
Durchblick 6+ – Das tapfere Schneiderlein – Christian Theede – D 2008 – 59 min.
London 1953/1954
Silhouettenfilm
Regie und Animation: Lotte Reiniger
Musik: Freddie Phillips
Deutsche Fassung: Primrose
Sprecher: Leo Bieber
Auszeichnungen: „Silber-Delphin“ (1. Preis für Kurzfilme) auf der 6. Biennale in Venedig 1955
Kurzinhalt
Das Schneiderlein sitzt am Fenster seiner Werkstatt und näht. Eines Tages kommt eine Marktfrau vorbei und bietet ihm ihr Mus an. Er kauft ein Viertelpfund und näht weiter. Doch die Fliegen lassen ihn nicht in Ruhe. Er schlägt zu und erwischt sieben auf einen Streich. Dies stickt er sich auf seinen Gürtel und zieht in die Welt hinaus. In einer Stadt fürchtet sich ein König vor zwei Riesen, die seine Untertanen bedrohen. Da der König denkt, das Schneiderlein habe 7 Menschen getötet, erteilt er ihm den Auftrag die Riesen zu töten. Mit Mut und List gelingt es ihm, die beiden zu besiegen. Mit den gefesselten Riesen im Gepäck kehrt das Schneiderlein zum Schloss zurück. Nun darf er zur Belohung die Prinzessin heiraten und der Erzähler verkündet das glückliche Ende.
Umfangreiche Informationen über Lotte Reiniger und ihr Filme sind auf der Internetseite www.lottereiniger.de zu finden.
Kreative Arbeit mit dem Silhouettenfilm
Nach der Rezeption des Trickfilms kann auf dessen Machart näher eingegangen und ein Schatten- oder Silhouettenspiel erarbeitet werden. Beide Spiele verdeutlichen, wie Lotte Reiniger mit dieser Technik gearbeitet hat und bieten eine lebhafte Auseinandersetzung mit einer alten Trickfilmtechnik.
Vorraussetzungen/ Material
Bevor mit den Spielszenen begonnen wird, kann eine Vorübung zum Schattenspiel durchgeführt werden. Zunächst sollen sich die Kinder hinter der Schattenwand ausprobieren. Sie laufen nacheinander hinter der Schattenwand vorbei und stellen unterschiedliche Dinge, wie z.B. ein Tier, einen König, eine Putzfrau oder anderes, dar.
Die Kinder können verschiedene Schatteneffekte, wie z. B. groß und klein werden (gehen nah an die Lichtquelle heran oder weit weg), ausprobieren und die Wirkung von Requisiten erproben.
Sind alle Spieler sicher hinter der Schattenwand, können kleine Spielszenen, stumm oder mit Text, zu den Märchen entwickelt und vorgeführt werden.
Silhouettenspiel
Auf das schwarze Tonpapier werden nun die Figuren und Gegenstände sowie die Hintergründe und Kulissen gemalt und ausgeschnitten. Auf die Rückseite wird ein dünner Stock geklebt. Die Beweglichkeit der Puppen wird erhöht, wenn man die Gelenke mit Briefklammern verbindet. Anschließend probieren die Kinder mit ihren Puppen mögliche Schattenbewegungen aus.
Die Hintergründe können durch Pergamentpapier o.Ä. noch abwechslungsreicher gestaltet werden. Ist die Dekoration an der Schattenwand befestigt und sind Kinder mit ihren Figuren vertraut, kann das Spiel beginnen. Das Spiel kann aus einer Improvisation heraus beginnen und vorher erarbeitet und besprochen wurden sein.