
Durchblick 6+ – Tischlein deck dich – Ulrich König – D 2008 – 57 min.
Grimms Anmerkung notiert „Aus Hessen“ als Herkunft (von Jeanette Hassenpflug nach der alten Mamsell Storch bei Henschel). Eine andere Erzählung (1811 von Dortchen Wild, ab Zweitauflage nur Anmerkung) beginnt so, dass der Vater die Söhne nacheinander mit Pfannkuchen und Heller wandern schickt. Sie hüten die Herde eines reichen Herrchens in einer Nussschale, lassen sich aber verbotenerweise von Tanzmusik in ein Haus locken (vgl. KHM 57). Tischleindeckdich und Goldesel werden unterwegs vertauscht, erst der Jüngste verstopft seine Ohren mit Baumwolle. Er holt mit dem Knüppel die Wunderdinge wieder. Der Vater freut sich, seine drei Heller an ihnen nicht verschwendet zu haben. Vergleiche: KHM 54 Der Ranzen, das Hütlein und das Hörnlein; Grimms Irische Elfenmärchen Nr. 9 Die Flasche; viele auswärtige Literaturstellen. Es ist in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm an Stelle 36 enthalten (KHM 36).
Alle drei Wunderdinge, die im Märchen vorkommen, werden heute noch als Metaphern verwendet.
So wollte jeder schon einmal, wenn er sich geärgert hat, den „Knüppel, aus dem Sack“ holen. Viele haben den Vater schon sagen hören, dass er keinen Goldesel im Keller hat und das „Tischlein deck dich“ ist Namensgeber für viele Restaurants und Bringdienste.
Auch der Spruch der Ziege „Ich bin so satt, ich mag kein Blatt.“ findet noch Verwendung.
Bereits 1921 wurde unter der Regie von Wilhelm Prager ein Stummfilm mit dem Titel „Tischlein deck dich, Eselein streck dich, Knüppel aus dem Sack“ gedreht.
1956 führte Jürgen von Alten Regie in dem Spielfilm „Tischlein deck dich“.
Zwanzig Jahre später produzierte die DEFA einen 13 Minuten langen Puppentrickfilm unter dem gleichen Titel.
2004 war „Tischlein deck dich“ in der deutschen Zeichentrickserie „Simsalagrimm“ (Folge 12) zu sehen und 2006 in der ProSieben Märchenstunde.
Quellen:
de.wikipedia.org/wiki/Tischlein_deck_dich
www.rbb-online.de/maerchenfilm/6_auf_einen_streich/tischlein/tischlein_deck_dich_0.html
Erwachsen werden, Selbstständigkeit, Selbstvertrauen, Mut.
„Tischlein deck dich“ gehört zu den Zaubermärchen. Diese bilden eine spezielle Untergattung von Erzählungen im Bereich der Märchen. Die Einordnung geht zurück auf Antti Aarne, der als erster eine Einteilung der Volksmärchen in Tiermärchen, den Schwank und das so genannte "eigentliche Märchen" vornahm. Der letztgenannte Typ wurde von ihm wiederum in vier Untertypen untergliedert: Novellenartige Märchen, Legendenartige Märchen, Zaubermärchen und Märchen vom dummen Teufel (Riesen).
Gemeinsames Merkmal der Zaubermärchen ist die Vorstellung, dass es möglich sei, die Wirklichkeit durch magische Praktiken zu beeinflussen. Magische Kräfte, die Kenntnis von Zaubersprüchen oder der Besitz von so genannten „Wünscheldingen“ spielen eine große Rolle. Zu dieser Gattung gehören sowohl Volksmärchen als auch Kunstmärchen.
Inhalt und Form sind typisch für ein Märchen:
Typische Märchenhelden: armer Schneider und seine Söhne.
Typische Sprache der Märchen: