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Durchblick 6+ – Knut und seine Freunde – M. Johnson – D 2008 – 90 min.

10. Methodische Anregungen zur Erarbeitung von Medienkompetenz

Dass Medienkompetenz zu den Kulturtechniken gehört, die in Europa jeder beherrschen sollte, ist mittlerweile allgemein anerkannt. In den Schulen ist die Nutzung von Medientechnik im Unterricht Alltäglichkeit. Eine gewisse Scheu allerdings herrscht immer noch gegenüber der Medienanalyse vor. Mit den ständigen technischen Veränderungen von Webseiten beispielsweise kennen sich Schüler und Schülerinnen oft besser aus als Lehrerinnen und Lehrer.

Der Film Knut und seine Freunde und die auf dieser DVD vorliegenden Möglichkeiten der Verlinkung ins Internet bieten vielfältige Möglichkeiten, mehr Medienkompetenz zu erarbeiten und im Unterricht das Thema „Dokumentarfilm“ schon mit jüngeren Schülerinnen und Schülern anschaulich und ansprechend zu behandeln.

Die Machart eines Filmes, seine Gestaltung, Form und Ästhetik, bestimmt den Eindruck, den er beim Zuschauer hinterlässt. Der Film ist in dieser Hinsicht das am weitesten entwickelte Medium, denn er verbindet Bilder, Töne, eine Geschichte (auch wenn sie aus Sachinformationen besteht) und einen Gesamtrhythmus durch seine Dramaturgie. Viele Gestaltungsmittel und Stilelemente, die Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Literatur und Theater, Kunst oder Musik kennen lernen, lassen sich auf einen Film übertragen und dabei miteinander verknüpfen. Noch gibt es für die dabei zu leistende Vorgehensweise kein Curriculum, so dass ein Film in der Regel sehr viel ungenauer als ein Gedicht betrachtet wird, trotzdem mehren sich methodische und didaktische Vorgehensweisen zur Analyse von Filmen und seiner Machart.

Folgende Fragen zu einem Film lassen sich zu Knut und seine Freunde schon in unteren Jahrgangsstufen zur Machart stellen:

Auch die inhaltliche Seite sollte im Rahmen von Medienkompetenz unbedingt zur Sprache kommen. Dabei geht es um Symbole und Verfremdungen, um fiktive Elemente, die Art der Erzählung und des Aufbaus der Handlung, und ähnliche damit verbundene Aspekte.

Folgende Fragen zu einem Film lassen sich hierzu stellen:

Für die Gestaltung und den Handlungsablauf spielt die technische Machart eine wichtige Rolle. Alle Gestaltungsmittel des Filmes verfolgen bestimmte Ziele und wirken auf den Zuschauer unterschiedlich. Besonders auffällig in diesem Film sind die Parallelmontagen. Am Beispiel des Filmes können sie deshalb gut erkannt und verstanden werden.

Fragestellungen hierzu könnten beispielsweise sein:

Alle diese Fragen können zum einen als Aufgaben verteilt werden, bevor der Film gezeigt wird, so dass die Schülerinnen und Schüler bereits beim Sehen Antworten finden können. Zum anderen können solche Fragen natürlich auch nach dem Sehen gestellt werden, in Gruppenarbeit erarbeitet werden, durch wiederholtes Ansehen bestimmter Kapitel verstanden und beantwortet werden, so dass im Plenum der Klasse mit der Zeit ein umfassenderes Bild davon entsteht, was ein Dokumentarfilm leisten sollte, was dieser unter solchen Gesichtspunkten leistet und welche eigenen Ideen die Schülerinnen und Schüler zu einem Dokumentarfilm über Bären haben.

In der Liste „Medien- und Linktipps“ findet sich ein Hinweis auf zwei weitere Filme. Der Bär von Jean-Jacques Annaud ist ein inszenierter Tierfilm: aus ausgewählten Tieraufnahmen wurde eine fiktive Geschichte zusammengestellt, die den Ausgangspunkt für den Film bildet. Trotz vieler Dokumentaraufnahmen ist hier kein Dokumentarfilm entstanden. Der weiße Planet ist ein Dokumentarfilm über die Arktis und ihre Bewohner. Beide Filme könnten in ihrer Gestaltung gut mit Knut und seine Freunde verglichen werden.

Zu diesem Komplex bietet es sich an, eines der Kapitel auszuwählen und sich die Parallelmontage in diesem Ausschnitt genauer anzusehen.


Ein ganz anderer Aspekt von Knut und seine Freunde ist der Medienrummel um Knut, ein von Menschen erzeugter Rummel, mit dem Ziel, Aufmerksamkeit zu erregen. Nach der Geburt des Eisbärenbabys „Flocke“ im Nürnberger Zoo hat sich diese Art von Medienpräsenz teilweise wiederholt und ist auf zahllosen Internetseiten weiterhin nachzuvollziehen. Die Rolle der Medien wird im Film in einer kurzen Sequenz thematisiert und sollte im Unterricht aufgegriffen werden. Auch eine Recherche der Berichterstattung über den Braunbären „Bruno“, der nach Bayern eingewandert war, bietet sich für ältere Schülerinnen und Schüler an. Im Internet können sie über Suchmaschinen viele informative Seiten und Diskussionsbeiträge sehr einfach finden.

Die Fragen, die sich – je nach Alter – Schülerinnen und Schüler hier stellen sollten, sind:

Die Sequenz, in der Knut zum Medienstar wird, sollte in diesem Zusammenhang mehrfach vorgeführt werden, damit die Kinder die verschiedenen Elemente des Medienrummels in Ruhe wahrnehmen und erarbeiten können.

 

Ein letzter Aspekt bei der Arbeit mit der DVD ist die Arbeit am Computer für Recherchen und die Nutzung von Verknüpfungen im Internet zum Thema durch die Schüler selbst.

 

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