Durchblick 4+ – Von Fabelwesen und anderen Tieren – Christina Schindler
Arbeitsvorschlag: Aus-Flug – Bild- und Erzählebene
von Petra Uher
1. Die Bilder und die Lehrerin erzählen zwei verschiedene Geschichten
Warum erzählen die Bilder eine andere Geschichte als Frau Krähenfuß? Um dieser Schwierigkeit der divergierenden Bild- und Tonebene entgegenzutreten ist es vielleicht sinnvoll, die Kinder zuerst das Bildgeschehen nacherzählen zu lassen, so dass quasi der eigentliche Text des Films entsteht.
Diesem Ablauf kann dann in der Form der Inhaltsangabe auf der DVD die narrative Ebene der Erzählung von Frau Krähenfuß gegenübergestellt werden.
Am Ende kann dann der Film nochmals gezeigt werden.
Sequenzliste
Bild- und Erzählebene
- Ein Rabe stürzt vom Himmel; das Rabenvolk beschließt, dass Fliegen zu gefährlich sei.
- Bilder aus dem neuen Leben der Raben; „Von nun an gingen sie lieber zu Fuß und ihre Kinder hatten den Himmel schon vergessen.
- Der große Baum. Rabenkunde bei Frau Krähenfuß.
- Frau Krähenfuß erzählt die Geschichte von Arbra: „Arbra hatte die Warnungen ihrer Rabeneltern einfach in den Wind geschlagen und den Baum verlassen“.
Hier trennen sich Erzähl- und Bildebene:
Erzählebene
- Frau Krähenfuß: Arbra fand nichts zu essen, nicht einmal einen sauren Apfel.
- Arbra findet keinen Platz zum Schlafen: Nirgends konnte sie sich hinlegen“.
- Frau Krähenfuß ermahnt den kleinen Aron, besser zuzuhören: „Du alter Träumer“.
- Frau Krähenfuß fährt fort: „... und trifft auf gräßliche Bergvögel, die ihr den Marsch blasen.
- Arbra hat großen Durst: „... und kaum hatte Arbra mal einen Tropfen ausgespäht, kamen gemeine Gesellen mit langen Schnäbeln und schlürften ihn weg, einfach so!"
- „Jetzt kommt das dicke Ende. Furchterregendes Federvieh lauerte unserem Kind auf und jagte es bis ans Ende der Welt, wo keine Sonne mehr schien.“
- „Und weil wir Raben natürlich nicht fliegen können, schlug sie auf dem Grund der Schlucht auf und war mausetot.“
Bildebene
- Arbra marschiert los und findet sofort ein paar Äpfel, an denen sie sich dick und rund frisst.
- Arbra schläft wohlgeschützt in einer Blütenknospe.
- Arbra marschiert weiter ins Hochland und trifft sehr nette Bergvögel, mit denen sie Alphorn bläst.
- Arbra marschiert weiter, bis ihr die Füße schmerzen, und wird von freundlichen großen Vögeln mitgenommen, die fröhlich mit ihr trinken.
- Arbra schläft wohlbehütet in den Armen eines riesigen Indianervogels, tanzt mit ihm den Kriegstanz und zieht dann weiter.
- Arbra gelangt an den Rand einer hohen Klippe. Plötzlich bedroht sie ein gefährlicher Wolf. Sie springt und fällt und fällt und fällt, ...
- ... bis sie die Flügel ausbreitet und fliegt. Glücklich gleitet sie über Schluchten und Berge.
Bild- und Erzählebene
- Frau Krähenfuß kommt zum Ende: „So war das, genau so, ab marsch ins Bett, zu Fuß!“ Der kleine Aron sieht im Mondschein Arbra fliegen und beginnt ebenfalls mit den Flügeln zu schlagen...
2. Erfinden einer eigenen Geschichte – Müssen Kinder alles glauben?
Einleitende Fragen:
- Müssen Kinder alles glauben, was die Erwachsenen sagen?
- Glaubt ihr, dass die Erwachsenen alles besser wissen als ihr?
- Meint ihr, ihr könnt etwas besser als die Erwachsenen?
- Sind alle Erwachsenengeschichten erlogen?
- Warum erzählen die Erwachsenen manchmal Geschichten, die nicht wahr sind?
- Glaubt ihr auch, dass ihr Fähigkeiten habt, von denen ihr gar nichts wisst?
- Wenn du Arbra wärst, was würdest du gerne tun, was deine Eltern dir immer verbieten?
- Fällt euch eine Situation ein, in der die Eltern Unrecht hatten?
- Alle Fragen nach vergleichbaren Erfahrungen aus der Realität der Kinder sollten mit Blick auf die Hinleitung zur Entwicklung einer eigenen kleinen Geschichte behandelt werden.
- Welche Geschichten, Motive oder Situationen könnten zu einer eigenen Geschichte gestaltet werden?
- Worüber würdet ihr gerne eine Geschichte machen? Auch über ein Tier oder über ein Kind?
- Wie würde das Tier/Kind heißen? Wo könnte es leben?
Durch konkrete Fragen kann eine eigene Figur erfunden werden, an der die aufgeworfenen Probleme weitergesponnen werden können. Christina Schindler zeigt die alte und wichtige Tatsache, dass durch Eigenwilligkeit und Mut zu eigenen Wegen wichtige Entwicklungsschritte gemacht werden können. Ebenso gut kann jedoch auch alles schief gehen und misslingen, weil die eigenen Fähigkeiten zu hoch eingeschätzt worden sind.
Skizze der eigenen Figur (Charakter, Eigenschaften, Situation/Konflikt, eigener Weg, was passiert?):