
Durchblick 10+ – Hoppet – Petter Næss – S, N, D 2007 – 82 min.
Erarbeitung der Inhalte im Rahmen der Fächer Deutsch, Geschichte, Geografie, Sozialkunde / Gemeinschaftskunde oder Religion / Ethik / Lebenskunde, Sport
a) Extras Filmausschnitte:
Diese Filmausschnitte werden im Menü der Videoebene in den drei Varianten „Nur Bild“, „Nur Ton“ und „Bild und Ton“ angeboten. Auf diese Weise lässt sich besonders gut herausarbeiten, dass das Filmerlebnis untrennbar aus Bild und Ton (Musik und Geräusche) zusammen besteht. Durch die Reduktion auf nur eine der beiden Ebenen fallen wesentliche Informationen zum inhaltlichen und emotionalen Verständnis des Films weg. Andererseits lassen sich mit Hilfe einer solchen künstlichen Reduktion aber auch einige inhaltliche, formale und ästhetische Aspekte des Films besonders gut herausarbeiten, beispielsweise die Form der Synchronisation eines im Original mehrsprachigen Films, die Sprache der Figuren (einschließlich Körpersprache) oder die emotionale Bedeutung von Musik.
b) Arbeitsblätter:
c) Der ganze Film in 90 Screenshots
Die Screenshots aus dem Film in der Bildergalerie können für die Schülerinnen und Schüler hilfreich sein, um sich an bestimmte Szenen zu erinnern und die damit verbundenen Aspekte und Gefühle noch einmal vertiefend zu reflektieren. Die Bildergalerie auf der Videoebene kann dabei so eingesetzt werden, dass die Fotos (ggf. Auswahl) einzeln mit dem Beamer auf die Wand projiziert werden und die Schülerinnen und Schüler dazu die Geschichte erzählen, die zu diesem Bild gehört.
Der norwegische Regisseur Petter Næss erzählt in Hoppet eine überwiegend in Schweden spielende Geschichte über zwei Brüder, die ohne eigenen Antrieb von einem Augenblick auf den anderen aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen werden und sich wenige Tage später in einem fernen, unbekannten – und noch dazu von der Jahreszeit her kalten Land – wieder finden, in dem sie ohne die Eltern zurechtkommen müssen. Anhand dieses individuellen Schicksals lässt sich im Unterricht exemplarisch sehr gut das zeitlose und zugleich aktuelle Thema Migration aufgreifen und mit eigenen Erlebnissen von Schülerinnen und Schülern ergänzen, die in ihrer Familie einen Migrationshintergrund aufweisen.
Als möglicher Einstieg (siehe auch die letzten drei Absätze dieses Kapitels) in den Film bieten sich – nach der Sammlung von ersten Eindrücken und Stellungnahmen der Schülerinnen und Schüler zu ihren Gefühlen aufgrund des Films – wahlweise drei Vorüberlegungen an:
Die den Film und seine Wahrnehmung bestimmende Frage nach der Erzählperspektive führt zu zwei weiteren Überlegungen:
Auf die Geschichte rückbezogen heißt das, man muss bereit sein, sich auf die Perspektive von Azad (als Off-Erzähler und durch die Kamera) sowie in Ansätzen auch die von Tigris einzulassen. Es ist ihre (durch den Regisseur vermittelte) persönliche Wahrnehmung, die sich nicht nach rein äußerlichen Gesetzmäßigkeiten beurteilen lässt. Das individuelle Migrantenschicksal weist dennoch eine Reihe von verallgemeinerbaren Anknüpfungspunkten auf:
Auch wenn das Thema Migration im Mittelpunkt der inhaltlichen Auseinandersetzung steht, bedeutet das nicht, der Film würde nur in diesem Bereich Anknüpfungspunkte für den Unterricht bieten. Um in der Klasse mögliche Vorbehalte gegen das vielleicht zu abstrakt oder bereits abgegriffen klingende Schlagwort zu zerstreuen, lassen sich – gerade im fächerübergreifenden Unterricht – auch noch ganz andere Zugänge zum Film finden. Besonders gut bieten sich an die Bereiche Freundschaft und Solidarität (Szene: Mutproben; AB: Mutproben), das Verhältnis von Traum und Realität beziehungsweise das Prinzip Hoffnung (Szene: Fragen und Antworten; AB: Hoffnung) und der Sport (AB: Hochsprung).
Selten genug, dass ein Spielfilm im Rahmen des Sportunterrichts geeignet ist, lassen sich anhand von Hoppet (Der Sprung!) und Azads Begabung im Hochsprung beispielsweise die Vorteile der sportlichen Betätigung herausarbeiten, aber auch Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Einzel- und Mannschaftssportarten (Stichwort Teamgeist), die Chancen und Grenzen des Hochleistungssports, die persönlichen Motivationen für die Wahl einer bestimmten Sportart (Leistung, das Messen mit anderen, Freude, Spaß, körperliche Grenzerfahrungen usw.) und nicht zuletzt auch Rollenstereotype (gibt es typisch männliche und typisch weibliche Sportarten?)
Spätestens an dieser Stelle wird durch die Figur von Azad, der durch die Wahl seiner Sportart zusammen mit Tigris in der Heimat zum Außenseiter wurde, eine Rückführung des Gesprächs zum Film möglich. Anhand der Rollenbilder (vergleiche hierzu auch die im Film mehrfach angedeutete Arbeitsteilung zwischen Alan und Kajal sowie zwischen Raman und Naza) lassen sich auch andere Klischees und Vorurteile hinterfragen, die zumindest teilweise im Film thematisiert werden (AB: Vorurteile).