
Durchblick 14+ – One Way Ticket to Mombasa – Hannu Tuomainen – FIN 2002
Einsatzbereiche: siehe: Film, Kurzinhalt.
Für die Auseinandersetzung mit diesem Thema stehen folgende Materialien auf der ROM-Ebene zur Verfügung: „Krebs bei Kindern und Jugendlichen“, „Glossar“, „Power Point-Datei Beziehungen“, „AB Erfahrungsberichte“, Projekt „Klassissimo“, AB „Fragen für Arbeitsblätter“, Szenenbilder.
Basisinformationen: Im Rahmen des Biologieunterrichts können die Basisinformationen zum Thema „Krebs bei Kindern und Jugendlichen“ vermittelt werden. Recherchemöglichkeiten für die Jugendlichen sind in der Datei „Medientipps“ angegeben.
Umgang mit der Krankheit: Das Kernthema des Films setzt sich mit den unterschiedlichen Umgangsweisen der Jugendlichen, aber auch der Ärzte, Schwestern wie des näheren Umfelds, der Verwandten und Freunde auseinander. So teilt sich die Klasse in einzelne Arbeitsgruppen, die das jeweilige Verhalten der Beteiligten im Film untersuchen: Das Verhalten der kranken Jugendlichen, das Verhalten der professionellen Helfer (Ärzte, Schwestern) und das Verhalten der Verwandten/Freunde. Dies soll beispielhaft an den im Film dargestellten Konflikten bearbeitet werden.
Erfahrungsberichte: Anschließend beschäftigen sich die Gruppen mit den Erfahrungsberichten von an Krebs erkrankten Jugendlichen, die im AB „Erfahrungsberichte“ zu finden sind. Mögliche Fragen für die Arbeit mit den Berichten: Was beschreiben die Kinder und Jugendlichen in ihren Berichten? Welche Gefühle und Gedanken werden in den Texten formuliert? Beschreiben sie dabei ähnliche Konflikte, wie sie im Film vorkommen? Welche Lösungen für die Konflikte bieten die Erfahrungsberichte an? Wie können wir uns verhalten, wenn jemand in unserem Freundes- oder Verwandtenkreis an Krebs erkrankt? Eine der Diskussion anschließende Aufgabe könnte sein, einen der Texte „umzuschreiben“. Die Handlung und die Protagonisten sollen in den Alltag der Jugendlichen verlagert werden.
Projekt „Through my eyes“: Im Jahr 2005 startete die Internationale Elterngruppenvereinigung krebskranker Kinder eine Aktion unter dem Motto „Through my eyes“, mit der krebskranke Kinder dazu aufgerufen wurden, von ihrer Situation zu berichten. Das Projekt greift diesen Ansatz auf, sich mit der Situation krebskranker Kinder und Jugendlichen ausgehend von ihren eigenen Beschreibungen über ihre Wahrnehmungen, Gefühle, Gedanken und auch Wünsche an ihre Umwelt auseinanderzusetzen. In einem ersten Schritt sollen die Jugendlichen mittels verschiedener Medien (Bücher, Zeitschriften, Internet, Materialien auf dieser DVD, Filme) Informationen und Erfahrungsberichte sammeln. In einem zweiten Schritt sollen die Informationen in einem Gruppengespräch ausgewertet werden. Die Ergebnisse können in unterschiedlicher Form dargestellt werden: in einer Collage (Verwendung von Zeichnungen und Fotos), einem fiktiven Tagebuchbericht oder in einer Handreichung für Schulklassen.
Projekt „Klassissimo“: Dieser Projektvorschlag regt dazu an, konkrete Formen der Unterstützung zu realisieren, wenn ein Mitschüler an Krebs erkrankt ist. Die Idee, die hier vorgestellt wird: der Betroffene ist über das Internet mit dem Geschehen im Klassenzimmer verbunden. Ein „virtuelles Klassenzimmer“ steht dem Jugendlichen im Krankenhaus zur Verfügung. Erfahrungsberichte eines Lehrers und eines an Krebs erkrankten Schülers geben Aufschluss über Schwierigkeiten und Erfolge der Projektidee.
Für die Auseinandersetzung mit diesem Thema stehen folgende Materialien auf der ROM-Ebene zur Verfügung: „Reden über Angst, tödliche Krankheiten und Tod“; AB „Bilder vom Leben und Sterben“, Szenenbilder.
Bilder vom Leben und Tod Jugendlicher: Im Film wird der Tod in verschiedenster Weise thematisiert und medial symbolisiert: Alle Beteiligten vermeiden eine direkte Auseinandersetzung mit der existentiellen Angst, die mit der Diagnose Krebs ausgelöst wird (Verdrängung, Hoffnung, Krankenhausroutine etc.). Thematisiert werden Angst und Tod vor allem über Bilder und Symbole, die den Tod als Teil des Lebens veranschaulichen. Das AB „Bilder vom Leben und Tod“ regt hier zur Auseinandersetzung an: Die Jugendlichen sollen in Einzel/Gruppenarbeit die entsprechenden Bilder und Symbole bestimmen und interpretieren. Folgende Fragen können hierfür leitend sein: Was zeigen die Bilder (Farben, Formen, Situationen…)? Welche Gefühle und Assoziationen wecken diese Bilder? Warum denkt ihr, haben sie eine symbolische Bedeutung? Wie lässt sich Eurer Meinung nach der nahende Tod oder das Sterben am besten veranschaulichen?
Multiplikatorenfortbildung: Der Film eignet sich zum Einsatz für eine Fachkonferenz oder Multiplikatorenfortbildung zum Thema „Umgang mit Angst und Trauer in der Schule“, da er dazu anregt, sich die Situation von Jugendlichen, die Krebs haben, vor Augen zu führen und sich mit den eigenen Ängsten und Erfahrungen mit dem Tod auseinander zu setzen:
„Wie haben wir persönlich gelernt mit Trauer umzugehen?“, „Wie verhalten wir uns, wenn wir Leid und Trauer fühlen?“, „Wollen wir in einem solchen Moment Fragen beantworten?“, „Möchten wir in so einem Moment für uns sein, oder Gesellschaft haben?“, „Haben wir es gelernt, die richtigen Worte in einem solch schweren Moment zu finden, und zu vermitteln, welche Hilfe wir brauchen?“, „Zeigen wir in solch einem Moment unsere Gefühle, oder versuchen wir, sie vor unserem Nächsten zu verbergen?“
Abschließend könnten Strategien im Umgang mit Angst und Trauer in der Schule diskutiert werden (s.o. Projektvorschläge „Klassissimo“ und „Through my eyes“).
Für die Filmanalyse stehen folgende Materialien auf der ROM Ebene zur Verfügung:
„Die Geschichte in 17 Bildern“, „Tipps für die Filmanalyse“, „Heavy Metal in Finnland“, „Songtexte“, „Untertitel“, Power-Point „Beziehungen“, „Szenenbilder“, AB „Tipps für die Filmanalyse“, AB „Mombasa liegt in Lappland“, AB „Fragen für Arbeitsblätter“.
Filmgespräch: Als Einstieg empfiehlt sich an den Assoziationen der Jugendlichen anzusetzen. Hierzu könnten Musiksequenzen aus dem Film vorgespielt werden – leicht zu finden ist das Konzert mit dem Lied „Mombasa“ im letzten Filmkapitel (17) ohne Bilder – mit der Frage, welche Bilder bzw. Szenen des Films vor dem inneren Auge erscheinen. Danach werden die Assoziationen zusammengetragen. Auf dieser Grundlage können dann einzelne Aspekte des Films (Geschichte, Charaktere, Dramaturgie) herausgegriffen werden.
Der Einstieg kann auch in Gruppenarbeit erfolgen. Standfotos können mit verwendet werden, um die Diskussion in den Gruppen und den Austausch der Ergebnisse zu veranschaulichen. Wenn die Jugendlichen kein passendes Foto bei den ausgedruckten Szenenbildern finden, können sie es selbst skizzieren oder, wenn dies möglich ist, als Standfoto direkt mit der DVD-Software sichern. Ausgehend von den Ergebnissen der Gruppenarbeit kann dann zu den Schlüsselthematiken des Films (Freundschaft, Krankheit, Sterben) übergeleitet werden.
Elemente der Filmgestaltung: Die Gruppe einigt sich auf ein oder zwei Schlüsselszenen. Dann teilt sich die Gruppe in entsprechende Arbeitsgruppen, die jeweils eines der filmischen Gestaltungselemente (Kamera, Musik, Schnitt) bearbeiten. Dazu erhalten die Gruppen eine Einführung in die grundlegenden Gestaltungselemente (s. Datei „Tipps für die Filmanalyse“) Die Gruppe „Musik“ erhält noch die Datei „Songtexte“ zur Bearbeitung der verschiedenen musikalischen Elemente. Jede Gruppe dokumentiert ihre Ergebnisse in einem Szenenprotokoll (Vorlage s. „AB Tipps für die Filmanalyse“).
Analyse der Filmfiguren – Beziehungen zwischen Krankheit, Ängsten und Sehnsüchten: Hier stehen die Charaktere, ihre Funktion für die Handlung und die Dramaturgie im Vordergrund. Die Charakterisierung der Filmfiguren ermöglicht zudem die Auseinandersetzung mit den Schlüsselthemen des Films: „Wie gehen Pete und Jusa mit ihrer Krankheit um?“ und „Wie reagieren sie auf das Verhalten ihrer Umwelt?“ bzw. „Was sind Pete, Jusa und Kata füreinander, in ihren Gefühlen und Handlungen?“. Hierzu kann auch in Gruppen gearbeitet werden. Als Orientierung kann die Power-Point Vorlage „Beziehungen“ dienen, denn in der Maske sind konkrete Fragestellungen vorgegeben, die übernommen und/oder auch erweitert werden können. Die Aufgabe besteht darin, anhand von ausgewählten Schlüsselszenen die Beziehungen zwischen den Jugendlichen zu charakterisieren und die jeweiligen Sichtweisen (etwa bei der Freundschaft zwischen den beiden Jungen, die Sicht von Jusa und die Sicht von Pete) zu unterscheiden. Die Ergebnisse werden dann mittels einer Power-Point Präsentation, in der Auszüge aus den Dialogen mit einzelnen Szenenbildern mit Kommentaren kombiniert werden, vorgestellt. Ein anschließendes Gespräch kann an den Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Interpretationen anschließen.
„Mombasa“ – der Song: Das AB „Mombasa liegt in Lappland“ regt dazu an, sich mit dem Song, der eine herausragende Rolle im Film einnimmt, näher zu beschäftigen: als „Anker“, an dem die Botschaft des Films immer wieder festgezurrt wird, und mit der Bedeutung der Musik im Genre des Roadmovie. Dieser Aspekt kann in einer erweiterten Form auch im Rahmen des Musikunterrichtes durchgeführt werden. Das Arbeitsblatt gibt hierfür Anregungen (Liedtext und Fragestellungen).
Eine kreativere Herangehensweise wäre, das Lied mittels einer Diashow zu bebildern. Dazu können Standbilder aus dem Film herangezogen und mittels verfügbarer PC Software als Diashow angeordnet werden. Für eine multi-mediale Collage könnten auch Clips der Website „Youtube“, auf der das Lied auch angeboten wird, verwendet werden.
Im Musikunterricht könnte man auch, ausgehend von der Musik des Films, Songs von Heavy-Metal-Bands aus Finnland hören und analysieren.