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Durchblick 10+ – Rot wie der Himmel – Cristiano Bortone – Italien 2006 – 96 min

Arbeitsblatt 5 – Film und Ton

Achtung: TON LÄUFT

TONAUFNAHMEN

„Rot wie der Himmel“ erzählt die Geschichte von Mirco Mencacci – einem Filmhelden, den es wirklich gibt. Der italienische Tongestalter sorgt bei italienischen Filmen seit vielen Jahren für einen guten Ton.

Weißt du, welche unterschiedlichen Arten von Tonaufnahmen es bei einem Film gibt? Hier bekommst du einen kleinen Überblick:

Atmo So nennt man die Tonaufnahme von der ATMOsphäre am Schauplatz der Handlung. Die Stimmung, die man hört, ist auf dem Bahnhofsvorplatz anders als im Bahnhof drin und am Meer hört man vollkommen andere Töne als in einer Schule. Jeder Ort hat seine eigenen Klänge.
O-Ton „O“ ist die Abkürzung für „Original“. Zum O-Ton gehören Sprache und Geräusche, die direkt beim Drehen aufgenommen werden. Auch wenn die O-Töne in manchen Filmen später gar nicht mehr zu hören sind, weil man im Studio neue Töne für den Film aufgenommen hat – man braucht sie, um zu wissen, was am Ort der Handlung zu hören war.
Dialoge Ein Gespräch zwischen zwei Figuren des Films nennt man Dialog. Oft werden Dialoge nach den Dreharbeiten in einem Studio noch einmal vertont.
Geräusche Kein Pferdegetrappel klingt in der Natur so laut und deutlich wie im Kinofilm. Da hatte ein Geräusche­macher seine Finger im Spiel: Er stellt – ähnlich wie Mirco im Film – im Studio bestimmte Klänge mit alltäglichen Gegenständen her. Obwohl die Töne keine natürliche Lautstärke haben, wirken sie echt.
Musik Musik kann die Stimmung in einem Film und damit die Gefühle der Zuschauer sehr stark beeinflussen. Sie kann gruselig klingen, traurig, lustig – je nachdem, was das Publikum fühlen soll. Viele Musikstücke werden für die Filmszenen eigens komponiert, andere gibt es schon und ihr Ausschnitt wird den Filmbildern nur noch angepasst.
Off-Ton Sprache oder Geräusche, bei denen man im Film nicht sieht, woher sie kommen, nennt man Off-Töne. Dazu gehören nicht nur „lautes Denken“ und vorgelesene Briefe, sondern auch Gespräche aus dem Nebenraum oder Geräusche, die man deutlich von draußen hört.

 

Übrigens: Auch für Trickfilme braucht man all diese Tonaufnahmen.

 

 

Achtung: TON LÄUFT

Vom Stummfilm zum Tonfilm

Die Leute, die vor etwa 125 Jahren den Film erfanden, waren erst einmal froh, dass es ihnen gelang, „bewegte Bilder“ herzustellen. Als die ersten Filmemacher die dazu notwendigen technischen Tricks so weit entwickelt hatten, dass die Bilder ohne allzu großes Ruckeln auf der Leinwand „liefen“, wollten sie gern mit dem neuen Medium spannende Geschichten erzählen. Wie aber erzählt man eine Geschichte, ohne dass das Publikum etwas hören kann?

Zwischentitel. Zum Vergrößern bitte anklicken!Eine Möglichkeit ist eine Art Pantomime. Die Schauspieler waren darin sehr geschickt. Bei einem Streit oder einer Liebesszene setzten sie ihre Körpersprache überdeutlich ein, damit der Zuschauer auch ohne Worte verstand worum es ging.

Eine andere war, wichtige Informationen auf Texttafeln zu schreiben und aufzunehmen. Darauf standen Dinge wie „Bald darauf im Wald“ oder „Aua!“ oder „Ich liebe dich doch so.“ Die Sätze mussten natürlich kurz sein, denn ein Film ist ja kein Buch.

 

Stummfilm: Ein Film ganz ohne Ton – kannst du dir vorstellen, wie das ist? Im Kinosaal hörst du nur die Geräusche, die die Zuschauer selbst machen? Das fanden auch die frühen Filmemacher schade. Da sie technisch nicht wussten, wie es gehen kann, sorgten sie im Kinosaal selbst für „Tonfilm“. Während auf der Leinwand Reiter über die Prärie galoppierten, klopfte jemand vor der Bühne rhythmisch mit den „Hufen“.

Filmorchester. Zum Vergrößern bitte anklicken!Auch Filmorchester hatten in der Stummfilmzeit viel zu tun. Abend für Abend spielten sie tragische, lustige, spannende oder gruselige Musik, die extra zum Film komponiert wurde, direkt im Kino.

Natürlich gab es auch schon Tonaufnahmen und die Erfinder arbeiteten daran, eine Möglichkeit zu finden, Filmbild und Filmton gleichzeitig aufzunehmen. Die ersten Versuche waren eher lustig: Es gelang nur selten den Ton des Films gleichzeitig mit dem Bild abzuspielen. Dadurch verrutschten die Töne und das hatte eine sehr komische Wirkung. Erst als es gelang, Ton und Bild gleichzeitig aufzunehmen und wieder abzuspielen, begann die Zeit des Tonfilms.

 

 

Achtung: TON LÄUFT

Berufe für den Filmton

Bilder und Töne gehören bei Filmen heutzutage unbedingt zusammen – oder kannst du dir einen Film ohne Geräusche, Gespräche oder Musik vorstellen? Die Leute, die Töne aufnehmen, an die Bilder anpassen und schließlich aus den Bildern und Tönen eine Gesamtkomposition erstellen, haben wichtige Berufe beim Film.

 

Bevor der Filmdreh losgeht, entwickeln Tongestalter (englisch: Sound Designer) gemeinsam mit dem Regisseur ein Gesamtkonzept für den Ton des Films: Sie denken sich passende Stimmungen aus, überlegen sich, welche Geräusche besonders hervorgehoben werden sollten, welche Art von Musik zu der Handlung passt und wie das alles zu einem harmonischen Ganzen zusammengefügt werden kann. Nach den Dreharbeiten setzen sie dann ihre Ideen mit den aufgenommenen Tönen für den Film bei der Mischung um.

 

Tonmeister sind bei den Dreharbeiten vor Ort und nehmen die O-Töne für den Film auf. Sie müssen sehr genau hinhören und darauf achten, dass später nur das zu hören ist, was zum Bild auch passt. Vor allem an „Originalschauplätzen“ ist das wichtig, damit die Atmo später zur Geschichte passt (quietschende Bremsen können eine Filmstimmung sehr stören…).

 

Foley Artists – so werden Geräuschemacher in den USA genannt. Der Amerikaner Jack Donovan Foley gilt nämlich als Erfinder der Zusatztöne, die im Film für große Wirkung sorgen. Geräuschemacher vertonen bestimmte für den Film wichtige Geräusche nach. Zum Beispiel das Zuschlagen einer Tür. Oder das Heulen des Sturms. Oder Schritte im Schnee. Oft sind es Klänge, die beim Drehen (oder auch im alltäglichen Leben) gar nicht so deutlich zu hören sind.

Geräuschemacher benutzen bei ihrer Arbeit die seltsamsten Dinge: Knisterpapier und Babyrasseln, leere Kokosnusshälften und Lederbänder, Suppenkellen und vieles mehr.

 

Komponisten und Musiker spielen für den Klang eines Filmes natürlich eine ganz besonders Rolle. Sie schauen sich den fertig geschnittenen Film an und überlegen, welche Klänge, Melodien und sonstigen Sounds die Stimmung der Bilder richtig treffen, die Gefühle betonen und die Wirkung verstärken. Laute Paukenschläge in Liebesszenen oder sanfte Geigenklänge bei einem Ritterturnier würden bestimmt etwas seltsam wirken.

 

Toningenieure geben zum Abschluss bei der Tonmischung jedem Geräusch, jedem Wort und jedem Klang die passende Lautstärke. So können die Gespräche nicht im Klappern von Tassen untergehen und der leiseste Seufzer ist auch noch gut zu hören.

 

Achtet beim Filmsehen doch einmal auf die unterschiedlichen Töne.

Könnt Ihr sie auseinanderhalten?

 

 

Achtung: TON LÄUFT

Versuch doch mal, mit den Ohren zu sehen

Schließe mal kurz die Augen und lausche auf die Töne um dich herum. Dein Gehirn wird dir aus den verschiedenen Klängen ganz schnell innere Bilder und Fantasien zaubern. Denn es ordnet die Töne Situationen zu, die du bereits kennst. Solche inneren Bilder können übrigens auch aus Filmen stammen. Oder aus deiner Vorstellungswelt.

Nicht nur bei Geräuschen, auch bei lustigen Melodien oder Gruselklängen fängt das Gehirn gleich an zu arbeiten. Siehst du zum Beispiel, wie jemand die Straße entlanggeht und du hörst dazu flotte Musik, dann glaubst du, dass die Person es eilig hat, dass sie sich freut oder dass sie gute Laune hat. Hörst du stattdessen eine tiefe, langsame Melodie, erscheint dir die Person traurig und bedrückt. Bei Gruseltönen erwartest du, dass gleich etwas Erschreckendes auftaucht und bei einem Posaunenorchester rechnest du mit einer Parade, die fast schon um die Ecke biegt.

Du merkst meistens gar nicht, dass dich die Musik des Films auf solche Gedanken bringt. Dabei werden – auch ganz ohne Film – Melodien immer so gestaltet, dass sie im Kopf des Hörers ganz bestimmte Bilder erzeugen. Vielleicht kennst du „Karneval der Tiere“ oder „Peter und der Wolf“. In beiden Stücken werden mit den Instrumenten und Melodien richtige Geschichten erzählt.

Erinnerst du dich, welche Art von Musik in diesen Szenen zu hören war? Begründe die musikalische Stimmung!

Screenshot. Zum Vergrößern bitte anklicken!__________________________________

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Fallen dir weitere Stellen ein, in denen Musik eine wichtige Rolle spielt?

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Achtung: TON LÄUFT

Welche Töne braucht ein Regisseur für eine Verfolgungsjagd?

Stell dir vor, du wärst der Sound-Designer eines Filmes und müsstest die Töne für eine Verfolgungsjagd aufnehmen. Die Szene spielt im Hafen. Zwei Autos rasen heran, die Fahrer springen aus den Wagen und laufen durch den Hafen. Der Verfolgte rennt auf ein Schiff und dort die Treppe hinauf, der Verfolger ist ihm immer dicht auf den Fersen. Was brauchst du für die passende Ton-Stimmung?

Was für eine Atmo wird benötigt?

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Welche Geräusche müssen deutlich zu hören sein?

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Welche Geräusche sollten besonders betont werden?

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Was rufen die Personen vielleicht?

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Welche Musik stellst du dir schließlich für diese Verfolgungsjagd vor?
Welche Instrumente fallen dir dafür ein?

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Hast du noch mehr Ideen für einen spannenden Ton?

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Wusstest du schon…
…, dass die Filmmusik oft den gezeigten Bewegungen im Filmbild folgt? Klettert jemand nach oben, gehen die Töne hoch, steigt er hinab, werden die Töne tiefer. Diese Art von Musik nennt man auch Mickey Mousing, weil sie zuerst in Zeichentrickfilmen verwendet wurde.

 

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