Bundesverband Jugend und Film e.V. - DVD-Edition - Durchblick Filme - www.durchblick-filme.de

Durchblick 4+  –  Von Fabelwesen und anderen Tieren  –  Christina Schindler

Methodische Vorschläge zum Einsatz der Trickfilme von Christina Schindler

Einsatzbereiche: Elementarerziehung, Grundschule, Eltern-Kind-Gruppen, Aus- und Fortbildung, Sekundarstufe I - „Aus-Flug“: Fabel; „Anders-Artig“: Ausgrenzung.

Themenstichworte: Fantasie, Sprache, Freundschaft, Abenteuer, Medienpädagogik, Träume (Nachts sind alle Katzen bunt), Umwelt/Abfall/Großstadt (Rinnsteinpiraten), Zugvögel (Zugvögel), Fabel (literarische Gattung/Aus-Flug), Ausgrenzung, Minderheiten (Anders-Artig).

Fächerzuordnung: Deutsch, Mensch-Natur-Kultur, Religion, Kunst, Musik.

 

Vorschlag: Filmanalyse – Filmgespräch, Fantasiefiguren.

Für die Filmanalyse stehen folgende Materialien zur Verfügung: „Werkschau Christina Schindler“, „Trickfilmwerkstatt“, „Bildergalerie“, Arbeitsvorschlag „Fantasiefiguren“.

Die folgenden Vorschläge können variiert angewandt werden, entweder nur bezogen auf einen Film der Werkschau oder der Aspekt wird im Vergleich der Filme miteinander untersucht. So sind die didaktischen Hinweise, die sich auf einen Film beziehen, beispielhaft zu verstehen und können ohne weiteres auf andere Filme der Werkschau übertragen werden.

Filmgespräch: Zum Einstieg empfiehlt sich die Auseinandersetzung mit ausgewählten Schlüsselszenen des Films. Die Schülerinnen und Schüler sollten sich zuerst überlegen, welche Szene sie am interessantesten fanden. Dann wählen sie ein entsprechendes Szenenbild aus. Die Szenenbilder können auch über die DVD-Software (Funktion ‚Frame speichern’) gespeichert und ausgedruckt werden. Wenn sie kein passendes bei den ausgedruckten Szenenbildern finden, können sie es selbst skizzieren. Jede ausgewählte Szene wird dann vorgestellt. Mögliche Fragen dazu wären: „Was ist in der Szene passiert? Warum fand ich die Szene besonders interessant? etc. Die Szenen-Kommentare können anschließend schriftlich dokumentiert und die Szenen in ihrer chronologischen Abfolge angeordnet werden.

Analyse der Fantasiefiguren: Hier steht die Gestaltung und Charakterisierung der Trickfiguren im Vordergrund. Hierzu gibt es verschiedene Arbeitsvorschläge. Bei „Fantasiefiguren“ geht es bei der Bildbeschreibung um die Eindrücke, Assoziationen und Beobachtungsgabe der Kinder; bei dem Arbeitsvorschlag „Trickfilmwerkstatt/Farbbestimmung können die Trickfiguren in „Anders-Artig“ nach ihrer Farbgebung analysiert werden; beim Arbeitsvorschlag „Anders-Artig“ geht es um das Verhalten der Trickfiguren.

Filmmusik und Geräusche/Zugvögel: Hier könnte in Verbindung mit dem Musikunterricht die musikalischen Motive der Musik analysiert werden. Als Einstieg empfiehlt sich die Station „Filmton“ in der „Trickfilmwerkstatt“. Mit dem Arbeitsvorschlag „Zugvögel“ kann ein „Klangorchester“ mit den Kindern aufgeführt werden.

 

Vorschlag: Trickfilmwerkstatt

Hier stehen folgende Materialien zur Verfügung: „Trickfilmwerkstatt“, Arbeitsvorschlag „Trickfilmwerkstatt“, Daumenkino- und Streifenkinovorlagen.

Die „Trickfilmwerkstatt“ auf der Video-Ebene zeigt, wie ein Zeichentrickfilm entsteht: er besteht aus Zeichnungen, die nacheinander auf einen Tricktisch gelegt werden. Die Kamera ist waagerecht darüber angebracht und in der Höhe verstellbar. Sie nimmt jede Zeichnung einzeln auf. Bei einem Puppentrickfilm werden die Figuren für jede Bewegungsphase neu eingestellt und Bild für Bild aufgenommen. Dabei entstehen für eine Filmminute 12 Bilder, die jeweils doppelt aufgenommen werden (24 Bilder/Sekunde). Um den „Trick“ zu verstehen, eignet sich das Ausprobieren von „Daumenkino“ und „Streifenkino“. In der Trickfilmwerkstatt gibt es noch mehr auszuprobieren: So kommt es auch auf die Farben und den Ton an. Die einzelnen Verfahren können mit den Kindern ausprobiert werden.

Hier finden Sie Vorschläge zu: Als die Bilder laufen lernten – Streifenkino und Daumenkino; Storyboard; „Stop and go“ Verfahren: Zeichentrick und Puppentrick; Farbgestaltung.

 

Vorschlag: „Fantasiefiguren und Fabelhafte Wesen“

Für die Auseinandersetzung mit diesem Thema stehen folgende Materialien zur Verfügung: „Fabelhafte“ Wesen der Fantasie, „Werkschau Christina Schinder“, Arbeitsvorschlag „Fabelhafte Wesen“.

Beim Arbeitsvorschlag „Fantasiefiguren“ stehen Bildanalyse und die Bestimmung des Zusammenhanges zwischen Gestaltungsmerkmalen und Charakteren der Fantasiefiguren im Mittelpunkt. Die Auswahl der Bilder dient nur als Anregung und kann auf weitere Bilder erweitert werden. Hier empfiehlt es sich, vorher die entsprechende Station in der „Trickfilmwerkstatt“ gemeinsam anzusehen und zu besprechen. Beim Arbeitsvorschlag „Fabelhafte Wesen“ sollen die Gestaltungsmerkmale der Fabel anhand zweier Beispiele herausgearbeitet und diese auf die Geschichte „Aus-Flug“ bzw. den Raben als Filmfiguren übertragen werden. Der Arbeitvorschlag könnte auch auf den Vergleich zwischen „Aus-Flug“ und „Anders-Artig“ ausgeweitet werden.

 

Vorschlag „Tiere als Vorbilder für Trickfiguren“

Für die Auseinandersetzung mit diesem Thema stehen folgende Materialien zur Verfügung: „Werkschau Christina Schinder“, „Trickfilmwerkstatt“, „Tiere als Vorlage für Trickfiguren“, Arbeitsvorschlag „Tiere als Vorbild“.

Hier werden zwei Exkursionen zur Tierbeobachtung vorgeschlagen: in den Zoo zu den Chamäleons und in die freie Natur zur Vogelbeobachtung. Dieses Thema eignet sich für Biologie bzw. das Kombinationsfach „Mensch/Natur“. Die Kinder sollen herausfinden, wie wichtig eine exakte Beobachtung und das Wissen über die realen Tiervorlagen ist, um die Trickfiguren zu gestalten und die Geschichte bspw. wie „Anders-Artig“ glaubhaft zu erzählen.

 

Vorschlag: „Nachts sind alle Katzen bunt“

Für die Arbeit mit dem Film stehen folgende Materialien zur Verfügung: „Werkschau Christina Schinder“, „Fabelhafte“ Wesen der Fantasie, Arbeitsvorschlag „Nachts sind alle Katzen bunt“.

Die Einsatzerfahrungen haben deutlich gemacht, dass bereits kleinere Kinder großen Spaß an den Trickfilmfiguren und den „Nonsense-Gedichten" haben. Etwas ältere Kinder machten sich gegenseitig auf Einzelheiten aufmerksam, viele malten spontan Bilder aus dem Film nach, andere begannen eigene Verse zu reimen, machten Sprachspiele. Der Film löste bei vielen Kindern spontane Reaktionen aus. Der Arbeitsvorschlag lädt ein zum Nachmalen, Reimen, Nacherzählen, eigene Geschichten – auch Träume – zu erzählen.

 

Vorschlag „Aus-Flug“

Für die Arbeit mit dem Film stehen folgende Materialien zur Verfügung: „Werkschau Christina Schinder“, „Trickfilmwerkstatt“, Arbeitsvorschlag „Trickfilmwerkstatt“, „Fabelhafte“ Wesen der Fantasie, Arbeitsvorschlag „Fantasiefiguren“, Arbeitsvorschlag „Fabelhafte Wesen“, Arbeitsvorschlag „Aus-Flug“.

Dieser Film ist sehr vielschichtig. Sowohl auf der gestalterischen als auch auf der inhaltlichen Ebene bietet er unterschiedliche Zugänge für verschiedene Altersgruppen. In der Trickfilmwerkstatt ist ihm die erste Station gewidmet. Der Kameramann, Tilmann Kohhaase, hat ihm einen Film mit der Regisseurin über seine Entstehung gewidmet. Mit dem Arbeitsvorschlag „Aus-Flug“ können die unterschiedlichen Erzählebenen von Bild und Text untersucht werden, wie auch das Thema des Films: ein Rabenkind hält sich nicht an die Regeln der Erwachsenen und folgt seiner inneren Stimme. Bei „Fantasiefiguren“ geht es um den Vergleich der „Rabenfiguren“ von „Aus-Flug“ mit den anderen Trickfiguren von Christina Schindler. Dass Raben in der Literatur, vor allem in Märchen und Fabeln, zu finden sind, darum geht es bei „Fabelhafte Wesen“ (Information und Arbeitsvorschlag).

 

Vorschlag „Rinnsteinpiraten“

Für die Arbeit mit dem Film stehen folgende Materialien zur Verfügung: „Werkschau Christina Schinder“, „Trickfilmwerkstatt“, Arbeitsvorschlag „Trickfilmwerkstatt“, „Fabelhafte“ Wesen der Fantasie, Arbeitsvorschlag „Fantasiefiguren“, Arbeitsvorschlag „Rinnsteinpiraten“, „Bildergalerie“.

Anhand der zahlreichen alltäglichen Situationen, denen die „Rinnsteinpiraten“ ausgesetzt sind, können eigene und fremde Verhaltensweisen überprüft und reflektiert werden, während die erfinderische und originelle Art, mit der die Schwierigkeiten gemeistert werden, einen Ausgangspunkt bietet, über Lösungsmöglichkeiten - so z. B. Recycling - zu sprechen.

Als Vorbereitung dazu können die Kinder ein Rinnstein- (Mal)Protokoll erstellen, in dem sie die Dinge, die auf ihrem Schulweg liegen, kurz skizzieren und beschreiben. Eine andere Möglichkeit ist, den Abfall von zu Hause mitzubringen, der im Film den Rinnsteinpiraten lästig wird, wie leere Dosen, Papier etc. Daraus wird eine Collage gemacht. Daneben wird ein Plakat aufgehängt, auf dem Tipps zum Recyceln der ausgestellten Abfall-Objekte gegeben werden. Am Ende des Projektes steht der Besuch beim Recyclinghof der Gemeinde oder Stadt an.

Der offene Schluss lädt die Kinder dazu ein, die Abenteuer der Hauptfiguren weiterzuspinnen und auf andere Bereiche und Probleme - wie etwa die Luftverschmutzung - auszudehnen. Mit jüngeren Kindern bietet es sich an, die Geschichte nachzumalen bzw. eine Bildergeschichte zu entwickeln.

 

Vorschlag „Zugvögel“

Für die Arbeit mit dem Film stehen folgende Materialien zur Verfügung: „Werkschau Christina Schinder“, „Trickfilmwerkstatt“, Arbeitsvorschlag „Trickfilmwerkstatt“, „Fabelhafte“ Wesen der Fantasie, Arbeitsvorschlag „Fantasiefiguren“, Arbeitsvorschlag „Zugvögel“, Daumenkinovorlage, „Bildergalerie“.

Die „Trickfilmwerkstatt“ wie auch die Arbeitsvorschläge dazu vermitteln mittels des Filmmaterials die Entstehung des Filmes und seiner Besonderheit als Mischung aus Real- und Trickaufnahmen. Das führt zum Arbeitsvorschlag „Fantasiefiguren“ und „Zugvögel“, die das Thema inhaltlich aufgreifen.

Bei „Zugvögel“ wird auch eine kreative Methode vorgeschlagen, die die kleine Welt der Zugvögel-Familie erlebbar macht und Ansätze bietet, dass Kinder eigene Parallelen zum realen Familien- oder Zusammenleben entwickeln können.


Vorschlag „Anders-Artig“

Für die Arbeit mit dem Film stehen folgende Materialien zur Verfügung: „Werkschau Christina Schinder“, „Trickfilmwerkstatt“, Arbeitsvorschlag „Trickfilmwerkstatt“, „Fabelhafte“ Wesen der Fantasie, Arbeitsvorschlag „Fantasiefiguren“, Arbeitsvorschlag „Anders-Artig“, Streifenkinovorlage, „Bildergalerie“.

Vorbereitung - Ausflug in den Urwald (für Kleinere): Die Kinder ahmen die verschiedenen Tiere in ihren Bewegungen nach, lernen dabei sich und die anderen zu beobachten. Sie stampfen z.B. mit den Füßen wie die Elefanten, galoppieren wie Zebras, schleichen wie Tiger, springen wie Affen, kriechen wie Schlangen, wanken hin und her wie Chamäleons... Jedes Kind wird diese Aufgaben auf seine Art in der Bewegung lösen. Es gibt kein richtig und kein falsch. Alles wird akzeptiert. Dazu kann der Raum in einen „Urwald“ (herabhängende Baumnetze und Abdeckfolien) verwandelt werden. Musik und „Urwaldgeräusche“ unterstützen die Atmosphäre.

Für alle Alterstufen lassen sich mit den Materialien „Streifenkino-Daumenkino“ wie auch der Trickfilmwerkstatt die einzelnen Schritte der Trickfilmgestaltung veranschaulichen.

Mithilfe der Arbeitsvorschläge „Anders-Artig“ kann das Thema „Ausgrenzung“ behandelt werden: ausgehend vom Konflikt im Film und wie dieser ästhetisch vermittelt wird, hin zu den Erfahrungen der Kinder/Jugendlichen. In der „Trickfilmwerkstatt“ wie auch dem Arbeitsvorschlag geht es um die einzelnen Stationen der Entstehung des Trickfilmes. Ein Schwerpunkt liegt auf der Farbgestaltung, die auch inhaltlich von wesentlicher Bedeutung ist (Wandelfähigkeit der Mehrheit). Die Thematisierung der literarischen Gattung der Fabel bietet sich ebenso wie bei „Aus-Flug“ für die Sekundarstufe an.

 

Zum Ausdrucken:

Download dieser Seite im PDF-Format - Rechte Maustaste: Ziel speichern ... PDF-Dokument