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Die Farbe der Milch

A 2 Arbeitsblatt „Selmas Gedanken und Gefühle“

 

Im Film erfahren wir auf sehr unterschiedliche Weise, welche Gefühle und Gedanken Selma bewegen:

Durch die Dialoge oder Selmas Stimme aus dem „off“ (oder „off-screen“) als innerer Monolog

Die Stimme aus dem „off“(außerhalb des Bildes) ist nicht zu sehen. Sie wird nicht direkt von den Protagonisten in der Form eines Dialoges oder Monologes gesprochen. Doch die Stimme aus dem off klingt eindeutig wie die Stimme Selmas. Sie erzählt, was nicht auf dem Bild direkt darstellbar ist: was Selma denkt in einer Situation, aber nicht ausspricht, oder was sie fühlt.


Durch die Bilder

Die Bilder vermitteln die Situation von Selma im Geschehen, in der Geschichte und gegenüber ihrer Umwelt: gegenüber den Freundinnen, gegenüber Andy, den Jungs oder ihrer Familie. Die Bilder zeigen dies anhand ihrer Gestik, ihrer Mimik oder Körperhaltung. Die Bilder können aber auch ausdrücken, wie Selma ihre Situation gegenüber der „Welt an sich“ empfindet. Das zeigt sich daran, ob Selma gegenüber den Dingen, den Personen oder Landschaften, die sie umgeben, groß oder klein wirkt: Sieht sie verträumt aus oder ist sie aktiv? Ist sie in Bewegung oder ist sie still? Wichtig an den Bildern ist auch, wie sie Selma in der Landschaft abbilden: mit dem Wind, dem Meer, den Wiesen oder Blumen?


Durch die Musik

Auch die Musik hat die Aufgabe, den Zuschauer das Geschehen fühlen zu lassen, das nicht unbedingt auf der Leinwand zu sehen ist: die Gefühle der Protagonisten, oder der Hinweis auf Situationen, die für die gegenwärtige Handlung wichtig sind: Situationen, die bereits geschehen sind oder die noch kommen: Welche Gefühle von Selma drückt die Musik aus? Es fällt auf, dass die Musik sehr harmonisch ist, eine richtige „Sommermusik“: Drückt die Musik die Stimmung aus, die Selma eigentlich gerne hätte? Oder drückt die Musik aus, was Selma in Bewegung bringt, etwas Unbestimmtes und Sehnsuchtsvolles?

In manchen Szenen können diese Informationen sehr widersprüchlich sein. So schreit Selma in der Szene, in der sie ihr Fahrrad nach Hause schiebt, Andy zwar mit den Worten „Hau ab Du Arsch“ an, doch sie sieht ihm interessiert und auch etwas liebevoll nach. Dabei versteckt sie sich im Feld, damit Andy sie nicht sieht. Die Musik am Ende der Szene lässt den Zuschauer die Sehnsucht von Selma fühlen.

 

Anregungen:

Versucht selbst, die Gedanken und Gefühle von Selma anhand von einzelnen Szenen näher zu beschreiben:

Was denkt Selma oder was sagt sie?

 

Was drückt das Bild über Selmas Gefühle aus?

 

Was lässt die Musik uns von Selmas Empfindungen fühlen?

 

Auf dem Arbeitsblatt findet ihr zur Anregung eine Szenenauswahl und Zitate von Selma aus dem Film. Ihr könnt auch Szenenbilder der DVD-ROM dazu auswählen:

 

Auswahl 1: Mögliche Szenen

Selma stellt sich tot

Selma ist unter Wasser

Selma beobachtet den ‚Schweden’

Selma sieht Ricard zu, wie er die Reifen verbrennt

Selma und Andy in der Hütte

Selma und Andy in der Hängematte

Selma schreit Andy am Strand an und läuft weg

Selma trifft Andy auf der Straße und sagt ihm, sie hätte einen anderen

Selma versteckt sich im Laden vor dem ‚Schweden’

Selma ruft Andy an

Selma sitzt hinten auf Andys Fahrrad


Auswahl 2: Selmas innere Stimme

Selma bei der Fahrt auf dem Mond, neben ihrem Vater (11. Filmminute): „Ich war sozusagen Mamas persönliche Naturkatastrophe. Denn sie starb bei meiner Geburt. Vielleicht konnte ich mich deshalb so gut totstellen?“

Selma in der Hängematte (22. Filmminute): „Es war gerade so, als würde sich vor mir was auftürmen. Und Lust zum Sterben hatte ich eigentlich gar nicht. Natürlich nicht. Es gibt doch mehr Tote auf der Welt als Lebende. Aber so schlecht kann es auch nicht sein – im Vergleich zum Leben.“

Selma beobachtet ihre Freundinnen beim Schminken (25. Filmminute): „Es war vielleicht der bescheuerteste Mittsommerabend, de ich je erlebt habe. Es war so, als wären alle, die ich kenne, irgendwie verändert“ Elin fragt: „Bist Du auf dem falschen Planeten geboren?“ Selma antwortet: „Kann sein, wenn der Mond als anderer Planet zählt?“

Selma geht vom Feld, weil die Jungs sie nicht mitspielen lassen (29. Filmminute): „Ich war ernsthaft fertig mit Inga, und vor allem mit Elin. Wenn sie unbedingt rumknutschen muss, dann hätte sie sich auch einen anderen als Andy aussuchen können. Sie hätte mehr Fantasie haben können, als einen aus der Klasse zu nehmen. Ich mochte sie nicht mehr, ich mochte niemanden mehr.“

Selma liest in einer Zeitschrift über die Entwicklung der X und Y Chromosomen (35. Filmminute): „Ja, das hatte ich schon befürchtet. Da war was total verkehrt am Mann, der Arme, damit hatte er wohl nicht gerechnet. Vielleicht sollte man darüber nachdenken, dass noch ein paar Männer zu retten wären, vielleicht jeder fünfte. ... der Mann im Mond, der Rest sollte eingeschrumpelt werden, Andy vielleicht.“

Selma geht mit Andy über die Felder und denkt sich (39. Filmminute): „Die Menschen in zwei Geschlechter zu teilen, war ein Fehler, weil es nicht funktioniert. Das hätte man sich von Anfang an sparen können. Wir sollten wie einzellige Organismen geschaffen werden, solche die sich in der Mitte teilen, wenn sie mehr von sich produzieren wollen. Genau, kein Sex, nur Teilung.“

Selma in der Kirche (70. Filmminute): „Ja, ich wäre von diesem ganzen Scheiß erlöst, befreit von der Welt, in der ich nie ganz hineingepasst habe. Und sie würden ihre wohlverdiente Strafe kriegen. Sie würden es bereuen, alle miteinander. Die Rettung war nahe. Man erkennt eine richtige Rettung nur daran, dass sie zuletzt kommt.“

Selma nach dem Abschied vom „Schweden“ (81. Filmminute): „Es ist nicht gerade lustig zu begreifen, dass er so ist wie alle anderen, nur viel schlechter.“

Selma auf dem Fahrrad von Andy (85. Filmminute): „Es ist vielleicht nicht die Geburt und auch nicht der Tod, die das wichtigste im Leben des Menschen sind. Es ist vielleicht die Liebe. Von allen Naturkatastrophen ist die Liebe die größte und die beste.“

 

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