Bundesverband Jugend und Film e.V. - DVD-Edition - Durchblick Filme - www.durchblick-filme.de

Durchblick 6+ – Knut und seine Freunde – M. Johnson – D 2008 – 90 min.

8. Anregungen für das Fach Natur-Wissenschaften / Geografie

Knut, der Eisbär, steht symbolisch für einen Botschafter in Sachen Klimaschutz. Nicht nur durch seinen Paten Sigmar Gabriel, zur Zeit seiner Geburt Bundesumweltminister, wird dieses Thema im Zusammenhang mit Knut aufgegriffen, auch die Öffentlichkeitsarbeit des Berliner Zoos bezieht sich immer wieder auf die Bedrohung der Eisbären und die Notwendigkeit, die Arterhaltung zu unterstützen.

Doch nicht nur die Eisbären, sondern fast alle Bären gehören zu den bedrohten Tierarten der Erde. In den Alpen sind die Braunbären fast vollkommen verschwunden, die Population der Pandabären beträgt nur noch etwa 1.000 Individuen und auch die Existenz der Eisbären ist im arktischen Lebensraum massiv gefährdet. Das Packeis, das die Bären brauchen, um zu jagen und Futter zu finden, schmilzt und dies beschneidet den Lebensraum der Eisbären Jahr für Jahr mehr.

Die Themen „Erderwärmung“, „bedrohte Tierarten“, „Klimawandel“ und „Klimaschutz“ sind in den Medien präsent und werden auch schon jüngeren Schülerinnen und Schülern – vom Hörensagen her – bekannt sein. Obwohl es für das Problem keine einfachen Lösungen gibt, sollte es dennoch schon in den unteren Klassenstufen angesprochen werden. Da die Themen für eine sachlich umfassende Betrachtung für jüngere Kinder jedoch zu komplex sind, können in den unteren Jahrgangsstufen die bei den Schülerinnen und Schülern vorhandenen Informationen aufgegriffen und ihr sachlicher Gehalt untersucht werden.

Im Film werden die Zusammenhänge von unserem städtischen Leben mit seinem Treibgasausstoß (z.B. durch Autos) und der Erderwärmung mit ihren Folgen für die Eisbären am Ende kurz angeschnitten. Dies kann zum Anlass genommen werden, Gedanken und Wissen der Kinder zu diesem Thema abzufragen. Wichtig ist es einerseits, falsche Vorstellungen zu klären, andererseits können im Gespräch auch die Zusammenhänge zwischen alltäglichem Verhalten der Kinder (z.B. Stromverbrauch, Notwendigkeit von Autofahrten) und einer Verbesserung der Situation durch Konsequenzen im eigenen Verhalten aufgezeigt werden. Auf der Kinder-Internetseite des Bundesumweltministeriums www.bmu-kids.de finden sich hierzu zahlreiche Anregungen, die durch provokative Äußerungen zum Thema überdies zur Diskussion auch schon bei Jüngeren anregen. Selbstverständlich kann zu dieser Thematik auch gemalt, gebastelt und gestaltet werden.

In höheren Klassenstufen kann dieser Aspekt vertiefend aufgegriffen und ergänzend bearbeitet werden. Im Internet finden sich dazu zahllose Fachseiten, Diskussionsforen und Informationen, die zur selbständigen Recherche einladen. Sie können Tierschutzeinrichtungen kontaktieren oder Naturschutzvereine besuchen und dort mit Fachleuten ihre Fragen klären. Gerade das Thema „Bären“ ist sehr gut geeignet, zum Thema „Naturschutz“ überzugehen, denn die Gefährdung dieser großen Raubtierarten steht ganz oben auf der Tagesordnung der Schutzorganisationen.

Die folgenden Artikel können im Unterricht genutzt werden, um speziell das Thema „Eisbären“ auf der inhaltlich-sachlichen Ebene zu vertiefen und über Gesamtzusammenhänge gemeinsam in der Klasse nachzudenken. Außerdem hat die Schweizer Sektion des World Wild Fund for Nature (WWF) im Netz ein Arbeitsheft zum Thema DER EISBÄR UND DAS KLIMA veröffentlicht, das speziell für den Unterricht konzipiert wurde: assets.wwf.ch/downloads/204dinfoschule0204d.pdf

 


Rettet die Eisbären!

Aus: focus online, erschienen 11.05.2007

Die Forscher prophezeien, dass es wärmer wird. Die Folge: Die Arktis wird im schlimmsten Fall Mitte dieses Jahrhunderts eisfrei sein und der Eisbär seinen Lebensraum verloren haben. Schuld daran sind wir. Aber jeder kann etwas dagegen tun!

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Weil das Eis wegen der Klimaerwärmung taut, schrumpft der Lebensraum der weißen Riesen.

Denn der Mensch ist Hauptproduzent des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2). Es entsteht bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdgas und Erdöl oder bei der Stromerzeugung.

Wenn sich dieser Trend fortsetzt, sieht die Zukunft der Erde düster aus: Sie wird sich bis zum Jahr 2100 um bis zu fünf Grad Celsius erwärmen, errechnete das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Eine Katastrophe, weil dann der Meeresspiegel ansteigt und Überschwemmungen, Hurrikans oder extreme Dürren zunehmen.

Energie sparen ist ganz einfach

Um den Klimakollaps zu verhindern, muss der CO2-Ausstoß verringert werden. Jeder kann mithelfen: Wer etwa mit dem Fahrrad statt dem Auto zur Schule fährt, produziert null statt 170 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer. Ein Laptop verbraucht dreimal weniger Strom als ein PC, duschen ist umweltschonender als baden, und wer mit der Bahn nach Italien fährt, reist klimaverträglicher als mit dem Flugzeug (70 % weniger Energie). Auch Energiesparlampen tun der Umwelt gut: Sie produzieren in fünf Stunden nur 54 Gramm Kohlendioxid. Eine normale Glühbirne hingegen 162 Gramm.

Erderwärmung bedroht ganze Klimazonen

Aus: sueddeutsche.de / AFP, erschienen 27. April 2007

Aufgrund des Klimawandels könnten einige Klimazonen bis 2100 vollständig verschwinden, warnen US-Forscher. Betroffen sind vor allem die Tropen und die Pol-Regionen.

Auswirkungen auf die Klimazonen der Erde bis 2100 bei hohen Treibhausgas-Emissionen. Grafik: Jack Williams/University of Wisconsin-Madison

Die Erderwärmung könnte laut einer US-Studie bis zum Jahr 2100 ganze Klimazonen vollständig verschwinden lassen. Vor allem in der Nähe des Äquators ist damit zu rechnen, dass in großen Gebieten neue, dort bislang unbekannte Klimaverhältnisse entstehen, heißt es in der Studie unter der Leitung von Jack Williams von der Universität von Wisconsin, die in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde. Risiken bestehen demnach für dicht besiedelte Regionen wie den Südosten der USA, den Südosten Asiens und für Teile Afrikas. Außerdem sind die Pole und die Gegenden in der Nähe des Äquators betroffen - namentlich in Zentralamerika, im Umfeld der Bergregionen von Kenia, in Sambia, im Hochland von Angola sowie im Himalaya.

Insbesondere ist die große Artenvielfalt in einigen Gegenden bedroht - etwa in den Regenwäldern in Indonesien und in den Anden in Peru. Die Frage sei, so Williams, ob Arten in der Lage sind, dorthin zu wandern, wo die Klimazonen, an die sie angepasst sind, in Zukunft existieren werden. „Die meisten Arten können nicht um die ganze Welt wandern.“

Die Erkenntnisse über die Bedrohung der Regenwälder ergäben sich „logischerweise“ aus den jüngsten UN-Studien zum Klimawandel, erklärte Williams. In den bereits jetzt wärmsten Gebieten der Erde werde es eine weitere Aufheizung geben, so dass die zu erwartenden Bedingungen „aus unserem Erfahrungsrahmen herausfallen“.

„Uns stehen noch einige ökologische Überraschungen bevor“

Die Forscher um William hatten die Entwicklung der durchschnittlichen Sommer- und Winter-Temperaturen sowie der Niederschläge untersucht und ins Jahr 2100 projiziert. Demnach könnten bis zu 48 Prozent der derzeit bestehenden Klimazonen auf dem Land bis dahin verschwinden, wenn die Treibhausgase wie bisher ausgestoßen werden, errechneten die US-Forscher unter Berücksichtigung der vorliegenden Daten zum Klimawandel. “Wir versuchen, die Regionen der Welt zu identifizieren, in denen der Klimawandel zu Verhältnissen führt, die es derzeit nicht gibt“, erklärte Williams. Die Umweltforscher, so der Geograph, seien jetzt in einer ähnlichen Situation wie die europäischen Kartenzeichner des 15. Jahrhunderts, die sich plötzlich mit der Neuen Welt und ihren unbekannten Regionen konfrontiert sahen. Die Gebiete mit ihren veränderten, bislang unbekannten Klimaverhältnisse seien „jene Regionen, die über unsere heutigen Karten hinausgehen“, so Williams. Alle politischen Strategien beruhen auf den derzeitigen Bedingungen, warnte der Forscher, doch in den Regionen mit den größten Veränderungen werden diese Strategien am ehesten versagen. Einer der wichtigsten Aspekte ihrer Arbeit sei für die Forscher, was die Daten ihnen gerade nicht verraten: „Wir wissen nicht, was für gute oder schlechte Dinge geschehen werden“, so William. „Da stehen uns noch einige ökologische Überraschungen bevor.“


Klimawandel in der Arktis

Auszug aus: nuernberg online / eisbaer flocke,
Autor: Mathias Orgeldinger – leider undatiert

„Es sieht so aus, als ob wir Menschen in der Tat ungewollt das Klima geändert hätten“. Heinz Haber in „Stirbt unser blauer Planet?“ (1975)

Das Packeis in der Arktis schmilzt

Wie sein deutscher Name schon andeutet, ist der Eisbär auf das Meereis angewiesen, denn dort leben die Robben, seine Hauptnahrung. Im Frühjahr bringen die Robben auf dem Packeis ihre Jungen zur Welt, hier graben sie ihre Atemlöcher, hier ruhen sie sich aus, bevor sie im Meer auf Fischfang gehen. Schmilzt das Packeis, verliert der Eisbär nicht nur seinen Ansitz, sondern sein ganzes Jagdrevier.

Im Frühjahr und Sommer sind die Robben am leichtesten zu erbeuten. Dies ist die Zeit, in der die Eisbären die Gewichtsverluste des langen Polarwinters ausgleichen müssen. Daher trifft sie ein Rückgang des sommerlichen Packeises besonders hart. Bären, die schon bisher Streifgebiete jenseits der Küste bevorzugten, müssen dem Eis immer weiter in den nahrungsärmeren Norden folgen, und die Weibchen verlieren den Kontakt zu ihren angestammten Wurfplätzen an Land. Jene Tiere, die den Sommer traditionell an der Küste verbringen, büßen im Frühjahr und Herbst wertvolle Jagdzeit ein, weil das Meereis früher verschwindet bzw. später zurückkommt.

Dramatische Folgen für die Eisbären

Wissenschaftler vermuten, dass die Eisbären in jeder Woche, in der sie nicht auf dem Packeis jagen können, zehn Kilogramm an Körpergewicht verlieren. Mit der schlechten Ernährung sinkt auch die Fortpflanzungsrate und die Überlebenschance der Jungtiere. Die Zunahme von Kannibalismusfällen in Alaska und Kanada könnte ebenfalls mit der Nahrungsknappheit zusammenhängen.
(…)

Das Meereis wird von sehr vielen Faktoren beeinflusst. „Daher kann heute niemand exakt vorhersagen, wie sich das Eis der Arktis entwickeln wird“, sagt Schauer. Vieles deute jedoch darauf hin, dass der arktische Ozean in weniger als 50 Jahren im Sommer eisfrei sein könnte. Nach Modellrechnungen, die im UN-Klimabericht 2007 vorgestellt wurden, wird das arktische Sommereis am Ende des 21. Jahrhunderts verschwunden sein.

Für die weißen Bären hätte dies dramatische Folgen. Steven Amstrup, der das Eisbärprojekt des Alaska Science Center in Anchorage leitet, befürchtet, dass die Zahl der Eisbären bis Mitte des Jahrhunderts um zwei Drittel abnehmen wird. Leider lässt sich die zukünftige Ausdehnung des sommerlichen Packeises nur schwer vorhersagen. Jede Einflussgröße folgt zwar streng physikalischen Gesetzen, doch die Vernetzung und Rückkoppelung der verschiedenen Klimafaktoren ist kompliziert und teilweise noch gar nicht erforscht. Eis ist nicht gleich Eis. Nicht umsonst kennen die Gemeinschaften der Inuit und Cree über 80 Begriffe für Meereis.

Je weniger Eis, desto mehr heizt sich die Erde auf

Alles hängt mit allem zusammen. Aufgrund des Salzgehaltes gefriert Meerwasser erst bei –1,86 Grad Celsius, wobei das Salz bei der Kristallisation ausgeschieden wird. Es sammelt sich in Kanälen und Hohlräumen (Soletaschen), die das Meereis wie einen Schweizer Käse aussehen lassen. Ein Teil des Salzes gelangt ins Meerwasser und erhöht dessen Dichte.

Das schwere, kalte Wasser sinkt auf den Meeresgrund und treibt die nordatlantische Wasserzirkulation an, einen der Motoren des weltweiten Klimageschehens. Im Prinzip fließt kaltes Tiefenwasser nach Süden und wird durch warmes Oberflächenwasser ersetzt. Wenn nun das Packeis schmilzt, werden große Mengen an Süßwasser frei, die diese Zirkulation erheblich stören könnten.

Ähnliche Folgen hätte das großflächige Abschmelzen der grönländischen Eismassen. Noch ist dieser Störeffekt nicht nachweisbar, doch bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird eine Abnahme der Umwälzbewegung um ca. 25 Prozent vorausgesagt.

Auch Wind und Strömung spielen eine Rolle. Sie schieben das Eis zu Packeisschollen zusammen, die bis zu zehn Meter stark werden. Dieser „Verschiebebahnhof“ führt zu recht uneinheitlichen Verhältnissen. Je dicker die Eisschicht, desto größer ihre isolierende Wirkung, desto weniger Wärme kann zwischen dem Ozean und der Atmosphäre ausgetauscht werden. Auch dieser Regelkreis beeinflusst das globale Wettergeschehen.

Und dann gibt es noch den sogenannte Albedo-Effekt. Die Albedo ist ein Maß für das Rückstrahlvermögen von Oberflächen. Eine Eisschicht reflektiert etwa fünfmal mehr Sonnenstrahlung als Wasser. Je weniger Eis, desto weniger Wärme entweicht in den Weltraum, desto mehr heizt sich die Erde auf. Schnee hat eine höhere Albedo als Eis, trockener Schnee eine höhere als feuchter, dickes Eis eine höhere als dünnes usw.

Die Komplexität der Zusammenhänge sowie die gewaltigen Klimaänderungen im Laufe der Erdgeschichte machen es den Forschern schwer, nachzuweisen, dass die derzeitige Erderwärmung vom Menschen verursacht wurde und somit beeinflussbar ist. Lobbyisten, Laienforscher und profilierungssüchtige Wissenschaftler behaupten immer wieder das Gegenteil. Und das Wetter schlägt Kapriolen: So erlebt die grönländische Diskobucht, in der Politiker im Sommer 2007 noch schmelzende Eisberge bedauerten, heuer den härtesten Winter seit zehn Jahren.
(…)

Quelle: http://www.nuernberg.de/internet/eisbaer/klimawandel.html

 

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