zum Anfang des Inhalts
Bundesverband Jugend und Film e.V. - DVD-Edition - Durchblick Filme - www.durchblick-filme.de

Durchblick 6+  –  Der gestiefelte Kater  –  Christian Theede  –  D 2009  –  59 min.

2. Der gestiefelte Kater

2.1 Informationen zum Film

Deutschland 2009

Länge: 59 Minuten

Regie: Christian Theede

Drehbuch: Leonie und Dieter Bongartz

Kamera: Simon Schmejkal

Musik: Peter W. Schmitt

Produzentin: Elke Ried

Produktion: Zieglerfilm Köln GmbH im Auftrag des NDR / ARD

Darsteller:
Roman Knižka – gestiefelter Kater Minkus
Jürgen Tarrach – Zauberer Abbadon
Jan Fedder – Müller Hinze
Jacob Matschenz – Müllerssohn Hans
Jennifer Ulrich – Prinzessin Frieda
Kai Wiesinger – König Otto

BJF-Empfehlung: ab 6 Jahren

 

Kurzinhalt

Als der Müllerssohn Hans nach dem Tod seines Vaters nur den Kater Minkus bekommt, ist er sehr enttäuscht. Am liebsten möchte er aus dem Fell Pelzhandschuhe fertigen lassen. Doch dann kommt alles anders. Das Tier überredet den gutmütigen Hans, ihm stattdessen ein Paar Stiefel machen zu lassen – das würde er auch bestimmt nicht bereuen! Als gestiefelter Kater zieht Minkus nun davon und erlegt Rebhühner. Die Beute bringt er an den Hof von König Otto und Prinzessin Frieda und erhält als Belohnung einen Sack voll Gold. Mit diesem Geld könnte Hans nun die Steuerschulden des Vaters beim bösen Zauberer Abbadon tilgen und so seinen Bruder befreien, den Abbadon in einen Hund verwandelt hat. Aber die Pläne des schlauen Katers gehen noch weiter ...

 

Die Drehorte

Das Märchen "Der gestiefelte Kater" wurde in Hamburg und Umgebung gedreht: auf Schloss Tremsbüttel, auf Schloss Grabau, im Spiegelsaal des Museums für Kunst und Gewerbe in Hamburg und im Freilichtmuseum Kiekeberg.
Schloss Tremsbüttel
1895 wurde das Schloss im Auftrag des Unternehmers Hasenclever im Stil des Historismus errichtet. Ab 1949 wurde Tremsbüttel zum erfolgreichen Hotel und in den 70er Jahren vom Jet Set entdeckt. Gäste zu dieser Zeit waren unter anderen die Beatles, die Rolling Stones und Sophia Loren.
Schloss Grabau
Das "Schloss Grabau" wurde als Herrenhaus des Guts Grabau zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gut Grabau Stück für Stück aufgesiedelt. Das Herrenhaus wurde an einen privaten Investor verkauft, der Wohnungen einrichten und vermieten ließ. 1997 wechselte das Gebäude erneut den Besitzer. Gegenwärtig steht das Haus leer und ist nicht öffentlich zugänglich.
Museum für Kunst und Gewerbe
Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg wurde bereits 1877 als Gewerbeschule und Museum eröffnet. Im wesentlichen ist die Gründung dem Juristen und Kunstkritiker Justus Brinckmann zu verdanken. Heute verfügt das Museum über etwa 700.000 Objekte und gehört zu den großen europäischen Museen für Kunst, Kunsthandwerk und Design.
Freilichtmuseum am Kiekeberg
Das Freilichtmuseum am Kiekeberg präsentiert auf zwölf Hektar in über 30 historischen Gebäuden wie unsere Vorfahren in der Lüneburger Heide und der Winsener Marsch früher lebten. Mit ihren traditionellen Inneneinrichtungen und den historischen Gärten vermitteln die Bauernhäuser, Scheunen und Wirtschaftsgebäude ein realistisches Bild der Zeit von 1600 bis in die 1950er Jahre.

Quelle:
www.rbb-online.de/maerchenfilm/8_auf_einen_streich/gestiefelte_kater/...

 

Interview mit den Produzenten von "Der gestiefelte Kater" Elke Ried und Thorsten Flassnöcker

Von welchem Märchen konnten Sie als Kind nie genug vorgelesen bekommen?
Elke Ried:
Ich mochte "König Drosselbart" sehr gerne, weil es erzählt, dass Hochmut bestraft wird, die Prinzessin aber doch noch eine Chance bekommt, sich zu ändern. Bei "Schneeweißchen und Rosenrot" hat mich die große Hilfsbereitschaft der Schwestern sehr beeindruckt, die am Ende belohnt wird. Und an "Schneewittchen" hat mir vor allem gefallen, dass es einmal eine Prinzessin mit dunklen Haaren gab.
Thorsten Flassnöcker: Mein Vater erzählt, dass ich mich bei "Hänsel und Gretel" gefreut habe, wenn die Hexe in den Ofen gestoßen wird, und geärgert habe, dass die Vögel das Brot gegessen haben. Das glückliche Aufwachen von "Schneewittchen" soll ich nicht geglaubt haben, denn "tot ist tot".

Gibt es eine eigene Interpretation ihres Märchens?
Elke Ried:
Für mich stehen unsere Helden, der gestiefelte Kater und der Müllerssohn Hans für Intellekt und Intuition, bzw. Kopf und Bauch. Während der Kater einen Plan verfolgt und sehr zielgerichtet handelt, ist Hans zu Beginn der Geschichte eher ratlos und lässt dann, offenbar gegen jede Vernunft, dem Kater Stiefel machen. Am Ende zeigt sich, dass er genau richtig gehandelt hat, indem er seinem Gefühl vertraute, auch wenn nicht abzusehen war, was sich daraus entwickelt.
Die zweite Botschaft, die sehr offensichtlich in dem Märchen steckt, ist "Kleider machen Leute". Zunächst sind es natürlich die Stiefel, die den Kater zum gestiefelten Kater und damit handlungsfähig machen. Und schließlich ist es der Kleiderwechsel von Hans nach seinem Bad im See, der aus dem Müllerssohn einen Grafen macht.
Thorsten Flassnöcker: In unserer Verfilmung stand der Leitspruch "Fang an, was du kannst!" im Zentrum, was sowohl bedeutet, dass man nicht alles auf Morgen verschieben soll, aber auch, dass man nicht mehr anpacken soll, als man erledigen kann.

Was uns beim Drehen zum Lachen gebracht hat:
Elke Ried:
Gelacht haben wir vor allem aus Freude an den gelungenen, teilweise auch sehr witzigen Dialogen und mit welcher (ernsthaften) Begeisterung die Schauspieler und der Regisseur das Drehbuch in Szene gesetzt haben. Und manchmal haben wir auch aus Verzweiflung gelacht, wenn die Tiere auch bei der x-ten Wiederholung partout nicht den Regieanweisungen folgen wollten.
Thorsten Flassnöcker: Mich hat immer wieder erfreut, mit welcher Begeisterung Schauspieler und Regie bei der Sache waren.

Was uns beim Drehen geschockt / genervt / verwundert hat:
Elke Ried:
Ein wenig genervt hat die unsichere Wetterlage, so dass beim Drehen häufig abgewartet werden musste, bis sich die nächste dicke, dunkelgraue Wolke verzogen hatte. Im Film ist davon natürlich nichts zu sehen.
Thorsten Flassnöcker: Die Arbeit mit Tieren erfordert eine Geduld, die ich nicht immer aufbringen konnte ...

Quelle:
www.rbb-online.de/maerchenfilm/8_auf_einen_streich/gestiefelte_kater/...

 

Zum Ausdrucken:

Download dieser Seite im PDF-Format - Rechte Maustaste: Ziel speichern ... PDF-Dokument