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Bundesverband Jugend und Film e.V. - DVD-Edition - Durchblick Filme - www.durchblick-filme.de

Durchblick 12+ – Knowledge is the Beginning – P. Smaczny – D 2006 – 115 min.

6.7 Infobogen: Gedenkstätte Buchenwald

„Der Tag würde kommen, relativ bald, an dem es keine Überlebenden von Buchenwald mehr gäbe. Es würde kein unmittelbares Gedächtnis von Buchenwald mehr geben: niemand mehr könnte mit Wörtern der körperlichen Erinnerung sprechen, nicht nur mit den Worten einer theoretischen Rekonstruktion sagen, wie der Hunger, der Schlaf, die Angst gewesen war, die gleißende Gegenwart des absoluten Bösen - in dem Maß absolut, wie es in jedem von uns nistet, als mögliche Freiheit.“ Jorge Semprún, 1994.

Die Gedenkstätte Buchenwald ist heute ein Ort der historischen Aufklärung, der internationalen Begegnung und der Arbeit an Versöhnung. Die Geschichte, die sich an diesem Ort verkörpert, fordert dazu auf, die Unselbstverständlichkeit des Guten zu erkennen. Freiheit, Gerechtigkeit, Toleranz und Menschenwürde sind nur dann wirklich, wenn Menschen sich für diese Werte einsetzen und Verantwortung für ihre Verwirklichung übernehmen. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte Buchenwalds hilft, dem innezuwerden und danach zu handeln.

 

Zur Geschichte:

1937 - 1943

Im Juli 1937 lässt die SS auf dem Ettersberg bei Weimar den Wald roden und errichtet ein neues KZ. Mit dem Lager sollen politische Gegner bekämpft, Juden und Sinti und Roma verfolgt und „Gemeinschaftsfremde“, unter ihnen Homosexuelle, Wohnungslose, Zeugen Jehovas und Vorbestrafte, dauerhaft aus dem deutschen „Volkskörper“ ausgeschlossen werden. Schon bald wird Buchenwald zum Synonym für das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Nach Kriegsbeginn werden Menschen aus ganz Europa nach Buchenwald verschleppt. Im KZ auf dem Ettersberg und seinen 136 Außenlagern sind insgesamt über 250.000 Menschen inhaftiert. Die SS zwingt sie zur Arbeit für die deutsche Rüstungsindustrie.

 

1944 - 1945

Am Ende des Krieges ist Buchenwald das größte KZ im Deutschen Reich. Über 56.000 Menschen sterben an Folter, medizinischen Experimenten und Auszehrung. In einer eigens errichteten Tötungsanlage werden über 8.000 sowjetische Kriegsgefangene erschossen. Widerstandskämpfer bilden im Lager eine Untergrundorganisation, um das Wüten der SS nach besten Kräften einzudämmen. Gleichwohl wird das „Kleine Lager“ zur Hölle von Buchenwald. Noch kurz vor der Befreiung sterben Tausende der entkräfteten Häftlinge.
Als die Amerikaner im April 1945 Buchenwald und seine Außenlager erreicht haben, schreibt Dwight D. Eisenhower, der Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte: „Nichts hat mich je so erschüttert wie dieser Anblick.“

 

1945 - 1950

Im August 1945 funktioniert die sowjetische Besatzungsmacht das Hauptlager des ehemaligen KZ in eines ihrer Speziallager um. Es werden in ihm vorrangig lokale Funktionsträger der NSDAP, aber auch Jugendliche und Denunzierte interniert. Jeglicher Kontakt nach außen wird unterbunden, ein auch nur im Ansatz rechtsförmiges Verfahren findet nicht statt. Von den 28.000 Insassen sterben vor allem im Winter 1946/47 über 7.000 an den Folgen von Hungerkrankheiten. Im Februar 1950, kurz nach der Gründung der DDR, wird das Lager von den Sowjets aufgelöst.

 

1950 - 1990

Bei den Massengräbern des KZ am Südhang des Ettersberges errichtet die DDR 1958 ein weithin sichtbares KZ-Denkmal. Seine Monumentalität soll zwar auch das Ausmaß der Buchenwalder Verbrechen widerspiegeln, doch der DDR dient es vorrangig als Nationaldenkmal. ?Im Zentrum stehen die deutschen kommunistischen Widerstandskämpfer. Mit ihrer Geschichte soll der Führungsanspruch der SED in der DDR legitimiert werden. Die „Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald“ wird mit Ausstellungen, Archiv und Bibliothek zur größten deutschen KZ-Gedenkstätte ausgebaut.

 

seit 1990

Nach dem Ende der DDR wird die Gedenkstätte neu konzipiert und für die Erinnerung an das Schicksal weiterer Opfergruppen geöffnet: Denkmäler, Gedenksteine und wieder freigelegte Bereiche des Lagergeländes weisen auf das Schicksal von Juden, Sinti und Roma sowie anderer Häftlinge hin. Zugleich entstehen neue Dauerausstellungen zur Geschichte des KZ, zum sowjetischen Speziallager und zur Gedenkstättengeschichte. Zuletzt schärfen Sonderausstellungen wie „Topf & Söhne“ über die Erbauer der Verbrennungsöfen und der Gedenkweg Buchenwald-Bahn den Blick für die Einbettung des KZ Buchenwald in die NS-Gesellschaft.

 

Quelle: www.buchenwald.de

 

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