Bundesverband Jugend und Film e.V. - DVD-Edition - Durchblick Filme - www.durchblick-filme.de

Durchblick 6+ – Knut und seine Freunde – M. Johnson – D 2008 – 90 min.

6. Anregungen für das Fach Natur-Wissenschaften / Biologie

Zentrales Thema des Dokumentarfilmes sind Lebensbedingungen und Entwicklungsphasen junger Bären. Da bietet es sich natürlich an, den Film im Rahmen des Biologie- bzw. naturwissenschaftlichen Unterrichts einzusetzen und die im Film gegebenen Sach-Informationen – die dargestellten Lebensumstände der drei vorgestellten „Bärenfamilien“ – in diesem Zusammenhang zu reflektieren, zu ergänzen und zu vertiefen.

Im Unterricht kann das Arbeitsblatt 2 für die Bearbeitung des Braunbären und das Arbeitsblatt 3 für die Erarbeitung des Eisbären hinzugezogen werden.

Einen Überblick über die Großbären bietet der folgende Text. Mit Hilfe von Arbeitsblatt 5 erhalten die Schülerinnen und Schüler außerdem einen Überblick über ihre Lebensräume.

 

Allgemeine Informationen über Bären

Eisbären und Braunbären gehören zur Familie der „Großbären“. Die Familie der Großbären wird von Wissenschaftlern noch einmal in drei Unterfamilien unterteilt: Der Große Panda und der Brillenbär unterscheiden sich untereinander und von den anderen Bärenarten nicht nur im Aussehen, sondern auch in ihrer genetischen Ausstattung. Sie bilden deshalb jeweils eine eigene Unterfamilie. Die dritte Unterfamilie sind die so genannten „Echten Bären“ – dazu gehören Braunbären, Eisbären, Kragenbären, Schwarzbären, Lippenbären und Malaienbären.

Zum Vergrößern bitte anklicken!Die Braunbären leben in den Wäldern Nordamerikas, Asiens und – allerdings nur noch in geringer Zahl – in Europa. Vor einigen Jahren machte Braunbär Bruno von sich reden, als er an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich für solche Unruhe sorgte, dass ihn Jäger schließlich erschossen. Grizzlys und Kodiakbären gehören ebenfalls zu den Braunbären. Braunbären sind die größten Bären – und sie sind keineswegs alle braun, sondern haben sehr unterschiedliche Fellfarben.

Zum Vergrößern bitte anklicken!Die Eisbären sind die zweitgrößte Art der „Echten Bären“. Sie kommen ausschließlich in der Arktis vor (und in Zoologischen Gärten natürlich) und halten sich in der Region um den Nordpol auf.

Zum Vergrößern bitte anklicken!Kragenbären verdanken ihren Namen den langen Fellhaaren auf Schultern, Hals und Nacken sowie einem weißen V oder Y auf der Brust. Sie leben in den Laub- und Mischwäldern der Gebirgsregionen Zentral- und Ostasiens.

Zum Vergrößern bitte anklicken!Die Amerikanischen Schwarzbären (auch Baribal genannt), die ähnlich wie die Braunbären in ihrer Färbung stark variieren können, leben in den USA und Kanada. Sie gelten als besonders intelligent und neugierig.

Zum Vergrößern bitte anklicken!Lippenbären, ursprünglich in den Regenwäldern Indiens weit verbreitet, findet man heute nur noch vereinzelt in Ostindien und auf Sri Lanka. Mit ihrer nach vorne gezogenen Schnauze, ihren ausgeprägten Lippen und der langen Zunge können sie hervorragend Insekten fangen.

Zum Vergrößern bitte anklicken!Zur kleinsten Großbärenart gehören die Malaienbären, von denen nur noch wenige tausend Exemplare in den tropischen Regenwäldern Südostasiens leben. Die nachtaktiven Tiere verbringen einen großen Teil ihres Lebens auf Bäumen.

Zum Vergrößern bitte anklicken!Die ebenfalls in ihrer Existenz bedrohten Brillenbären leben in den Gebirgswäldern der nördlichen Anden in Südamerika. Ihren Namen erhielten sie wegen der hellen Augenringe, die an eine Brille erinnern.

Zum Vergrößern bitte anklicken!Der Große Panda bewohnt die Bambuswälder Chinas. Er ernährt sich überwiegend von Bambus und anderen Pflanzen, frisst aber auch Insekten und kleine Wirbeltiere. Der Große Panda ist seit langem vom Aussterben bedroht. Tierschützer und Zoologische Gärten der ganzen Welt bemühen sich deshalb, Pandas zu mehr Nachwuchs zu verhelfen. Im Wiener Zoo wurde Ende 2007 ein Pandababy geboren.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Körper: Alle Bären haben einen großen, kräftigen Körper, dichtes Fell, eine lange Schnauze und einen kurzen bis kaum noch vorhandenen Schwanz. Sie haben stämmige Beine und breite Tatzen mit langen, gebogenen Krallen, die sie nicht einziehen können. Der Körperbau eines Bären ist auf Kraft ausgelegt und nicht so sehr auf Schnelligkeit. Ihre Kraft brauchen sie unter anderem, um auf Bäume zu klettern, Wurzeln freizugraben oder mit ihren Rivalen zu kämpfen. Gewicht und Körpergröße der Bären variiert sehr stark: weibliche Malaienbären zum Beispiel wiegen etwa 30 Kilogramm, männliche Eisbären dagegen bringen es auf stattliche 800 Kilo.

Nahrung: Alle Bären haben das Gebiss eines typischen Fleischfressers, obwohl sie sich überwiegend pflanzlich ernähren. In der Regel sind Bären Allesfresser. Die meisten Arten finden Früchte, Nüsse und andere Pflanzen ebenso schmackhaft wie kleine Wirbeltiere oder Insekten. Die einzigen, die fast ausschließlich Fisch und Fleisch fressen, sind die Eisbären. Für eine schnelle Jagd sind sie zu massiv und schwer, deshalb legen sie sich oftmals an Atemlöchern von Robben auf die Lauer und warten ab, ob sich nicht ein Leckerbissen von selbst zeigt.

Winterruhe: Typisch für die meisten Bärenarten ist die Winterruhe (Ausnahmen bestätigen jedoch auch hier die Regel: der Große Panda und der Eisbär zum Beispiel halten keine Winterruhe). Für ihre Winterruhe suchen sich Bären Felshöhlen oder hohle Baumstämme als Quartier. Manche graben sich sogar selbst einen Bau. Vor der Winterruhe fressen sich die Bären einen dicken „Speckgürtel“ an. Dabei kann sich ihr Gewicht verdreifachen. Sind sie ausreichend satt, beziehen sie die Höhle, in der sie meist vier bis fünf Monate ohne Nahrungsaufnahme überwintern.

Familienleben: Alle Bären sind scheue Einzelgänger. Nur zur Paarung finden sich Männchen und Weibchen zusammen, danach geht jeder wieder seine eigenen Wege. Bärenbabys werden – je nach Art – zwischen November und Februar geboren. Die Bärenmutter nutzt die Höhle, in der sie Winterruhe hält, als Schutz (Eisbärenweibchen ziehen sich, wenn sie Junge bekommen, für die Winterzeit in eine Eishöhle zurück). Eine Bärin bringt pro Wurf ein bis vier Junge zur Welt, häufig sind es – wie bei Knut und seinem Bruder – zwei. Die Jungtiere sind leicht und sehr klein: Ein Eisbärenbaby zum Beispiel wiegt nur 400 bis 900 Gramm, während seine Mutter 150 bis 300 Kilo auf die Waage bringt.

Aufwachsen: Groß gezogen werden die Kleinen ausschließlich von ihrer Mutter, die zu ihnen sehr liebevoll, zu anderen in dieser Zeit aber sehr aggressiv ist und die meisten Eindringlinge, von Männchen bis Menschen, angreift. Anfangs werden die Jungen zwischen drei bis neun Monate gesäugt, dann folgt die Umstellung auf Ernährung ohne Muttermilch. Bis zu drei Jahre bleiben die Bärenkinder manchmal bei ihrer Mutter – im Schnitt sind es etwa zwei Jahre – und sie lernen in dieser Zeit alles, was sie zum Überleben brauchen. Die Mutter verlässt den Nachwuchs erst, wenn sie sicher ist, dass er selbständig ist.

Familiengründung und Lebenserwartung: Sind die Kinder erst einmal „aus dem Haus“, können sie bald eine eigene Familie gründen: Bereits mit drei bis sechs Jahren sind sie geschlechtsreif. Ihre Lebenserwartung liegt bei ca. 40 Jahren.

 

Zum Ausdrucken:

Download dieser Seite im PDF-Format - Rechte Maustaste: Ziel speichern ... PDF-Dokument