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1. Zum Film „Winky will ein Pferd“


Von Beate Völcker

1.1 Filmcredits

Originaltitel: Het Paard van Sinterklaas
Niederlande/Belgien 2005 – 92 Minuten
Regie: Mischa Kamp
Drehbuch: Tamara Bos nach ihrem Kinderbuch „Winky en het Paard van Sinterklaas“
Kamera: Lennert Hillege
Produktionsdesign: Frederiek Delfos, Anita Kars
Schnitt: Sander Vos
Sounddesign: Marco Vermaas
Musik: Johan Hoogewijs
Produzenten: Burny Bos, Michiel de Rooij, Sabine Veenendaal
Co-Produzenten: Erwin Provoost, Hilde de Laere
Produktionsfimen: BosBros. Film-TV Productions (Niederlande); MMG (Koproduktion Belgien)

Darsteller(innen): Ebbie Tam (Winky Wong), Aaron Wan (Winkys Vater), Hanyi Han (Winkys Mutter), Betty Schuurman (Tante Cor), Jan Decleir (Onkel Siem), Mamoun Elyounoussi (Samir), Sallie Harmsen (Sofie), Anneke Blok (Lehrerin), Nori de Winter (Maaike)

Auszeichnungen:
u.a. „Golden Film“ und „Golden Calf“ für das beste Drehbuch beim Niederländischen Film Festival Utrecht 2005
FNAC Publikumspreis beim Film Festival Gent 2005
Publikumspreis beim Montreal International Children’s Film Festival 2006

FSK: ohne Altersbeschränkung
BJF-Altersempfehlung: ab 6 Jahren

 

1.2 Kurzinhalt

Aus dem fernen China zieht die sechsjährige Winky mit ihrer Mutter in die Niederlan­de, wo ihr Vater seit einiger Zeit ein Restaurant betreibt. Soviel erscheint anders in dem fremden Land. Doch Winky stellt sich offen und wissbegierig allen Herausforder­ungen, auch der, die neue Sprache zu lernen. In der Schule allerdings fühlt sie sich nicht sehr wohl. Denn die anderen Kinder kümmern sich kaum um sie, sondern machen sich höchstens über sie lustig, wenn sie etwas nicht kennt oder missver­steht. Eines Tages begegnet sie zufällig dem Pony Saartje, das von seiner Koppel ausgerissen ist. Saartje wird Winkys bester Freund. Immer wenn sie ihre Pflichten im Restaurant erledigt hat, besucht sie das Pony auf der Weide und lernt bei einer dieser Gelegenheiten auch die netten Besitzer, Tante Cor und Onkel Siem, kennen. Weil ihre Mutter Angst vor Pferden hat und die Eltern sowieso meinen, ihre Tochter sei noch zu klein für den Umgang mit solchen Tieren, muss Winky ihre Freundschaft mit Saartje verheimlichen. Nur Samir, der nette, junge Angestellte ihres Vaters, weiß um ihr Geheimnis. Und irgendwann erzählt sie auch Maaike davon, einer Mitschüler­in, die ihre Liebe zu Pferden teilt. Doch dann wird Saartje, die schon sehr alt ist, krank und muss eingeschläfert werden. Winky ist tief traurig. Der einzige Trost ist, dass sie in Maaike eine neue Freundin findet. Es naht die Nikolauszeit. Winky hört durch Maaike das erste Mal vom Nikolaus, der den Kindern Wünsche erfüllt. Winky hätte so gerne ein Pferd. Aber kann sie wirklich den Nikolaus um solch ein großes Geschenk bitten? Das würde Winky gerne den Schwarzen Piet, den Gehilfen von St. Nikolaus, fragen. Als es nicht klappt, bringt Maaike die Freundin auf die Idee, den Nikolaus persönlich zu fragen, der in ein paar Tagen im Kaufhaus zu Besuch sein wird. Nachdem der Nikolaus ebenda von Winky erfährt, dass sie keinen Brief mit vie­len Wünschen an ihn geschrieben, sondern ein Bild mit nur einem einzigen Wunsch geschickt hat, versichert er, dass dieser Wunsch bestimmt in Erfüllung ginge. Winky ist glücklich und jetzt natürlich felsenfest davon überzeugt, dass der Nikolaus ihr ein Pferd schenken wird. Zumindest der erwachsene Zuschauer erkennt das Problem. Während etwa bei der vorherigen Nikolausparade Onkel Siem im Gewand des Niko­laus steckte, der diese Rolle in der kleinen Stadt offenbar traditionell verkörpert, spielt ein ganz anderer Mann den Kaufhaus-Nikolaus. Und der kann nicht wissen, welch großen Wunsch Winky hat. Aber davon ahnt Winky, die fest an den Nikolaus glaubt, nichts. Entsprechend groß ist die Enttäuschung, als der Nikolaus ihr am Nikolaustag in der Schule als Geschenk einen Stoffhund überreicht. „Blöder Nikolaus“, beschimpft sie ihn und läuft aus der Schule. Da entdeckt sie das Pferd vom Nikolaus, das an ihr Fahrrad angebunden ist. Ihr Wunsch scheint also doch in Erfüllung gegangen zu sein. Zufrieden reitet Winky nach Hause, wo sie bereits den Schuppen als Stall vor­bereitet hat. Ihre Eltern sind entsetzt und beginnen zu streiten. Kurzerhand schließt sich Winky samt Pferd im Schuppen ein. Der Nikolaus hat in der Zwischenzeit das Missverständnis bemerkt und kommt zu Winkys Haus. Doch die weigert sich, den Schuppen zu öffnen. Immerhin hat der Nikolaus ihr das Pferd versprochen. Die Erwachsenen sind ratlos. Erst Samir kann Winky begreiflich machen, dass das Pferd nicht ihr gehört und sie es zurück geben muss. Am nächsten Morgen gibt es eine Überraschung für Winky. Die Eltern fahren mit ihr zu Tante Cor. Dort erwartet sie der Nikolaus persönlich und bittet Winky, während seiner Abwesenheit auf sein Pferd aufzupassen.

 

1.3 Kritiken

„Ein Pferd für Winky zählt zu den seltenen Filmen, die uneingeschränkt für jüngere Kinder geeignet sind. Dafür sprechen insbesondere die klar überschaubare und ein­gängig erzählte Handlung, der leicht zu folgen ist; das begrenzte Figurenarsenal lie­benswerter Charaktere und der Verzicht auf unnötig verkomplizierende und ablen­kende Seitenstränge. (…) Es macht Spaß mitzuerleben, wie Winky (großartig: Ebbie Tam) ihre neue Umgebung erobert und zu ihrem Zuhause macht. Vor allem aber, wie sie ihr Ziel – ein eigenes Pferd – einfallsreich und mit Entschlossenheit und Ausdauer verfolgt. Winkys Welt ist treffend in bunten, fröhlichen Bildern eingefangen, von de­nen viele im Gedächtnis bleiben; etwa die für St. Nikolaus in die Schuhe gesteckten Mohrrüben (die just dann fehlen, wenn der Restaurantkritiker ein Menü mit Karotten bestellt) oder der stolze Ritt der kleinen Winky auf dem riesigen weißen Pferd.“
Quelle: Ulrike Seyffarth, Kinder- und Jugendfilmkorrespondenz Nr. 106 – 2/2006

„Aus dem fernen China verschlägt es die sechsjährige Winky in die Niederlande. Alles erscheint ihr fremd. Aber dass Kinder sich hier vom Nikolaus etwas wünschen dürfen, findet sie prima. Berührender Kinderfilm über ein kleines Mädchen, das sich die Welt neu aneignen muss.“
Quelle: Ina Hochreuther, Stuttgarter Zeitung, 30.11.2006

Bereits auf vielen Kinderfilmfestivals hat das Mädchen Winky die Herzen der Zuschauer erobert und Preise eingeheimst. Die feinfühlig erzählte Geschichte nimmt Kinder in ihrer Trauer wie in ihren Herzenswünschen ernst und bestärkt sie darin, auch an scheinbar Unerreichbares zu glauben. Dabei setzt der Spielfilm nicht auf äußere Effekte und rührselige Inszenierung, sondern zeigt die Höhen und Tiefen des Lebens aus der Sicht eines Kindes. Die besondere Tradition des Sinterclaas in den Niederlanden erfahren Kinder ebenso wie das Einfinden einer chinesischen Familie in eine ihr fremde Kultur. Ein Film, der weit mehr als nur eine herzerwärmende Weihnachtsgeschichte ist.
Quelle: www.schauhin.info, 5. 12. 2006

Kinderkritiken:

„Wer von euch hat ein Pferd?“ - Kein Arm im Kinosaal ging hoch. „Und wer wünscht sich ein Pferd?“, fragte Kinderfilmfestchef Thomas Hailer das Publikum. Fast alle Kinderarme flogen nach oben. Somit haben die meisten Zuschauer im Saal den gleichen Wunsch wie Winky. Seit das sechsjährige chinesische Mädchen nach Holland gezogen ist, fühlt es sich sehr einsam. Seine Eltern leben weiterhin in ihrer chinesischen Welt und können ihm nicht helfen, sich in der neuen Umgebung einzuleben. Doch es ändert sich alles, als Winky das Pferd Saartje kennen lernt. Sie hat nur noch einen Wunsch: Sie möchte ein Pferd zum Streicheln, Liebhaben, Kuscheln und zum Reiten. Ihre Eltern haben dafür kein Verständnis, doch zum Glück gibt es ja St. Nikolaus, an den man nur glauben muss. Das tut Winky auch. Durch die lange Weihnachtsvorbereitungszeit lernt Winky viele neue Bräuche kennen und lieben und findet Menschen, die sie verstehen.

Viele Szenen sind sehr witzig dargestellt. Toll fand ich die chinesischen Kinderlieder als Filmmusik. Oft blickt die Hauptdarstellerin Ebbie Tam aber auch mit ihren großen Augen so traurig in die Welt, dass man mitweinen muss. Es war rührend mitzuerle­ben, wie schnell Träume in Erfüllung gehen können, wenn man fest daran glaubt.

Beim Interview mit der Regisseurin fragte ein kleines Mädchen: „Hattet ihr das Pferd im Film vom richtigen Nikolaus?“ – Ein gelungener Film, mit guten Schauspielern!!!

Quelle: Charlotte Schilling, 11 Jahre (www.jungejournalisten.berlinale.de)

„Ein Pferd für Winky“ ist ein sehr rührender Film, der eine sehr gute Einleitung hat. Er ist sehr liebevoll gestaltet und zeigt die Geschichte eines Mädchens, das von China bis nach Holland geflogen ist und fast nichts von den Sitten in diesem Land weiß. Zu­dem wird das Mädchen auch noch wegen seiner anderen Tradition ausgelacht. Zum Glück findet sie ein altes Ehepaar, das ihren Traum in Erfüllung gehen lässt... Der Film war unter anderem ziemlich traurig, an manchen Stellen frech und manchmal richtig niedlich. „Ein Pferd für Winky“ ist ein sehr schöner Film, denn er zeigt uns, wie sich viele zugezogene Ausländer fühlen.

Quelle: Joelle Marianek, 11 Jahre (www.jungejournalisten.berlinale.de)

1.4 Beschreibung der Kapitel

Kapitel 1: Winky kommt in die Niederlande
In einer schlichten Animationssequenz fliegt ein Flugzeug von Shanghai über eine Weltkarte nach Amsterdam. Die Animation geht in Realfilm über. Die kleine Winky und ihre Mutter kommen am Flughafen an, wo der Vater sie erwartet. Winky weiß nichts über die Niederlande, außer dass ihr Vater hier ein Restaurant betreibt. Alles ist ganz anders als in China. Sie kann sich nicht einmal richtig erinnern, wie ihr Vater genau aussieht, den sie vor drei Jahren zum letzten Mal gesehen hat. Er heißt sie auf Holländisch in den Niederlanden willkommen, aber noch versteht sie die Sprache nicht. Gemeinsam fahren sie in das Restaurant der Familie, wo ihr Vater hart arbei­tet, um ihnen eine neue Existenz zu ermöglichen. Winky ist froh, dass sie jetzt da ist, denn nun kann sie ihm helfen und beispielsweise die Fische füttern, die in einem Aquarium das Restaurant zieren.

Winkys Vater hält zur Begrüßung eine Überraschung für sie parat: ihr erstes Fahrrad. Weil noch Ferien sind, hat Winky viel Zeit, Fahrradfahren zu üben und ihre Umge­bung kennen zu lernen. Da gibt es den Nachbarn samt seiner netten Tochter Sofie und außerdem den immer freundlichen, hilfsbereiten Samir, der im Restaurant mit arbeitet und in Sofie verliebt ist. Winky lernt im Restaurant zu helfen - und dass man in den Niederlanden mit Besteck isst. Das Messer muss rechts vom Teller gelegt werden, die Gabel links. Winkys Mutter tut sich mit der holländischen Sprache schwer, aber Winky findet, wie ihr Vater, dass es wichtig sei, die Sprache zu lernen, und übt die Sätze, die sie von ihrem Vater oder von Samir hört. Bald sind die Ferien vorbei. Am nächsten Tag wird Winky in die Schule gehen – sie freut sich darauf, ist aber auch ein bisschen aufgeregt.

Kapitel 2: In der neuen Schule
Am ersten Schultag wird Winky von ihrer Mutter zur Schule gebracht. Die Lehrerin begrüßt sie freundlich und verteilt an Winky, wie an alle anderen Kinder, ein Heft, auf das sie ihren Namen schreiben sollen. Winky schreibt ihren Namen in chinesischen Schriftzeichen. Ihr Banknachbar macht sich über sie lustig, aber der Lehrerin gefallen die chinesischen Zeichen und dann zeigt sie Winky, wie ihr Name auf Holländisch geschrieben wird. Winky findet die Schule schwierig. Ihre Mutter ermutigt sie, Winky solle einfach tun, was die Lehrerin ihr sagt. Die Lehrerin empfiehlt Winky, sie solle sich einfach danach richten, was die anderen Kinder machen. Als ein Junge in ihrer Klasse Geburtstag hat und auf seinen Stuhl steigt, um von der Klasse gebührend gefeiert zu werden, klettert Winky ebenfalls auf ihren Stuhl – und wird prompt von allen ausgelacht. Winkys Mutter, die vor der Schule auf sie wartet, will sie trösten. Doch Winky rennt gekränkt und beschämt davon. Plötzlich sieht sie ein Pony, das ganz allein mitten auf der Straße steht. Ohne Angst geht Winky zu ihm hin, ergreift sein Halfter, streichelt es und fragt, ob es ihr Freund sein will. Die Mutter, die ihr gefolgt ist, hält ängstlich Abstand. Da kommt die Besitzerin des Ponys angelaufen. Sie bedankt sich bei Winky, dass sie Saartje, so heißt das Pony nämlich, gefunden hat, das von seiner Weide in der Nähe ausgebrochen sei. Sie führt das Pony mit sich fort. Schimpfend nimmt Winkys Mutter ihre Tochter bei der Hand.

Kapitel 3: Winky und das Pony Saartje
Immer nachdem Winky im Restaurant geholfen hat, die Tische für die Gäste vorzube­reiten, darf sie zum Spielen hinaus. Als ob sie den Weg bereits kennen würde, radelt sie bei der nächsten Gelegenheit zu Saartjes Weide. Das Pony wird für sie zu ihrem besten Freund. In der Schule, als die Kinder von ihren Haustieren erzählen sollen, glaubt ihr aber niemand, dass sie ein Pferd hat. Die Lehrerin vermutet, dass Winky einfach die Sprache noch nicht richtig kann und vielmehr die Fische aus dem Restau­rant meint. Winky weiß aber, dass sie alles richtig verstanden hat – mittlerweile kann sie sogar schon sehr gut Holländisch lesen –, beschließt jedoch, dass sie ihr Ge­heimnis am besten für sich behält. Doch als Maaike, eine Klassenkameradin, sie fragt, ob sie wirklich ein Pferd hätte, bejaht sie das. Ansonsten weiß nur Samir, der sie zufällig auf der Weide gesehen hat, von Winkys Pony. Als Winky wieder einmal bei Saartje ist, tauchen deren nette Besitzer auf, Tante Cor und Onkel Siem. Sie bringen Saartje, die ein bisschen krank ist, ihre Medizin. Tante Cor erklärt Winky, dass Saartje schon 28 Jahre alt sei. Und sie lädt Winky zu sich auf ihren Hof ein und bietet sogar an, ihr das Reiten beizubringen. Winky hat währenddessen die Zeit ver­gessen, ihre Eltern machen sich Sorgen. Samir zieht mit seinem Moped los – er weiß, wo er Winky finden wird. Anschließend verbieten ihr die Eltern, wieder zu dem Pony zu gehen.

Kapitel 4: Winkys Mutter muss nach China
Es ist Nikolauszeit und in der Schule basteln die Kinder aus Pappe große Gesichter von St. Nikolaus und seinem Gehilfen, dem Schwarzen Piet. Winkys Werk unter­scheidet sich deutlich von allen anderen: Es zeigt einen Mann mit gelber Hautfarbe und schwarzem Spitzbart, auf dessen Kopf die Mütze von St. Nikolaus thront. Wieder einmal macht sich die Klasse über Winky lustig und selbst die Lehrerin weiß nicht, ob sie jetzt St. Nikolaus oder den Schwarzen Piet vor sich hat. Nur Maaike erkennt sofort, was Winky gebastelt hat: einen chinesischen Nikolaus. Winky fühlt sich immer mehr zuhause in den Niederlanden. Auch wenn sie vieles noch nicht versteht, gibt es doch schon viel, was ihr vertraut zu werden beginnt, und sie genießt es, dass die Familie wieder vereint ist. Doch dann ruft ein Telefonat die Mutter zurück nach China: Die Großmutter ist schwer erkrankt. Winky würde am liebsten mitfliegen, aber sie darf nicht, weil sie in die Schule muss. Nachdem ihre Mutter abgereist ist, sucht sie Trost bei Saartje. Jetzt muss sie alles alleine, ohne ihre Mutter machen. Da kommt Maaike in der Schule auf sie zu und fragt Winky, ob sie ihr Pferd einmal sehen darf.

Kapitel 5: Winky verliert Saartje und findet in Maaike eine Freundin
Maaike wird von ihrer Mutter ins Restaurant gebracht. Winkys Vater ist der Besuch gar nicht recht, denn Winky muss helfen die Tische zu decken. Aber Maaike meint, dass sie ebenfalls wunderbar helfen kann. Winky und sie richten schnell die Tische. Dann machen sie sich auf den Weg zur Saartje. Doch die Weide ist leer. Maaike kommen Zweifel. Vielleicht hat Winky doch kein Pferd? Aber Winky weiß, wo sie Saartje finden können, und radelt, mit Maaike auf dem Gepäckträger, zum Hof von Tante Cor und Onkel Siem. Dort entdeckt Maaike an einer Wand Fotos vom Niko­laus. Im Stall kommt ihnen Onkel Siem entgegen. Er wirkt traurig gestimmt und erzählt, dass Saartje plötzlich schwer krank geworden sei. Der Tierarzt befindet sich gerade bei dem Pony, das eingeschläfert werden muss. Winky lässt sich nicht zurückhalten und geht zu Saartje, die still auf dem Stroh liegt. Tante Cor kniet an ihrer Seite. Auf dem Nachhauseweg radelt Maaike, Winky sitzt traurig auf dem Gepäckträger und lehnt sich an die neue Freundin. Dem Vater kann Winky nichts von ihrem Kummer erzählen. Er wäre nur böse, dass sie Saartje gegen das Verbot der Eltern weiter besucht hat.

Kapitel 6: Winky erfährt von St. Nikolaus
Winky ist immer noch unglücklich über Saartjes Tod. 28 Jahre erscheinen ihr gar nicht alt. Maaike sagt ihr, dass St. Nikolaus niemals sterben und allen Kindern Geschenke bringen würde. Die Klasse hat sogar eine Einladung bekommen dabei zu sein, wenn St. Nikolaus auf seinem Schiff in die Stadt einziehen wird. Zur Vorberei­tung basteln die Kinder Schwarze-Piet-Mützen. Winkys Vater staunt, als Winky, ein Nikolaus-Lied singend, mit ihrer Mütze nach Hause kommt. St. Nikolaus scheint ihm nicht wirklich ein Begriff zu sein. Winky wundert sich, dass ihr Vater das nicht weiß, obwohl er doch schon so lange in den Niederlanden lebt. Tante Cor und Onkel Siem kommen zum Essen ins Restaurant. Tante Cor bringt ihr ein Foto von Saartje mit. Winky freut sich und ist begeistert, als die beiden ihren Vater fragen, ob Winky nicht zu ihnen kommen und das Reiten lernen darf. Doch Winkys Vater lehnt ab. Er und seine Frau denken, dass Winky noch zu klein sei. Total enttäuscht verzieht sich Winky auf ihr Zimmer. Ihr Vater versteht einfach nicht, dass sie ihre Mutter vermisst und dass sie Saartje vermisst. Und nach ihrer Mutter sehnt sie sich noch mehr, weil Saartje tot ist. In der Schule malen die Kinder Bilder. Maaike erklärt Winky, dass sie ihre Wünsche an St. Nikolaus aufmalen sollen. Maaike wünscht sich eine Barbie-Puppe, weil sie die von ihrer Mutter nicht bekommt. Winky zögert – aber probieren kann man es ja, überlegt sie und malt ein Bild von sich auf einem Pferd.

Kapitel 7: Winky schickt einen Brief an St. Nikolaus
Den Tag der Nikolaus-Parade hat Winkys Vater vergessen und ohnehin kann er aus dem Restaurant nicht weg. Samir bietet an, Winky hin zu bringen. Maaike erwartet die Freundin schon ungeduldig. Doch die Lehrerin bemerkt nicht einmal, dass Winky fehlt, und gibt das Signal zum Aufbruch. Der Nikolaus fährt bereits auf seinem Schiff in den Kanal ein, als Samir Winky bei der Parade absetzt. Sie drängelt sich durch die Menschenmenge, ihre Zeichnung fest in der Hand, um sie dem Nikolaus zu geben. Endlich findet sie Maaike und ihre Klasse, aber sie stehen zu weit weg von der Stelle, an der Nikolaus an Land geht. Kurz entschlossen verlassen Winky und Maaike ihre Gruppe und kämpfen sich vor bis zum Nikolaus. Der Nikolaus entdeckt Winky, ihre Blicke treffen sich. Gerade will er ihr Bild nehmen, da werden Winky und Maaike von der Lehrerin, die ihnen gefolgt ist, zurückgerissen. Tief enttäuscht kommt Winky nach Hause. Ihr Vater folgt ihr in ihr Zimmer. Winky sagt, dass sie so gerne ein Pferd reiten und halten möchte. Ihr Vater wiederholt nur, dass sie noch zu klein dafür sei. Aber Winky spürt genau, dass ihre Eltern ihr das Reiten nur verbieten, weil ihre Mutter Pferde fürchtet. Immerhin hat Tante Cor Verständnis für sie. Ihr kann Winky sagen, wie sehr sie Saartje vermisst. Tante Cor will Winky aufheitern. Sie bügeln ihr zerknittertes Bild für den Nikolaus und Onkel Siem hat die Idee, dass sie es einfach als Brief an den Nikolaus schickt. Gesagt, getan.

Kapitel 8: Warum der „Schwarze Piet“ nicht zu Winky kam
In der Schule lernt Winky einen neuen Nikolausbrauch: Wenn man abends seine Schuhe vor den Kamin stellt und eine Karotte hineinsteckt, dann kommt der Schwar­ze Piet durch den Schornstein. Maaike ergänzt: Man könne auch einen Wunsch in den Schuh stecken. Winky möchte den Schwarzen Piet gerne fragen, ob es in Ord­nung sei, wenn sie Nikolaus um ein Pferd bittet. Abends stellt sie ihren Stiefel mit Karotte bestückt vor den Kamin auf und wartet auf dem Sofa, Nikolauslieder singend, bis sie schließlich einschläft. Dort findet sie ihr Vater, der im Dunkeln zuerst über ihren Schuh gestolpert ist, und trägt sie ins Bett. Am nächsten Tag erzählt Winky Maaike, dass die Karotte weg und ihr Schuh wieder im Flur war. Sie versteht nicht, warum der Schwarze Piet nicht zur ihr kommt. Vielleicht mag der Nikolaus ja keine chinesischen Kinder? Das glaubt Maaike nicht, sondern vermutet, dass Winky viel­leicht nicht brav genug gewesen sei. Daraufhin ist Winky zu Hause sehr fleißig, saugt Staub, putzt die Küche und sogar alle Schuhe. Stolz zeigt sie ihrem Vater ihr Werk. Der freut sich, ermahnt Winky aber noch, ihre Schuhe nicht mehr im Wohnzimmer stehen zu lassen, er sei darüber gestolpert. Jetzt versteht Winky, warum der Schwar­ze Piet nicht gekommen ist und findet, dass es ziemlich blöd von ihrem Vater gewesen ist die Schuhe wegzuräumen.

Kapitel 9: Winky hilft ihrem Vater
Winky sammelt sämtliche Mohrrüben aus den Vorräten ihres Vaters zusammen, be­stückt damit alle Schuhe der Familie und stellt sie an ihr Fenster. Unterdessen taucht im Lokal ein stadtbekannter Restaurantkritiker auf. Auf dessen Besuch hat vor allem Samir schon lange gewartet, in der Hoffnung, dass nach einer guten Besprechung mehr Gäste kommen würden. Jetzt muss alles perfekt ablaufen. Der Kritiker bestellt ein Gericht mit Karotten. Winkys Vater kann nicht glauben, dass alle seine Karotten verschwunden sind. Er und Samir durchsuchen verzweifelt die Vorräte. Das kriegt Winky von ihrem Zimmer aus mit. Sie nimmt die Karotten aus den Schuhen und bringt sie ihrem Vater zurück. Dabei erklärt sie ihm, dass sie die Karotten für den Schwarzen Piet brauchte, damit er ihr ein Geschenk bringt. Als sie am Morgen auf­wacht, findet sie in den Schuhen ein eingewickeltes Geschenk – es ist die Schneeku­gel, die sie aus dem Schlafzimmer ihrer Eltern kennt. Winky trägt die Kugel zurück. Ein unechtes „Schwarzer-Piet-Geschenk“ möchte sie nicht haben.

Kapitel 10: Winky fragt St. Nikolaus, ob sie sich ein Pferd wünschen darf
Winky rätselt immer noch, warum der Schwarze Piet sie nicht aufsucht. Wie soll sie ihn fragen, ob sie sich ein Pferd vom Nikolaus wünschen kann? Maaike berichtet ihr, dass der Nikolaus am Samstag höchstpersönlich im Kaufhaus in der Stadt sein wird. Um dorthin zu gelangen, täuscht Winky ihrem Vater vor, dass ihre Winterschuhe zu klein geworden sind und sie neue benötigen würde. Während der Vater im Kaufhaus die Schuhabteilung sucht, schleicht sich Winky davon und sucht den Nikolaus. Schließlich entdeckt sie ihn und reiht sich in die lange Schlange von Kindern ein, die vor ihm warten. Endlich ist sie an der Reihe. Sie fragt den Weihnachtsmann, ob er ihren Brief bekommen hätte. Als sie ihm sagt, dass ihr Brief nicht aus vielen Wün­schen, sondern einfach aus einem Bild mit nur einem einzigen Wunsch bestand, versichert er ihr, dass der bestimmt in Erfüllung gehen würde. Währenddessen hat ihr Vater gemerkt, dass Winky verschwunden ist und lässt sie ausrufen. Eine freund­liche Dame bringt sie zum Informationsschalter. Winky erklärt dem verblüfften Vater zufrieden, dass sie jetzt gehen könnten. „Und ihre Schuhe“, fragt er?

Kapitel 11: Winky bereitet einen Stall für ihr Pferd vor
Natürlich ist Winkys Vater sauer wegen der Lüge mit den Schuhen, aber Winky fühlt sich glücklich, denn sie weiß jetzt, dass sie ein Pferd bekommen wird. Sie deckt den Tisch um: Statt Stäbchen legt sie für sich und ihren Vater Messer und Gabel hin, denn sie findet, dass ihr Vater mehr über die Niederlande lernen soll. Das Restaurant hat eine gute Kritik bekommen und der Gastraum ist voll. Der Vater hat alle Hände voll zu tun, als Winkys Mutter anruft, um mitzuteilen, dass sie am 5.12. – am Nikolaustag – zurückkäme. In der Schule erzählt Winky Maaike, dass sie jetzt weiß, warum sie nichts in ihren Schuhen gefunden hat. Sie wird nämlich ein großes Geschenk bekommen, ein Pferd. Winky bereitet den Vorratsschuppen als Stall vor, räumt alles auf, um Platz zu schaffen. Bei Tante Cor und Onkel Siem besorgt sie Stroh. Tante Cor vermutet richtig, dass Winky denkt, der Nikolaus würde ihr ein Pferd schenken. Sie will sie vor einer Enttäuschung bewahren und sagt, dass der Nikolaus nicht so große Geschenke machen würde. Auch Samir und Sofie, die den Schuppen als Rückzugsort nutzen und Winky dort beim Strohauslegen vorfinden, glauben nicht an das Pferd. Doch Winky lässt sich nicht beirren: Sie glaubt fest daran, dass der Nikolaus, wenn er am nächsten Tag in die Schule kommt, ihr ein Pferd bringen wird. Später am Abend hört sie Samirs Moped heran tuckern. Sie schaut aus dem Fenster. Er hat noch einen extra-großen Strohballen für sie geholt.

Kapitel 12: Winky beschimpft den Nikolaus
Winky ist voller Vorfreude – heute bekommt sie ihr Pferd. Sie hat sogar vergessen, dass an diesem Tag ihre Mutter zurückkommt, die der Vater, noch bevor Winky in die Schule geht, vom Flughafen abgeholt hat. Winky freut sich sehr. Sie zeigt ihren Eltern den als Stall vorbereiteten Schuppen. Die sind sprachlos und während sie noch miteinander diskutieren, schnappt Winky ihr Fahrrad, um zur Schule zu fahren. Ihre Eltern verstehen das mit dem Nikolaus einfach nicht, weil sie ihn aus China nicht kennen. Aber in den Niederlanden gibt es ihn, das weiß Winky. Die ganze Klasse wartet gespannt auf den Nikolaus, der schließlich mit seinen Gehilfen den Raum betritt. Als erstes ruft er Joris zu sich und dann Winky. Er weiß, dass sie sich ein Pferd wünscht, und meint, dass sie dann doch sicher auch andere Tiere gern hat. Er überreicht ihr ein Geschenk. Winky packt es aus, darin befindet sich ein kleiner Plüschhund. In ihrer tiefen Enttäuschung und zum Entsetzen der ganzen Klasse beschimpft Winky ihn als „blöden Nikolaus“ und verlässt die Klasse. Ihre Lehrerin schließt die Tür hinter ihr – sie solle sich erst einmal abreagieren – und stimmt mit den anderen Kindern ein Lied an, um den peinlichen Moment zu überbrücken. Winky weiß sehr wohl, dass man nicht blöder Nikolaus sagt, aber ein Versprechen ist immerhin ein Versprechen.

Kapitel 13: Das Pferd vom Nikolaus
Winky läuft aus der Schule. Da hört sie eine Fahrradklingel und dann sieht sie das Pferd, das an ihrem Fahrrad festgemacht ist. Sie ist überglücklich, weil der Nikolaus ihr wohl doch ein Pferd gebracht hat. Sie führt den großen Schimmel zum Kletter­gerüst, damit sie darauf steigen kann. Aus dem Klassenzimmer sieht das mit großen Augen Maaike. Winky reitet stolz auf ihrem Pferd vom Schulhof. Joris traut seinen Augen nicht und alarmiert die Lehrerin und den Nikolaus. Der kommt mit seinen Gehilfen herausgestürzt. Sie stellen fest, dass ihr Pferd ausgerechnet am Fahrrad von Winky Wong fest gemacht war und machen sich auf den Weg dorthin. Unter­wegs treffen sie auf Samir, der Winkys Fahrrad erkennt. Der Nikolaus schwingt sich hinter ihm auf sein Moped. Der Nachbar, Sofie, die Eltern – alle sind vollkommen sprachlos, als Winky mit ihrem Pferd in den Stall reitet. Die Eltern trauen sich nicht hinein. Sie haben Angst vor dem Pferd und beginnen vor der Tür zu streiten. Winky schließt kurzerhand die Stalltür.

Kapitel 14: Winky gibt das Pferd zurück
Winkys Eltern staunen nicht schlecht, als plötzlich St. Nikolaus vor ihnen steht. Er versichert, dass er Winky das Pferd nicht geschenkt hätte, sondern alles ein Missver­ständnis sei. Winky drückt ihr Gesicht an die Scheibe. Sie beharrt darauf, der Niko­laus hätte ihr das Pferd versprochen hat. Ihre Mutter entgegnet, dass es sich aber um das Pferd des Nikolaus handeln würde. Ihre Eltern würden doch sowieso nicht an den Nikolaus glauben, kontert Winky. Das findet der Nikolaus nun gar nicht gut. Win­kys Mutter entschuldigt sich betreten bei ihm. Samir schlägt vor, dass er mit Winky reden wird. Während der Nikolaus im Restaurant von Winkys Eltern stumm eine Tas­se Kaffee nach der anderen trinkt, kann Samir Winky davon überzeugen, dass sie das Pferd zurückgeben muss. Immerhin gehört es dem Nikolaus – und die anderen Kinder wären sicher traurig, wenn er deshalb keine Geschenke mehr vertei­len kann. Bevor sich der Nikolaus verabschiedet, äußert Winky noch einen Wunsch. Er solle Maaike bitte die ersehnte Barbie-Puppe bringen. Das verspricht er. Während Winky schon im Bett liegt und schläft, telefoniert ihr Vater noch einmal – mit dem Nikolaus.

Kapitel 15: Winkys Wunsch geht auf andere Art in Erfüllung
Früh am morgen fährt Winky mit ihren Eltern zu Tante Cor – sie haben eine Über­raschung für sie. In Tante Cors Küche wartet der Nikolaus auf Winky. Bevor er nach Spanien zurückfährt, will er sie etwas fragen. Er führt Winky mit zugehaltenen Augen in den Stall – dort wartet sein Pferd. Er bittet Winky, darauf aufzupassen, bis er wie­der kommt. Winky würde gerne, aber sie weiß nicht, ob sie darf. Sie schaut zu ihren Eltern – die nicken ihr zu. Stolz reitet Winky auf dem Pferd, das ihre Mutter, zuerst noch ängstlich, führt. Doch Winky kann alleine reiten und ihre Mutter lässt sie los.

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