
Durchblick 8+ – Stella und der Stern des Orients – E. Schmidt – D 2008 – 83 min
Auszug aus „Methodische Vorschläge“:
Die Auseinandersetzung mit Filmfiguren ist ein wichtiges Element der Filmanalyse, das inhaltliche mit ästhetischen Analyseaspekten verbindet und auf die Identifikationskraft der Protagonisten setzt. Dieser Zugang fördert die narrativen Fähigkeiten der Kinder und vermittelt Kenntnisse, die auch auf literarische Analyseverfahren übertragen werden können (Analyse von Dramaturgie, Handlung und Personen in literarischen Texten). Die Kinder werden dazu angeregt, die Filmfiguren unter verschiedenen Aspekten zu „entschlüsseln“: als audiovisuelle Schöpfungen, als fiktive Wesen mit körperlichen, mentalen und sozialen Eigenschaften, als Vermittler übergreifender Botschaften (Symbole), und als „Handelnde“, deren Taten von Rahmenbedingungen vorgezeichnet sind, die aber auch „Dinge“ in Bewegung bringen.
Geschichten erzählen aus Sicht der Akteure: Auch hierzu kann in Gruppen gearbeitet werden. Es geht um die Dynamik der Geschichte und die handelnden Akteure. Im Film sind die Filmfiguren – und hier vor allem die Kinder – ständig in Bewegung. Dadurch, dass sie viele Schwierigkeiten überwinden und auch Grenzen überschreiten, bringen sie viele Dinge in Bewegung. Schließlich handelt die Geschichte auch von wichtigen Veränderungen: Technische Erfindungen bringen bahnbrechende Neuerungen und die Frauen in der Familie von Stella gewinnen von Generation zu Generation mehr Gleichberechtigung und Selbstbestimmung. Jede Filmfigur übernimmt dabei eine besondere Rolle, die von den Kindern herausgearbeitet werden soll. Jede Gruppe erhält die Powerpoint-Datei „Filmfiguren in Bewegung“: die Kinder beschreiben die „Bewegungen“ von Stella, Clementine und Gustav aus Sicht der Protagonisten. Dazu verfassen sie einen Text, der in „Ich-Form“ – in Form eines beschreibenden, inneren Monologs – die wichtigen Szenen erklärt. Die Texte werden zuerst aufgeschrieben und zu den ausgewählten Bildern angeordnet. Wenn die Bilder mit den Erklärungen aus Sicht der Filmfiguren aneinandergereiht werden, ist eine Bildergeschichte zum Film entstanden. Diese kann auch in Form eines Dia-Features umgesetzt werden. Die Geschichten werden mit Tontechnik aufgenommen und zu der Präsentation der Bilder (evtl. über Beamer und PC) abgespielt.