
Durchblick 10+ – Hoppet – Petter Næss – S, N, D 2007 – 82 min.
Schweden, Norwegen, Deutschland 2007
Hoppet ist eine internationale Koproduktion von Schmidtz Katze Filmkollektiv, Berlin, Happy Zingo, Norsborg, und Cinenord, Oslo.
Hoppet wurde unter anderem mit den folgenden Preisen ausgezeichnet:
Internationales Kinderfilmfestival, Kristiansand 2007: Publikumspreis und Toya-Preis für den besten Film; 47. Internationales Kinder- und Jugendfilmfestival, Zlín 2007: Preis der Hauptjury und der Jugendjury für den besten Jugendfilm, Don Quijote-Preis der FICC-Jury; Giffoni Kinderfilmfestival 2007: CGS-Preis; 30. Internationales Kinderfilmfestival, Frankfurt 2007: Lucas-Preis, Don-Quijote-Preis der FICC-Jury; Internationales Filmfestival, Rimouski 2007: Preis für das beste Drehbuch; Internationales Kinderfilmfestival, Chicago 2007: Erster Preis der Erwachsenenjury; Nordische Filmtage, Lübeck 2007: Kinder- und Jugendfilmpreis der Nordischen Filminstitute
| Regie | Petter Næss |
| Drehbuch | Moni Nilsson-Brännström und Kurt Öberg, nach einer Idee von Rewas Kader |
| Kamera | Marius Johansen Hansen |
| Szenenbild | Maria Sohlman-Wikman |
| Kostüm | Cilla Rörby |
| Casting | Emma Hallin, Uwe Büncker |
| Schnitt | Inge-Lise Langfeldt |
| Ton | Richard Löthner, David Lindskog |
| Musik | Nils Petter Molvær, Nizamettin Ariç u. a. |
| Produzenten | Steffen Reuter, Patrick Knippel, Leander Carell (Schmidtz Katze Filmkollektiv, Berlin); Joachim Stridsberg, Lotta Nilsson (Happy Zingo, Norsborg); Tanya Nanette Badendyck, Silje Hopland Eik (Cinenord, Oslo) |
| FSK-Freigabe | ab 6 Jahren |
| Empfohlen | ab 10 Jahren |
Ali Ali (Azad), Ronas Gemici (Tigris), Peter Stormare, (Hot-Dog-Mann), Richard Jarl (Markus), Kajsa Bergqvist (als sie selbst), Dler Rasul (Alan, Vater), Shagul Tofik (Kajal, Mutter), Talar Hussein (Naza), Mariwan Tofik (Raman), Mehmet Aras (Hussein), Baran Hiwa Kader (Såma), Arman Amin (Dingo), Shada-Helin Sulhav (Tara), Per Fritzell (Bosse), Marie Göranzon („Pennerin“), Heinrich Schafmeister (deutscher Zollbeamter), Ia Langhammer (Sozialarbeiterin Kristina), Suzanna Dilber (Lehrerin), Dalia Salahaddin (Sara), Philipe Niklasson (Anton), Paiv Darbandi (Tigris, 8 Jahre), Ahmed Nadim (Azad, 6 Jahre) u. a.
Irgendwo im Mittleren Osten sehen der sechsjährige Azad und sein zwei Jahre älterer Bruder Tigris in einem Café im Fernsehen die schwedische Sportlerin Kajsa Bergqvist. Azad wünscht sich, auch einmal so gut springen zu können wie sie. Gemeinsam mit Tigris übt er von nun an in der Nähe des Heimatdorfes Hochsprung. Plötzlich tauchen wie aus dem Nichts Kampfjets auf und bombardieren das Dorf und die Anhöhe, auf der die Brüder gespielt haben. In Panik verstecken sich die beiden in einem Weidenkorb. Sie überleben unverletzt, aber Tigris hat durch den Schock seine Sprache verloren.
Sechs Jahre später, Azad feiert gerade seinen zwölften Geburtstag, stören bewaffnete Militärs das Familienfest. Für die Eltern ist es der letzte Auslöser für ihren Entschluss, das Land endlich zu verlassen, in dem sie sich ständig verfolgt und bedroht fühlen. Eine Schlepperbande kann zunächst nur Pässe für Azad und Tigris besorgen. So bleibt den Eltern nichts weiter übrig, als ihre Kinder vorab zu Onkel Kawa nach Frankfurt am Main zu schicken. Sie wollen dann so schnell wie möglich nachkommen. Doch für die Brüder ist die Reise bereits nach einer Zwischenlandung in Stockholm zu Ende, sie wurden von den Schleppern betrogen. In letzter Sekunde kommt Azad die Idee, sich und seinen Bruder als Söhne einer mitgereisten Flüchtlingsfamilie auszugeben, die bereits vier eigene Kinder hat. Raman und seine Frau Naza müssen gute Miene zum bösen Spiel machen, denn als Asylsuchende wollen sie nicht gleich unangenehm auffallen.
Der Alltag in der zugewiesenen Sozialwohnung und in der fremden Umgebung gestaltet sich für alle schwierig, zumal Ramans Familie noch keine Aufenthaltsgenehmigung erhalten hat. Es kommt häufig zu Spannungen und Streitereien, Azad fühlt sich mit seinem Bruder obendrein ausgenutzt und von den eigenen Eltern, die auch telefonisch nicht erreichbar sind, im Stich gelassen. Seinen einzigen Trost findet er in der gleichaltrigen Såma, Ramans hübscher Tochter, und in einem Hot-Dog-Verkäufer vor der Schule, der ihm zum väterlichen Ratgeber wird. Als Azad in Erfahrung bringt, dass die Schulsportmannschaft im Hochsprung zu einem Wettkampf nach Berlin eingeladen wurde, was für ihn eine reale Chance auf ein mögliches Wiedersehen mit den Eltern ist, setzt er alles daran, sein Können im Springen unter Beweis zu stellen. In Markus, dem Sohn des Trainers, findet er schließlich einen echten Freund, der ihm hilft, in die Mannschaft aufgenommen zu werden. Es gibt nur noch ein schier unlösbares Problem: Wie sollen er und Tigris, den Azad trotz einiger Meinungsverschiedenheiten unter keinen Umständen alleine in Stockholm zurücklassen möchte, ohne Pässe nach Deutschland kommen?
„Petter Næss hat auf den ersten Blick eine Menge Stoff in seinen Film gepackt, von der engen Beziehung zweier Brüder und der Sportlerkarriere des einen bis zur Kurdenproblematik inklusive politischer Verfolgung, Flucht und den menschlichen Schicksalen von Migranten zwischen Illegalität und Integration. Dabei bezieht der Film eindeutig Stellung gegen jede Form von Intoleranz, gegen Vorurteile und den rein verwaltungstechnischen Umgang mit Menschen, die fern ihrer Heimat eine neue Existenz aufbauen.“
Kinder- und Jugendfilm Korrespondenz 112-4/2007
„Hoppet handelt von der Zuversicht und der Hoffnung auf bessere Zeiten und davon, seine Träume nie aufzugeben. Ein Film, der die dramatische Situation der Flüchtlingskinder in den Mittelpunkt stellt, wofür er auf den wichtigsten Kinderfilmfestivals bedeutende Preise erhalten hat. Aber das engagierte Thema darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Drehbuch an vielen Stellen unausgegoren und unglaubwürdig ist.“
epd Film 12/2007
„Es sind ziemlich viele Themen, die Petter Næss in seinen Film packt. Dass das Ganze nicht ausfranst, verdankt er zum einen seinem hervorragenden Drehbuch, das jede Melodramatisierung und gefühlige Auswalzung meidet und das pointiert und knapp Konflikte und Figuren zu charakterisieren versteht, ohne sich zu verzetteln. Zum anderen profitiert der Film von hervorragenden Darstellern, die selbst kleine Rollen lebhaft und eindrücklich gestalten, wie etwa der wunderbare Peter Stormare als schrulliger Hot-Dog-Verkäufer. Die Inszenierung ist trotz der Fülle der Erzählung elegant und flüssig, findet bei aller Spannung immer wieder Zeit für poetische Bilder, die Azads kindlich-neugierige Wahrnehmung seiner Umgebung sinnlich vermitteln. Ein rundum gelungenes, eindringliches Drama, das nicht nur junge Zuschauer zum Mitfiebern und Nachdenken anregen dürfte.“
film-dienst 24/2007
Interview mit Petter Næss von Holger Twele:
www.kinofenster.de/filmeundthemen/ausgaben/kf0712/petter_naess_0712/
„Hoppet“ bei Kinofenster.de von Stefan Stiletto:
www.kinofenster.de/filmeundthemen/ausgaben/kf0712/hoppet_film/
Hanisauland: Egons Filmpalast:
www.hanisauland.de/filmtipps/filmdetails/hoppet.html
Vision Kino-Filmtipp von Holger Twele:
www.visionkino.de/...hoppet
Filmheft des JugendKulturService Berlin und Vision Kino:
www.visionkino.de/WebObjects/VisionKino.woa/media/2258
Materialien zum Film vom „Filmernst“:
www.kinderfilmfest-hamburg.de/kifi/de/Hoppet_Begleitmaterialien.pdf
Lehrerinformationen des DIF zum LUCAS 2007
www.deutsches-filminstitut.de/lucas/2007/pdf/Lucas2007_Hoppet.pdf
Weitere Weblinks zum Film:
www.filmz.de/film_2007/hoppet/