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Methodische Vorschläge zum Einsatz der DVD „Durchblick“ Stille Sehnsucht – Warchild

Einsatzbereiche

Fächerzuordnung: Deutsch, Geschichte, Gemeinschaftskunde, Politik, Sozialkunde,
Erdkunde, Ethik/Religion, Musik.

Eignung: ab 9. Jahrgangsstufe, Lehrerfortbildung, Multiplikatorenfortbildung.

Stichworte:
Geschichte/Politik/Sozialkunde/Erdkunde:
Krieg in Bosnien-Herzegowina, Flucht; Situation von Flüchtlingen, Kinder und Frauen als Kriegsopfer, Jugoslawien/Geschichte, Jugoslawien/politische und soziale Veränderungen; Daytoner Friedensvertrag, Menschenrechte und Menschenrechtsverletzungen, Umgang mit Traumata;
Ethik/Religion/Deutsch: Adoption, Verantwortung, Mutterliebe, Eltern und Kinder, Literarisches Motiv „Kind zwischen zwei Müttern“ bei Bertolt Brecht (Der Kaukasische Kreidekreis) und in der Bibel (Das Urteil von Salomon);
Deutsch/Medienpädagogik: Filmanalyse, Personencharakteristik; Erzähltechniken im Film; Musik im Film.

Vorschlag 1: Frauen und Kinder als Kriegsopfer

Für die Auseinandersetzung mit diesem Thema stehen folgende Materialien zur Verfügung: „Stationen des Krieges im ehemaligen Jugoslawien“; „Frauen und Kinder als Kriegsopfer“, Arbeitsblatt „Kinderrechte“, Arbeitsblatt „Zeugnisse von Frauen nach dem Krieg“, Szenenbilder.

Stationen des Krieges im ehemaligen Jugoslawien: Anhand der Übersicht über die historische Entwicklung und der verschiedenen Kriegssituationen im ehemaligen Jugoslawien kann der historische Kontext der Filmerzählung erarbeitet werden.

azu können Szenenbilder, die die Folgen des Krieges zeigen, ausgewählt werden.
Ausgangspunkt könnte auch die Frage sein, wie die Jugendlichen selbst die damaligen kriegerischen Konflikte in Erinnerung haben, bspw. durch Informationen aus den Medien, über Gespräche in der Familie oder eventuell über Kontakte zu Bekannten, die aus Jugoslawien stammten.

Einen anderen Einstieg könnte der Film selbst anbieten mittels folgender Fragen: Welche Szenen im Film beziehen sich direkt auf den Krieg und seine Folgen? In welchen Regionen spielt der Film? Was erzählen die Protagonisten über das damalige Kriegsgeschehen und seine aktuellen Folgen? etc.

Frauen und Kinder als Kriegsopfer: Die angebotenen Informationen geben einen Überblick zu den einzelnen wichtigen Aspekten. Als Einstieg könnten auch die beiden Filmfiguren Senada und Kristina/Aida gewählt werden bzw. die Frage nach der Ausgangssituation: Ist das im Film geschilderte Problem typisch für die Erfahrungen von Frauen und Kindern im Krieg? Haben sowohl Senada als auch Kristina/Aida ein Trauma erlitten?

Einen weiteren Einstieg könnte eine Assoziationskette zu den Begriffen „Krieg“, „Kinder“, „Frauen“ darstellen: Die Jugendlichen schreiben ihre Assoziationen zu der Begriffskette nieder, diese werden gesammelt und z.B. an eine Pinnwand oder Tafel geheftet. Aus dem Vergleich der einzelnen Assoziationen kristallisieren sich dann gemeinsame Fragestellungen und Themenbereiche heraus.

Die beiden Themen „Kinder als Kriegsopfer“ und „Frauen als Kriegsopfer“ bieten sich auch zur getrennten Bearbeitung an. Hier werden zwei Arbeitsblätter vorgeschlagen:

Arbeitsblatt „Kinderrechte“: Hier wird der Schwerpunkt auf das globale Thema der Situation von Kindern in Kriegs- und politischen Krisengebieten gelegt wie auch Bezüge zur eigenen gesellschaftlichen Wirklichkeit der Jugendlichen hergestellt. Das Arbeitsblatt bietet zwei Zugänge an: einen anschaulichen mittels einer Kinderzeichnung, der andere regt die Auseinandersetzung mit der UN-Kinderrechtskonvention an.

Arbeitsblatt „Zeugnisse von Frauen nach dem Krieg“: Auszüge von zwei unterschiedlichen Zeugnissen veranschaulichen die besondere Situation von Frauen im Krieg, welchen Gefahren und Misshandlungen sie ausgesetzt waren, aber auch welch wichtige soziale Rolle sie für die Gesellschaft ausüben. Die beiden Texte eigenen sich auch für eine literarische Auseinandersetzung. Denn hier wird die fiktionale Erzählung einer Zeuginnenaussage gegen­übergestellt. Auch hier könnte ein Vergleich zur Situation der Filmfigur Senada gezogen werden. Die Fragestellungen des Arbeitsblattes regen auch zu eigenem Schreiben an.

Vorschlag 2: Das Motiv der zwei Mütter in der Literatur

Hier stehen die Materialien „Das Motiv der zwei Mütter in der Literatur (Bibel, Brecht)“ zur Verfügung.

Ausgehend von einer inhaltsanalytischen Bearbeitung des Grundkonfliktes „Zu wem gehört Kristina/Aida“ können die beiden Filmmütter charakterisiert werden: Wie stehen die beiden zu ihrem Kind? Was bedeutet für sie Mutterliebe? Wie kommt es zur Entscheidung? Aus der Bearbeitung können dann typische Profile für den Konflikt „Ein Kind zwischen zwei Müttern“ und „Situation der biologischen Mutter“, „Situation der Adoptivmutter“ erarbeitet werden. Diese sollen dann auf die bestehenden Vorbilder in der Literatur, die Parabel der „Kaukasische Kreidekreis“ und „Das Salomonische Urteil“ übertragen werden. Dazu können die Vorlagen entweder gelesen und, im Falle von Brecht, auch als Film gesichtet werden (s. Medientipps). In einem weiteren Schritt könnte der Konflikt auf die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen übertragen werden.

Vorschlag 3: Filmanalyse – Filmgespräch, Elemente der Filmgestaltung, Filmfiguren

Für die Filmanalyse stehen folgende Materialien zur Verfügung: „Inhalt und Kapitel des Films“, „Die Geschichte in Bildern“, „Tipps für die Filmanalyse“, „Szenenbilder“, Arbeitsblatt „Zu wem gehört Kristina/Aida?“, Arbeitsblatt „Filmmusik“.

Filmgespräch: Zum Einstieg empfiehlt sich die Auseinandersetzung mit ausgewählten Schlüsselszenen des Films. Die Teilnehmer/innen sollten sich zuerst überlegen, welche Szene sie am interessantesten fanden. Dann wählen sie ein entsprechendes Szenenbild aus. Die Szenenbilder können auch über die DVD-Software (Funktion ‚Frame speichern’) gespeichert und ausgedruckt werden. Wenn sie kein passendes bei den ausgedruckten Szenenbildern finden, können sie es selbst skizzieren. Jede ausgewählte Szene wird dann vorgestellt. Mögliche Fragen dazu wären: „Was ist in der Szene passiert? Warum fand ich die Szene besonders interessant? etc. Die Szenen-Kommentare können anschließend schriftlich dokumentiert und die Szenen in ihrer chronologischen Abfolge angeordnet werden. Mit Hilfe der Datei „Text der Untertitel“ können den einzelnen Szenen auch die Dialoge zugeordnet werden.

Elemente der Filmgestaltung: Die Gruppe einigt sich auf ein oder zwei Schlüsselszenen. Dann teilt sich die Gruppe in entsprechende Arbeitsgruppen, die jeweils eines der filmischen Gestaltungselemente (Kamera, Musik, Schnitt) bearbeiten. Dazu erhalten die Gruppen eine Einführung in die grundlegenden Gestaltungselemente (s. Datei „Tipps für die Filmanalyse“) Die Gruppe „Musik“ erhält noch das Arbeitblatt „Filmmusik“ zur Bearbeitung der verschiedenen musikalischen Elemente. Jede Gruppe dokumentiert ihre Ergebnisse in einem Szenenprotokoll (Vorlage s. „Tipps für die Filmanalyse“).

„Kalte Bilder“: Einer der spezifischen Gestaltungstechniken des Filmes ist die Bildkomposition. Der besondere Charakter der Bilder zeigt sich durch ihre kalte Atmosphäre, die sich in den Landschaftsdarstellungen, den Farben und der Bildsymbolik ausdrückt. Die Jugendlichen sollen versuchen, diese Art der Bildkomposition näher zu bestimmen: In welchen Bildern kommt die „kalte Atmosphäre“ besonders zum Ausdruck? Welche Botschaft ist mit ihnen verbunden? Wie wirken diese auf den Zuschauer?

Analyse der Filmfiguren: Hier stehen die Charaktere, ihre Funktion für die Handlung und die Dramaturgie im Vordergrund. Die Charakterisierung der Filmfiguren wird hier anhand der Schlüsselfrage: „Zu wem gehört Kristina/Aida“ vorgeschlagen. Hierzu kann auch in Gruppen gearbeitet werden. Jede Gruppe erhält die Power Point Vorlage „Zu wem gehört Kristina/Aida?“ und ausgewählte Szenenbilder. Diese können auch selbst mit Hilfe der DVD-Software (Funktion „Frame speichern“) gespeichert, über einen Beamer projiziert oder ausgedruckt werden. In Gruppen oder einzeln sollen die vier Hauptfiguren in ihrer Beziehung zu Kristina/Aida, zu den anderen Protagonisten und anhand ihres sozialen Umfeldes näher charakterisiert und als Ergebnis eine Power Point Präsentation erarbeitet werden. Dazu sollen passende Szenenbilder und die auf der DVD angebotenen Musikbeispiele verwendet werden. Die anschließende Diskussion kann an den Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Interpretationen anschließen.

Filmmusik: Hier könnten in Verbindung mit dem Musikunterricht die Motive der Musik analysiert werden. Fragen dazu könnten sein: Welche Funktion hat die komponierte Filmmusik und welche Funktion hat das Lied im Vorspann „Wenn ich ein Vöglein wär’?“ Welche Schlüsselszenen im Film bringen die Funktion der Musik zum Ausdruck? Auf welche Protagonisten bezieht sich die Musik im Film? Welche Gefühle, Assoziationen weckt die Musik bei den Zuschauern? Siehe auch der Button „Filmmusik“.

 


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