnell gehen soll, kann Instantbrühe benutzt werden.
Literatur:
Ursel Scheffler: Mein Märchenkochbuch, Mit Illustrationen von Jutta Timm, Verlag arsEdition, München, ISBN 3-7607-5882-7