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Durchblick 4+ – Von Drachen, Mäusen und Laternen ... – Ausgewählte Filme und Bilderbuchkinos

Bilderbuchkino:

5. 2. Martins Mantel

Von Erich Jooß mit Bildern von Renate Seelig, Gabriel Verlag Stuttgart 2006

Inhalt

Martin wird zu Beginn des 4. Jahrhunderts auf Wunsch seines Vaters Offizier und zieht mit seinen Reitern nach Gallien, um die Grenze zu bewachen. Dort hocken überall Bettler, unter denen sogar Kinder zu finden sind. Martin schenkt ihnen Münzen, lädt sie zum essen ein, lacht und singt mit ihnen.

Mitten im eisigen Winter trifft er auf einen fast nackten Bettler, der jämmerlich friert, steigt vom Pferd und teilt seinen Mantel mit ihm. Seine Untergebenen verstehen das nicht und sorgen sich darum, dass Martin selbst irgendwann kein Geld mehr haben werde, wenn er immer mit allen teilte.

In der Nacht träumt Martin plötzlich von dem Bettler und sieht ihn in einem hellen Licht sitzen. Daraufhin lässt er sich taufen und wird Christ. Als der Bischof der Stadt Tours krank wird und stirbt, wählt die christliche Gemeinde Martin zu seinem Nachfolger, doch der Auserwählte ist plötzlich verschwunden. Die Leute suchen nach ihm und finden ihn schließlich in seinem Versteck – einem Gänsestall. Das laute Geschnatter der Gänse verriet ihn. Und so wurde Martin der neue Bischof von Tours.

Das Buch und der Text in diesem Buch passen gut zusammen, sie laden darüber hinaus zum Nachspielen dieser Legende ein. Kinder lernen die Bekleidung dieser Zeit kennen, stellen fest, dass arme Menschen auch im strengen Winter keine warmen Schuhe trugen, erkennen die Einfachheit des gedeckten Tisches und die Andersartigkeit der Person Martin.

Trotz der Kälte der Winterfarben vermittelt Martins roter Umhang eine wohlige Wärme. In den ausdrucksstarken Bildern von Renate Seelig kann man Zuwendung, Kummer und gleichzeitig Freundlichkeit erkennen. Das zufriedene Lächeln von Martin und das entspannte, vorsichtig lächelnde Gesicht des Bettlers erfreuen die Leser und Betrachter.

Zur Autorin Renate Seelig (Illistrationen) und zum Autor Erich Jooß (Text)

Renate Seelig wurde am 29. Mai 1937 in Bielefeld geboren und studierte an der Kunsthochschule Hamburg das Fach Textilentwurf. Anfang der 1970er Jahre ent­deckte sie die Verlegerin Christa Spangenberg, für die sie ihr erstes Buch „Papperla­papp“ illustrierte. Nebenbei arbeitete sie noch als freie Mitarbeiterin in der Werbung. Erst als ihre eigenen Kinder aus dem Haus waren, arbeitete sie ausschließlich für Verlage und illustrierte Kinderbücher. Bekannt ist sie vor allem für die eindrucksvollen Illustrationen einiger Anthologien. Die Märchensammlung „Der fliegende Koffer“, bei Gerstenberg erschienen, war besonders erfolgreich. Auch „Es war einmal ein König“ sollte erwähnt werden, ebenso, dass sie etliche Weihnachtsbücher illustrierte.

Von Erich Jooß stammt der Text des Bilderbuches „Martins Mantel“. Im Hauptberuf ist er Geschäftsführer des Sankt Michaelbundes in München. Bei verschiedenen Kinder- und Jugendbuchverlagen schreibt er über Schöpfungsmythen und bearbeitet überlieferte Legenden.

 

Vorschläge zum Einsatz der Medien beim Sankt-Martins-Umzug
und beim Sankt-Martins-Markt

St. Martin Umzug

Oft können es die Kinder nicht erwarten, bis der Martinszug losgeht. Sie sind aufge­regt, wenn noch nicht alle da sind. Diese Zeit können wir nutzen und das Bilderbuch­kino „Juli und Sank Martin“ entweder mit dem Beamer an einer weiße Hauswand zu projizieren oder im Kindergarten, im Gemeindehaus oder im Rathaus vorzuführen. Auch das ist nicht alltäglich, sondern etwas ganz Besonderes, denn die Bilder leuch­ten ganz brillant in der Dunkelheit an der Hauswand oder auf der Leinwand und stimmen alle Zuschauer auf das Kommende ein.

Der Martinsmarkt

In immer mehr Gemeinden und kleinen Städten gibt es einen Martinsmarkt. Auch dort könnten Veranstaltungen mit den beiden Medien stattfinden. Eine Möglichkeit besteht darin, mitten auf dem Markt ein Zelt aufzubauen und Bilderbuchkino und Animationsfilm zu zeigen. Als Sitzgelegenheiten eignen sich Holzbänke oder Stroh­ballen. Auf der Leinwand an der Stirnseite können die Kinder nun die Bilder sehen und genießen. Als Eintrittskarte könnte es z.B. einen „Zauberapfel“ (vgl. Kapitel Spiele zum Herbst) geben. Diejenigen Kinder, deren Apfelhälften zusammenpassen, dürfen nebeneinander sitzen und die Eintrittskarte aufessen.

Die Kinder machen in der Regel bei der Vorführung einander auf viele Kleinigkeiten und Details aufmerksam. Nach dem Film können sie dann z.B. eine einfache Laterne basteln. Das Material liegt schon auf den Tischen. Es ist ein vertrautes Medium, mit dem sie selbstbestimmt umgehen können.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Medien in Räumen vorzuführen, die an den Marktplatz grenzen, z. B. in der Kirche, im Rathaus oder in der Schule.

 

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