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Bundesverband Jugend und Film e.V. - DVD-Edition - Durchblick Filme - www.durchblick-filme.de

Durchblick 14+ – Nacht und Nebel – Alain Resnais – Frankreich 1955 – 30 min.

Arbeitsvorschlag: NS-Gedenkorte – sich erinnern und wozu?

Siehe auch: „NS-Gedenkstätten – kulturelle Einrichtungen des Opfergedenkens, der historischen Dokumentation und des historisch-politischen Lernens“.

Die Aufnahmen von den einstigen Orten des Terrors in Auschwitz und Majdanek sind im Film von zentraler Bedeutung. Sie wurden Mitte der 1950er Jahre in Farbe gedreht, da sie das „heute“ repräsentieren. Der Filmemacher sucht in der Landschaft und dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers nach der „Gegenwart von Auschwitz“. Der Kommentar verdeutlicht diese Suche für den Zuschauer. So heißt es zu den Bildern der verlassenen Schienen in Auschwitz-Birkenau: „Dieselbe Bahnstrecke heute: Tageslicht und Sonne. Langsam schreitet man sie ab – auf der Suche wonach? Nach einer Spur der Leichen?“

Der folgenden Arbeitsvorschläge sollen dazu anregen, sich ausgehend von dem Film mit der Bedeutung von NS-Gedenkorten heute auseinanderzusetzen. In einem ersten Schritt werden die Aufnahmen des ehemaligen Lagergeländes von Auschwitz und Majdanek analysiert, in einem zweiten Schritt werden Fragen für die Vorbereitung eines Gedenkstättenbesuches vorgestellt.

Anleitung für Schülerinnen und Schüler

Die Gegenwart der Konzentrationslager

Auf der DVD-Video-Ebene findet man unter der Rubrik „Filmausschnitte“ diejenigen Filmsequenzen, auf denen die Aufnahmen der ehemaligen Lager Auschwitz und Majdanek zu sehen sind. Sehen Sie sich die Filmausschnitte an und finden Sie heraus, welche Bedeutung die Aufnahmen von der Landschaft, dem Gelände und den verlassenen Gebäuden jeweils haben. Nehmen Sie dazu auch den Text des Filmkommentars zur Hilfe (s. Text „Kommentar“)

Auf der folgenden Seite finden Sie ein Arbeitsblatt, das Sie für die Analyse der Filmabschnitte verwenden können. Sie können sich gemeinsam (oder in Arbeitsgruppen) den Ausschnitt ansehen und folgende Fragen besprechen. Am besten ist, Sie sehen die Ausschnitte zuerst ohne Ton und dann mit Ton an:

Was ist auf den Aufnahmen zu sehen? Welche Atmosphäre vermitteln die Bilder? Welche Gedanken, Gefühle oder Assoziationen lösen die Bilder bei Ihnen aus?

Welche Gedanken, Fragen, Gefühle vermittelt der Kommentar? Wer wird mit dem Kommentar direkt angesprochen?

Inwiefern verbinden die Bilder „Vergangenheit“ und „Gegenwart“? Was ist mit den „Spuren“ der Vergangenheit in den einzelnen Filmausschnitten gemeint?

Inwiefern geht es in den Ausschnitten um ein Gedenken an die Opfer und ein Nachdenken über Schuld und Verantwortung?

Der Film wurde zehn Jahre nach Kriegsende gedreht. Heute sind es über 60 Jahre nach Kriegsende. Gilt das, was im Film über „Spuren“ der NS-Verbrechen gesagt wird, heute noch?

Waren Sie schon einmal an einem ähnlichen Ort? Wie sehen Orte ehemaliger Konzentrationslager heute aus? Warum besucht man heute Gedenkorte? Inwiefern könnte man den Film als „virtuellen“ Gedenkort bezeichnen?

Wenn Alain Resnais heute einen Film zum Thema drehen würde, welche Möglichkeiten hätte er, um die „Spuren der Vergangenheit“ darzustellen?

Arbeitblatt „Die Gegenwart der Konzentrationslager“

Suchen Sie zuerst einen Filmausschnitt aus der Rubrik „Gegenwart der Konzentrationslager“ auf der DVD-Video-Ebene aus.

Um die Szene zu charakterisieren, kopieren Sie ein Standbild aus dem Ausschnitt auf das Arbeitsblatt (entweder über die Funktion „Snapshot“ der PC Software oder über die Fotogalerie (Rubrik auf der DVD-Video-Ebene) und suchen Sie einen passenden Abschnitt aus dem Kommentar aus.

Besprechen Sie dann gemeinsam den Filmausschnitt anhand der vorgeschlagenen Fragen.

Am Ende können Sie die Ergebnisse der Arbeitsgruppen miteinander vergleichen. Warum wurden etwa unterschiedliche Bilder und Kommentare ausgewählt?

Ausgewähltes Bild aus der Szene

 

 

Ausgewählter Kommentar aus der Szene

 

 

Wichtige Ergebnisse der Diskussion des Filmausschnittes

 

 

Wie könnten heute die „Spuren der Vergangenheit“ dargestellt werden?

 

 

 

Besuch einer KZ-Gedenkstätte

Gedenkstätten wurden an den historischen Orten von Konzentrationslagern errichtet, um an deren Geschichte zu erinnern und den Opfern zu gedenken. Oft finden sich auf dem Gelände noch Spuren des einstigen Lagers, einzelne Gebäude oder Teile davon. Historische Ausstellungen informieren über die Geschichte des Konzentrationslagers und darüber, wie der Alltag der Häftlinge damals ausgesehen hat. Man erfährt dort auch mehr über die Lebenswege der einstigen Häftlinge.

Gedenkstätten sind Friedhöfe, an denen derer gedacht wird, die dort gestorben sind. Sie starben aufgrund des Terrors der SS-Wachmannschaften wie auch an Hunger, Entkräftung und Krankheiten. An den Gedenkorten finden sich unterschiedliche Formen des Gedenkens, künstlerisch wie auch religiös gestaltete Mahnmale oder Gedenksteine.

Der Besuch eines solchen Gedenkortes kann mit Ängsten und Unsicherheiten verbunden sein. Die Verbrechen sind schwer vorstellbar und man hat Angst vor der Konfrontation mit den dort verübten Gräuel. So ist es wichtig, vor dem Besuch über Ängste und Erwartungen zu sprechen:

Welche Erwartungen stellen wir an den Besuch? Welche Themen interessieren uns besonders? Welche Fragen haben wir?

Nachdem die Erwartungen formuliert und besprochen wurden, sollte der Besuch thematisch vorbereitet werden. Dies kann mittels Gruppenrecherche geschehen. Ein Tipp hierzu sind die Websites mit historischen Informationen und pädagogischem Material der größeren Gedenkstätten. Diese können von den Schülern für die Vorbereitung genutzt werden.

Thematische Ansatzpunkte auf der DVD finden sich in der Darstellung des Lageralltags im Film wie auch den Hintergrundinformationen auf der DVD-ROM Ebene („Häftlingskategorien“, „Das System der Konzentrationslager“, „Zeitzeugnis: Aba Naor“).

Die Gruppen stellen dann die Ergebnisse ihrer Recherche vor. Hier einige Fragen zur Vorbereitung:

Was wissen wir über den Gedenkort und seine Geschichte?
Warum wurden dort Menschen eingesperrt?
Warum wurde das Konzentrationslager errichtet und wie lange hatte es bestanden?
Was wusste die umliegende Bevölkerung?
Wurden die Täter zur Verantwortung gezogen?
Was geschah mit den Überlebenden?
Was bedeutete es, in einem Konzentrationslager eingesperrt gewesen zu sein?
Was erfahren wir hierüber aus dem Film und vom Zeitzeugen Abba Naor?

 

Arbeitsblatt – Vorbereitung eines Gedenkstättenbesuches

Unsere Befürchtungen und Erwartungen

 

 

Was interessiert uns über die Geschichte des Lagers und des Gedenkortes?

 

 

Was erfahren wir von Abba Naor und im Film über den Häftlingsalltag in einem Konzentrationslager?

 

 

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