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„Stille Sehsucht – Warchild“

Spielfilm von Christian Wagner, Deutschland/Slowenien 2006

Credits, Filminhalt, (Presse-)Zitate, Auszeichnungen

 

Credits

Regie: Christian Wagner
Buch: Edin Hadzimahovic, Stefan Dähnert
Kamera: Thomas Mauch
Schnitt: Jens Klüber
Musik: Konstantia Gourzi, Xaver Naudascher
   
Darsteller/innen:
Labina Mitevska Senada
Senad Basic Samir
Katrin Sass Frau Jandrasko
Crescentia Dünßer Beate Heinle
Otto Kukla Lars Heinle
Miranda Leonhardt Marija
Heinrich Schmieder Tonyslav
Davor Janic Momir
Joelle Ludwig Aida/Kristina
   
Produktion: Christian Wagner Filmproduktion, Studio Maj, SWR, BR, ARTE
FBW: „Besonders wertvoll“
FSK: ohne Altersbeschränkung
BJF-Altersempfehlung: ab 14 Jahren

 

Spielfilm, Farbe, 100 Min.

Kurzinhalt

Senada, eine junge Mutter, verlor ihr Kind im Bosnienkrieg. Heute, viele Jahre später, erfährt sie, dass ihr Kind noch lebt: Bei Adoptiveltern in Deutschland. Senada macht sich auf die Suche nach ihrer Tochter Aida. Auf eigene Faust reist sie illegal nach Deutsch­land. Ihre Odyssee endet beim Ehepaar Heinle. Aber Aida ist nicht mehr das kleine Kind von einst. Sie heißt jetzt Kristina. Senada ist verstört von dieser Erkenntnis. Langsam begreift sie, dass sie Abschied nehmen muss: Von einem schönen, friedlichen Traum, den man ihr vor langer Zeit gestohlen hat.

Inhalt

Sarajevo 2005. Die knapp 30-jährige Senada leidet noch immer unter den Folgen des Krie­ges. Ihre Tochter Aida gilt seit fast zehn Jahren als vermisst, doch Senada kann die Hoff­nung nicht aufgeben. Verzweifelt klammert sie sich an jeden noch so vagen Hinweis, obwohl ihr Ex-Mann Samir und ihre Freunde sie drängen, die Vergangenheit endlich loszulassen.

Als sie auf den Hinweis stößt, das Rote Kreuz habe während des Krieges kranke Kinder nach Deutschland gebracht, verfolgt sie hartnäckig diese vage Spur. Mit der Hilfe des Schleusers Dzigera reist sie per Fischerboot und im Laderaum eines Lieferwagens illegal über Slowenien und Italien nach Deutschland. Ihr strapazenreicher Weg führt sie nach Ulm, wo sie ein Lebenszeichen ihrer Tochter findet. Aida wurde tatsächlich nach Deutschland gebracht und als Zweijährige zur Adoption freigegeben. Die Behörden gingen damals davon aus, dass die Eltern des Mädchens im Krieg getötet worden sind.

Das Leben der deutschen Familie Heinle und ihrer 11-jährigen Tochter Kristina gerät plötz­lich aus den Fugen, als sie erfahren, dass die leibliche Mutter von Kristina lebt und ihre Tochter zurückfordert. Die Heinles möchten ihre Kristina auf keinen Fall verlieren. Jugend­amtsfrau Jandrasko steht zwischen den Fronten und möchte vermitteln.

Bei einem erzwungenen Wiedersehen mit ihrer „Tochter“ trifft Senada auf ein glückliches Mädchen, das fest im Leben verwurzelt ist und nicht einmal mehr ihre bosnische Mutter­sprache beherrscht. Senada wird vor eine harte Entscheidung gestellt: soll sie auf die Herausgabe ihrer Tochter bestehen und oder alleine nach Sarajewo zurückkehren, mit dem Wissen, dass ihre Tochter lebt und es ihr gut geht?

(Presse-)Zitate

Ganz wunderbar in der Schwebe hält Regisseur Christian Wagner den Grundkonflikt seines – auch international sehr beachteten – Films. Eine junge, starke Mutter sucht verzweifelt die in den Wirren des Bosnienkriegs verlorene Tochter. Und sie findet sie. In Deutschland. Bei Adoptiveltern. Dies ist kein beliebiger Stoff, hier scheiden sich die Geister. Das ist Kino für Herz und Kopf, elegant erzählt, mit hervorragenden Darstellern und der sensiblen Kamera von Thomas Mauch. Ein Film, der noch lange nachhallt.

Filmbewertungsstelle, Jurybegründung des Urteils „Besonders wertvoll“

 

„Atmosphärisch dichte Bilder (...) und eine beeindruckende Schauspielerin Labina Mitevska.“

Stuttgarter Zeitung

 

„Es ist die willensstarke und doch berührende Darstellung von Labina Mitevska, die diese ergreifende Geschichte so fesselnd macht.“

Variety

 

„ ...ein berührendes Melodram... Ausgezeichnet!“

Süddeutsche Zeitung

 

„(...) sie alle werden fern aller Klischees als eigenständige und eigenwillige Personen kennt­lich. Dieser Film macht es sich, seinen Figuren und den Zuschauern nicht leicht. „Warchild“ ist einer dieser seltenen Filme, die tiefe Spuren im Gedächtnis hinterlassen.“

Märkische Allgemeine

 

„(...) berührt durch die schauspielerische Leistung von Labina Mitevska.“

Cinema

 

„Wagners Werk besticht durch seine dokumentarische Nüchternheit. Sie ist poetisch verdich­tet, sowohl durch die Verknappung des Drehbuches von Edin Hadzimahovic als auch durch die stimmungsvollen Bilder von Thomas Mauch.“

TIP Berlin

 

„Mit großem Einfühlungsvermögen erzählt und inszeniert Christian Wagner diese zu Herzen gehende Parabel einer Mutter, die ihre verlorene Tochter nach über zehn Jahren wieder fin­det. Dieser Film ist ein wichtiger Beitrag zu einem Stück europäischer Gegenwartsgeschich­te.“

Bayerischer Filmpreis 2006, Auszug aus der Begründung der Jury

 

„Wagners Film basiert auf einer wahren Begebenheit. Tatsächlich gibt es viele Fälle von Familien, die ihre Kinder im Krieg verloren haben und inzwischen in anderen Ländern als Adoptivkinder leben. Die Bilder sind verstörend, schön und kalt zugleich. Die Story geht ans Herz. Man darf gespannt sein auf diese aufregende Produktion aus Deutschland.“

Kino Kino

 

„Mit großem psychologischem Feingefühl geht Wagner an seine Figuren heran und stellt die Motivation der Parteien gleichberechtigt gegenüber (...) ein berührender Film.“ (Wertung: 30 Grad)

Abendzeitung München

 

„Beklemmend intensiv gespieltes Psychodrama“

Frankfurter Rundschau

 

„Wagners exzellenter Kameramann Thomas Mauch übersetzt die starken Gefühle immer wieder in Bilder von Verlorenheit und Kälte. Momente tiefer Menschlichkeit blitzen in dem Film auf.“ (Wertung 3 von 3 Kreuzen)

Augsburger Zeitung

 

„... sein bisher poetischster Film, durchdrungen von einer Klarheit und Härte, die Sanftheit und Melancholie mit sich bringt."

Frankfurter Neue Presse

Auszeichnungen

 

Bayerischer Filmpreis 2006 Spezialpreis der Jury
   
9. Festival des Slowenischen Films 2006 Publikumspreis
   
30. World Film Festival Montreal 2006 Bestes Drehbuch
   
8. Festival del Cinema Europeo Lecce/Italia 2007 Publikumspreis und „Golden Olive Tree“ für den besten Film des Festivals

 

 


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