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Bundesverband Jugend und Film e.V. - DVD-Edition - Durchblick Filme - www.durchblick-filme.de

Durchblick 6+ – Das tapfere Schneiderlein – Christian Theede – D 2008 – 59 min.

2.8 Vorschläge für die Vor- und Nachbereitung für die außerschulische Arbeit

Raumatmosphäre

Der Raum ist etwas abgedunkelt. In den Ecken können farbige Lichtquellen den Raum bunt erstrahlen lassen. In diesem hängen farbige Tücher und Stoffe. Wenn die Möglichkeit besteht, können statt Stühlen auch große Sitzkissen und weiche Decken als Sitzgelegenheit dienen. Der Raum wird so zum Märchenland. Der Eingang wird ebenfalls mit Tüchern verhängt. Nur ein einziger Spalt ist offen, sodass sich immer nur ein Kind hindurchzwängen kann. Vor der Leinwand steht ein Stuhl, auf dem ein großes Buch liegt. Darauf steht z. B. geschrieben: „Das große Buch der Lieblingsmärchen“.


Einlass und besondere Eintrittskarten

Variante 1:
Im Eingangsbereich kann ein Schneidertisch mit Stoffen, Scheren, Fäden und ein paar alten Kleidungsstücken aufgebaut werden. Auf dem Tisch sitzt der Moderator oder ein anderer Mitarbeiter im Schneidersitz, näht und spricht vor sich hin: „Kreuzstich, Plattstich, Kreuzstich, Plattstich!“ Jedes Kind erhält von ihm einen Papiergürtel als besondere Eintrittskarte. Auf den Gürtel können die Kinder nun etwas schreiben, worauf sie besonders stolz sind. Was ist den Kindern einmal besonders gut gelungen? Was würden sie gern jedem erzählen? Anschließend können sich alle ihre Gürtel umbinden. Jedes Kind, das seinen Gürtel trägt, kann nun das „Märchenland“ betreten.


Variante 2:
Als besondere Eintrittskarte gibt es ein Stück Brot. Danach können die Kinder das „Märchenland“ betreten.

Im Raum geht eine Frau mit einem Fass Pflaumenmus herum und ruft „Gut Mus feil! Gut Mus feil!“ Den Kindern wird nicht verraten, um was für ein Mus es sich handelt. Besonders schön wäre es, wenn sich die „Musfrau“ verkleidet (z. B. einfacher Rock mit Schürze und einfacher Bluse oder einfaches Dirndl, ein Häubchen). Jedes Kind kann sich nun mit seinem Stück Brot etwas von dem Mus nehmen und es essen. Anschließen sollen die Kinder die Augen schließen und überlegen, wie es gerochen und geschmeckt hat. Was für ein Mus ist das wohl?


Anmoderation

Während sich die Kinder ihre Plätze suchen, setzt sich der Moderator oder die Moderatorin auf den Stuhl und blättert in dem großen Buch. Wenn es langsam still wird, steht er oder sie auf und begrüßt die Kinder.

Das Buch wird als etwas ganz Besonderes vorgestellt. Es ist das große Buch der Lieblingsmärchen und die Kinder werden daraus ein Märchen kennen lernen.

Nun kann eine Fantasiereise durch das Märchenbuch stattfinden, in der die Kinder das Märchenland kennen lernen und evtl. auch das heutige Märchen darin entdecken.

Die Kinder sollen nun ganz leise sein und die Augen schließen. Gemeinsam reisen alle zusammen in das große Buch der Lieblingsmärchen. Im Hintergrund kann eine leise, ruhige Musik laufen.

Als Einstieg in die Fantasiereise können langsam zwei Verse aus dem Buch vorgelesen werden:

Das Land der Fantasie,
nicht fern und nicht nah.
Schließe die Augen schnell,
schon bist du da.

Feen begegnen dir,
Wunder gescheh’n.
Trägt dich der Zauberwind,
Märchen zu seh’n.

Sind alle Kinder im Märchenland angekommen, beginnt die Reise.

Wie sieht es dort aus? Welche Figuren begegnen euch? Wir betreten ein kleines, recht altes Haus. Dort lebt ein Schneider, aber das Haus ist leer. Niemand ist da. Lasst uns doch einen Blick hinein werfen. Wir gehen bis auf den Dachboden hoch. Dort ist es etwas eng und stickig, aber irgendwie gemütlich. Ihr müsst aufpassen, um nirgendwo anzustoßen. Was liegt dort wohl alles herum? Irgendetwas riecht hier ganz lecker. Um uns herum hören wir ein Summen. Schaut euch um. Woher kommt es? Nun begeben wir uns aber langsam wieder auf den Rückweg. Unterwegs kommen wir noch an einem großen Schloss vorbei. Wie schön wäre es doch, dort wohnen zu können? Öffnet langsam eure Augen und kehrt aus dem Märchenland zurück.

Sind alle Kinder wieder da, wird das Märchenbuch zugeklappt und zur Seite gelegt. Wie sieht das Märchenland nun aus? Was und wen haben die Kinder dort gesehen? Wie stellen sich die Kinder das Zimmer des Schneiders vor? Nach was hat es gerochen? Was für Geräusche haben die Kinder gehört?

In welchem Märchen sind wir gerade gewesen?

Nun können die Kinder erzählen, welche Figuren sie aus dem Märchen „Das tapfere Schneiderlein“ kennen. Warum will das Schneiderlein in die Welt hinaus? Was stickt er sich auf seinen Gürtel?

Um sehen zu können, was das Schneiderlein alles auf seiner Reise erlebt, begleiten wir ihn und reisen mit ihm gemeinsam quer durch das Märchenland.

Um die Kinder noch einmal zu sammeln, sollen sie dem Vorführer rufen, dass es nun losgehen kann. Der Moderator/die Moderatorin zählt bis drei und die Kinder rufen laut: „Film ab!“ War es nicht laut genug, kann das noch einmal wiederholt werden.


Variante: Erzählkino „Das tapfere Schneiderlein“

Der Märchenerzähler lässt das Publikum das Märchen hautnah miterleben, spielt es gemeinsam mit den Kindern im Kinosaal nach, bevor es anschließend als Film auf der Leinwand zu sehen ist. Dazu kann sich der Märchenerzähler einige Kinder auf die Bühne holen, die die Märchenfiguren spielen. Die restlichen Kinder müssen dem Märchenerzähler unter die Arme greifen und ihm sagen, wie das Märchen weitergeht.


Abmoderation

Das Licht geht wieder an und die Kinder kehren langsam aus dem Märchenland zurück.

Die Kinder sollen nun mit der Stärke ihres Applauses deutlich machen, wie ihnen der Film gefallen hat.

Stille … Der Film hat mir nicht gefallen.

Klatschen … Der Film hat mir nur ein bisschen gefallen.

Klatschen, Trampeln, Schreien … Der Film hat mir sehr gut gefallen.

Nach dem langen Sitzen sollten sich die Kinder etwas bewegen. Um wieder wach zu werden, stehen alle auf, räkeln und strecken sich erst einmal, trampeln mit den Füßen und atmen dreimal tief ein und aus. Nun versammeln sich die Kinder vor der Leinwand oder im Foyer, je nachdem, was die Räumlichkeiten zulassen. Sie stellen sich vor, sie haben einen Stein in der Hand, den sie so fest drücken, das Wasser herauskommt. Dann versuchen alle einen Stein so weit zu werfen, dass der nicht wieder kommt. Die Moderatorin/der Moderator macht die Bewegung vor. Was hat nun das Schneiderlein gemacht, um dem Riesen seine Stärke zu beweisen. Er hat mit dem Riesen einen Baum geschleppt. Die Kinder sollen die Szene kurz nachspielen. Zum Schluss hat das Schneiderlein den Riesen belogen und behauptet, er sei über einen Baum gesprungen. Nun sollen die Kinder in großen Sprüngen durch den Raum hüpfen und es ihm nachmachen.

Anschließend können die Kinder für ein kurzes Gespräch in einem Sitzkreis zusammenkommen.

Mögliche Fragen:
Was hat euch an dem Film besonders gut gefallen?
Was hat euch nicht gefallen?
Gab es eine Szene, die euch besonders beeindruckt hat?


Methoden zur Nachbereitung


Filmgespräch

Gemeinsam kann das Märchen noch einmal nacherzählt werden. Dazu wird das Märchenbuch herumgereicht. Ein Kind fängt an, gibt das Buch dann weiter und ein anderes Kind erzählt die nächste Szene.

Weitere Fragen für ein Filmgespräch:


Als Eintrittskarte wurden die Gürtel verteilt.

Die Kinder können ihre Erlebnisse zeichnen und sich dann gegenseitig ihre Bilder vorstellen.


Filmquiz

Um den Inhalt des Films wieder ins Gedächtnis zu rufen, kann ein Filmquiz veranstaltet werden. Wie im Film das Schneiderlein, müssen die Kinder eine kleine Wanderung durch den Raum unternehmen. Mit Pfeilen und Hinweisen kann den Kindern der Weg von Station zu Station beschrieben werden. Die Kinder werden in 3-5er Gruppen eingeteilt. An jeder Station müssen die Kinder unterschiedliche Quizfragen beantworten. Die Gruppe, die als erstes wieder am Ausgangspunkt ist, hat gewonnen. Empfehlenswert ist es, an jede Station eine betreuende Person zu stellen. Daher erfordert das einen höheren Personalaufwand.

Variante: Falls nicht genügend Personal zur Verfügung steht, kann es auch einen zentralen Spielpunkt geben. Die Quizaufgaben sind im ganzen Kino verteilt. Immer wenn eine Gruppe eine Aufgabe erfolgreich gelöst hat, geht sie zu diesem Punkt zurück und erfährt, wo die nächste Aufgabe versteckt ist. Der Spielleiter/ die Spielleiterin kann so auch gleich die Lösungen der Kinder überprüfen. Sind sie falsch, müssen sie noch einmal nachdenken. Wer als erstes alle Aufgaben erfüllt hat, hat gewonnen. Die Gruppe erhält einen kleinen Preis (z. B. eine Kinofreikarte). Die anderen bekommen einen Trostpreis (z.B. Schokoladengoldtaler).

Mögliche Quizaufgaben (siehe Arbeitsblatt 6.7 Filmquiz):
Kreuzworträtsel, Buchstabensuchgitter, Bilderrätsel, Namen raten, Reime und Verse erraten, Filmszenen nacherzählen.

Hinweise:

Die Fragen und Aufgaben können ausgedruckt, kopiert und auf Karteikarten geklebt werden. Um das Ganze noch märchenhafter zu gestalten, kann farbiger Bastelkarton verwendet und mit einem schönen Rand verziert werden.

Bei den Bilderrätseln gibt es zwei Möglichkeiten. Das Arbeitsblatt wird einfach ausgedruckt und die Kinder müssen die Zahlen in die Kästchen schreiben oder die Bilder werden aus der Bildergalerie im A4-Format ausgedruckt und die Kinder sollen versuchen, diese in die richtige Reihenfolge zu bringen. Das hat den Vorteil, dass die Kinder häufiger probieren können. Laminiert man die Bilder, halten sie länger und sind flexibel einsetzbar.


Rollenspiele

Rollenspiele sind bei Kindern sehr beliebt. In andere Rollen zu schlüpfen und sich zu verkleiden, bereitet ihnen viel Spaß. Gleichzeitig wird in Rollenspielen das Gesehene verarbeitet. Die Kinder müssen sich an einzelne Szenen aus dem Film erinnern, müssen sich Gedanken über Handlung, Dialoge und Kulisse machen. Zudem zeigen sie in ihrem Spiel, wie sie den Film wahrgenommen haben, was für sie wichtig war oder was sie geängstigt hat. In kurzen Rollenspielen können die Szenen, die den Kindern am wichtigsten sind, nachgespielt werden. Dazu muss im Vorfeld besprochen werden, welche Szenen gespielt werden sollen. Je nach Anzahl der Kinder und der genannten Szenen können nun Gruppen gebildet werden. Für das Spiel können bereits ein paar Requisiten bereitgestellt werden. Hat man mehr Zeit, ist es schön, die Kinder einige Requisiten selbst basteln zu lassen.

Mögliche Requisiten:

Die Präsentationen finden anschließend vor der Bühne statt. Gibt es Zuschauer, könnten auf einer Wäscheleine zwei Bettlaken oder langer Stoff als Theatervorhang aufgehängt werden.

Die Rollenspiele können auch auf Video aufgezeichnet und im Anschluss daran gemeinsam angeschaut werden.


Märchenhafte Geschichten

Wie wäre es für die Kinder, einmal ein eigenes Märchen zu erfinden? Je nach Anzahl der Kinder können Gruppen von jeweils fünf bis zehn Kindern gebildet werden. Jede Gruppe erhält eine Märchentruhe. Der Spielleiter/die Spielleiterin verteilt Märchenkarten. Auf den Märchenkarten sind verschiedene märchenhafte Symbole zu finden. Die Märchenkarten werden gemischt. Von jeder Gruppe werden jeweils drei Karten verdeckt von einem Kind gezogen und in eine Märchenschatztruhe gelegt. In der Geschichte müssen die drei Gegenstände vorkommen. Stehen mehrere Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen zur Verfügung ist zu empfehlen, jede Gruppe mit einem Spielleiter zu besetzen. Gibt es nur einen Spielleiter/eine Spielleiterin, müssen die Kinder genau auf diese Person achten. Auf Kommando zieht in jeder Gruppe das jüngste Kind (kann auch ausgewürfelt werden) eine Märchenkarte und die Kinder überlegen sich dazu den Anfang ihrer Geschichte und schreiben sie auf. Nach einer Weile fordert der Spielleiter/die Spielleiterin die Kinder auf, die nächste Karte zu ziehen. Das Bild auf der dritten Karte soll dann in den Schluss der Geschichte münden. Nun können die Kinder noch einen Titel finden und anschließend ihre märchenhaften Geschichten den anderen präsentieren.

Falls ein Kopiergerät in der Nähe ist, können die Geschichten auch kopiert und jedem Kind mitgegeben werden. Die Geschichten können auf ein besonders schönes Papier oder in einen schönen Rahmen geschrieben werden.

Variante 1:
Der Spielleiter/die Spielleiterin verteilt Märchenkarten. Auf den Märchenkarten sind verschiedene märchenhafte Symbole zu finden. Die Märchenkarten werden gemischt. Jeweils drei Karten werden verdeckt von einem Kind gezogen und in eine Märchenschatztruhe gelegt. Mit einem Würfelspiel wird nun entschieden, wer das Schatzkästchen öffnen und eine Geschichte erzählen darf. In der Geschichte müssen die drei Gegenstände vorkommen. Dann wird neu gewürfelt und ein anders Kind darf dazu eine Geschichte erzählen. Zwischendurch können die Kinder auch noch einmal neue Märchenkarten ziehen. Beim Spiel mit jüngeren Kindern reicht es aus, wenn sich jedes Kind zu einem Gegenstand einen vollständigen Satz ausdenkt. Eventuell ergeben die Sätze am Ende auch eine richtige Geschichte.

Variante 2:

Bei einer weiteren Variante dieses Spiels können beliebig viele Karten in einer Reihe auf den Tisch gelegt werden. Das älteste Kind beginnt die Geschichte mit einem Satz zum Gegenstand auf der ersten Karte. Dann erzählt der Mitspieler rechts von ihm die Geschichte weiter, indem er den Gegenstand auf der zweiten Karte in die Erzählung einbaut usw..

Hinweis zu alle drei Varianten:
Die Märchenkarten können auch durch die Kinder selbst hergestellt werden. Zunächst kann besprochen werden, welche besonderen Gegenstände, Personen oder Tiere in dem gesehenen Märchen vorgekommen sind. Dann wird weiter überlegt, welche besonderen Gegenstände, Personen oder Tiere den Kindern aus anderen Märchen einfallen. Diese werden auf DIN A5 oder DIN A6 große Karten (farbiges Kartonpapier) aufgeschrieben. Die Kinder suchen daraus eine Karte aus und malen den Gegenstand oder die Figur. Bei großen Gruppen können alle Karten doppelt gemalt werden und die Kinder erzählen die Geschichten gruppenweise. Das erfordert allerdings zumindest eine weitere betreuende Person.


Basteln, Malen, Spielen

Spiel: Angst im Märchenland

Die Kinder stehen nebeneinander an einer Linie. Gegenüber steht ein Kind. Dieses Kind ist das Schneiderlein und die anderen Kinder sind z. B. Tiere, Riesen oder andere bedrohliche Märchengestalten. Die Kinder rufen laut: „Wer hat Angst vor …?“ Das Schneiderlein muss nun antworten: „Niemand. Ich auch nicht, außer es sind ...“ An dieser Stelle muss eine beliebige Märchenfigur eingesetzt werden. Die Kinder müssen nun diese Figur darstellen, um so auf die andere Seite zu kommen. Das Schneiderlein muss versuchen, so viele Figuren wie möglich zu fangen. In der nächsten Runde ist ein anderes Kind das Schneiderlein.


Mutmacher basteln

Es wird ein Salzteig aus 4 Tassen Mehl, 1 Tasse Salz und ca. 1½ Tassen Wasser hergestellt. Aus diesem Teig formen die Kinder kleine Anhänger, Herzen usw. . Mit einem Stöckchen wird ein Loch in den Anhänger gestochen, so dass man ein Band durchfädeln und ihn auch als Kette um den Hals tragen kann. Diesen Mutmacher kann man jemandem schenken.


Karten als Mutmacher

Weiße Postkarten werden mit Kreidewischbildern schön gestaltet. Dazu werden aus Pappe kleine Schablonen ausgeschnitten, z.B. Blumen, Herz, Wolken usw. Diese Schablonen werden mit farbiger Kreide an den Rändern bemalt und vorsichtig auf die Karte gelegt. Nun wird mit den Fingern die Farbe über den Rand hinaus von der Schablone auf die Karte gewischt.


Märchenbilder malen

Die Kinder malen Bilder aus dem Märchen, an die sich noch genau erinnern oder die sie besonders beeindruckt haben.

Unter folgenden Links sind auch Vorlagen zum Ausmalen zu finden:
hexenpower.2page.de/...
www.maerchenseiten.de/

Weitere Spiel- und Bastelideen sind unter „Märchenhafte Spielideen“ zu finden.

 

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