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Durchblick 8+ – 7 oder Warum ich auf der Welt bin – Starost, Grotjahn – D 2010

3.6 Rassismus

In Ecuador leben die Ureinwohner, die man Indigenas nennt und die Mestizen, die eine hellere Hautfarbe haben und europäisch geprägt sind. Die vielen indigenen Gruppen gehören in der Regel zu der ärmeren Bevölkerung und haben oft nicht das Geld, um ihre Kinder auf weiterbildende Schulen zu schicken. Wie Vanessa sind sie aufgrund ihrer indigenen Herkunft häufig Diskriminierungen ausgesetzt.

Eine wichtige Anmerkung: Für die Indianer Südamerikas ist der Begriff „Indio“ ein Schimpfwort und erinnert sie an die Eroberung durch die Spanier. Seltsamerweise hat sich das noch immer nicht herumgesprochen, selbst in Wikipedia steht dieser falsche Begriff.

Linktipp: www.kidsweb.de/ ... /inuit.htm

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Vanessa ist eine Otavaleña. Die Otavaleños sind weit über Ecuador hinaus bekannt für ihr Handwerk und ihren Handel. Sie sind an ihrer Tracht zu erkennen: blaue Samtröcke mit Bändern gewickelt, weiße bestickte Blusen und lange Haare zu einem Zopf gebunden. Auch die Männer tragen einen Zopf, weiße Hosen und blaue Ponchos. Vanessa ist in der Nähe von Otavalo aufgewachsen, dort lebt ihre weit verzweigte Verwandtschaft. Vor zwei Jahren ist sie mit ihrer Familie nach El Quinche gezogen. Ein Ort, wo es fast keine indianische Bevölkerung gibt. Sie fühlt sich dort fremd, besonders wenn sie in ihrer Tracht über den Markt und die Straßen geht.

Vanessa: „Meine Mami hat gesagt, dass ich im Kindergarten „Longa“ genannt wurde, ein hässliches Schimpfwort für Indianerin. Meine Mutter wollte mit dem Direktor sprechen, damit sie das nicht mehr sagen. Auch meine Mami fühlt sich manchmal schlecht, weil uns die Leute so nennen, nur weil wir unsere Tracht tragen.

Wenn ich traurig bin, dann sind meine Schulfreundinnen auch traurig, weil ich mich mit meiner Klasse eigentlich sehr gut verstehe. Nur mit ein paar Mädchen nicht, die sehr eingebildet sind. Sie sind ein bisschen rassistisch. Und demütigen mich. Und manchmal, wenn sie mich sehr ärgern, ändere ich meinen Charakter und schlage mit dem Buch zu.

Es gab einen Indianer, der hat ein Gedicht geschrieben. Er hat erzählt, was den Indianern angetan wurde und dass die Spanier sie getötet haben. Oder sie mussten nackt schwere Lasten tragen. Die Frauen wurden gefangen genommen und vergewaltigt. Sie bekamen kein Essen und durften nur die Teller von den Spaniern ablecken. Und seitdem, glaube ich, existiert der Rassismus.

Alle anderen sollten daran denken, dass auch sie Indianer sind. Weil sie sich mit den Spaniern vermischt haben, ist ihre Farbe anders geworden. Aber von innen her sind sie auch Indianer. Sie haben das Blut der Indianer. Nur weil sie keine langen Haare haben oder weil sie sich anders kleiden, glauben sie, dass sie uns überlegen sind.“

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Themen:

Kinder und Rassismus

Rassismus bei uns

Rassismus Im Alltag

 

Fragen:

Was bedeutet Rassismus?

Warum ist es für Vanessa so ein wichtiges Thema?

Was bedeutet es, dass sie eine Indigena, eine Indianerin ist?

Kann es für Kinder, die in Deutschland leben, auch solche Probleme geben?

Hast Du selbst etwas Ähnliches schon mal erlebt?

Kennst Du Kinder, die damit zu tun haben?

Was würdest Du tun, wenn Vanessa in Deiner Klasse wäre?

 

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