
Die Farbe der Milch
Norwegen ist eine parlamentarische Monarchie. Nach einer Zählung von Januar 2007 leben dort über 4 680 000 Einwohner. Seine Nachbarländer sind im Osten Schweden und im Nordosten Finnland und Russland.
Der Film Die Farbe der Milch spielt in der eindrucksvollen Küstenlandschaft im Westen Norwegens: Grüne Wiesen und Felder, und eine Küste, die steil zum Meer abfällt. Das Leben scheint dort von den Naturgewalten, wie dem Wind, dem Meer und dem Licht geprägt. Auf der Karte sieht man, dass die Geographie Norwegens zum einen von Gebirgsketten und kargen Hochebenen, und zum anderen von der Atlantikküste geprägt ist. Unzählige schmale und tiefe Buchten bringen das Meerwasser bis weit ins Landesinnere. Hier einige detaillierte Informationen zu den landschaftlichen Besonderheiten Norwegens.
Die Finnmark ist gleichzeitig die nördlichste, die ausgedehnteste und die am wenigsten bevölkerte Provinz des Landes. Hier wohnen eigentliche Norweger, Kvener (finnische Einwanderer) sowie die Lappen oder Samen. Abgesehen von der Küste besteht die Finnmark aus einem riesigen moos- und heidebewachsenen Plateau. Die wenigen Menschen und Tiere dort sind extremen Witterungen ausgesetzt. Im Winter wüten Schneestürme und die Temperaturen sinken bis zu 50 Grad unter Null. Es ist dunkel und düster, nur manchmal flackert das Nordlicht auf. Im Sommer scheinen eine nicht untergehende Sonne und ein fast blaues Licht. Zur Plage werden die Mückenschwärme, die an der Küste unbekannt sind. Die zweite Provinz Nordnorwegens ist Troms mit ihren Flüssen Reisa, Malselv und Barduelv. Den Charakter der Landschaft prägen Wälder mit Birken, Fichten, Weiden und Ebereschen. Die Küsten Nordnorwegens bestehen aus einem schmalen Küstenstreifen, dem wie ein Schutzwall kleine felsige Inseln vorgelagert sind. In Nordland, der dritten Provinz Nordnorwegens, liegt die berühmte Inselkette der Lofoten. Diese bestehen aus 80 bewohnten Inseln, die sich nördlich von Bodr und westlich von Narvik über eine Länge von 190 Kilometern erstrecken.
Die lange Küste, die von Trondheim im Norden bis Stavanger im Süden reicht, ist das Land der Fjorde. Es besteht aus einer Kette niedriger Riffe und der Küste mit Heide bewachsenen Abhängen. An den Ufern liegen die menschlichen Siedlungen. Am Ende der Fjorde ist die Landschaft weiträumiger und die Ansiedlungen sind zahlreicher. Der Osten Norwegens mit der Hauptstadt Oslo ist das eigentliche Zentrum des Landes. 31 Prozent der Bevölkerung leben dort auf insgesamt vier Prozent des Territoriums des Landes. Die Landschaft besteht aus waldigem Hügelland mit fruchtbaren Ebenen.
Ein Großteil der Bevölkerung Norwegens lebt auf dem Land und ist damit stärker mit der Natur verbunden, als dies in der Stadt möglich wäre. Außer Oslo (540.000 Einwohner) hat Norwegen drei Städte mit über 100.000 Einwohnern, das sind Bergen, Trondheim und Stavanger. Angesichts der hohen Geburtenrate, Norwegen hat derzeit die höchste in Europa, könnte sich das Verhältnis Stadt/Land allerdings zukünftig verändern.
Quelle: www.troll-page.de/nor_info.htm (20.6.07)
Die norwegischen Kinderfilme sind, wie auch Die Farbe der Milch stark geprägt von den Landschaften. Ein Hauptthema sind die Probleme des Aufwachsens und Älterwerdens. Der norwegische Kinderfilm hat eine lange Tradition. Hier ein Überblick dazu aus einer Darstellung des norwegischen Filminstituts. Darin wird auch die Bedeutung der Kinderbuchvorlagen und der Spielfilme von Torun Lian für die Wiederbelebung der Kinderfilmproduktion in den 90er Jahren gewürdigt:
Der Spielfilm „Ti gutter og en gjente“ (1944, „Zehn Jungen und ein Mädchen“) von dem Theaterkünstler Alexej Zaitzow wird als der erste echte norwegische Kinderfilm angesehen, obwohl eine Reihe von früheren Werken Kinder in besonderem Maße ansprach. Zaitzows Film, mit Kindern in den Hauptrollen, dreht sich um Freundschaft; heute wird er als Lichtblick unter den norwegischen Produktionen während des Zweiten Weltkriegs angesehen, als unpolitische Lustspiele die Leinwand beherrschten. Zwischen 1944 und 1980 machten norwegische Filmemacher 26 Filme für Kinder. (...) „Toya“ (1956, Eric Heed) und die nachfolgenden Produktionen waren die erste norwegische Kinder-Fortsetzungsserie. (...) Von 1982 bis 1988 ruhte das Filmemachen für Kinder in Norwegen und keine Kinderspielfilme wurden produziert. 1981 produzierten norwegische Filmemacher jedoch eine Reihe von Kindheitsportraits, die von einer europäischen Bewegung inspiriert war, welche Gedächtnis und Gefühle hervorhob. Darunter waren Laila Mikkelsens „Liten Ida“ (1981, Kleine Ida), Lasse Glomms „Zeppelin“ (1981) und Vibeke Løkkebergs „Løperjenten“ (1981; engl. „The Errant Girl“). Diese Filme standen in Kontrast zu den aktionsgeladenen amerikanischen Kinderfilmen, die den Markt damals beherrschten, und Kritiker stritten über den Grad, bis zu dem norwegische Produktionen überhaupt als Kinderfilme klassifiziert werden könnten. (...)
Mit Beginn der 90er Jahre erholte sich die Industrie. Eine wichtige Kraft war Berit Nesheim, die drei Portraits von jungen Mädchen an der Schwelle zum Erwachsensein herausbrachte: „Frida – med hjertet i hånden“ (1991, „Frida – Mit dem Herzen in der Hand“), „Høyere enn himmelen“ (1993, „Höher als der Himmel“) und „Søndagsengler“ (1996, „Sonntagsengel“). „Sonntagsengel“ wurde in der Kategorie des besten ausländischen Films für einen Oscar nominiert. Torun Lians dunkler „Bare skyer beveger stjernene“ (1998, „Nur Wolken bewegen die Sterne“) gewann mehrere internationale Preise. Zu selben Zeit erhöhten norwegische Filmemacher ihre Produktion von Trickfilmen und Kurzfilmen. In den 2000-er Jahren ist die norwegische Kinderfilmproduktion kommerzialisiert worden. Die Anzahl an Filmen, die jährlich für Kinder gemacht wurden, ist spürbar gestiegen. Mit der Etablierung des Norwegischen Filmfonds und günstigeren Finanzierungsregelungen sieht man eine klare Wende hin zu der Familie als Zielgruppe. Bis 2006 wurden insgesamt 17 Kinderfilme produziert und viele davon basieren auf bekannten literarischen Vorlagen oder anderen Geschichten, die aus der Medienwelt bekannt sind. Die Professionalisierung der Vermarktung der norwegischen Kinderfilme ist ein anderes Merkmal dieser Kommerzialisierung und Orientierung auf die Familien. Die Regisseurinnen Torun Lian („Ikke naken”, 2004) sowie Elsa Kvamme „Fia og klovenene” (2003) ernteten sehr gute Kritiken und gewannen viele anerkannte Preise bei ausländischen Filmfestivals. Der Haupteindruck von der norwegischen Spielfilmproduktion für Kinder von 2000-2005 ist jedoch, dass der Kinderfilm homogener geworden ist und einem marktökonomischen Gedankengang angepasst wurde, um den guten, künstlerischen Kinderfilm zu entwickeln, in dem Kinder eine konkrete Zielgruppe für die Filme sind.
Quelle: www.norwegen.no/culture/film/children/Children+and+Film.htm (20.6.07)