
Durchblick 10+ – Rot wie der Himmel – Cristiano Bortone – Italien 2006 – 96 min
Der Film stellt die Welt der Klänge und Geräusche, das Hören, ins Zentrum seiner Handlung. Somit bietet er natürlich einen ausgezeichneten Anknüpfungspunkt für die unterschiedlichen Variationsmöglichkeiten, die es gibt, um eine Geschichte zu erzählen.
Insbesondere im Deutsch- aber auch im Kunst- und Musikunterricht sollten Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit bekommen, zu lernen, wie sie sich auf vielfache Art und Weise ausdrücken können.
Ein weiterer Aspekt ist die unterschiedliche Form, mit der verschiedene Medien Geschichten erzählen können. Am Beispiel des Filmes wird mit Hilfe von analytischen Betrachtungen und / oder eigenständigen Umsetzungen das Wissen über mediale Erzählweisen und erzählende Techniken – vom Lesen eines Textes / der mündlichen Erzählung über eigene Darstellungsmöglichkeiten bis zur audio-visuellen Gestaltung – erweitert und vertieft.
Der Film kann hier als Basis dienen, um sich mit den unterschiedlichsten Aspekten des Themas zu befassen – von der Beschäftigung mit Braille, der Schrift für Sehbehinderte und Blinde, bis zur Darstellung einer kleinen Geschichte mittels:
Hierzu sollte eine Szene des Filmes oder ein Märchen, das dem ähnelt, welches im Film erzählt wird, in kleinen Gruppen mit jeweils unterschiedlicher Aufgabenstellung erarbeitet und im Klassenplenum abschließend vorgetragen oder vorgeführt werden. Ältere Schülerinnen und Schüler können außerdem die Ergebnisse ihrer Erarbeitung dokumentieren, daraus Plakate für den Klassenraum herstellen und so einen Überblick der Ausdrucksmöglichkeiten schaffen. Dies ist auch eine gute Übung für die Beschreibung gestalterischer Ausdrucksmittel.
„Rot wie der Himmel“ eignet sich auch auf besondere Weise, um die unterschiedlichen Möglichkeiten zu vergleichen, wie man etwas erzählen kann. Weil im Film geschildert wird, wie Mirco eine kleine Geschichte mit Hilfe von Tönen erzählt, bietet es sich an, im Unterricht Vergleiche über Stilmittel, Gestaltungsmittel, dramaturgische Mittel, Stimmen, etc. anzustellen. Die Schülerinnen und Schüler können am Beispiel eines Kapitels die genutzten Mittel der Darstellung herausfiltern und sie mit den Möglichkeiten anderer Medien vergleichen:
Was muss beim Schreiben / mündlichen Erzählen einer Geschichte beachtet werden? Das Kapitel kann nacherzählt werden – wobei Dinge, die im Film zu sehen sind, oder Stimmungen, die über die Musik transportiert werden, bei der Erzählung ebenfalls bedacht werden müssen.
Was ist bei der Herstellung eines Hörstückes wichtig? Welche Möglichkeiten bietet das Medium, welche Probleme muss man lösen, wenn man eine Geschichte für die Ohren erzählt? Die Schülerinnen und Schüler können selbst austesten, ob ihre Darstellungsideen dem Medium gerecht werden, indem sie ein kleines Hörstück aufnehmen.
Wie werden darstellerische Schwierigkeiten bei der Herstellung einer Fotostory / einer Bildgeschichte gelöst? Wie werden hier Inhalt und Stimmung dargestellt? Worin ähnelt die Form der Darstellung beispielsweise der Pantomime? Im Unterricht kann dies entweder durch die Herstellung einer eigenen Bildergeschichte oder durch eine szenische Darstellung mit und ohne Dialoge ausprobiert werden.
Welche Möglichkeiten hat die audio-visuelle Erzählform? Worauf muss dabei besonders geachtet werden? Die Schülerinnen und Schüler können sich in diesem Zusammenhang eine Schlüsselszene des Filmes mehrfach ansehen und daraus eine Drehbuchszene schreiben. Anschließend können sie auf der Basis dieses Beispiels eine eigene kleine Szene in Drehbuchform bringen. Das Arbeitsblatt 1 gibt hier weitere Anregungen.