
Durchblick 8+ – Das große Rennen – André F. Nebe –D, IRL 2009 – 84 min.
„Das große Rennen“ nutzt zahlreiche filmsprachliche Mittel zur Erzeugung von Spannung. Leicht zu erkennen und nachzuvollziehen sind diejenigen Spannungsmomente, die über die Montage einzelner Szenen hergestellt werden und vorwiegend aus „action“ bestehen, wie etwa das Seifenkistenrennen. Darüber hinaus setzt der Film mehrfach auch noch andere Mittel ein, die über den Bildaufbau und die Kameraperspektive gehen. Darum geht es in diesem Arbeitsblatt.
Gleich zu Beginn des Films wird Mary als Hauptfigur eingeführt, wie sie nach der Schule zurück auf den Bauernhof kommt und sich den Schlüssel zum Schuppen holen möchte, in dem ihre Seifenkiste steht (siehe hierzu den Filmausschnitt „Filmisches Erzählen I“ im Videoteil der DVD). Die ganze Szene dauert nur etwa 30 Sekunden.
Die Szene beginnt mit einer Totale. Sie zeigt einen Gesamtüberblick des Bauernhofs und dient der Orientierung.
Der Hof besteht aus mehreren Gebäuden. Mary wirkt in dieser Einstellung relativ klein, sie ist auch nur von hinten zu sehen.
Warum kann eine solche Totale kaum Spannung erzeugen?
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Es folgt eine Großaufnahme von Mary. Nun ist auch zu sehen, dass der Schuppen mit einem Vorhängeschloss gesichert ist.
Durch die Großaufnahme ihres Kopfes sind Marys Gefühlsregungen deutlich erkennbar. Es geht im Folgenden offensichtlich um ihre Sicht der Dinge.
Was erfährt man in dieser Einstellung über Mary und ihre Gefühle?
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Erneut wechselt die Kameraperspektive.
Mary ist nun vom Wohnhaus aus in einer Halbtotale zu sehen. Sie kommt mit ihrem Hund auf das Haus zu.
In dieser Einstellungsgröße sind die Figuren als ganzkörperlich zu erkennen, ohne ihren klaren Bezug zur Umgebung zu verlieren.
Welche Erwartungshaltung weckt diese Einstellung bei dir?
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Der Schlüssel zum Vorhängeschloss ist in einer Detailaufnahme zu sehen. Bezugsgröße für das Detail „Schlüssel“ ist Mary, nicht der Schlüssel selbst. Nur er ist scharf zu sehen, seine Anordnung ganz links im Bild sorgt zusätzlich für Dynamik im Bildaufbau und für Spannung.
Warum ist fast das ganze Bild unscharf gehalten? Wirkt das nicht störend?
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Diesmal bleibt die Kamera in ihrer festen Position. Mary kommt aus dem Hintergrund ins Bild, die Schärfe verlagert sich vom Schlüssel weg auf sie, hier in einer Halbnaheinstellung zu sehen.
Die Umgebung verliert an Bedeutung, alle Augen sind buchstäblich auf Mary gerichtet.
Doch warum bleibt der Schlüssel hier weiterhin im Bild?
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Mary hat den Schlüssel fast erreicht und ist nun in einer Naheinstellung zu sehen, die ihre Anspannung und ihre Enttäuschung besonders deutlich zeigen, als die Mutter von hinten überraschend ins Bild tritt. Ein bedrohlicher Ton erhöht die Spannung in dieser Szene.
Hattest du erwartet, dass in dieser Szene noch eine zweite Person auftauchen würde?
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Als Mary den Hühnerstall betritt, folgt ihr die Kamera nicht dorthin, sondern bleibt in einer starren Position vor dem Scheunentor. Was innen geschieht, ahnt man nur aufgrund der Geräusche und durch Marys Reaktionen beim Heraustreten aus dem Stall ((siehe hierzu den Filmausschnitt „Filmisches Erzählen II“ im Videoteil der DVD).
Was hat Mary deiner Meinung nach im Hühnerstall erlebt und warum ist das im Film nicht zu sehen?
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Die nun schon bekannte Szene, in der Mary nach der Schule den Schlüssel zum Schuppen holt und von der Mutter dabei überrascht wird, scheint sich an einem anderen Tag exakt zu wiederholen. Unsere Erwartungshaltung ist darauf ausgerichtet. Doch diesmal passiert etwas ganz anderes.
Was überrascht Mary (und uns als Zuschauer) in dieser zweiten Szene und inwiefern trägt der Ton hier ebenfalls zur Spannungssteigerung bei?
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