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Bundesverband Jugend und Film e.V. - DVD-Edition - Durchblick Filme - www.durchblick-filme.de

Durchblick 8+ – 7 oder Warum ich auf der Welt bin – Starost, Grotjahn – D 2010

3.3 Tod

Leben und Tod, das sind die zwei ganz großen Gegensätze, solange man lebt. Tod ist für fast alle Kinder, wie für uns Erwachsene auch, ein sehr sensibles Thema.

Bei den Dreharbeiten sind die Kinder dem Thema nicht aus dem Weg gegangen, wenn es sie schon „berührt“ hatte. Es hat viele zu Herzen gehende, traurige, nachdenkliche, aber auch tröstende Gespräche mit den Kindern gegeben. Gerade bei diesem Thema wird man sich als Filmemacher der Verantwortung gegenüber den Protagonisten bewusst.

Auch nach der Filmvorführung beschäftigt die Geschichte des kleinen Bruders von Vivi und Vici die Kinder sehr. Oder sie fragen sich, ob Basiles Mutter bei dem Taubenunfall gestorben ist. Wenn die Kinder über Tod sprechen wollen, ergeben sich aus dem Film selbst viele Ansatzpunkte, die es Kindern ermöglichen, eigene Erfahrungen einzubringen, sich untereinander auszutauschen oder anhand der Geschichten und Bilder aus dem Film ihre Gedanken und Fragen zu bearbeiten. Dabei darf man nicht vergessen, dass über den Tod sprechen immer auch heißt Trost zu geben.

Chrysanthi: „Man sagt, dass das Herz so wie eine Batterie ist. So, wie die Lampe eine Batterie hat, dass sie leuchten kann, haben auch die Menschen das Herz. Das ist eine Batterie für sie, mit der sie über fünfzig Jahre leben. Und wenn man gesund bleibt und gesunde Sachen isst, kann man auch viel mehr leben.“

Vici erzählt davon, dass ihr Bruder mit drei Jahren gestorben ist.

Vici: „Also, mein Bruder, der ist ja mit drei Jahren gestorben, weil er einen Autounfall hatte. Er ist ja auf dem Weg nach Bulgarien gestorben, wegen dem Autounfall. Und immer, wenn wir auf dem Weg nach Bulgarien sind, dann machen wir das Fenster auf und nehmen ein paar Bonbons oder Blumen, oder sammeln die Blumen davor, und dann werfen wir sie aus dem (Auto)Fenster. Dass wir dem Bobby einfach was schenken. Weil wir gerade da sind und ihm eine Freude machen und ihm was schenken.
Für uns lebt er noch im Herzen. Und jeder von uns ist auch traurig, weil er gestorben ist. Vor allem meine Eltern und meine große Schwester. Weil, wir kennen ihn ja gar nicht, meine kleine Schwester und ich. Sie würden uns ja nicht wirklich machen, wenn er nicht gestorben wäre. Weil meine Eltern erzählen, sie haben nicht wirklich darüber nachgedacht. Einfach: wir bekommen noch zwei Kinder. Meine kleine Schwester und ich. Das wussten sie einfach.“

Basile hat eine Schrecksekunde überlebt, als er hinter den Tauben hinterhergelaufen ist.

Wie ist das, wenn man tot ist? Wo lebt man dann?

Basile: „Ich glaube, wenn man tot ist, kommt man als Tier oder als Mensch wieder. Alle glauben, dass man ins Paradies oder zum Teufel kommt. Das glaube ich nicht.
Ich glaube nicht, dass man in den Himmel kommt oder in die Hölle. Das wäre merkwürdig.“

Chrysanthi geht über einen Friedhof und schaut sich die Grabsteine an. Gehst Du auch manchmal auf einen Friedhof? Sieht der anders aus, als der Friedhof auf Kreta?

Chrysanthi: „Das Herz, wenn es aufhört zu klopfen, sind wir tot. Etwas wie die Luft vom Menschen geht dann in den Himmel. Dann werden wir begraben in ein Grab. Aber die Seele geht dann oben in den Himmel.“

Vici glaubt, dass man weiterlebt und sich über Geschenke freut. Dass man ein Schutzengel ist und den Lebenden Geistesblitze schenkt.

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Vici: „Ich glaube, dass man weiterlebt und dass man einfach über die anderen hinabschaut und sie schützt. Oder irgendwie vielleicht so Geistesblitze in die Gedanken macht.“

Basile stellt sich vor, wie es wäre, wenn der Tod an die Tür klopft. Und schafft es, mit seinem spontanen Witz in dieser nicht einfachen Situation anderen die Angst zu nehmen. Es ist die Stelle im Film, die während der Vorstellung im Kino fast immer ein befreiendes Lachen hervorruft.

Basile: „Wenn ich Gelegenheit hätte, mit dem Tod zu diskutieren: Was ich ihn dann fragen würde?“

Na, ich frage ihn: „Geht´s gut?“

Ich würde sagen: „Mir geht´s gut. Hast Du Kinder?“

„Willst Du einen Kaffee?“

 

Fragen:

Eine Geschichte zum Thema Tod schreiben.

Oder ein Bild malen.

Warum gibt es ihn überhaupt: den Tod?

Wie wäre das, wenn man ewig leben würde?

Wo ist man, wenn man tot ist?

Warst Du schon einmal auf einem Friedhof?

Wie war das?

Gibt es Unterschiede zu dem Friedhof auf Kreta?

Bei uns geht man auf den Friedhof und legt Blumen auf das Grab. In Südamerika gehen die Indigenas mit Essen zu ihren Verstorbenen. Wie findest Du das?

 

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