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Die Farbe der Milch

A 5 Arbeitsblatt „Filmkritik“

 

Eine Filmkritik ist mehr als die Beschreibung der Geschichte des Films oder seiner gestalteri­schen Effekte. In einer Filmkritik kann man seine Meinung über einen Film zum Ausdruck bringen.

Wenn Ihr gemeinsam den Film gesehen habt, solltet Ihr selber eine Filmkritik schreiben, um den Film auch bekannter zu machen.

Vorher könnt Ihr gemeinsam überlegen: Was sollte eine Filmkritik beinhalten und was nicht? Wen wollt Ihr mit Eurer Filmkritik erreichen?

 

Hier ein Beispiel einer Filmkritik aus Wien, die im Rahmen des Wiener Kinderfilmfestivals entstanden war. Eine Kinderjury hat den Film begutachtet und ihm einen Preis verliehen:

Kritik der Kinderjury beim 17. Internationalen Kinderfilmfestival 2005 in Wien:

Selma beschreibt sich selbst als ’Mamas größte Naturkatastrophe’, da ihre Mutter bei ihrer Geburt gestorben ist. Trotzdem wird der Tod nicht zum Thema des Films. Es geht viel mehr sehr lustig und ironisch um die Liebe. Selma erlebt in ihrer Familie und auch sonst rundhe­rum Liebe in verschiedenen Varianten. Die Erwachsenen verhalten sich dabei meist eher kindisch: Selmas Tante Nora streitet z.B. immer mit ihrem Freund Rikard um den Auto­schlüssel. Selma bleibt gar nichts anderes übrig, als sich auch selbst mit der Liebe zu be­schäftigten, die sie am Ende des Films dann als größte Naturkatastrophe bezeichnet. Im Verlauf der Geschichte muss sie außerdem das Rätsel um die Farbe der Milch lösen, was zur Steigerung der Spannung in mehreren Schritten geschieht. Am Ende hilft Andy ihr, das Rätsel zu lösen. Das hat uns gut gefallen, denn im Film wird immer Selma als die Wissen­schafterin präsentiert, aber sie kann das Rätsel alleine nicht lösen.

Es war gut, dass Selma als Mädchen beim Fußball mitgespielt und auch den Elfmeter ge­halten hat. Selma wird überhaupt als sehr mutig dargestellt. Sie ist vor allem nicht feige, sie traut sich z.B. eine Schlange anzufassen, oder als die Jungen am Strand ein Pärchen beim Knutschen beobachten, lässt sie die ’Spanner’ auffliegen.

Im Film sind die Frauen- und Männer-Rollen praktisch umgekehrt, denn Selma interessiert sich sehr für Naturwissenschaften und möchte einmal den Nobelpreis gewinnen. Andy meint daraufhin, dass man als Nobelpreisgewinnerin bestimmt gut verdient und er dann bei den Kindern zu Hause bleiben wird. Eigentlich ziemlich gemein ist Selma immer dann, wenn sie ihren Vater beschimpft, wegen seines Haarschnitts oder weil er zugenommen hat. Unsere Eltern wären da (und auch sonst) wahrscheinlich strenger, so gesehen finden wir die Film-Eltern ein bisschen unrealistisch.

Die Rolle des Schweden war für uns ein wenig komisch, denn wir wussten nie, was er selber denkt. Er ist jedenfalls der erste Mann, den Selma nackt sieht und in den sie sich auch ein wenig verliebt. Die Szene, in der sie sich vor ihm im Kühlschrank versteckt, war sehr lustig.

Sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen haben sehr gut und sehr natürlich gespielt. Die stolze und trotzige Haltung von Selma hat die Darstellerin über ihre Körpersprache ganz wunderbar ausgedrückt.

Die Kamera hat uns insgesamt sehr gut gefallen. Besonders gelungen fanden wir sie in der Unterwasser-Szene und beim Wettschwimmen. Bei der Unterwasser-Szene war auch der Einsatz des Lichtes ganz hervorragend. Die Musik war ebenfalls sehr gut. Sie wird eher sparsam eingesetzt, das hat gut zum Film gepasst und über die Musik werden vor allem die Gefühle der Figuren sehr schön ausgedrückt, z.B. gab es die fast opernhafte Musik immer in ganz bedeutsamen Momenten.

Wir konnten uns gut in die Figuren hineinversetzen und daher auch gut ’mitleben’.

Zum Schluss bleibt noch zu sagen, dass wir die norwegische Landschaft mit ihren Dünen, Gras und Meer ganz toll ins Bild gesetzt fanden!"

 

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