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Durchblick 4+ – Von Drachen, Mäusen und Laternen ... – Ausgewählte Filme und Bilderbuchkinos

Bilderbuchkino:
3.2. „Alle meine Blätter“

Von Irmgard Lucht und Josef Guggenmos, Middelhauve-Verlag, 1970

Inhalt

Im Herbst, wenn der Wind an den Zweigen und Ästen zerrt, lösen sich die Blätter und verwandeln sich. Sie tauchen ins Wasser, werden zu Fischen, vermählen sich und treffen auf den Fischer. Lauter fremde Wesen schwimmen im Nass – Wesen, die so noch nie gesehen wurden. Der Fischer möchte sie fangen und verkaufen.

„Leicht und froh“ unterstützen die Texte von Guggenmos die poetischen Bilder, die wie Materialdruck aussehen. Sie regen die Fantasie an und sind einfach wunder­schön, im umfassenden Sinne zauberhaft. Kinder werden sie lange betrachten und vieles entdecken.

Zu den AutorInnen

Josef Guggenmos wurde am 2. Juli 1922 in Irsee im Allgäu geboren und starb dort am 23. September 2003. Nach der Volksschule konnte er am Gymnasium St. Ottilien 1939 sein Abitur machen und wurde dann sofort zur deutschen Wehrmacht eingezo­gen. Nach dem Krieg studierte er in Erlangen, Marburg und Bonn Kunstgeschichte und Germanistik. Im Jahre 1950 ging er für ein Jahr lang nach Finnland. Später arbeitete er als Lektor für verschiedene Verlage in Stuttgart, Donauwörth, Wien und Salzburg. Ende der 1950er Jahre kehrte er nach Irsee zurück und lebte dort mit seiner Familie im Haus seiner Eltern, wo er, angeregt durch seine Übersetzungs­arbeiten, zu schreiben begann: Bereits 1956 erschienen seine ersten Verse für Kin­der. Den Durchbruch hatte Guggenmos allerdings erst 1967 mit seinem Werk „Was denkt die Maus am Donnerstag?“ Insgesamt wurden 80 seiner Bücher veröffentlicht, die ihm den Ruf eines bedeutenden Kinderlyrikers gaben und ihm viele Preise und Auszeichnungen einbrachten. Seine ehemalige Grundschule in Irsee trägt heute seinen Namen.

Irmgard Lucht wurde 1937 in Bonn geboren und arbeitete nach ihrer Erzieherinnen-Ausbildung in der Kostümabteilung der Städtischen Bühnen in Frankfurt a.M. Danach ging sie nach Köln, wo sie Freie Grafik und Malerei studierte. Schon seit den 1970er Jahren illustriert sie Kinderbücher, von denen mehrere preisgekrönt wurden, wie z.B. „Die Walduhr“ und „Wie kommt der Wald ins Buch?“, für die sie den Jugendliteratur­preis erhielt. Irmgard Lucht geht „mit Staubsaugeraugen“ durch die Welt, wie sie selbst sagt. Sie möchte alles Erdenkliche in sich aufnehmen und kann es zu gege­bener Zeit in ihren Büchern verarbeiten. Ihr erstes Buch „Alle meine Blätter“ zeigt die wunderbare Farben- und Formenvielfalt von Blättern, die sie in einer ganz individuel­len Sprache in Figuren verwandelt.

Die Verlegerin Christa Spangenberg konnte sie davon überzeugen, ein Natur-Sach­bilderbuch mit ihr zu machen. Die Zusammenhänge der Natur im Kreislauf des Jah­res wurden hier gestaltet. Lucht hat sich schon immer intensiv mit der Natur ausein­ander gesetzt und ist dabei auf viele Ideen gekommen. Ihre „Uhrenreihe“ zeigt das Wachsen und Vergehen, die Veränderungen innerhalb eines Tages und einer Nacht. „Die Baumuhr“, „Die Grüne Uhr“ und „Die Wiesenuhr“ sind auch heute noch gefragte Werke in Kindergärten, Schulen und Büchereien.

Irmgard Lucht liebt die Natur – sie ist viel mit dem Fahrrad unterwegs, um Stimmun­gen besser aufnehmen zu können. Ihre Bilder sind eindrucksvoll und vermitteln Ruhe und die Freude am genauen Hinschauen. Seit 1978 stellt sie Bilder wie bei einer Komposition zusammen und schreibt dazu ihre Texte als untrennbare Einheit.

Zur Website von Irmgard Lucht: www.irmgard-lucht.de

Aufgabenstellung vor dem Zeigen des Bilderbuchkinos …

Die Kinder können sich beim Vorlesen Wörter aus dem Text aussuchen, die dann aufgeschrieben werden. Anschließend versuchen wir gemeinsam, daraus ein Gedicht zu erstellen. Kinder dichten gerne, finden mit Eifer neue Worte, setzen Reime zusammen und regen sich gegenseitig zu Ideen an. Das ist eine optimale Sprachförderung. Dazu ein Beispiel:

Die Blätter in den Bäumen,
die sind ganz ruhig und still.
Sie wollen weiterträumen,
Beginnen im April.

Die Turteltaube, der Wendehals,
Der Kuckuck, der Pirol,
sie lärmen, schwätzen ebenfalls,
und warn schon in Tirol

Sizilien und das Mittelmeer,
der Nil und der Sudan,
da kommen die fliegenden Boten her
Und flattern bis an die Lahn.

Im Park, da steht ein Ginkgobaum,
von Japan kommt er her.
Die Blätter sind schön wie ein Traum
und warn noch nie am Meer.

Alle tauchen sie ins Meer,
fliegen sanft dahin,
die Bäume stehen da ganz leer
und suchen lang den Sinn.

Die Blätter aber sind nun Fische
und machen Hochzeit dann.
Der Fischer bringt sie nicht zu Tische,
Sie sterben irgendwann.

Doch sobald der Frühling kommt,
beginnt das Leben neu,
wenn der Baum sich wieder sonnt,
grünen die Zweige ganz scheu.

Vorschläge für Aufarbeitung des Bilderbuchkinos

Lückentext

Die SchülerInnen füllen das Arbeitsblatt (siehe unten oder in der Datei: 3.2aArbeitsblatt.pdf) aus

Zuordnungsspiel

Die Datei mit dem Zuordnungsspiel wird ausgedruckt und an den Kästchen entlang ausge­schnitten. Die Kinder sollen nun herausfinden, welche Bezeichnung eines Baumes, z.B. Fichte, zu welcher abgebildeten Frucht (Fichtenzapfen) passt.

Datei: 3.2bZuordnungsspiel.pdf

Fühlkiste

Suchen Sie eine Kiste oder einen Karton mit Deckel. In die vordere Front schneiden Sie ein Loch, welches Sie mit einem Tuch von Innen verhängen, damit die Kinder nicht von außen erkennen können, was sich in der Kiste befindet. Das Loch sollte so groß sein, dass eine Kinderhand problemlos hindurch greifen kann. In dieser Kiste können die Kinder verschiedene Früchte fühlen bzw. erfühlen, z.B. Äpfel, Zitronen, Kastanien, Eicheln, Haselnüsse, Walnüsse, Vogelbeeren, Birnen, kleine Kürbisse, Bucheckern. Auf dem Arbeitsblatt auf der folgenden Seite (als Kopiervorlage ausdrucken) können die Kinder ankreuzen, welche Früchte sie gefühlt haben.


 

Schüler/innen-Arbeitsblatt:

Der Herbst und unsere Laubbäume

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Im Herbst werden die Tage _________ .

Die Sonne strahlt weniger _________ aus.

Es wird __________ .

Die Bäume ziehen über ihre ___________ weniger Wasser und ___________ aus dem Boden.

Der grüne ___________ Chlorophyll zieht sich zurück.

Dadurch verändern die Blätter ihre ___________ .

Damit die Bäume im oft sehr kalten Winter nicht ___________ müssen, werfen sie ihr ___________ ab.

 

Farbe     Farbstoff     kühl      kürzer     Laub
Nährstoffe     verdursten     Wärme      Wurzeln

 


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Diese Seite haben wir dem Heft „Herbst“ von Christine Gerlach und Vivien Thiessen (Illustr.) entnommen, erschienen in der Reihe „Die Kinder-Lernwerkstatt“ im Verlag an der Ruhr, Mülheim an der Ruhr 2006, www.verlagruhr.de
Wir danken dem Verlag für die freundliche Genehmigung zum Nachdruck.


 

Mengenangaben hören und fühlen mit geschlossenen Augen

Die Kinder hören mit geschlossenen Augen zu, wenn jemand Kastanien in eine Schüssel fallen lässt. Die Kinder fühlen und zählen mit geschlossenen Augen, wie viele Kastanien in einem Fühl-Säckchen sind (z.B. alter Strumpf oder Stoffbeutel).

 

Anklicken für größeres BildWir gestalten Bäume

Benötigt werden:

Die Arbeitsblätter mit Abbildungen verschiedener Blattarten bzw. Früchte werden an die Kinder verteilt (Dateien: 3.2bZuordnungsspiel.pdf und 3.2cBlaetter.pdf). Diese sollen nun die entsprechenden Früchte bzw. Blätter sammeln. In Gruppenarbeit malen sie auf die Packpapierbögen (Rückseiten alter Plakate sind auch sehr nützlich) jetzt einen Baumstamm und kleben mit Klebstoff die Blätter zu einer Baumkrone und platzieren eine oder mehrere Früchte daran. Die entstande­nen Plakate werden mit dem Namen des Baumes und der Frucht versehen und im Klassenzimmer aufgehängt.


Blätterpressen/Blättersammlung

Im Herbst können wir bunte Blätter sammeln und pressen. Es gibt dafür besondere Pressen aus zwei Holzteilen, langen Schrauben und Flügelmuttern, in die die Blätter zwischen Pappen aus saugfähigem Material einige Zeit gelegt und durch die Muttern zusammen gepresst werden. Nun können die Blätter in ein Heft eingeklebt und die Namen ihrer Bäume darunter geschrieben werden.

 

Blätterkunst

Gepresste Blätter können zu Tieren und unterschiedlichen Figuren zusammen gefügt werden. So lassen sich Vögel, Fische und viele andere Kreaturen gestalten. Mit bunten Stiften werden Beine, Füße, Augen usw. ergänzt.

 

Laubsauger-Staffel

Benötigt werden:

Zwei Stühle werden etwa 5 Meter voneinander entfernt aufgestellt. Auf einen werden gepresste Blätter gelegt, der andere bleibt frei. Die Kinder stellen sich in zwei Reihen parallel zueinander auf und jedes bekommt einen Trinkhalm. Wenn die Glocke erklingt, saugen die jeweils Ersten jeder Reihe mit dem Trinkhalm ein Blatt an und laufen zu dem freien Stuhl, laufen zurück, so dass dann die Zweiten der Reihe loslaufen können usw.

Tipp: Um Kollisionen zu vermeiden kann man jeweils zwei Stühle hinstellen!

 

Blätterspiel

Benötigt werden:

Zuerst erstellen wir Fotokopien von gepressten Blättern und verteilen diese an die Kinder. Alternativ: Sie nutzen die Abbildungen der pdf-Datei. Deren Aufgabe ist es jetzt, diejenigen Blätter, welche auf dem Boden des Raumes verteilt wurden, zu suchen, die auf ihren Kopien zu sehen sind. Beides wird dann dem Spielleiter gege­ben. Es wird so lange weiter gespielt, bis alle Blätter gefunden wurden. Dieses Spiel fördert besonders die Wahrnehmung.

Datei: 3.2cBlaetter.pdf

 

Baumrindenbild aus Ton

Benötigt wird:

Wir suchen uns einen Park oder ein Gelände, in dem viele verschiedenartige Bäume wachsen und nehmen Ton mit, von dem jedes Kind ein Stückchen in seine Hand bekommt. Es darf sich nun einen Baum aussuchen, an den es den Ton presst und damit einen Rindenabdruck erhält.

Nun werden diese Abdrücke auf eine Bank gelegt. Jedes Kind kann sich einen Abdruck nehmen – nicht seinen – und den dazu passenden Baum suchen. Wenn es gar nicht klappt kann genau das Kind helfen, das den Abdruck erstellt hat.


Apfellauf

Jedes Kind bekommt einen Apfel, den es auf einem Tisch mit der Nase weiter und weiter rollen kann – vom Anfang bis zum Tischende. Als Belohnung darf es den Apfel am Ende essen.

 

Kim-Spiel

Verschiedene Apfelsorten liegen in Schnitzeln vor den Kindern. Diese dürfen nun eines der Teilchen probieren und feststellen, ob er süß, sauer oder mittelsauer ist. Danach nehmen sich ein erneuten Schnitz – diesmal aber mit verbundenen Augen – und erraten, in welche Kategorie dieser gehört (Cox Orange, Renette, Goldparmäne, Gloster, Jonathan, Klarapfel ...).

 

Herbstfenster

Benötigt werden:

Abwechselnd werden Herbstfrüchte (Hagebutten, Bucheckern, Eicheln, Kastanien...) und Blätter an einem Draht befestigt, der wie ein Vorhang ins Fenster gehängt wird. In der Wärme der Heizung schwebt nun dieser Schmuck im herbstlichen Fenster und ist von außen wie von innen schön anzusehen.


Fingerpuppen

Benötigt werden:

Frisch gesammelte Kastanien sind innen noch weich. Daher können wir diese wunderbar aushöhlen, bis ein Finger in das Loch passt. Die helle Stelle soll ein Gesicht darstellen, das nach dem Aushöhlen mit Filzstiften bemalt wird. Das Braune werden die Haare. Mit Kleber können wir Moos/Blättern als tollen Haarschmuck anbringen oder auch ein Kleid daraus gestalten. Danach kann es mit dem Theaterspielen losgehen.

 

Blätterdruck

Benötigt werden:

Vorsichtig werden die Blätter mit Wasserfarbe eingestrichen und mit der bunten Seite auf ein Papier gelegt. Ein zweites Papier darüber macht das Darüber-Streichen mit den Händen einfacher. Auf diese Weise kann man Briefpapier, Karten und noch viel mehr gestalten.


Rubbelblätter

Benötigt werden:

Ein schönes Blatt liegt auf dem Tisch, ein Papier liegt darüber. Nun wird mit dem Wachsmalblock darüber gestrichen und im Handumdrehen erscheint das Blatt in einer schönen Farbe auf dem Papier. Dieses kann man als Briefpapier benutzen, doch sie können auch ausgeschnitten und zu Figuren zusammengesetzt werden (Vögel, Fisch, Blätterhähnchen).

 

Blätterfiguren

Benötigt werden:

Mit den verschiedenen Blattformen versuchen wir, auf dem Papier Figuren zu gestal­ten. Das können Menschen oder Tiere sein. Wenn sie richtig liegen, wird das Papier mit Kleber versehen und die Blätter werden vorsichtig aufgeklebt.


Anklicken für größeres BildBlätterkranz

Benötigt werden:

Zuerst wird aus diversen Strohresten ein kleiner Kranz gewunden und mit Blumen­draht zusammen gebunden. Danach werden viele Blätter kurz über den Stiel auf dünnen Messingdraht aufgefädelt. Wenn die Menge der Blätter so groß ist wie der dünne Strohkranz, kann man beginnen, den Blätter­kranz mit Messingdraht auf das Strohgebinde zu befestigen bis alles fest sitzt. Dieser Kranz ist jahrelang als herbstlicher Türschmuck nutzbar.

 

Bucheckernkranz

Benötigt werden:

Zuerst werden viele der Bucheckernhüllen an den Stielen aufgefädelt und zu einem kleinen Kranz zusammen gebunden. Der kann zum Beispiel als Serviettenring dienen oder als Christbaumschmuck genutzt werden.
Tipp: Auf die gleiche Weise kann man auch mit Eichel-Hüllen verfahren.

 

Schwimmkerzen

Benötigt werden:

Zunächst schmelzen wir die Kerzenreste ganz langsam ein. Die Walnuss-Schalen müssen innen völlig rückstandsfrei sein, damit der Docht hinein passt. Nun wird das heiße Wachs vorsichtig in die Schale, auf den Docht, gefüllt und auf das Wasser in einer Schüssel gestellt. Das Schwimmen der Kerzen sieht nicht nur wunderbar aus, sondern erhellt auch düstere Herbsttage.

 

Apfelkernkette

Benötigt werden

Aus den gesammelten Kernen nähen wir eine Kette. Damit es nicht so lange dauert, bis sie fertig ist, können wir auch Hagebutten oder Eicheln dazwischen nähen. In einem Papierdöschen auf Schafwolle gebettet, ist es ein schönes Geschenk.

 

Apfeldruck

Benötigt werden

Es gibt Äpfel, die so angefault sind, dass man sie nicht mehr essen kann. Sie sehen aber mit ihrem Kreismuster und ihren Apfelkernen aufgeschnitten trotzdem noch immer sehr schön aus.

Die Schnittfläche wird mit Farbe bestrichen und der Apfel vorsichtig auf das Papier gedrückt. Nun ist der Apfeldruck sichtbar.

Daraus können wir Karten oder Geschenkpapier gestalten.

Download:

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Arbeitsblätter:

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