
Durchblick 10+ – Blöde Mütze! – J. Schmid – D 2006 – 91 min.
„Blöde Mütze! ist ein sympathischer Unterhaltungsfilm geworden, der mit viel Humor und Einfühlungsvermögen schwungvoll von den Schwierigkeiten erzählt, erwachsen zu werden. (…) Endlich, endlich hat es ein deutscher Kinderfilm mal wieder geschafft, eine humorvolle Geschichte aus Kindersicht zu erzählen, ohne die Erwachsenenfiguren zu Pappkameraden oder Lachnummern zu degradieren. Johannes Schmid gelingt es, die Balance zu halten zwischen den Anliegen der Eltern, die meist das Beste für ihre Sprösslinge wollen, aber oft daneben greifen, und den Interessen der Kinder, die endlich auf eigenen Füßen stehen wollen.“
(Reinhard Kleber, filmecho/filmwoche)
„So geht es um die erste Liebe und den ersten Liebeskummer, Alkoholismus, die Nöte von Scheidungskids, Ehekrach und darum, dass man selbst mit den liberalsten Eltern nicht immer einer Meinung sein kann – ein existenzieller Crashkurs in 90 Minuten.“
(David Denk, Die Tageszeitung)
„(...) eine pointierte und sehr kritische Nahaufnahme in drei typisch deutschen Familien. (...) Hier wird auf wunderbar verspielte, oft auch tragische Weise erzählt, wie Kinder den Anfang der Pubertät erleben, und ihre Eltern meist überzogen darauf reagieren oder sich eben gar nicht mit den Kindern beschäftigen. Jede anfängliche Oberflächlichkeit bricht mit der Zeit auf und legt den Blick frei auf die wirklichen Bedürfnisse der Hauptfiguren. Dabei verfällt der Film nie ins Moralische, sondern billigt jedem seine Fehler zu. Unbedingt anschauen.“
(Marius Müller-Preuß, Abendzeitung)
„(...) Und der trägt einen Titel, der so progressiv wirkt, wie es mancher dem Genre Kinderfilm kaum zutraut: Blöde Mütze! Im Mittelpunkt steht der 12-jährige Martin. Er zieht mit seinen Eltern in eine neue Stadt. Weil er einen Tick kleiner ist als seine Mitschüler und immer ein Käppi trägt, nennen ihn bald alle nur noch „Blöde Mütze“. Wie er aus dem Albtraum eines jeden Jugendlichen wieder herauskommt, zeigt Regisseur Johannes Schmid realitätsnah und ohne Wink mit dem pädagogischen Zaunpfahl. Er verzichtet ganz auf Pseudo-Jugendsprache und meidet auch sonst
Klischees, die man gern an Schülerdasein, Außenseitertum und erste Liebe knüpft.“
(Susanne Hermanski, SZ extra)
„Mit temporeicher Handlung oder vordergründiger Action will Blöde Mütze! nicht punkten. Gefesselt ist der Zuschauer trotzdem, denn die Achterbahnfahrt der Beziehung zwischen den Hauptfiguren sorgt für eine hohe innere Spannung. Regisseur Johannes Schmid hat den Roman "Blöde Mütze!" seines Bruder Thomas Schmid liebevoll fürs Kino adaptiert. Er kann sich dabei auf drei ausgezeichnete junge Darsteller - Johann Hillmann, Konrad Baumann und Lea Eisleb - verlassen. Sie haben sensible Gesichter, denen sich die Kamera gerne nähert, und sie finden für das Gefühlschaos ihrer Figuren eine eigene Sprache. Die Familiensituation hat großen Einfluss auf die labile Freundschaft zwischen den Kindern, wie der Film auf realistische Weise zeigt. So können sich die jungen Zuschauer mit ihnen identifizieren. Dürfen sich verstanden fühlen.“
(Andreas Huber, Berliner Morgenpost, 24.04.2008)
„Dem jungen Münchner Kurzfilm- und Theaterregisseur Johannes Schmid ist mit seinem Kinodebüt Blöde Mütze! ein beeindruckender, lebensnaher Kinderfilm gelungen. Überbesorgte Eltern und andere, die mit ihrem eigenen Leben nicht so recht klar kommen, bereiten den drei Kids, die sich mit beginnender Pubertät herumschlagen, noch mehr Probleme. Mit Schwung und viel Einfühlungsvermögen erzählt der Film aus der durcheinander wirbelnden Gefühlswelt seiner drei jungen Leinwandhelden. Das Drehbuch verfasste Johannes Schmid gemeinsam mit Michael Demuth nach dem gleichnamigen Roman seines älteren Bruders Thomas Schmid. Der zeitlos anmutende und doch frische Tonfall des Kinderbuchs findet sich auch im Film wieder. Alle Charaktere sind sorgfältig und nie verzerrt gezeichnet. Die Kinderdarsteller überzeugen genauso wie die Erwachsenenschauspielerriege von Inga Busch bis Andreas Hoppe. Sommerliche Bilder vom geheimen Treffpunkt der Kinder, einem tümpeligen ehemaligen Badesee, verströmen Ferienlaune. Sie zeigen, irgendwie geht es immer weiter, wenn man Freunde findet, auf die man sich verlassen kann.“
(Ina Hochreuther, Stuttgarter Zeitung, 24.04.2008)
„Eigentlich kennt man einen solch berauschenden Applaus sonst nur von skandinavischen Kinderfilmen. Aber diesmal begeisterte ein deutscher Film die Zuschauer: Blöde Mütze! Zu Recht. Tatsächlich mutet der Film sehr schwedisch an. Die ländliche Gegend mit Seen und Dorfstraßen könnte gut im Norden liegen, und auch die blonden Haare von Silke alias Lea Eisleb tragen zu diesem Gesamteindruck bei. (...) Viele kleine, gut platzierte Pointen lockern die Geschichte auf, die Schauspieler machen ihre Aufgabe wunderbar und sehr professionell.“
(Lorenz Wünsch, 15 Jahre, Berliner Morgenpost)
„Blöde Mütze! erzählt wie diese drei total verschiedenen Kinder auf eine komische Art Freunde werden. ... Mit gefällt gut, dass alles ziemlich realistisch ist. ... Konrad Baumann hat Oliver sehr gut dargestellt. Man konnte richtig sehen und fühlen, dass er ein Kind spielt, das schon halb erwachsen ist. Den Liebesteil fand ich schon ein bisschen heftig. Ich kann nicht verstehen, dass man sich um ein Mädchen prügelt. Das ist wohl eher was für Leute, die elf Jahre und älter sind.“
(Florian Kriener, 10 Jahre, Der Tagesspiegel)
Vorbemerkung: Die Festival-Leitung von Generation Kplus innerhalb der Internationalen Filmfestspiele Berlin gibt bei jeder Vorstellung Fragebögen aus, die von Kindern ausgefüllt werden können. Hier einige Antwortbeispiele:
„Als die Kinder auf dem Bahnhof standen und der alte verrückte Mann ihnen begegnet ist. Und die Träume von Martin von der Frau aus der Werbung.“
„Als die Eltern von Martin Oliver auf dem Klo entdecken.“
„Der Schluss, die drei Freunde unter Wasser schwimmend und der Anfang, Fische im Aquarium.“
„Wie wichtig Freunde, überhaupt Kontakte sind.“
„Dass er Freunde gefunden hat.“
„Als Martin Oli vor dem Schulverweis ‚gerettet‘ hat und sie sich zum ersten Mal vertragen haben.“
„Als Martin von dieser Frau, die Werbung für Sonnenmilch macht, geträumt hat und dann Silke mit ihrem Fahrrad geklingelt hat.“
„Alle Szenen waren sehr gut dargestellt. Am besten, als Silke dem Martin den Stiel des Eises zurückgegeben hat mit der Aufschrift ‚Freunde?‘.“
„Als Martin Silke küssen wollte.“
„Als Martin doch ins Wasser gesprungen ist.“
„Als Silke in der Zeitschrift von Martin blättert und die Werbefrau sieht. Sie lacht ihn aus, erzählt ihm aber, dass sie selbst einen Star in ihrem Zimmer hat, leider nicht nackt‘.“
„Als sie das Fahrradrennen gemacht haben.“
„Als Martin Oliver die Zigaretten gab, die Oli am Anfang klauen wollte.“
„Als sie die Kassiererin am Kino davon überzeugen mussten, dass sie schon 16 sind.“
Als Martin Oliver hilft indem er sagt, dass er geraucht hätte. Diese Stelle gefällt mir, weil es zeigt, dass Martin Mitleid hat mit Oliver, obwohl Oliver gemein zu ihm war.“
„Meine Lieblingsstelle war, als Martin und Oli sich angefreundet haben, weil Martin sich für Oli eingesetzt hat (Zigaretten). Als Oli gleich gezeigt hat, dass er sich bedanken möchte und ihn in die Sportmannschaft gewählt hat.“
„Als Martin Oliver gesagt hat, du kannst bei mir schlafen.“
„Der ganze Film hat mir super gefallen.“
„Als Oliver seinen Vater angebrüllt hat, weil seine Mutter abgehauen ist, denn sie hat es nicht mehr ausgehalten. Außerdem ernährt er sich nur noch von Bier. Dann hat Olivers Vater ihn geschlagen und er ist abgehauen. Da hat man gemerkt, dass Oliver und sein Vater sehr verzweifelt sind.“
„Als Martin in den Fluss sprang, um nach Oli zu gucken, das beweist Mut und Freundschaft.“
„Als das Mädchen dem Martin das Riverpool gezeigt hat. Das war echt Vertrauen.“
„Ich fand alles gut, außer den Vater von Oliver, der hat mir nicht so gut gefallen, denn ich fand, der war ein etwas zu großer Penner.“
„Als Oli bei Martin gefrühstückt hat.“
„Ich fand alle Szenen cool. Auch der Film war genial.“
„Die Szene wo Silke und Martin ins Wasser springen, um Oliver zu finden. In dieser Szene sah man, was richtige Freundschaft auswirkt!“
„Als alle langsam Freundschaft geschlossen haben.“
„Der Moment, in dem Martin Oli aus der Patsche geholfen hat, als er vor dem Lehrer behauptet hat, er habe die Zigarette geraucht und nicht Oli. Das war sehr mutig von Martin.“
„Ich habe viel an meine eigene Klasse gedacht. Die meisten von uns halten zusammen. Für Martin war das schlimm, dass er niemanden kannte. Ich kannte auch niemanden, als ich auf meine jetzige Schule kam.“
„Ich musste an meine eigene Vergangenheit denken, als ich umgezogen bin, weil meine Eltern sich geschieden haben. Und daran, wie ich selbst neue Freunde gefunden habe.“
„Ich war wütend und traurig“.
„Ich hatte Sorge, dass noch irgendwas Schlimmes passiert. Außerdem haben sich meine Eltern auch getrennt. Das kenne ich also“.
„Dass sie zum Schluss alle zusammengehalten haben. Ich habe den Zusammenhalt zum Schluss und auch in dem Film sehr deutlich gespürt“.
„Ich musste an meinen Vater denken, weil ich auch oft auf ihn warten muss“.
„Daran, dass Eltern denken und vorgeben, dass sie wüssten, wie ihre Kinder ticken und wie sie fühlen. Aber in Wirklichkeit wissen sie gar nichts und wollen nur ihre heile Welt erhalten und sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt“.
„Ziemlich viel in dem Film war ja dramatisch und Oliver und „Blöde Mütze“ haben sich am Anfang nicht gerade gut verstanden, und dann hab ich schon manchmal gedacht (und gefühlt): ‚Wann merken sie denn endlich, wie ähnlich sie sich sind und dass sie sich brauchen?‘“.
„Dass jemand eben in jemanden verliebt war aber der nicht die gleichen Gefühle zeigt. (Kenn’ ich)“.
„Ich erinnerte mich daran, wie es mir vor einem Jahr ergangen ist. Ich kam neu nach Berlin in eine neue Schule, in eine neue Umgebung. Ich habe gefühlt, dass ich nicht der Einzige bin, der es schwer hat, in eine neue Umgebung zu kommen“.
„Dass es viele Familien gibt, die getrennt sind. Das ist nicht schön, meine Eltern sind auch getrennt“.
„Ich musste an die Freundschaft denken, die das Wichtigste überhaupt ist“.
„Ich fand es schön, dass die Kinder ‚normal‘ waren, so wie im richtigen Leben, und auch Probleme hatten“.
„Ich musste daran denken, dass ich auch heimlich in einen Jungen aus meiner Klasse verliebt bin“.
„Ich musste daran denken, dass nicht alle Kinder so tolle Eltern haben wie ich. Ich habe Freude gefühlt“.
„Der Film war sehr lebensnah. Und auch dass Oli und Silke einen Ort hatten, wo sie sich zurückziehen konnten. Dass Silke Martin ihr Versteck gezeigt hat, fand ich sehr nett. Das hat auch ein gewisses Vertrauen gezeigt. Ich hätte vielleicht die Geschichte mit der Sonnenölfrau etwas in den Hintergrund gestellt. Die Geschichte handelt ja eigentlich von der Liebe zu Silke und der Freundschaft zwischen Oli, Silke und Martin“.
„Ich fand gut, dass der Film nicht kitschig war, sondern realistisch“.
„Ich finde es zwar gut, dass der Film lustig war, aber alle hatten irgendwie Probleme. Aber ich hätte am Schluss noch gezeigt, ob Oli zu seinem Vater zieht und ob Silke und Martin ein Paar werden“.
„An der Machart hat mir gefallen, dass es traurige, lustige und peinliche Szenen gab“.
„Der Film hat mir gut gefallen, besonders dass man über ernste Themen auch mal lachen konnte. Ich würde jedoch Martins Gedanken an die ‚Sonnenmilchfrau‘ anders darstellen“.
„Ich finde, dass jemand mit Silke zusammen sein sollte, denn ich mag Happy End“.
„Es hat mir gefallen, welchen Blick die Kamera auf die Darsteller gerichtet hat“.
„Dass es bis zum Schluss spannend war“.
„Gut gefallen haben mir z.B. die Landschaftsaufnahmen und dass man bei jedem so ein bisschen den Eindruck der Gefühle bekommen hat. Anders gemacht hätte ich z.B. die Unterhaltung zwischen den Kindern. Mir und meiner Freundin kamen diese Szenen, die zu sehr aus der Sicht der Erwachsenen gemacht werden, etwas weltfremd vor. Vielleicht hätte das Lesen vom Drehbuch ein Kind übernehmen sollen!“
„Dass man manchmal etwas total Anderes erwartet hätte, so wie bei der Szene mit dem Kuss zwischen Martin und Silke. Diese Geschichte ist für viele Kinder bestimmt auch Realität. Außerdem ist es eine sehr originelle Idee“.
„Der Film erzählt vom wahren Leben. Und es ist nicht so ein Hollywood-Film, wo immer alles gut wird“.
„Martin hat ja die Zigaretten geklaut. Ich hätte es besser gefunden, wenn er die Zigaretten wieder zurückgebracht hätte“.
„Es war verständlich das Thema um das es ging. Viele Probleme, alles was ich kenne aus der Schule. Das Ende war offen, das finde ich immer nicht so gut“.
„Der Ort, wo der Film gedreht wurde, hat mir sehr gut gefallen. Ich fand zwar, dass Martin und Oliver gut gespielt haben, aber ich fand, es waren zu große Altersunterschiede, das hat man im Film gesehen“.
„Dass man auch mal einen Film über Probleme von Kindern gemacht hat“.
„Die Musik hat die Handlung toll unterstützt“.
„Mir hat besonders gefallen, dass sich ein Mädchen mit zwei Jungen angefreundet hat. Das ist in der Wirklichkeit nicht so. Da freunden sich nur Mädchen oder nur Jungen miteinander an“.
„Ich hätte den Kindern modernere Namen gegeben. Silke, Martin und Oliver heißen eigentlich nur Eltern und nicht Kinder. In Wirklichkeit hätte Silke auch nicht solche Klamotten getragen. Sonst war der Film aber toll!“
„Dass er genau so weitermachen soll und weiterhin nur gute Filme so wie Blöde Mütze!“
„Der Film war sehr interessant. Man konnte oft lachen, und ich hoffe, es werden mehr solche Filme gemacht“.
„Toll gemacht und geniale Schauspieler (vor allem die Kinder). Sehr lebhaft dargestellt. Ich konnte mich wirklich gut in die verschiedenen Charaktere hinein versetzen“.
„Also ich finde, dass der Film schon zeigt, dass manche Kinder eben Probleme mit ihren Eltern haben, und ich finde auch gut, dass es gezeigt wurde“.
„Ich fand den Film sehr, sehr gut, bis auf dass Silke mit einem der beiden Jungs zusammenkommen sollte, aber so stand es bestimmt im Roman. Ich finde, es sollte eine Fortsetzung geben!“
„Der Film war Klasse. Wenn es eine Fortsetzung geben sollte, wäre das super!!“
„Ich finde es schön, dass der kleine Bruder des Autors das Buch verfilmt hat“.
„Was hat Martin für ein Buch gelesen? Ich finde es nicht so gut, dass die Werbefrau lebendig wird. Hat das was mit Pubertät zu tun?“
„Ich finde, dass dieser Film sehr gelungen ist. Es war schön, ihn zu sehen! Großes Lob!“
„Der Film hat mir sehr, sehr gut gefallen. Ich würde mich freuen, wenn es einen zweiten Teil geben wird. Und noch ein super großes Lob an die Hauptdarsteller, denn sie haben ihre Rolle super gespielt!!! Weiter so!!!‘“
„Er war sehr spannend“
„Mir hat der Film gut gefallen und ich fand, dass die Schauspieler gut ausgesucht worden sind“.