
Durchblick 14+ – One Way Ticket to Mombasa – Hannu Tuomainen – FIN 2002
Im Film gehört die schulische Umgebung von Pete und Kata zur normalen, behüteten Welt der Jugendlichen. Als die Krankheit bei Pete ausbricht, verlässt er diese Umgebung. Er kommt in die isolierte Welt des Krankenhauses. Nicht seine bisherigen Freunde, sondern Jusa, der selbst an Krebs erkrankt ist, wird sein Vertrauter. Als die beiden Jungs aus dem Krankenhaus ausbrechen, kehren sie nicht in die „normale“ Welt zurück, sondern machen sich auf die Suche nach den Orten ihrer Träume. Erst auf der Reise lernen beide, ihre Krankheit zu akzeptieren. Pete realisiert, dass er die Hilfe seiner Umgebung braucht, wenn er gesund werden möchte, und kehrt zurück.
In der Schule ist für die Lehrer die Thematisierung von Tod und Traumata eine schwierige Herausforderung. Es erfordert ein Vertrauensverhältnis, das im Schulalltag oft nicht aufgebaut werden kann, das aber den Kindern und Jugendlichen erst ermöglicht, Gefühle wie Wut, Schmerz und Ängste auch auszusprechen. Die Pädagogen sind zudem selbst verunsichert, in wieweit sie über ihre eigenen Ängste sprechen können.
Mögliche Hilfen für den Umgang mit Verlust und Trauer
Mit Trauerarbeit erfahrene Fachleute raten den Pädagogen auf ihre eigenen Erfahrungen zurückzugreifen. Es ist wichtig, bevor man in der Klasse das Thema anspricht, die eigene Haltung mit Tod und Trauer für sich selbst oder gemeinsam mit Kollegen zu reflektieren:
„Wie haben wir persönlich gelernt mit Trauer umzugehen?“, „Wie verhalten wir uns, wenn wir Leid und Trauer fühlen?“, „Wollen wir in einem solchen Moment Fragen beantworten?“, „Möchten wir in so einem Moment für uns sein, oder Gesellschaft haben?“, „Haben wir es gelernt, die richtigen Worte in einem solch schweren Moment zu finden, und zu vermitteln, welche Hilfe wir brauchen?“, „Zeigen wir in solch einem Moment unsere Gefühle, oder versuchen wir, sie vor unserem Nächsten zu verbergen?“.
Gerade für Jugendliche ist es wichtig, dass sie die Lehrer/innen bei dieser Thematik primär als Menschen mit Gefühlen und eigenen Erfahrungen im Umgang mit Schmerz und Trauer erleben. Die Lehrer sollten aktiv das Gespräch mit den Jugendlichen suchen. Hilfreich können auch Rituale sein, wie das Gestalten einer Gedenkstunde, das Zusammenstellen eines Erinnerungsbuches oder die Gestaltung eine Traueraltares. Dies sind mögliche Formen, Erinnerung und Trauer individuell auszudrücken und als etwas zu erleben, das zu einer Gemeinschaft gehört. Zugleich ist es für die Jugendlichen wichtig, dass die Struktur des Unterrichtsalltages aufrecht erhalten wird, um ihnen Normalität und Halt zu gewährleisten.
Quelle: Fässler-Weibel, Peter (Hrsg.), Trauma und Tod in der Schule, Freiburg Schweiz 2005.