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Durchblick 6+   –   Die Gänsemagd   –   Sibylle Tafel   –   D 2009   –   59 min.

2. Die Gänsemagd

2.1 Informationen zum Film

Deutschland 2009

Länge: 59 Minuten

Regie: Sibylle Tafel

Drehbuch: Anja Kömmerling, Thomas Brinx

Kamera: Wolfgang Aichholzer

Musik: Enjott Schneider

Produzentin: Ingelore König

Produktion: Kinderfilm GmbH im Auftrag des HR / ARD

Darsteller:
Prinzessin Elisabeth – Karoline Herfurth
Prinz Leopold – Florian Lukas
Zofe Magdalena – Susanne Bormann
König Gustav – Henry Hübchen

BJF-Empfehlung: ab 6 Jahren

 

Kurzinhalt

Seit ihrer Kindheit ist Prinzessin Elisabeth dem Prinzen Leopold versprochen. Da Elisabeths Mutter schwer krank ist, begleitet die Zofe Magdalena die Prinzessin zum Schloss des Prinzen. Ihre Mutter gibt ihr kurz vor der Abreise ein Tuch mit drei Tropfen von ihrem Blut, welches die Prinzessin schützen soll. Nach Rache sinnend, zwingt die Zofe Elisabeth auf der gemeinsamen Reise zum Schloss des Prinzen zu einem Rollentausch. Während Magdalena als künftige Braut auftritt, muss Elisabeth nun Gänse hüten gemeinsam mit dem Gänsehirten Kürdchen, der mit dem Prinzen befreundet ist. Doch Kürdchen bekommt mit, dass etwas nicht stimmt und verhilft der Prinzessin damit zu ihrem Recht.

 

Die Drehorte

Drehorte des Märchenfilms waren die Ronneburg und die Burg Kronberg im Taunus.

Ronneburg bei Hanau
Die Burg Ronneburg wurde im 13. Jahrhundert erbaut und liegt auf einem steilen Basaltkegel. In den historischen Anlagen befindet sich das Burgmuseum. Außerdem bieten sie eine malerische Kulisse für zahlreiche Veranstaltungen und Mittelalterspektakel. Auch in den Dörfern um die Burg gibt es einiges zu entdecken, wie die Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert und die Ausstellungen des Heimatvereins im „Alten Pfarrhaus" in Hüttengesäß oder die ehemalige Synagoge der früheren jüdischen Gemeinde in Altwiedermus.

Burg Kronberg
Der älteste Bau der Burg Kronberg, die Oderburg, ist vermutlich im 12. Jahrhundert erbaut worden. 1440 wurde sie um die Mittelburg, zwei über Eck gebaute Wohnhäuser, erweitert. 1505 wurde das Erdgeschoss zu einem Flügelstammhaus umgebaut, wo jetzt eine Küche mit mächtiger Esse zu sehen ist. Das 2008 neu gestaltete Burgmuseum, das einen umfassenden Einblick in die facettenreichen Geschichten der Burg bietet, findet sich hier ebenfalls.

 

Interview mit Thomas Brinx und Anja Kömmerling

Von welchem Märchen konnten Sie als Kind nie genug vorgelesen bekommen?
A. Kömmerling:
Ich habe Märchen als Kind geliebt. Ein Buch mit tibetanischen Märchen steht heute noch vollkommen zerlesen in meinem Bücherregal und ich freue mich schon, wenn meine Tochter alt genug ist, sich darin zu versenken. „Die Gänsemagd“ gehörte aber in jedem Fall auch zu einem meiner Lieblingsmärchen – ungelogen – die Dramatik, die in einem abgeschlagenen Pferdekopf liegt, hat mich schon sehr fasziniert. Deswegen war ich natürlich sehr glücklich, dass uns gerade dieses Drehbuch angeboten wurde.

Welche Figur wären Sie gerne im Märchen „Die Gänsemagd“?
A. Kömmerling:
Vielleicht der alte König. Irgendwie steh ich im Moment auf die Alten, die machen sich nicht mehr so viele Sorgen, sind nicht so aktiv beteiligt, müssen zum Beispiel nicht selber heiraten und eine Braut suchen, sondern schauen einfach zu und haben dabei ganz leicht hintenrum die Finger im Spiel.
T. Brinx: Kürdchen natürlich, der kriegt die vielen Küsse und ist noch schlau dazu.

Was ist die Moral von der Geschicht?
Mit List und Tücke kommt man nicht ans Ziel. Oder auch: Wenn du zu machtgierig bist, landest du am Ende buchstäblich in der Tonne!

Gibt es eine eigene Interpretation?
Nein!

Welche Unterschiede gibt es zwischen der Vorlage und dem Film?
Der größte Unterschied ist wahrscheinlich, dass wir versucht haben, das Schwarz/Weiße rauszunehmen. Die Magd ist böse, aber wir können auch ein bisschen verstehen warum. Wir erzählen ihre dunkle Lebensgeschichte mit und die Konsequenzen, die sie daraus zieht, sind nachvollziehbar. Trotzdem ist man natürlich froh, dass der arme Prinz sie am Ende nicht heiraten muss.
Außerdem haben wir Kürdchen als Identifikationsfigur für die jüngeren Zuschauer aktiver gemacht. Bei uns ist er es, der hilft und löst, nicht der alte König. Auch die Gänsemagd selbst tritt mehr in Aktion, entwickelt sich, lernt ihre Stärken kennen und einzusetzen.

Quelle:
www.rbb-online.de/maerchenfilm/8_auf_einen_streich/gaensemagd/fuenf_fragen__fuenf.html

 

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