
Durchblick 8+ – Übergeschnappt – Knetter – M. Koolhoven – NL 2005 – 81 min.
Die folgende Aufteilung des Filmes entspricht den Kapiteln der DVD-Video-Ebene.
Länge: 7 Min.
„Familien können sehr unterschiedlich sein“ – so beginnt Bonnie ihre Geschichte. Ihr Freund Koos und seine Brüder zum Beispiel sind an den roten Haaren zu erkennen. Bonnies Familie wiederum erkennt man nicht an der Ähnlichkeit, sondern an ihrer gemeinsamen Liebe zu Elefanten. (Deshalb werden auch die Schauspieler und die Filmcrew in einem kleinen Elefanten-Trick-Vorspann vorgestellt).
Zu Bonnies Familie gehören ihre Großmutter, ihre Mutter Liz – und sie natürlich. Allerdings ist Bonnies Mutter manchmal seltsam: dann liegt sie entweder im Bett und interessiert sich für gar nichts oder sie rennt wie aufgedreht durch Geschäfte und Eissalons, flirtet und findet das Leben einfach wunderbar. In solchen Phasen muss die Großmutter mit großer Strenge darauf achten, dass Liz ihre Medikamente nimmt. Aber es sind auch die Phasen, die Bonnie besser gefallen: dann spielen sie miteinander Karten und zelten im Garten und träumen gemeinsam von Elefanten.
Länge: 9,5 Min.
Manche Tage beginnen wie jeder andere Tag und doch ist plötzlich alles grundsätzlich anders. Weil Bonnie mit den Inlinern zur Schule fährt, ihre Schuhe aber vergessen hat, will ihr die Großmutter die Schuhe bringen. Dabei achtet sie nicht auf die Autos und läuft direkt in einen Wagen. Sie ist tot – von einem Moment auf den anderen.
Bonnie versucht zwar, die aufgebahrte Großmutter durch Erschrecken und Kitzeln wieder aufzuwecken, doch das gelingt natürlich nicht. Bereits auf der Beerdigung wird deutlich, dass sich Liz nur mit Mühe zusammenreißt.
Länge: 5 Min.
Bonnie geht wieder zur Schule und bemüht sich zu Hause, ohne Großmutter mit der Mutter zurechtzukommen. Liz liegt mal im Liegestuhl auf der Terrasse und mal im Bett, möchte nichts essen oder trinken und schon gar nicht aufstehen. Auch Bonnie ist traurig, nicht nur, weil sie die Großmutter vermisst, sondern auch, weil ihr die Mutter so fremd ist. Trotzdem gibt es auch Zeiten, die Spaß machen. Zum Beispiel, wenn sie mit Koos zusammen die Nachbarin Puch beobachtet, die ganz allein lebt und ein bisschen unheimlich wirkt. Koos erfindet allerlei Horrorgeschichten über sie.
Länge: 1,5 Min.
Jorien vom Jugendamt kommt bei ihnen vorbei, als Bonnie gerade aus der Schule kommt. Bonnie schwindelt ihr vor, dass Liz einkaufen sei, obwohl sie genau sieht, dass die Vorhänge vom Schlafzimmer geschlossen sind und ihre Mutter wahrscheinlich noch gar nicht aufgestanden ist. Sie erzählt Jorien, wie wunderbar sie zurechtkommen und dass alles bestens klappt. Kaum ist Jorien wieder gegangen kommt Liz die Treppe herunter und möchte wissen, wer da war. Bonnie lügt sie an und zerreißt die Visitenkarte, die ihr Jorien gegeben hat.
Länge: 11 Min.
Bonnie hat sich überlegt, dass es gut wäre, Brüder zu haben – so wie Koos. Vor allem das Baby hat es ihr angetan, das Koos eher nervig und überflüssig findet. Vielleicht wäre es ja eine gute Idee, wenn ihre Mutter ein Baby bekäme. Dass dazu ein Mann gebraucht wird, weiß sie – also schickt sie ihren Lehrer unter einem Vorwand zu ihrer Mutter, die wie immer im Bett liegt, als er kommt. Bonnie ist riesig gespannt, ob es klappt mit den beiden, doch da muss sie die Mutter enttäuschen. Der Lehrer ist zwar nett, aber nicht ihr Typ.
Im Park ist Koos gerade sehr beschäftigt, das Baby, auf das er aufpassen soll, ist ganz allein. Also nimmt Bonnie es aus dem Wagen und tut ein wenig so, als wäre es ihr Bruder. Sie geht mit dem Baby weg und rührt sich auch nicht, als Koos bemerkt, dass es fehlt. Seine Mutter ist sowieso schon genervt und macht ihm die Hölle heiß. Als Koos Bonnie mit dem Baby entdeckt, ist er entsprechend sauer. Bonnie ist sehr sehr traurig – ihre Mutter will nichts essen und steht einfach nicht auf und auch sonst ist sie sehr allein.
Länge: 8 Min.
Am nächsten Morgen verschläft Bonnie fast den Schulausflug. Glücklicherweise holt sie der Lehrer zu Hause ab. Sie nimmt ihrer Mutter das Versprechen ab, sie ganz bestimmt nach dem Ausflug abzuholen, dann geht sie los. Doch im Bus lachen alle über „den Babydieb“ und Koos redet nicht mit ihr. Bonnie hat niemanden, mit dem sie im Zoo herumlaufen kann und auch kein Brot für die Pause mit. Dafür gibt es im Zoo aber Elefanten, die Bonnie sogar mit Namen kennt. Sie spricht mit dem Lehrer ein bisschen über ihre Familie – und bald kann sie wieder lachen.
Als der Bus die Klasse an der Schule absetzt, stehen die meisten Eltern schon dort. Auch Bonnies Mutter kommt, um sie abzuholen – allerdings hat sie ihren Bademantel an. Kein Wunder, dass alle darüber lachen. Wütend geht Bonnie allein nach Haus. Als Liz dort ankommt, sitzt Bonnie auf dem Dach und will nicht mehr heruntersteigen, bis ihr die Mutter verspricht, dass sie ab sofort ihre Medikamente nimmt. Bonnies Mutter verspricht, zum Arzt zu gehen und auch sonst ab sofort alles besser zu machen. Puch, die Nachbarin, steht derweil schon auf der Leiter, um Bonnie tatkräftig vom Dach zu holen. Doch das ist gar nicht mehr nötig.
Länge: 2 Min.
Das neue Leben feiern Mutter und Tochter mit einem Eis. Liz hat neue Medikamente bekommen, steht morgens auf und frühstückt, nimmt ihre Tablette und bleibt auf, bis sie gemeinsam mit Bonnie ins Bett gehen darf. Allmählich bessert sich Liz’ Zustand.
Länge: 6 Min.
Liz ist wieder richtig gut drauf – fast ein bisschen zu gut. Sie hat Cees kennen gelernt, einen Schuhverkäufer, der Bonnie bereits aus dem Laden kennt. Cees findet Bonnies Mutter sehr süß und Liz flirtet und lacht und ist glücklich. Bonnie freut sich auch, denn das Brüderchen rückt dadurch in greifbare Nähe.
Auch sonst scheint sich alles zum Guten zu wenden. Koos steht plötzlich wieder vor der Tür und schenkt ihr einen kleinen Pappelefanten. Gemeinsam spielen sie Puch einen Streich, während Koos seine Horrorgeschichten spinnt und auch sonst ist alles fast wie früher. Sie ist so gut gelaunt, dass sie Cees, den sie eigentlich nicht leiden kann, zum Übernachten einlädt und freut sich riesig, dass ihre Mutter ihn küsst und mit ihr anschließend die neue Liebe feiert.
Länge: 10,5 Min.
Aber dann kommt alles wieder anders. Während die euphorische Liz mit Cees einen langen Ausflug macht, kommt Jorien ein weiteres Mal zu Besuch. Bonnie erzählt noch einmal, wie prächtig alles läuft und Jorien möchte ihr durchaus gern glauben, ist aber eher skeptisch. Sie fragt Bonnie, ob sie denn nicht gern mit anderen Kindern in einem Kinderheim wohnen würde und erzählt – ohne zu wissen, was es für Bonnie bedeutet – dass Babys gleich in ein Kinderheim kommen, wenn niemand da ist, der sich um sie und ihr psychisch krankes Elternteil kümmert. Bonnie ist alarmiert.
Sie verkriecht sich mit ihrer Sorge und Angst in ihr Baumhaus im Garten und weint. Dort entdeckt sie Puch, die sie vorsichtig tröstet und mit in ihr Haus hinüber nimmt. Sie hört sich Bonnies Sorgen an und erzählt ein wenig von sich selbst, als Koos auftaucht und Bonnie zu ihm nach draußen läuft.
Abends wartet Bonnie auf ihre Mutter und Cees. Sie will mit allen Mitteln verhindern, dass sie intensiv „Kuscheln“ und ein Baby bekommen. Als die beiden kommen und sich ganz offensichtlich auf ein verliebtes Beisammensein freuen, stört Bonnie sie ein ums andere Mal, bis die Liebesnacht endlich geplatzt ist.
Länge: 5 Min.
Am nächsten Morgen schläft Bonnie in der Schule ein. Der Lehrer ist besorgt und kümmert sich um sie. Deshalb vertraut sie ihm ihre Sorgen an: dass sie verhindern muss, dass ihre Mutter ein Baby bekommt, weil sie das Jugendamt sonst in ein Kinderheim bringt. Während sie sich in der Schule ausruht, redet der Lehrer mit ihrer Mutter – natürlich nicht, ohne Bonnie vorher zu fragen, ob sie das möchte.
Liz kommt extra in die Schule um Bonnie zu sagen, dass sie kein Baby möchte und weiß, was man machen muss, um keines zu bekommen. Bonnie ist ihr ein und alles und niemand kann sie ihr einfach wegnehmen.
Als Bonnie nach Hause kommt, wirft Liz Cees gerade aus dem Haus. Er hatte verlangt, dass sie Bonnie dafür bestraft, dass sie nachts andauernd gestört hat und das macht die Mutter extrem wütend.
Die Tatsache, dass der Zirkus ausverkauft ist, den sich Liz mit Bonnie ansehen wollte, macht sie ebenfalls wütend. Sie schlägt den Kassierer und regt sich fürchterlich auf, während Bonnie, peinlich berührt, nach Hause läuft.
Länge: 14 Min.
Bonnie sitzt verzweifelt im Haus, als Liz nach Hause kommt. Die Mutter hat eine Überraschung mitgebracht und möchte sie Bonnie zeigen. Nur widerwillig folgt ihr Bonnie nach draußen und dort, im Garten, steht ein Elefant. Liz hat ihn aus dem Zirkus gestohlen und schenkt ihn Bonnie jetzt. Bonnie weiß, dass das so nicht geht – aber Liz sieht das gar nicht ein: Wer sich so anstellt wie die Leute vom Zirkus verdient den Elefanten nicht.
Während sie noch die Frage klären, was mit dem Elefanten geschehen soll, klingelt das Telefon und Jorien meldet sich an. Bonnies Mutter findet es gut, dass sie vorbeikommen möchte – sie denkt, sie habe die Situation im Griff. Bonnie ruft zwar noch hastig Koos zu Hilfe, doch die Katastrophe ist nicht mehr aufzuhalten. Nach einem ersten relativ guten Eindruck kann Bonnies Mutter ihren manischen Zustand nicht mehr verbergen. Auch der Elefant ist – trotz aller Bemühungen Bonnies und Koos’ – nicht mehr zu übersehen. Feuerwehr und Polizei sind bald darauf auch im Anmarsch und sogar das Fernsehen hat von der Sache Wind bekommen. Wie würde sich ein Elefant in einer solchen Lage helfen?
Bonnie weiß plötzlich, was zu tun ist. Sie vertraut einfach ihrem Instinkt und der führt sie direkt zu Puch, ihrer Nachbarin. Denn wäre Puch nicht eine wunderbare Tante? So dass Bonnie bei ihrer Mutter bleiben könnte? Aus dem Nichts wird plötzlich eine neue Art Familie, die Höhen und Tiefen mit Sicherheit überstehen wird.