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Bundesverband Jugend und Film e.V. - DVD-Edition - Durchblick Filme - www.durchblick-filme.de

Durchblick 12+ – Knowledge is the Beginning – P. Smaczny – D 2006 – 115 min.

1.2 Einsatzmöglichkeiten im Schulunterricht

Von Birgit Neugebauer

Verortung in Bildungsplänen am Beispiel von Baden-Württemberg

In seinem Vorwort zum Bildungsplan Baden-Württembergs aus dem Jahr 2004 führt Hartmut von Hentig aus, dass die „von den Schülerinnen und Schülern zu erreichenden Ziele“ (S.12) sich auf die Bereiche der Einstellungen, Fähigkeiten und Kenntnisse beziehen. „Die erstrebten, von der Schule zu fördernden Einstellungen umfassen Haltungen, Bereitschaften, Hemmungen, Gewohnheiten, Überzeugungen, Gewissheiten und Zweifel; sie werden gestützt und erhellt durch Vorstellungen – vom Menschen, von der Gemeinschaft, von Lebensaufgaben und Lebenssinn, von Befriedigung und Glück, von Frieden und Gerechtigkeit, von Schuld und Vergebung, von Geschichtlichkeit und Natur, von Gesundheit, Schönheit, Endlichkeit, Schicksal, von Gott.“ (ebd.) Von Hentig räumt ein, dass solche Einstellungen „nur sehr begrenzt lehrbar“ seien und „nicht auf bestimmte Veranstaltungen, zum Beispiel Unterrichtsfächer, der Schule“ beschränkt werden könnten und nicht abprüfbar seien. Jedoch seien sie darum „einer systematischen Pflege, Übung, Bewusstmachung keineswegs entzogen“.

Er stellt zehn „prägende Erfahrungen“ zusammen, welche die Schule Schülerinnen und Schülern geben sollte.

  1. Schülerinnen und Schüler gewinnen Lebenszuversicht, überwinden mitgebrachte Ängste, haben Freude am Lernen, an trial and error; sie entfalten ihre Neugier und lenken sie in befriedigende Bahnen, erwerben die Bereitschaft, immer weiter zu lernen.
  2. Schülerinnen und Schüler gewinnen nicht weniger Freude am Bewahren und Schützen gefährdeter Güter der Natur, des Kleinen, Schwächeren, Verletzlichen, der vorgefundenen guten Ordnung, der ihnen selbst gewährten Freundlichkeit, Sicherheit und Rechte.
  3. Schülerinnen und Schüler erfreuen sich der Verlässlichkeit anderer und bringen diese darum selber auf; sie übernehmen ihren Part in der arbeitsteiligen Welt; sie verbinden damit die Befriedigung, gebraucht zu werden; ihre Leistungsbereitschaft steigert sich mit der Wahrnehmung guter Leistung.
  4. Schülerinnen und Schüler entwickeln erst ein Gefühl, dann eine Pflicht für die Gestaltung und Verbesserung der gemeinsamen Lebensverhältnisse, für deren Voraussetzungen und Ziele; sie wollen nun aktiv am Leben erst der kleineren, dann der großen Gemeinschaft teilnehmen; sie stellen sich der Verantwortung für ihr Handeln.
  5. Schülerinnen und Schüler lernen, dass sie dazu Überzeugungen, Wertvorstellungen, Maßstäbe brauchen, dass ihnen zusteht, Kritik zu üben, und dass sie Konflikte wagen müssen; sie entwickeln Gelassenheit und Leidenschaft im öffentlichen Streit; sie erfahren, dass es lohnt, „durchzuhalten“ – sie lernen, wann es gut ist, nachzugeben; sie erkennen die der Demokratie zugrunde liegenden schwierigen, aber heilsamen Prinzipien; sie erkennen die Not von Randgruppen, beziehen sie ein, geben ihnen Hilfe.
  6. Schülerinnen und Schüler lernen, der Gewalt zu entsagen – der physischen wie der psychischen; sie nehmen die friedens- und sicherheitsgebende Funktion des Rechtes und des staatlichen Gewaltmonopols wahr; sie erfahren die Notwendigkeit und außerordentliche Wirksamkeit der Zivilcourage – oder die Scham darüber, dass sie sie nicht aufgebracht haben.
  7. Schülerinnen und Schüler gewinnen ein klares Verhältnis zum eigenen und zum anderen Geschlecht, zu den biologischen und seelischen Funktionen der Geschlechtlichkeit, zu Freundschaft und Familie, zu den Lebensphasen, zu den Alten und deren Eigenarten, zu den ganz Jungen, die sie selbst eben noch waren; sie lernen den Unterschied zwischen privatem und öffentlichem Leben und wie man das erstere abschirmt; sie erfahren ihre „Identität“, indem sie sich entscheiden; sie erfahren auch, dass die Stärke ihrer Entscheidung in der Wahrhaftigkeit der Begründung liegt: Ohne sie ist Ich-Stärke eher eine Schwäche.
  8. Schülerinnen und Schüler lernen genießen: Ruhe, Bewegung, Spiel, Schönheit, Natur, Kunst; sie lernen, wie man Genuss dosiert und verfeinert.
  9. Schülerinnen und Schüler weiten ihren Blick über die Nachbarschaft, die Stadt, die Republik hinaus zu Nachbarländern, zu Europa, zur Welt – sie gewinnen mit der weltbürgerlichen Freiheit einen Sinn für die Besonderheit ihres eigenen Volkes, ihrer eigenen Sprache, ihres eigenen Landes.
  10. Schülerinnen und Schüler lernen, sich „letzten Fragen“ zu öffnen – sie entscheiden sich zwischen Aufklärung und Glaube oder für eine Verbindung von beidem.

Einstellungen gibt es nicht „absolut“. Sie sind immer von Fähigkeiten abhängig und mit Sachverständnis verbunden, wenn sie wirksam sein sollen. Sie dürfen diesen aber nicht nachgestellt oder geopfert werden, nur weil sie sich nicht in gleicher Weise „operationalisieren“ lassen. Sie stehen darum hier an erster Stelle.

Für diese Ziele kann der Film „Knowledge is the Beginning“ einen wichtigen Beitrag leisten. Er eignet sich hervorragend für themenbezogene Projekttage und fächerübergreifendes Arbeiten, aber selbstverständlich auch für eine Behandlung im jeweiligen Fachunterricht.

 

Anbindungen an den Bildungsplan finden sich für die Fächer

Der Film kann ab Klasse 8 im Unterricht eingesetzt werden, vorzugsweise allerdings ab Klasse 9/10.

Exemplarisch sei verwiesen auf die relevanten Standards des Bildungsplanes 2004 für das Allgemeinbildende Gymnasium (Baden-Württemberg).

Evangelische Religionslehre

Klasse 8

Klasse 10

Kursstufe

Katholische Religionslehre

Klasse 8

Klasse 10

Kursstufe

Ethik

Klasse 8

Klasse 10

Kursstufe

Deutsch

Klasse 10

Kursstufe

Geschichte

Kursstufe

Gemeinschaftskunde

Klasse 10

Kursstufe (2-stündig)

Kursstufe (4-stündig)

Musik

Klasse 10

Kursstufe

 

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