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Durchblick 10+ – Hoppet – Petter Næss – S, N, D 2007 – 82 min.

5. Die Figuren und ihre Charakterisierung

 

Charakterisierung der Persönlichkeiten / Vergleiche mit eigenen Erfahrungen im Rahmen der Fächer Deutsch, Sozialkunde / Gemeinschaftskunde, Geografie sowie Religion / Ethik / Lebenskunde

Die Figuren des Films, ihre persönlichen Eigenschaften, vor allem auch ihre Stärken und Schwächen, ihr Umgang miteinander (Ausgrenzung und Integration) sowie ihre Gefühle in Bezug auf den Verlust der Heimat und der Begegnung mit der Fremde lassen sich im Unterricht sehr gut herausarbeiten. Gerade in Klassen, bei denen einige der Schülerinnen und Schüler einen direkten persönlichen Migrationshintergrund aufweisen (unabhängig davon, ob es sich um politische Flüchtlinge oder andere Formen und Ursachen der Migration handelt), lassen sich persönliche Erlebnisse und Facetten mit den Wahrnehmungen der Personen im Film und den darin geschilderten Ereignissen in Beziehung setzen.

In der zunächst noch fremden Umgebung fällt den Kommunikationsformen der Hauptfiguren und insbesondere der Sprache ein besonderes Gewicht zu, sind sie doch entscheidend für den Lernprozess, das gegenseitige Verständnis, die eigene Artikulationsfähigkeit (und Vermittlungsfähigkeit von Gefühlen) und insgesamt für den Grad der späteren Integration. Im Film werden die Sprachprobleme zwar immer wieder angedeutet, werden durch die deutsche Synchronisation an einigen Stellen aber auch verwischt (siehe Arbeitsblatt 03).

 

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Der zwölfjährige Azad steht im Mittelpunkt des Films. Aus seiner Perspektive vor allem ist der Film erzählt, er kommentiert zusätzlich aus dem Off viele seiner Erlebnisse und Empfindungen in Bezug auf die unerwartete Abreise ohne die Eltern und das Leben in der Fremde. Azad möchte später einmal im Hochsprung genauso gut werden wie die schwedische Sportlerin Kajsa Bergqvist, die er sich zum Vorbild genommen hat. Der aufgeweckte kurdische Junge, der seine neue Umgebung ausgiebig erkundet und sofort nach neuen Freunden Ausschau hält, ist aber nicht nur im Turnen besser als die anderen. Er findet sich in Stockholm besser und schneller als Raman und seine Familie zurecht und kann sich auch weitaus früher in der schwedischen Landessprache ausdrücken.

 

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Tigris ist zwei Jahre älter als sein Bruder Azad. Er würde alles für ihn tun und glaubt felsenfest an sein Talent als Hochspringer. Durch einen Schock nach einem Bombenangriff verliert er als Achtjähriger die Sprache, was ihn in seiner Entwicklung insgesamt zurückwirft und ihn in den Augen anderer fälschlicherweise manchmal etwas dumm erscheinen lässt. Da er seine Gefühle nur nonverbal ausdrücken kann, wirkt er besonders impulsiv. Darüber hinaus lernt er die (schwedische) Sprache nur passiv, nicht durch eigene Artikulation.

 

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Die Eltern von Azad und Tigris
Alan und Kajal sind die Eltern der Brüder. Der Vater arbeitet als Schriftsteller und wird vom Militärregime seines Heimatlandes offenbar wegen seiner kritischen Äußerungen und des Eintretens für die freie Meinungsäußerung verfolgt. Die Mutter träumt von einer besseren Welt und ist vor allem für den Haushalt zuständig. Der ständigen Repressalien wegen plant die Familie eine Flucht nach Deutschland, wo Onkel Kawa, der im Film nur auf einem Foto zu sehen ist, bereits seit mehreren Jahren in Frankfurt am Main lebt.

 

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Der im Vergleich zu Azads Vater schon etwas ältere Hot-Dog-Mann stammt offensichtlich auch aus der Heimat der Brüder. Er verkauft Würstchen vor Azads Schule und lebt in einem kleinen Wohnwagen. Der geheimnisvolle Mann wird zum väterlichen Freund und Mentor von Azad und tröstet ihn über schwierige Zeiten hinweg. Er hilft auch einer etwa gleichaltrigen schwedischen Frau, die einst mit ihrer Familie brach und dem Alkohol verfallen ist.

 

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Azad ist in die gleichaltrige Såma (sprich: Soma) verliebt, die ältere Tochter von Raman und Naza. Sie hält auch bei familiären Auseinandersetzungen zu Azad, bezieht dabei bei Bedarf sogar deutliche Position gegenüber ihren Eltern und ihren drei Geschwistern Hussein (13), Dingo (11) und Tara (10). Såma möchte auf keinen Fall in ihre alte Heimat zurück, weil dort Krieg herrscht. Sie überzeugt deshalb Azad und seinen Bruder, die Polizei nicht einzuschalten.

 

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Raman und Naza (im Bild mit der schwedischen Sozialarbeiterin) sind zusammen mit ihren vier Kindern nach Schweden ausgewandert und hoffen, eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Weil sie in derselben Maschine wie Azad und Tigris nach Stockholm sitzen, werden sie unfreiwillig zu Rettern der beiden Jungen und zu ihrer „Ersatzfamilie“, nützen diese aber auch schamlos aus. Raman und besonders die zänkische Naza verhalten sich nicht zuletzt ihrer starken Zukunftsängste wegen oft unfair gegenüber den Brüdern. Die fremde Sprache und die ungewohnten Lebensumstände fallen ihnen nicht leicht.

 

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Markus (rechts im Bild mit Anton)
Der dunkelhäutige Junge mit dem Wuschelkopf im Afrolook ist der Sohn von Bosse, einem gutmütigen Sportlehrer, der die Mannschaft trainiert, auf den Leichtathletikwettkampf in Berlin vorbereitet und nach anfänglichem Zögern auch Azad und seinem Bruder hilft. Die Mutter von Markus, eine Schwarze, lebt in Malmö und taucht im Film nicht auf. Markus kann ebenfalls gut hochspringen und wird neben Anton, der zugunsten von Azad auf die Reise nach Berlin verzichtet, bald zum besten Freund von Azad.

 

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Weil Azad von Raman gegenüber der Einwanderungsbehörde als Neunjähriger ausgegeben wird, kommt er in eine Klasse mit viel jüngeren Kindern. Er sitzt zunächst neben Sara, deren Vater im Heimatland gefoltert worden ist und deren Familie als politische Flüchtlinge seit einem Jahr in Stockholm leben. Sara nimmt das Schicksal ihres Vaters sehr ernst und möchte nicht mehr neben Azad sitzen, da sie glaubt, er hätte sie über seinen Vater belogen.

 

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Die 1976 geborene schwedische Spitzensportlerin Kajsa Margareta Bergqvist spielt im Film sich selbst. Sie gewann in ihrer Disziplin Hochsprung unter anderem eine olympische Bronzemedaille in Sydney 2000 und den Weltmeistertitel in Helsinki 2005. Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2001 in Edmonton gewann sie wie zwei Jahre zuvor in Sydney eine Bronzemedaille. Ihre persönliche Bestleistung im Hochsprung beträgt 2,06 m, erzielt am 26. Juli 2003 in Eberstadt. Kajsa ist das große Vorbild von Azad.

 

Fragestellungen zu den Figuren des Films

 

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