BJF - durchblick-filme.de

Die Farbe der Milch

Methodische Vorschläge zum Einsatz der DVD

Einsatzbereiche

Fächerzuordnung: Deutsch, Ethik/Religion; Biologie, Fächerverbund „Mensch, Natur und Kultur“, Geografie.

Eignung: Primarstufe (ab Klasse 4), Sekundarstufe I, Lehrerfortbildung, Multiplikatorenfortbildung, außerschulische Bildungsarbeit

Stichworte: Familie, Freundschaft, Kindheit und Jugend, Geschlechterrollen, Mädchen, Pubertät und Adoleszenz, Sexualität und erste Liebe, Filmanalyse, Norwegens Landschaft und Kultur.

Die hier vorgestellten Schlüsselbegriffe lassen sich auf die einzelnen länderspezifischen Bildungsstandards übertragen zum Beispiel für Baden-Württemberg und dort eingeführten „Kompetenzen“:

 


Vorschlag: Filmanalyse – Filmgespräch, Elemente der Filmgestaltung, Filmfiguren

Für die Filmanalyse stehen folgende Materialien auf der DVD-ROM Ebene zur Verfügung:

„Überblick, Inhalt des Films“, „Die Geschichte in 22 Bildern“, „Tipps für die Filmanalyse“, „Filmfiguren“, Power-Point „Wer ist der Richtige?“, „Szenenbilder“; Arbeitsblatt „Filmplakat“, Arbeitsblatt „Filmkritik“; Arbeitsblatt „Andy und die Jungs“, Arbeitsblatt „Selmas Gedanken und Gefühle“

Filmgespräch: Zum Einstieg empfiehlt sich die Auseinandersetzung mit ausgewählten Schlüsselszenen des Films. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer überlegen sich zuerst, welche Szene sie am interessantesten fanden. Dann wählen sie ein entsprechendes Szenenbild aus. Wenn sie kein passendes bei den ausgedruckten Szenenbildern finden, können sie es selbst skizzieren. Jede ausgewählte Szene wird dann vorgestellt. Mögliche Fragen dazu wären: „Was ist in der Szene passiert? Warum fand ich die Szene besonders interessant? etc. Die Szenen-Kommentare können anschließend schriftlich dokumentiert und die Szenen in ihrer chronologischen Abfolge angeordnet und vorgestellt werden.

Elemente der Filmgestaltung: Die Gruppe einigt sich auf eine oder zwei Schlüsselszenen. Dann teilt sich die Gruppe in entsprechende Arbeitsgruppen, die jeweils eines der filmischen Gestaltungselemente (Kamera, Musik, Schnitt) bearbeiten. Dazu erhalten die Gruppen eine Einführung in die grundlegenden Gestaltungselemente (s. Datei „Tipps für die Filmanalyse“). Jede Gruppe dokumentiert ihre Ergebnisse in einem Szenenprotokoll (Vorlage s. „Tipps für die Filmanalyse“).

Filmplakat und Filmkritik: Die Gruppe arbeitet mit dem Filmplakat, untersucht dessen Gestaltung hinsichtlich der Aussage des Films und seiner Wirkung auf den Zuschauer. In Verbindung mit dem Kunstunterricht können auch eigene Filmplakate gestaltet werden. Das Arbeitsblatt „Filmkritik“ beinhaltet das Beispiel einer Filmkritik von Kindern. Nach diesem Vorbild und in Verbindung mit den Informationen des „Making of“ können die Kinder eine eigene Filmkritik zu Die Farbe der Milch verfassen. Vorher sollten allerdings die Elemente einer Filmkritik eingeführt werden: Inhaltsbeschreibung; Reflexion der Grundaussagen; Bewertung der Einheit von Inhalt und Gestaltung; Genre-Interpretation.

Analyse der Filmfiguren: Hier stehen die Charaktere, ihre Funktion für die Handlung und die Dramaturgie im Vordergrund. Die Charakterisierung der Filmfiguren ermöglicht zudem die Auseinandersetzung mit der Frage, wie die Protagonisten unterschiedlichen Alters mit dem Thema „Pubertät; Sexualität und Liebe“ umgehen. Hierzu kann auch in Gruppen gearbeitet werden. Jede Gruppe erhält die Power-Point Präsentation „Wer ist der Richtige?“. Die Lehrkräfte, Pädagoginnen und Pädagogen können die Informationen der Textdatei noch mit entsprechenden Arbeitsblättern in die Sprache der Kinder transponieren. Hier liegt der Schwerpunkt auf der Filmgestaltung: Wie wird die Einstellung zu Sexualität und Liebe in entsprechenden Bild-Symbolen vermittelt? In der Power-Point-Datei sind die Aufgaben konkret formuliert. In Gruppen oder einzeln sollen die Paarbildungen näher charakterisiert und dazu Bilder aus dem Szenenordner ausgewählt werden. Am Ende stellt jede Gruppe ihre Präsentation vor. Eine anschließende Diskussion kann an den Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Interpretationen anschließen. Weitere Anregungen liefern die Arbeitsblätter „Selmas Gedanken und Gefühle“ sowie „Andy und die Jungs“. Hier kann mit geschlechtsspezifischen Gruppen gearbeitet werden.

Die Stimme aus dem Off: Zur Vertiefung der Charakterisierung der Filmfiguren kann mit dem Gestaltungsmittel der „Stimme aus dem off“ gearbeitet werden (s.a. Arbeitsblatt „Selmas Gedanken und Gefühle“. Die Jugendlichen teilen sich in Gruppen und übernehmen je Gruppe neben Selma einen anderen der Hauptprotagonisten, und formulieren aus deren Sicht die „Stimme aus dem Off“. Die Gruppen überlegen, was die jeweilige Figur denkt oder fühlt, ohne dass dies im Film direkt ausgesprochen wird. Danach schreibt jede Gruppe einen passen­den Text. Dieser kann auch noch mit CD-Player oder Kassettenrekorder aufgenommen und dann parallel zum „stummen Film“ (ohne Ton) abgespielt werden. Diese Methode eignet sich auch zur Gegenüberstellung der Geschlechter, wie etwa der Figuren „Selma“ und „Andy“, oder „Nora“ und „Rikard“. So könnten etwa die Jungs die „Off-Stimmen“ der männlichen Protagonisten und die Mädchen die der weiblichen Figuren übernehmen, oder auch umgekehrt.

 


Vorschlag: Eine Geschichte über beunruhigende und wunderschöne Gefühle

Für die Auseinandersetzung mit diesem Thema stehen folgende Materialien auf der ROM-Ebene zur Verfügung: „Die Geschichte des Sommers in 22 Bildern“; „Filmfiguren: Wer ist der Richtige für wen?“, „Tipps für die Filmanalyse“; Arbeitsblatt „Selmas Gedanken und Gefühle“; Arbeitsblatt „Andy und die Jungs“; Arbeitsblatt „Filmplakat“.

Das zentrale Thema des Films sind die Gefühle und der Umgang mit ihnen, vor allem bei Selma, aber auch bei den anderen Jugendlichen. So findet sich das Thema auch in allen anderen vorgeschlagenen thematischen Zugängen der „Methodischen Tipps“ wieder.

Um die Geschichte zu verstehen, die sich vor allem in den Konflikten zwischen Selma und Andy, ihren Freundinnen aber auch den Erwachsenen widerspiegelt, ist es wichtig, sich mit den Gefühlen der Protagonisten auseinanderzusetzen. Hier bietet der Film folgende Zugänge an: die Auseinandersetzung mit denjenigen filmischen Gestaltungsmitteln, die dem Zuschauer die Gefühle der Protagonisten nahe bringen (v.a. Körperausdruck/Mimik; Sprache; Musik; Farbe; Bildgestaltung/Symbole); die Auseinandersetzung mit der Gefühlswelt der Zuschauer/Jugendlichen und ihren Erfahrungen mit vergleichbaren Situationen oder Konflikten.

Der filmische Ausdruck von Gefühlswelten: Jeder Film erzählt etwas, was beim Zuschauer vor dem Verstehen der eigentlichen Handlung als Botschaft des Films ankommt: die Gefühle und Atmosphäre, die der Film transportiert. Der Zuschauer kann den Film „fühlen“. Die Gefühle, die beim Zuschauer geweckt werden, sind dann auch ausschlaggebend dafür, wie er die Handlung letztlich versteht. So beeinflussen die Gefühle das Denken des Zuschauers. Diese spezifische filmische Rezeption beruht auf vorrationalen Wahrnehmungsmustern des Menschen, die wiederum von der spezifischen Art der filmischen Gestaltungsmitteln geweckt und auch herausgefordert werden: etwa der Körper- und Gesichtsausdruck der Protagonisten; der Musik; der Bild- und Tonkomposition der Umgebung der Protagonisten (Landschaft, Atmosphäre, symbolische Bilder), der Licht- und Farbgestaltung. Bei dem Film Die Farbe der Milch wird dem Zuschauer Selmas „Geschichte des Sommers“ als Geschichte über die Veränderungen ihrer Gefühlswelt erzählt. Der Zuschauer entdeckt mit Selma eine ihr neue, fremde, beunruhigende und gleichzeitig auch wunderschöne intensive Welt der Gefühle.

Um gemeinsam mit den Jugendlichen/der Gruppe die Gefühle von Selma und der jugendlichen Protagonisten zu entdecken, bietet es sich an, die „Geschichte eines Sommers“ als „Geschichte von Selmas Gefühlswelt“, als Bilder-Geschichte, nacherzählen und interpretieren zu lassen. Dazu kann in Gruppen gearbeitet werden. Jede Gruppe darf sich eine bestimmte Anzahl von Standbildern auswählen, die ihrer Meinung nach typisch für die Darstellung von Selmas Gefühlswelt sind. Jedes Bild wird anhand seiner Gefühls-Aussage und anhand der dabei gewählten spezifischen Gestaltungsmittel näher beschrieben. Wenn hierbei auch die Musik eine Rolle spielt, könnte diese mit Instrumenten nachvertont werden, oder die Musik von der DVD bei der Präsentation der Bildergeschichte dazu abgespielt werden. Wichtig ist aber, dass die in der Gruppe unterschiedlich wahrgenommenen und interpretierten Gefühle der Protagonisten auch dargestellt werden, eventuell anhand verschiedener Variationen. Denn die filmischen Rezeptionsmöglichkeiten sind plurale, je nach Wahrnehmungsstrukturen und der Erfahrungswelt des einzelnen Zuschauers. Je mehr ein Bild oder eine filmische Erzählweise nur andeutet oder offen lässt, desto unterschiedlicher sind die Deutungen der Zuschauer. Anregungen für geeignete Fragestellungen für die Gruppenarbeit können die Arbeitsblätter „Selmas Gefühle“ und „Andy und die Jungs“ wie auch die Datei „Film­figuren: Wer ist der Richtige für wen“ geben. Die „Gefühlswelt von Selma“ kann von den Gruppen auch als Filmplakat gestaltet werden.

Die Gefühlswelt der Zuschauer/Jugendlichen: Die Jugendlichen diskutieren in Gruppen, in welcher Weise der Film, die Geschichte von Selma und den anderen Jugendlichen, sie an eigene Erlebnisse erinnert hat. Von den geschilderten Erfahrungen ausgehend soll jede Gruppe daraus vier „typische“ Situationen näher beschreiben, zwei typische für Jungs und zwei typische für Mädchen. Aus diesen „typischen“ Situationen entwickeln die Jugendlichen dann, je nach Möglichkeiten, eine Bilder-Geschichte, ein Rollenspiel, eine Drehbuch- oder „Featurevorlage“ oder eine Erzählung.

 


Vorschlag: Zum Thema – Sexualität und Pubertät, wie passt das zusammen?

Für die Auseinandersetzung mit diesem Thema stehen folgende Materialien auf der DVD-ROM-Ebene zur Verfügung: „Thema: Pubertät und Sexualität – Wie gehört das zusammen?“; Arbeitsblatt „Lasst mich einfach in Ruhe, ich bin in der Pubertät!“

Pubertät: Was passiert da eigentlich? Im Film wird gezeigt, wie unterschiedlich die Kinder mit dem Beginn ihrer sexuellen Reifung umgehen, welche Gefühle dies bei ihnen auslöst, wie sie sich gegenüber dem anderen Geschlecht verhalten, wie sie plötzlich auch ihre Umgebung anders wahrnehmen und beginnen, sich von den Eltern langsam abzulösen. Als methodischer Einstieg bietet sich an, vom Begriff „Pubertät“ auszugehen und davon, was sich die Kinder darunter vorstellen, welche eigenen Erfahrungen sie damit verbinden und wie sie die Erwachsenensicht zu dieser Phase ihrer Entwicklung wahrnehmen. Hier kann man auch die Erwachsenensicht, wie sie von den Filmfiguren vertreten werden, aufgreifen. Das Themenblatt bietet zudem Hintergrundinformationen über den biologischen und sozialpsychologischen Sachverhalt.

Pubertät – Sicht der Kinder und Jugendlichen: Anschließend können Gruppen gebildet werden, die sich mit den Erfahrungsberichten auseinandersetzen, die auf dem Arbeitsblatt „Lasst mich einfach in Ruhe, ich bin in der Pubertät!“ auf dem DVD-ROM-Teil zur Verfügung stehen. Mögliche Fragen für die Arbeit mit den Berichten: Was beschreiben die Kinder und Jugendlichen in ihren Berichten? Welche Gefühle und Gedanken werden in den Texten formuliert? Beschreiben sie dabei ähnliche Konflikte, wie sie im Film vorkommen? Welche Lösungen für die Konflikte bieten die Erfahrungsberichte an?

 


Vorschlag – Norwegen: Landschaftsbilder mit Mädchen

Für die Auseinandersetzung mit diesem Thema stehen folgende Materialien auf der DVD-ROM-Ebene zur Verfügung: „Norwegen und seine Kinderfilme“, Arbeitsblatt „Landschaftsbilder“.

Die Landschaft spielt eine wichtige Rolle im Film, sie wird fast wie eine eigene Figur behandelt, wie eine übergeordnete Kraft oder wie ein über den Filmfiguren stehender Erzähler. Die Landschaft ist typisch für Norwegens westliche Geografie. So eignet sich der Einsatz des Films auch in Verbindung mit dem Erdkunde- bzw. Geografieunterricht. Auf dem Themenblatt werden Hintergrundinformationen zu den geografischen Besonderheiten und der Bedeutung des norwegischen Kinderfilms angeboten. Das Arbeitsblatt regt dazu an, die Rolle der Landschaft für die Geschichte ausgehend von Selmas Lieblingsplätzen herauszuarbeiten.

Weitergehend dazu können die Kinder/Jugendlichen aufgefordert werden, zu Hause, im Internet und mithilfe von Büchern noch mehr über den europäischen Nachbarn oder die Situation von Jugendlichen zu recherchieren.

 

Download:

Download dieser Seite im PDF-Format - Rechte Maustaste: Ziel speichern ... PDF-Dokument