
Durchblick 8+ – Übergeschnappt – Knetter – M. Koolhoven – NL 2005 – 81 min.
Genau wie Lesen, Schreiben und Rechnen müssen Kinder in unserer Zeit auch die Dechiffrierung von medialen, audio-visuellen Informationen oder Geschichten erlernen. Die Kultusminister haben deshalb „Film“ als Unterrichtsthema in den Rahmenlehrplänen der Bundesländer verankert.
„Übergeschnappt“ eignet sich sehr gut, um mit Kindern im Grundschulalter die wichtigsten Aspekte der Filmsprache kennen zu lernen und ihnen zu vermitteln, wie sie deren Gesetzmäßigkeiten erkennen und verstehen können. Folgende Aspekte können im Unterricht – je nach Altersstufe der Kinder – erarbeitet werden:
Mit Hilfe der Arbeitsblätter 3 bis 10 können Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Merkmale der Filmgestaltung, Begriffe der Filmsprache und andere wesentliche Aspekte der Filmvermittlung erarbeiten.
Fachbegriffe der Filmemacher
| Drehbuch | Als Drehbuch bezeichnet man die ausführliche Beschreibung der einzelnen Einstellungen des Filmes in ihrer Gesamtheit. Es beschreibt alle Einzelheiten des Bildes und enthält den dazugehörigen Dialog sowie Hinweise auf andere bedeutende Gestaltungselemente (z.B. Ton). Von einem Drehbuch werden in der Regel mehrere Fassungen geschrieben, bevor es verfilmt wird. Manche Drehbücher entstehen nach Romanen oder auch Bilderbüchern, die als Buchvorlage des Filmes bezeichnet werden. Man spricht dann auch von einer Buch-Adaption. Andere Drehbücher sind Originalstoffe, die von einem oder mehreren Drehbuchautoren entwickelt werden. |
| Plot | Bevor ein Drehbuch geschrieben werden kann, müssen die Details genau ausgearbeitet werden. Am Anfang des Prozesses steht der Plot der Handlung – eine sehr kurze Zusammenfassung des Kernproblems, seiner Hauptfiguren und seiner Lösung. In der Regel umfasst ein Plot nur drei Zeilen, die einen ersten Eindruck von der Handlung geben. |
| Exposé | Das Exposé, auch Synopsis genannt, erzählt die beabsichtigte Handlung des Filmes auf ungefähr einer oder zwei Seiten. Neben den Hauptfiguren werden die wichtigsten Nebenfiguren sowie die Höhepunkte des Spannungsbogens erläutert. |
| Treatment | Wenn das Exposé zufrieden stellend ausgearbeitet ist, folgt ein mehrseitiges Treatment der Filmhandlung. Im Treatment werden bereits Sequenzen und wichtige Szenen festgelegt. Der zeitliche und räumliche Ablauf der Handlung ist aus dem Treatment ebenfalls zu erkennen. Außerdem werden alle Figuren, die für die Handlung wichtig sind, ausführlich charakterisiert (siehe auch Arbeitsblatt 5). |
| Dialoge | Das umfasst alles Sätze und Gefühlsäußerungen, die die Figuren des Filmes in den einzelnen Szenen sagen. Die Dialoge stehen im Drehbuch bei den entsprechenden Szenen. |
| Dialogbuch | Filme in fremder Sprache werden bei uns in Deutschland synchronisiert. Damit der Text in der Übersetzung sowohl in der Länge als auch in den Lippenbewegungen zu den Bildern passt, wird der Übersetzung das Dialogbuch der Originalaufnahmen zugrunde gelegt. |
| Einstellung | Als Einstellung bezeichnet man eine einzelne, ohne Unterbrechung gedrehte Aufnahme der Kamera. Innerhalb einer Einstellung können eine Kamerafahrt, ein Schwenk oder auch ein Zoom den gefilmten Bildausschnitt verändern. |
| Einstellungsgröße | Der Bildausschnitt, den die Kamera aufnimmt, wird als Einstellungsgröße bezeichnet. Unterschieden werden sieben verschiedene Einstellungsgrößen. Sie heißen: Totale, Halbtotale, Amerikanische, Halbnahe, Nahe, Großaufnahme und Detailaufnahme (siehe auch Arbeitsblatt 6). |
| Szene | Einstellungen, die am gleichen Ort zur gleichen Zeit einen in sich abgeschlossenen Teil der Handlung bilden, werden als Szene bezeichnet (siehe auch Arbeitsblatt 7). |
| Sequenz | Eine Sequenz besteht aus mehreren Szenen, die inhaltlich zusammengehören, bezüglich ihres Ortes und ihres Zeitraumes jedoch variieren können (siehe auch Arbeitsblatt 3 und Arbeitsblatt 9). |
| Dramaturgie | Die dramatische Entwicklung der Handlung folgt beim Film, ähnlich wie beim Theater, bestimmten Gesetzmäßigkeiten, die den Erwartungen der Zuschauer angepasst sind oder ihnen entgegenstehen. Eine geschickte Dramaturgie beachtet die Wirkung des Handlungsverlaufes und sorgt beim Zuschauer für die richtige Mischung aus Spannung und Entspannung. |
| Spannungsbogen | Als Spannungsbogen bezeichnet man die Art des Handlungsverlaufes. Die Spannung einer Handlung steuert von der Einleitung aus auf den ersten Höhepunkt zu, danach folgt Entspannung mit anschließend wieder steigender Spannung, die sich nach mehreren Wellenbewegungen letztendlich in der Auflösung des Kernproblems löst. Manche Spannungsbögen bestehen aus mehreren Handlungssträngen, die wie ein Netz miteinander verwoben werden, um am Ende zusammengeführt und gemeinsam gelöst zu werden. |
| Happy End | Als Happy End bezeichnet man den guten Ausgang einer aufregenden Geschichte. Die Figuren finden für ihre Probleme eine Lösung, die sie und die Zuschauer zufrieden stellt. |
| Perspektive | Der Blickwinkel, aus dem die Kamera das Bild aufnimmt, wird in der Filmsprache „Perspektive“ genannt. Drei wesentliche Kameraperspektiven sind „auf Augenhöhe“, „Vogelperspektive“ und „Froschperspektive“ (siehe auch Arbeitsblatt 9 und Arbeitsblatt 10). Die Perspektiven tragen wesentlich dazu bei, dass sich der Zuschauer in der Filmhandlung wieder findet und sich mit dem Geschehen identifiziert. |
| Kamerafahrt | Die Kamera wird während des Drehens oft auf Schienen befestigt, die eine Bewegung nach vorn oder hinten, rechts oder links oder auch im Kreis möglich machen. Die Kamerabewegung und die Bewegung der Figuren der Szene werden – je nach Situation – miteinander in Verbindung gesetzt. Beispielsweise können sich zwei Figuren im Tanz drehen, während die Kamera entgegengesetzt um sie herumfährt. Je nach Relation ergeben sich immer unterschiedliche Bildwirkungen. |
| Schwenk | Beim Schwenk wird die Kamera direkt an ihrem Standort bewegt. Mit Hilfe eines Hebels kann sie vertikal oder horizontal geschwenkt werden. Beim Zuschauer entsteht dabei der optische Eindruck, als schaue er sich im Geschehen um. |
| Zoom | Das „Zoomen“ ist keine Kamerabewegung, sondern eine Veränderung der Brennweite des Objektivs. Das gefilmte Objekt wird im Bild dadurch größer oder kleiner ohne dass der Eindruck von Bewegung entsteht. |
| Montage / Schnitt | Die Handlung eines Filmes wird nicht chronologisch aufgenommen. Alle Einstellungen, die aus der gleichen Kameraperspektive aufgenommen werden, werden unmittelbar nacheinander gefilmt – selbst wenn sie zu verschiedenen Zeiten spielen. Grund dafür ist neben dem erhöhten Aufwand, bei jeder neuen Aufnahme die Kamera umzurüsten, auch die künstlerische Möglichkeit, Aufnahmen auch noch nach dem Drehen anders als vorher geplant zusammenzustellen. Dies geschieht bei der Montage, auch Filmschnitt genannt. |
| Überblendung | Bei der Montage werden unterschiedliche Aufnahmen so aneinandergefügt, dass der Zuschauer den Eindruck einer kontinuierlichen Handlung bekommt. Zur Verbindung der verschiedenen Bilder werden weiche oder harte Übergänge genutzt. Die Überblendung ist ein weicher Übergang: die Bilder werden für einen kurzen Zeitraum ineinander kopiert, so dass das folgende Bild ganz allmählich aus dem vorhergehenden entsteht. |
| Harter Schnitt | Der harte Schnitt ist ein Übergang bei dem zwei unterschiedliche Bilder direkt aneinandermontiert werden. Durch den Bruch im Bild entsteht eine stärkere Spannung. |
| O-Ton | Gleichzeitig mit der Bildaufnahme wird auch der Ton aufgenommen. Dieser Originalton (Fachbegriff: O-Ton) des Drehs wird später in der Tonmischung benötigt um alle zum Bild gehörigen Sounds (Sprache, Atmo, Geräusche) an der richtigen Stelle einzuspielen. Um Synchronität von Bild und Ton zu garantieren wird zu Beginn jeder Aufnahme die Filmklappe geschlagen. |
| Atmo | Jeder Ort hat eine eigene akustische Atmosphäre. Da diese während des Drehs durch die Filmarbeiten nicht authentisch eingefangen werden kann, wird nach dem Dreh eine reine Tonaufnahme des Drehortes gemacht, die später bei der Tonmischung zu Dialogen und Geräuschen hinzugefügt werden kann. Diese Aufnahme wird als „Atmo“ bezeichnet. |
| Geräusche | Auch Geräusche müssen nach den Filmarbeiten in der Regel noch einmal aufgenommen werden – keine Tür schlägt in der realen Akustik so laut zu, wie das im Film später klingt. Deshalb erzeugen Geräuschemacher im Studio die wichtigen Sounds noch einmal nachträglich. |
| Synchronisation | Sprachaufnahmen, die nach dem Filmdreh im Studio erfolgen, nennt man Synchronisation. Am bekanntesten ist dieser Begriff in Zusammenhang mit fremdsprachigen Filmen. Häufig werden – für die bessere Verständlichkeit – aber auch die Originalsprachaufnahmen nachsynchronisiert. |
| Innerer Monolog / Off-Ton | Eine besondere Form der Sprachaufnahme ist der „Innere Monolog“, der als Off-Ton separat aufgenommen wird. Bonnies Gedanken sind in „Übergeschnappt“ sehr häufig aus dem Off zu hören. Dieses Stilmittel dient zur Veranschaulichung innerer Konflikte, Gedankengänge oder Fantasien, die optisch nicht dargestellt werden (können). (siehe auch Arbeitsblatt 8) |
| Tonmischung | Alle Tonaufnahmen werden – quasi als letzter Schritt der Filmgestaltung – nach dem Filmschnitt so zu den Bildern gemischt, dass der gewünschte Effekt in der Kombination von Bild und Ton entsteht. Dieser Vorgang wird als „Tonmischung“ bezeichnet. |