
Durchblick 14+ – Tommys Inferno – Ove Raymond Gyldenås – N 2005 – 91 min
Die folgenden Gliederungspunkte stellen die Arbeitsblätter zur filmischen Gestaltung, ihre Zielsetzung und mögliche Anknüpfungspunkte an Schulfächer vor.
> Deutsch, Kunst
Vor dem Film
Als Vorbereitung auf eine Beschäftigung mit Filmsprache und filmgestalterischen Mitteln eignet sich insbesondere die Arbeit mit dem Filmplakat. Denn Filmplakate sollen nicht nur Interesse wecken, sich einen Film anzusehen, sondern zugleich so gestaltet sein, dass die Betrachtenden bereits etwas über die Handlung des Film, das Thema des Films oder die Figuren erfahren. Im Gegensatz zu einer Filmsequenz bleibt hier zunächst genügend Zeit, auch auf Details zu achten.
Eine Überlegung, welches Filmplakat der letzten Zeit den Schülern/innen besonders im Gedächtnis geblieben ist, sensibilisiert für die Wirkung von Filmplakaten und verdeutlicht deren Funktionen für die Bewerbung eines Films.
Im Fall von „Tommys Inferno“ wirkt das Plakat zunächst sehr einfach und konventionell gestaltet. Spannend ist jedoch nicht nur, welche Figuren abgebildet wurden, sondern auch in welcher Pose sie zu sehen sind. Jede dieser Figuren weist damit bereist auf ihre Rolle im Film hin.
Die Schüler/innen formulieren ihre Beobachtungen und Erwartungen an den Film.
Nach dem Film
In einem zweiten Schritt, nach Sichtung des Films, können die zuvor formulierten Erwartungen erneut aufgegriffen und überprüft werden. Falls ihnen das Filmplakat nicht aussagekräftig genug erscheint, kann ein eigenes angefertigt werden.
Darüber hinaus lädt die Körpersprache der Figuren auf dem Bild auch zu eigenen Darstellungen ein: Welche Körperhaltung signalisiert welche Einstellung? Andererseits können die Schüler/innen auch nach weiteren treffenden Posen für die Figuren suchen.
Arbeitsblatt 2: Das Filmplakat
> Deutsch, Kunst, Religion/Ethik
Die Aufgaben dieses Blocks beschäftigen sich mit der Funktion, der Beständigkeit, der persönlichen Bedeutung von Symbolen sowie deren Wirkung in „Tommys Inferno“. Ausgehend von den Alltagserfahrungen der Schüler/innen werden Symbole als solche in ihren vielfältigen Zusammenhängen sichtbar gemacht.
Tommys Bezug zu dem Foto seines vermeintlichen Vaters und später zu der Adresse seines leiblichen Vaters veranschaulicht nicht nur den möglichen Wandel von Symbolen, sondern lädt zugleich dazu ein, sich mit den persönlichen Bedeutungen von Gegenständen oder Orten zu beschäftigen.
In „Tommys Inferno“ wird darüber hinaus auch eine Vielzahl an religiös, gesellschaftlich oder kulturell konnotierten Symbolen eingesetzt, die die Szenen kommentieren und ihnen nicht explizit ausgesprochene Bedeutungen zuweisen. Anhand zahlreicher Standfotos werden diese erzählerischen Muster deutlich, können thematisch gegliedert und in ihrem Bezug zur Handlung besprochen werden.
Für die Arbeit mit Standfotos empfiehlt sich zudem, auch weitere Gestaltungsmerkmale in Betracht zu ziehen, wie zum Beispiel:
> Deutsch, Kunst
Ähnlich wie Symbole weist auch die Farbgestaltung auf eine nicht-sprachliche Bedeutungsebene hin. Viele weitere Standfotos lenken den Blick auf die Farb- und Lichtgestaltung und machen erneut Gestaltungsmuster deutlich.
Neben diesen Standfotos eignet sich für diese Aufgabe auch die Analyse der beiden Montagesequenzen des Videoteils. Wenn die Klasse in mehrere Gruppen aufgeteilt wird, können diese sich jeweils auf die Darstellung und Wirkung einer Farbe (Rot, Blau, Weiß) oder aber die Bedeutung der Farben für eine bestimmte Person (Tommy, Maria, Ahmed) konzentrieren.
Die Auseinandersetzung mit den Funktionen, konventionellen Bedeutungen sowie Wirkungen von Farben ist leicht auch auf andere Themenbereiche anwendbar wie etwa die Analyse von Anzeigen in Zeitungen sowie Magazinen oder von Werbespots und Musikvideos im Fernsehen.
Montagesequenz 1: Wettlauf gegen die Zeit (0:49 – 0:53)
Montagesequenz 2: Das große Gewitter (1:07 – 1:13)
> Deutsch, Kunst, Musik
Dieses Arbeitsblatt verknüpft inhaltliche und gestalterische Elemente und bezieht sich auf die Szene, in der Ahmeds Ego-Schüler/innen in der Schießhalle üben. Neben den Auseinandersetzungen mit der Funktion von Vorbildern und Idolen sowie den erzählerischen Leerstellen des Films (Methodik: Inhalt) eignet sich hier auch eine Szenenanalyse.
Sehen Sie sich diese Sequenz einmal in der Originalgeschwindigkeit an. Verteilen Sie in der Klasse Beobachtungsaufgaben zu den folgenden Aspekten:
Spielen Sie die Sequenz nach einer Sammlung der Ergebnisse noch einmal in Zeitlupe ab. Achten Sie dabei vor allem auf die Montage, das heißt die Übergänge zwischen den einzelnen Einstellungen. Wie erzählt der Film durch die jeweils aufeinander folgenden Bilder eine Geschichte?
Spielen Sie die Szene noch einmal in der Originalgeschwindigkeit, jedoch ohne Ton ab. Überlegen Sie, welche anderen Musikstile ebenfalls möglich gewesen wären und wie sich dadurch die Wirkung der Szene verändern würde.
Filmsequenz (siehe Videoteil):
Ego-Shooter (1:02 - 1:04)
Arbeitsblatt 8: Ich und/oder die Anderen?