zum Anfang des Inhalts
Bundesverband Jugend und Film e.V. - DVD-Edition - Durchblick Filme - www.durchblick-filme.de

Durchblick 10+ – Rot wie der Himmel – Cristiano Bortone – Italien 2006 – 96 min

Medienkompetenz – Der Ton im Film

Film ist ein noch junges Medium – es hat sich vor erst etwa 110 Jahren aus der Fotografie entwickelt. Die Geschichte des Filmes ist jedoch deutlich älter, denn lange vor dieser Zeit experimentierten Jahrmarktkünstler und andere gestalterisch veranlagte Menschen mit Versuchen, Bilder in Bewegung zu setzen. Immer wieder wurden entscheidende Impulse gesetzt – vom Schattenspiel bis zur Laterna Magica – und all diese Impulse bezogen die „Vertonung“ mit Hilfe von Sprache, Geräuschen oder Musik bereits ein.

Bis der erste Tonfilm über die Leinwand flimmern konnte, vergingen seit der Erfindung der Kameraaufnahmen noch einmal etwa 40 Jahre. Das Hauptproblem war die Verbindung von gleichzeitiger Bild- und Tonaufnahme – die Synchronität.

Nachdem die technischen Schwierigkeiten gelöst waren, entwickelten sich die gestaltenden Mittel des Tonfilms relativ schnell. Denn die Wirkung des Tones spielt für die Wirkung des gesamten Filmes eine große Rolle. Nach einem Filmbesuch oder dem Ansehen eines Films erinnern sich viele Zuschauer zwar eher an die Gestaltung der Bilder als an die akustischen Feinheiten, bei näherer Betrachtung wird die Bedeutung des Tones für das Filmerlebnis – insbesondere für das emotionale Erleben – deutlich.

Ton wird folglich – genau wie die Bilder – sorgfältig ausgestaltet. Üblicherweise besteht der Filmton aus folgenden Elementen:

Die Zusammenstellung all dieser Tonelemente ist die Hauptaufgabe des Tongestalters (Sound Designers) und der Tontechniker. Sie findet in der Mischung statt und gibt dem Film in manchen Szenen noch einmal eine neue, vertiefende Richtung.

Auf der Video-Ebene der DVD veranschaulichen Filmausschnitte Berufe und Tätigkeiten rund um den Filmton. Mit Hilfe des Arbeitsblattes 5 können die Schülerinnen und Schüler diese Tonelemente kennen lernen und anhand des Filmes überlegen, welche Tonelemente in einer Szene enthalten sind.

Anregungen für die Herstellung von Geräuschen mit einfachen Mitteln enthält das Arbeitsblatt 7.

Herstellung eines Hörstückes

Der Lerneffekt durch selbst gemachte Erfahrungen ist in der Regel höher als die reine Anschauung. Deshalb bietet es sich in Zusammenhang mit dem Einsatz von „Rot wie der Himmel“ an, gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern ein kleines Hörstück aufzunehmen. Der Film zeigt anschaulich, wie Kinder diese Aufgabe bewerkstelligen können und dürfte eine gute Motivationshilfe sein.

In der Praxis können – je nach Größe und Alter der Gruppe – alle Schülerinnen und Schüler an jedem Schritt beteiligt sein oder in Gruppenarbeiten einzelne Elemente herstellen, die später für die Aufnahme zusammengestellt werden.

Inhaltlich kann eine Szene des Filmes, ein kurzes Märchen oder eine eigene Idee verarbeitet werden.

Benötigt werden

Im ersten Schritt wird die Geschichte in eine Erzählform für die Ohren gebracht. Dazu werden gemeinsam Ideen gesammelt, wie der Inhalt akustisch umgesetzt werden kann.

Vielleicht ist es zur Ideenfindung nützlich, sich die Ideen von Mirco und seinen Freunden noch einmal in Ruhe anzusehen.

Wenn die notwendigen Teile der Aufnahmen feststehen, werden die Rollen verteilt.

Die Schülerinnen und Schüler werden bald merken, dass Arbeitsteilung und Teamarbeit die wichtigste Grundlage bei der Herstellung von Medienprodukten ist.

Während der Produktion ist es wichtig, dass alle Beteiligten sich für das Produkt zuständig und verantwortlich fühlen. Auch wer gerade nichts zu tun hat (ein alltäglicher Zustand bei realen Filmproduktionen) muss aufmerksam und innerlich beteiligt sein. Vielleicht kann jemand, der längere Zeit zuschauen müsste, schon etwas für die nächste Aufnahme vorbereiten.

Die Aufnahmen werden nacheinander „abgearbeitet“ und dokumentiert. Sobald ein zusammenhängendes Stück fertig ist, kann es abgespielt werden. So merken die jungen „Hörstück-Produzenten“ auch rechtzeitig, ob etwas noch einmal aufgenommen werden muss – beispielsweise, weil niemand bemerkt hat, dass vor dem Fenster ein LKW vorbeigerattert ist und die Aufnahme verdorben hat.

Wenn das Hörstück fertig ist, können für jeden Schüler und jede Schülerin CDs gebrannt werden, damit sie ihre Produktion mit nach Hause nehmen können. Auch eine akustische Vorführung im Klassenraum (vielleicht abgedunkelt) ist ein geeigneter Abschluss.

 

Zum Ausdrucken:

Download dieser Seite im PDF-Format - Rechte Maustaste: Ziel speichern ... PDF-Dokument