
Kapitel 1: Misas Frage
Länge: 5:12
Mitten in der Nacht sitzt Misa alleine in ihrem Zimmer am Fenster. Ihre Erzählerstimme erklärt uns, warum das so ist: Seit dem Tod ihrer Mutter kann sie nicht schlafen. Sie findet es schwer zu begreifen, dass das Leben einfach weitergehen soll. Als ihre Mutter krank war, hat ihr Vater jeden Tag geweint, jetzt aber hat er sich wieder verliebt. Beim Bowlingspielen eröffnen der Vater und seine neue Freundin, Camilla, Misa, dass sie alle gemeinsam einen Monat lang in die Ferien fahren. Misa hat darauf keine Lust. Sie möchte stattdessen zur Großmutter. Bilder der atemberaubenden Landschaft Nordschwedens, dazwischen die Nahaufnahme eines Wolfsgesichts und ein schweifender Blick über Rentierherden, zeigen, wohin diese Reise geht und wovon sie erzählen wird. Bevor Misa am Flugplatz von ihrer Großmutter empfangen wird, lässt uns ihre Erzählerstimme noch an einem wichtigen Gefühl Misas teilhaben: Das Schlimmste sei nicht die große Sehnsucht nach ihrer Mutter, das Schlimmste sei, dass sie nicht wisse, wo sie jetzt ist.
Kapitel 2: Bei der Großmutter
Länge: 3:48
In dem idyllisch-abgeschieden gelegenen alten Holzhaus der Großmutter ticken die Uhren anders. Kakao für Kinder gibt es nicht – immerhin hat auch schon Misas Mutter, seitdem sie vier Jahre war, Kaffee getrunken. Statt ihrer Lieblingssendung „Zu den Sternen“ kann Misa die wunderschöne Aussicht betrachten, denn die Großmutter besitzt keinen Fernseher. Sie lebt offenbar ganz naturverbunden und kann die exakte Uhrzeit am Stand der Sonne ablesen. Behauptet sie zumindest, doch Misa entdeckt schmunzelnd das kleine Ührchen am Fensterrahmen. Die Nacht ist jedoch wie zuhause – Misa sitzt wach am Fenster, denkt an ihre Mutter und fragt sich, ob es wohl einen getrennten Himmel für Mensch und Tier gibt, während draußen, unbemerkt, ein Wolf um das Haus streift.
Kapitel 3: Der Wolf
Länge: 4:48
Misa und ihre Großmutter sind in den kleinen Laden zum Einkaufen gefahren. Dort erzählen zwei Rentierzüchter, dass schon wieder drei Kälber von einem Wolf gerissen wurden. Die Großmutter behauptet, Wölfe gäbe es in der Gegend nicht, und die Befürchtung eines der Männer, der Wolf werde sie noch alle umbringen, kann sie nur absurd finden. Schließlich sei es meistens umgekehrt, der Mensch bringe die Wölfe um.
Misa begegnet vor dem Laden dem gleichaltrigen Gustav. Der samische Junge ist höchst amüsiert über Misa städtische Accessoires, von cooler Sonnebrille bis zum Discman. Umgekehrt ist Misa nicht gerade begeistert über die Einladung von Gustavs Vater, das Markieren der Kälber mitzuerleben.
Die Nacht findet Misa wieder am Fenster, in Gedanken bei ihrer Mutter, von der sie sich ein Zeichen wünscht, dass sie noch da ist. Ihre Großmutter kommt zu ihr, will ihr etwas zeigen – es ist der Wolf, der still vor dem Haus steht.
Kapitel 4: Großstadtpflanze und Sami
Länge: ca. 5:48
Eigentlich hat Misa keine Lust dazu, aber ihre Großmutter besteht darauf und so begleitet sie Gustav und seine Familie zu einem Sammelplatz für die Rentierherde, wo die Kälber markiert werden sollen. Die Stiefel, die Gustav ihr für die Wanderung dorthin geben will, lehnt Misa ab. In ihren, mehr modischen als praktischen, Turnschuhen laufe sie hervorragend. Es wird ein langer und für Misa einigermaßen mühsamer Weg durch wunderschöne Landschaft. Misa ist entsetzt, als Gustav einfach Wasser aus einem Bach trinkt, und packt selbst eine Coladose zur Erfrischung aus. Unterwegs passieren sie auch eine Rentierzüchterin, die ein totes Ren auf ihrem Traktor transportiert – vielleicht ein weiteres Opfer des Wolfes. Sie erreichen schließlich ein Zeltlager, wo alles für die Ankunft der Herde vorbereitet wird. Von einem Helikopter getrieben, tauchen die Rentiere schließlich auf. Misa ist fasziniert von dem Schauspiel und der schieren Zahl der Tiere. Gustav aber ist am Ende enttäuscht, weil sein weißes Ren nicht dabei ist, und befürchtet, dass der Wolf es gerissen hat.
Kapitel 5: Das Tor zu anderen Seite
Länge: 6:18
Misa hat sich eine Blase gelaufen, und Gustav bringt sie damit zu seiner Großmutter, Akku, die sich auf die Heilkunst versteht. Akku schimpft auf Samisch auf die Großstädter, aber verarztet Misa dann doch ganz freundlich mit einem Pflaster aus Birkenrinde. Gustavs Befürchtung über das Schicksal seines Rentieres teilt sie nicht und sagt, dass es lebe, denn es sei nicht auf die andere Seite gegangen. Das lässt Misa aufhorchen. Doch bevor Akku ihr von einem See am Fuß des höchsten Berges erzählen kann, der eine besondere Bedeutung hat, werden Misa und Gustav ins Bett geschickt. Später erzählt ihr Gustav vom Glauben der Alten, dass die Toten weiterlebten. Akku würde behaupten, dass sie sie in dem See sehen könne. Misa hält das für dummes Geschwätz. Doch geheimnisvolle Bilder des Sees und das Raunen einer Frauenstimme „Misa Mi, ich hab dich lieb Misa Mi“ erzählen zumindest dem Publikum von dieser spirituellen Dimension. Mitten in der Nacht will Misa doch wissen, ob Gustav schon einmal an dem See war – aber der schläft fest. Misa hört ein Geräusch draußen vor dem Zelt und entdeckt Gustavs Rentier.
Kapitel 6: Begegnung mit dem Wolf
Länge: 7:13
Auf der Suche nach ihrem aus dem Gehege entlaufenen Hasen Charlie wandert Misa zu tief in den Wald und verirrt sich. Während Misa völlig die Orientierung verliert, macht sich die Großmutter zuhause allmählich große Sorgen. Sie ruft Misa auf ihrem Handy an, doch das hat die Enkelin nicht mitgenommen und sein Klingeln ertönt aus dem Nachbarzimmer. Misa hockt verzweifelt auf dem Boden, da steht plötzlich der Wolf in ihrer unmittelbaren Nähe. Mensch und Tier schauen sich in die Augen. Die Furcht weicht aus Misas Gesicht, als der Wolf keine Anstalten macht, sie anzugreifen. Da springt er auf einmal davon. Misa folgt ihm, der sie bis zum Haus der Großmutter führt.
Kapitel 7: Die Welpen
Länge: 7:30
Die Großmutter empfängt Misa mit Vorwürfen. Sie hat sich große Sorgen gemacht und fragt, was sie Misas Vater sagen solle, wenn er anrufe und sie nicht wisse, wo seine Tochter sei. Misa reagiert patzig, das könne ihm ja wohl egal sein. Später sucht die Großmutter das Gespräch mit ihr und wirbt um Verständnis für Misas Vater und seinen Wunsch, nach dem Tode der Mutter nicht alleine zu leben. Sie erzählt Misa, dass sie erst nach dem Tode des Großvaters in das alte Haus gezogen sei, weil sie sich in der Stadt so einsam fühlte. In dem alten Haus, in dem sie viele Sommer mit ihrem Mann und Misas Mutter verbrachte, fühlt sie sich den beiden nahe.
Am nächsten Morgen geht Misa zurück in den Wald – dieses Mal markiert sie ihren Weg mit roten Wollfäden. Sie trifft den Wolf, der sie zu seinem Bau führt, wo zwei Welpen spielen. Auf dem Rückweg trifft Misa Gustav auf der Suche nach dem Wolf und lenkt ihn von den Markierungen ab. Und sie begegnen den Wilderern.
Kapitel 8: Schüsse in der Nacht
Länge: 7:38
Die Großmutter hat Besuch von einem der Rentierzüchter. Ohne dass sie es direkt ausspricht, lässt sie doch ihre Vermutung deutlich werden, dass er derjenige ist, der die Wilderer angeheuert ist, obwohl es gegen das Gesetz ist, Wölfe abzuschießen. Misa macht sich große Sorgen um die Wölfe. Wieder einmal kann sie nicht schlafen und die Großmutter spielt deshalb Karten mit ihr und versucht sie zu trösten. Misa freundet sich immer mehr mit den Wölfen an. Ihre Großmutter unternimmt den Versuch, Gustavs Vater, der unter den anderen Rentierzüchtern Respekt genießt, dazu zu bewegen, dass die Wilderer gestoppt werden. Aber meint, er habe damit nichts zu tun. Misa sitzt traurig bei den Wölfen und wünscht, sie könne ihnen irgendwie begreiflich machen, dass sie aus dem Territorium verschwinden müssen. In der Nacht hört sie Schüsse.
Kapitel 9: Misas Versprechen
Länge: 7:06
Im Laden erfahren Misa und ihre Großmutter die Neuigkeit – die Wilderer haben den Wolf erschossen. Misa rennt in den Wald und findet den Leichnam. Sie verspricht der toten Wölfin, dass sie sich um ihre Jungen kümmern wird. Misa sitzt bei den Welpen, als ihr Blick auf ihre Markierungen fällt. Hektisch beginnt sie sie zu entfernen. Dabei rennt sie in eine Gruppe von Rentierzüchtern, darunter Gustavs Vater. Um sie abzulenken, zeigt sie ihnen die Stelle, wo die tote Wölfin liegt. Die Männer bringen sie auf den Hof von Gustavs Familie und bemerken dabei, dass die Wölfin Milch trägt. Ihren Welpen räumen sie kaum Überlebenschancen ein. Trotzdem bietet einer von ihnen den Wilderern mehr Geld an, wenn sie die Welpen auch noch umbringen. Das belauscht einer der jugendlichen Sami, Nijla.
Misa ist bei den Wolfsjungen, als Gustav dort auftaucht. Er meint, dass die Welpen ohne ihre Mutter sterben werden. Misa will das verhindern. Sie habe der toten Wölfin versprochen, dass sie sich um sie kümmern würde. Gustav hält sie für verrückt. Er will seinen Vater informieren, denn Misa kann die Welpen ohnehin nicht retten. Misa stürzt sich auf ihn und sie prügeln sich.
Kapitel 10: Die Reise beginnt
Länge: 7:22
Misa packt heimlich Proviant ein, doch ihre Großmutter verbietet ihr, so spät noch in den Wald zu gehen. Misa soll ihren Vater anrufen, der sie den ganzen Tag nicht erreicht hat und sich Sorgen macht. Doch Misa lässt sich nicht aufhalten. Sie erinnert sich an ihr Versprechen an die Wölfin, an Akkus Beschreibung des Sees (wir sehen den See und hören die Stimme von Misas Mutter) und ihren Glauben, dass die Toten weiterleben. Misa schleicht sich aus dem Haus. Sie will die Welpen zum See bringen.
Am Morgen entdeckt die Großmutter ihr Verschwinden und alarmiert die Polizei. Eine groß angelegte Suche wird eingeleitet, an der sich auch Misas angereister Vater beteiligt. Unterdessen hat Nijla anhand einiger vergessener Markierungsfäden den verlassenen Wolfsbau entdeckt und führt die Wilderer dorthin, damit deren Hunde von da die Spur aufnehmen können. Das hat Gustav beobachtet, der sich ebenfalls auf den Weg macht.
Kapitel 11: Gustav hilft
Länge: 8:30
Misa steht vor einem Fluss, den sie nicht überqueren kann. Sie glaubt, gescheitert zu sein. Da taucht Gustav auf, der ahnte, wohin sie wollte. Er kennt eine Brücke, die einzige Stelle, an der sie es über den Fluss schaffen kann. Gemeinsam gehen sie weiter. Unterdessen läuft die Suche nach Misa auf Hochtouren, aber auch die Wilderer sind ihr hart auf den Fersen. Misa und Gustav hören Schüsse. Aus sinnloser Lust am Töten hat einer von ihnen einen Vogel erschossen. Das lässt Nijla nachdenklich werden. Gustav will die Hunde der herannahenden Wilderer mit dem Fleisch, das er für die Wölfe mitgebracht hat, ablenken, Misa soll sich in der hohen Felswand verstecken, bis sie vorbei gelaufen sind. Der Plan geht auf, vor allem weil Nijla, der die Felswand überprüfen soll und Misa dort sieht, sie nicht verrät. Er stellt sich schließlich auch auf Gustavs Seite, als die Wilderer ihn eingeholt haben, und gemeinsam machen sie den Polizeihubschrauber, der eigentlich Misa sucht, auf sich aufmerksam und vertreiben so die Wilderer. Die Suche nach Misa wird für den Tag eingestellt. Die Großmutter tröstet Misas Vater – sie glaubt zu wissen, dass sie sich keine Sorgen machen müssen und wo Misa ist. Die hat unterdessen mit den Welpen den See erreicht.
Kapitel 12: Am See
Länge: 5:12
Misa sitzt traurig am See, die geschwächten Welpen, die seit dem Tod ihrer Mutter keine Nahrung mehr aufgenommen haben, im Arm. Eine Lösung scheint sie an diesem Ort nicht zu finden, niemand ist da, der See scheint einfach nur ein ganz normaler See. Ob sie da so sicher sei, hört sie auf einmal Akkus Stimme. Es sei alles möglich, wenn man nur daran glaube. Es sei damit wie mit dem Wind, den man nicht sehen könne, der aber trotzdem Kraft habe. Im Weitergehen gibt sie Misa noch den Hinweis, dass die Jungen zu ihrem Vater müssten. Welcher Papa?, fragt Misa. Da kommt auf einmal Wind auf, Misa blickt sich um in der bewegten Natur, der Wind kräuselt die zuvor spiegelglatte Oberfläche des Sees. Es wird immer heller - und auf einmal steht der Wolfsvater da. Misa lässt die Welpen zu ihm laufen. Dann tritt sie selbst den Heimweg an. Währendessen werden die Wilderer von der Polizei abgeführt. Gustav hat vor Misas Haus gewartet und ist erleichtert über die gute Nachricht von der gelungenen Rettung der Welpen. Misa findet endlich Schlaf in den Armen ihres Vaters, was die Großmutter freudig sieht. Misas Erzählerstimme reflektiert ihr Erlebnis am See. Sie habe keine Ahnung, was eigentlich genau passiert sei, aber sie wisse nun, dass sie, die Wölfin, jetzt bei ihrer Mama sei, auf der anderen Seite.
Kapitel 13: Abspann
Länge: 2:51