
Von Beate Völcker
Einsatzmöglichkeiten
Altersempfehlungen: Vorschulbereich ab 5 Jahre; Grundschule 1. – 3. Jahrgangsstufe
Themen: Migration, interkulturelle Begegnung/interkulturelles Lernen, Umzug, Zurechtfinden in einer fremden Umgebung, Außenseiter, Freunde, Familie, Tiere, Nikolaus, Wünsche
Fächerbezug: exemplarisch für die Lehrpläne Berlin-Brandenburg: Deutsch, Sachunterricht; Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde
Vor dem Film
Die pädagogische Arbeit mit einem Film beginnt in der Regel mit der Einstimmung auf das Filmerleben, wobei unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen möglich sind. Ohne zu viel vom Film und seiner Geschichte vorweg zu nehmen, soll die Einstimmung Erwartungshaltungen aufbauen und die bewusste und konzentrierte Wahrnehmung unterstützen.
Erfahrungsräume schaffen - Moderierte Filmveranstaltung
Dieser methodische Vorschlag umfasst eine etwas aufwändigere Einführung in den Film, die die Kinder auf unterschiedlichen sinnlichen Ebenen anspricht, sowie eine Abmoderation, die dem Filmerleben einen ersten Raum gibt.
Ziele: Die Einführung möchte den Kindern Winkys Ausgangssituation emotional erfahrbar machen und dadurch das Verständnis für Winkys Geschichte vertiefen. Winky kommt in ein Land, das ihr vollkommen fremd ist, und muss sich dort zurechtfinden. Diese Erfahrung will die Einführung, entsprechend dem jungen Alter der Zielgruppe, mit erlebnisorientierten Methoden ein Stück weit vermitteln.
Die ausführliche Beschreibung des methodischen Vorschlages, der sich für alle empfohlenen Altersgruppen eignet, finden Sie unter 5.2 „Ideen-Bogen – Moderierte Filmveranstaltung“.
Winkys kultureller Hintergrund:
Charakterisierung über Cast, Kostüm, Maske und Requisite
Ziele: Einstimmung auf den Film; Sensibilisierung für den anderen kulturellen Hintergrund Winkys und ihre Situation im fremden Land; Filmkunde: Cast, Kostüm, Maske und Requisite als Bestandteil von Figurencharakterisierung begreifen.
Dieser methodische Vorschlag eignet sich vor allem ab der Jahrgangsstufe 1.
Aus vier Szenenbildern des Films sollen die Kinder Informationen über die Hauptfigur Winky und ihren kulturellen Hintergrund herauslesen sowie erste Fantasien über die Geschichte entwickeln. Zugleich sollen sie erstes Wissen über den Beitrag von Cast (Besetzung), Kostüm, Maske und Requisite zur Figurencharakterisierung aufbauen.
Die vier Szenenbilder (s. Punkt 6.2 in der „Bildergalerie“) werden farbig ausgedruckt und laminiert, so können sie immer wieder eingesetzt werden. Es bietet sich auch an, mehrere Sätze von den Bildern vorzubereiten, so können die Kinder sie in kleinen Gruppen betrachten.
Einführung: Gemeinsam werden Bilder aus dem Film „Winky will ein Pferd“ betrachtet. Diese Bilder erzählen uns bereits viel über das Mädchen Winky, von dem der Film handelt. Winky kommt aus einem fernen Land. Aus welchem Land stammt sie wohl? Und woran können wir das bereits an diesen vier Bildern sehen?
1.Bild „Chinesische Schriftzeichen“
Das erste Bild wird in die Gruppe gegeben.
2.Bild „Winky“
Das zweite Bild wird in die Gruppe gegeben.
3.Bild „Essen mit Stäbchen“
Das dritte Bild, das Winky beim Essen mit Stäbchen zeigt, wird in die Runde gegeben.
4.Bild „Winkys chinesischer Nikolaus“
Das vierte Bild wird in die Gruppe gegeben. Es zeigt Winkys gebasteltes, chinesisch anmutendes Gesicht vom Nikolaus, das zwischen traditionell aussehenden gebastelten Nikolausgesichtern hängt. Seitlich davor steht Winkys Lehrerin.
Abschließend können kurz erste spontane Ideen geäußert werden, worum es in Winkys Geschichte wohl gehen mag. Dies sollte wirklich nur ein erstes kurzes Anreißen von Fantasien sein, bevor dann gemeinsam der Film angeschaut wird.
Nach dem Film
„Winky will ein Pferd“ ist ein sehr unterhaltsamer und zugleich poetischer Film, der durch die genaue Zeichnung der kindlichen Erfahrungswelt seiner Hauptfigur Tiefe erlangt.
Auch wenn die wenigsten Kinder selbst Migration erlebt haben, so bieten Winkys Geschichte und ihre emotionalen Konflikte dennoch viele Anknüpfungspunkte für eigene Erfahrungen (s. Themen des Films). Die methodischen Vorschläge zielen darauf, Winkys Geschichte aus unterschiedlichen Ansätzen und mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen zu vertiefen, ohne durch einen überdeutlich gesetzten oder aufgesetzten thematischen Zugriff das Erlebnis dieses besonders poetischen Films zu beschädigen. Mit Winky erleben die Kinder zudem eine starke Identifikationsfigur, die Mut macht, eigene Wünsche und Träume nicht aus den Augen zu verlieren und sich für ihre Verwirklichung einzusetzen. Der Transfer dieses bestärkenden Erlebnisses in das eigene Leben sollte deshalb Teil der weiterführenden Auseinandersetzung sein.
„Winky will ein Pferd“ nimmt den kindlichen Glauben an den Nikolaus ernst und entzaubert ihn nicht. Dieser Maxime sollte auch die pädagogische Arbeit mit dem Film folgen. Es werden sicher in jeder Gruppe Kinder sein, die an den Nikolaus glauben (oder glauben wollen), und solche, die das nicht tun. Jedes Kind hat sein Recht auf seine eigene Ansicht und seinen eigenen Glauben. Das gilt es zu respektieren.
Winkys Geschichte:
Arbeit mit Szenenbildern
Ziele: Die Geschichte in ihren wichtigen Momenten rekapitulieren, dabei das Verständnis für Winkys Situation und für die Struktur von Geschichten generell vertiefen; Empathievermögen schulen; Verständnis für Bildsprache entwickeln.
Erweiterte Varianten: Einstellungsgrößen der Kamera; Voice-Over bzw. Off-Kommentar/Arbeiten mit Power Point.
Anhand von sieben Szenenbildern (s. Punkt 6.2 in der „Bildergalerie“) wird Winkys Geschichte rekapituliert und besprochen.
Bei jüngeren Kindern empfiehlt sich, die Bilder gemeinsam zu betrachten und sich damit auseinander zu setzen. Dazu werden die Bilder von der ROM-Ebene der DVD für alle gut sichtbar mit Hilfe eines Beamers auf eine Leinwand/weiße Wand projiziert.
Bei kleineren Gruppen kann auch mit ausgedruckten Szenenbildern gearbeitet werden. Dabei bietet es sich an, die Fotos in Farbe auszudrucken und dann zu laminieren. So können sie immer wieder eingesetzt werden.
Die folgenden Fragen können bei der Betrachtung jedes Einzelbildes verwendet werden. Vertiefend zur Geschichte werden die Fragen (s. 5.4 Arbeits-Bogen „Fragen zum Film“) zum Film einbezogen.
Bilder in der Bildergalerie „Winkys Geschichte“ :
Bild 1: Winky und ihre Eltern bei der Ankunft in den Niederlanden
Bild 2: Winky wird in der Schule ausgelacht
Bild 3: Winky und Saartje
Bild 4: Winky und Maaike nach Saartjes Tod auf dem Fahrrad
Bild 5: Winky mit ihrem Bild auf der Nikolausparade
Bild 6: Winky sagt „Blöder Nikolaus“
Bild 7: Winky auf dem Pferd vom Nikolaus
Das letzte Bild, das Winky am Ende des Films auf dem Pferd vom Nikolaus zeigt, erzählt davon, wie Winkys Wunsch doch noch in Erfüllung gegangen ist. Winky strahlt Glück aus. Es ist jedoch nicht nur das Pferd, was sie so glücklich macht. Wichtig ist auch, dass ihre Eltern sie nun verstehen, ihre Sehnsucht nach einem Pferd akzeptieren, sie zu Tante Cor und Onkel Siem gehen lassen, aber auch – in Winkys Augen – die Bedeutung, die der Nikolaus für sie hat, mit ihr teilen. Jetzt ist Winky mit ihren Eltern in der neuen Heimat wirklich angekommen. Auf all diese Facetten des Endes sollte die Auseinandersetzung mit Winkys Geschichte eingehen.
Abschließend bietet sich ein Transfer auf die eigene Situation der Kinder an (s. dazu auch den methodischen Vorschlag „Eigene Wünsche – Bilder malen und spielen“).
Erweiterte Variante 1
Mit älteren Kindern, ab der 3. Jahrgangsstufe, kann in diesem Zusammenhang zusätzlich der filmsprachliche Aspekt der Einstellungsgrößen (s. 5.3 Info-Bogen „Einstellungsgrößen der Kamera“) behandelt werden. Dazu ließe sich bereits im Vorfeld der Filmsichtung eine Unterrichtseinheit zu diesem Thema durchführen. Der Begriff der Kameraeinstellung wird ganz praktisch eingeführt. Die Kinder bilden mit ihren Fingern ein Kamerafenster, indem Daumen und Zeigefinger der linken und der rechten Hand entgegengesetzt aneinander gelegt werden. Durch dieses „Kamerafenster“ betrachten sie Personen oder Gegenstände und probieren aus, wie sich der Bildausschnitt verändert, wenn sie sich näher hin oder weiter weg davon bewegen. Welche Unterschiede nehmen die Kinder wahr? Was verändert sich dadurch?
Steht eine Digitalkamera zur Verfügung, so können sich weitere Übungen damit anschließen.
Um die Begrifflichkeiten zu den Einstellungsgrößen einzuführen, wird der entsprechende Info-Bogen verteilt. (Hinweis: Im Allgemeinen unterscheidet man insgesamt acht Einstellungsgrößen der Kamera, sprich die hier dargestellten werden zusätzlich unterteilt, z.B. spricht man von Totale und Halbtotale, bei ersterer nimmt die Umgebung einen viel größeren Stellenwert ein, der Mensch ist nur ein – oft kleiner – Teil davon. Entsprechend des jüngeren Alters der Kinder wurden die Einstellungsgrößen hier auf vier zusammengefasst.)
Die unterschiedlichen Einstellungsgrößen werden besprochen. Eigene Übungen mit dem „Kamerafenster“ mit Hilfe der Finger oder mit der Digitalkamera festigen das neu Erfahrene.
Anschließend wird das Augenmerk auf die dargestellte Person gelenkt. Auf diese Art wird zugleich eine Einstimmung auf den Film geleistet:
Nach dem Film und in der Auseinandersetzung mit den Szenenbildern wird der Aspekt der Einstellungsgrößen wieder aufgegriffen. Als letzter Punkt bei jedem Bild wird die Frage nach der Einstellungsgröße besprochen.
Erweiterte Variante 2
Mit älteren Kindern kann weiterführend nach der Arbeit mit den Szenenbildern mit Hilfe des Programms „Power Point“ eine kommentierte Bildershow entstehen, bei der die Kinder Off-Kommentare zu den Bildern sprechen.
Zunächst wird das Mittel des Off-Kommentars besprochen. Erinnern sich die Kinder an Winkys Erzählerstimme, die viele der Szenen begleitet hat? Gemeinsam wird eine Szene rekapituliert oder einfach noch einmal das 1. Kapitel angeschaut. Was erfahren wir durch Winkys Erzählerstimme?
(Wir bekommen Information, z.B. dass Winky am Anfang nichts über die Niederlande wusste, wir bekommen einen Einblick in Winkys Gedanken und in ihre Gefühle, z.B. wenn sie sagt, wie froh sie ist, dass sie jetzt ihrem Vater im Restaurant helfen kann).
Die Klasse/Gruppe wird nun in sieben Kleingruppen eingeteilt. Jede Gruppe bekommt eines der Szenebilder und entwickelt nun als Winky einen eigenen Off-Kommentar zu dem Bild. Die Kinder müssen sich in Winky hineinversetzen und sollen ihre Texte in der Ich-Form als Winky sprechen.
Die Gruppen erhalten genügend Zeit, um ihren Text zu entwickeln und in Stichpunkten festzuhalten.
Dann werden die Bilder in das Power-Point Programm geladen und über die Funktion „Einfügen -> Film/Sound -> Sound aufzeichnen“ wird zu jedem Bild ein Audiokommentar erstellt.
Das gemeinsame Werk wird vorgeführt und reflektiert.
Technische Voraussetzungen: Computer mit Soundkarte, Mikrofon, Lautsprecher, Power Point Programm
Eigene Wünsche
Bilder malen und spielen
Winky hat ihren großen Wunsch nach einem Pferd als Bild festgehalten, das sie dem Nikolaus geschickt hat. Die Auseinandersetzung mit dem Film kann Anregung sein, sich weiterführend mit den eigenen Wünschen zu beschäftigen.
Darüber kann in der Klasse/Gruppe gesprochen werden. Jedes Kind malt anschliessend ein Bild, das den eigenen Wunsch zum Ausdruck bringt.
Weiterführend ließe sich auch darüber reflektieren, wie denn der eigene Wunsch in Erfüllung gehen könnte? Wissen die Eltern von dem Wunsch des Kindes oder die Großeltern? Was müsste geschehen, damit der eigene Wunsch Wirklichkeit werden kann? Was können die Kinder selbst dafür tun?
Vielleicht lässt sich manch ein Wunsch auch nicht erfüllen oder nicht gleich erfüllen. Zumindest im wirklichen Leben. Aber für einen Moment zumindest soll jeder Wunsch in Erfüllung gehen.
Dafür stellen sich alle Kinder im Kreis auf. In einem „Als-ob-Spiel“ wird jeder Wunsch spontan und ohne Hilfsmittel spielerisch umgesetzt. Wünscht sich ein Kind etwa auch ein Pferd, so verwandelt sich ein Kind in ein Ross und gewährt einige Runden auf seinem Rücken.
Sicherlich werden aber auch Wünsche auftauchen, denen dieses Spiel nicht Rechnung tragen kann, etwa der Wunsch, dass die Eltern nach einer Trennung wieder zusammen kommen oder dass ein verstorbenes Haustier wieder lebendig wird. Hier ist sensibles Eingehen auf jeden individuellen Wunsch gefordert. Wünscht sich etwa ein Kind, dass die Eltern wieder zusammen kommen, so kann beispielsweise folgendermaßen darauf eingegangen werden: Alle Kinder stehen im Kreis und fassen sich an den Händen. Die Spielleitung regt an, dass alle Kinder nun still wünschen, dass der Wunsch des betroffenen Kindes in Erfüllung gehen möge. Aber sie erklärt auch sensibel, dass es keine Garantie geben kann, dass dies auch so geschieht.
Wünscht sich ein Kind, dass sein verstorbenes Haustier wieder lebendig wird – so wie sich Winky vielleicht auch gewünscht haben mag, dass Saartje wieder zurück kommt –, liegt es ebenfalls an der Spielleitung sehr sensibel zu erklären, dass der Tod zum Leben dazu gehört, wie Winky es auch begreifen muss, und Tote nicht wieder lebendig werden können. Den Lebenden bleiben die Erinnerungen. Die Spielleitung möchte das Kind vielleicht ermuntern, ein besonders schönes Erlebnis mit seinem Tier zu erzählen und mit den anderen Kindern diese Erinnerung zu teilen.
Winkys Freunde und Familie
Arbeit mit Szenenbildern
Ziele: das Verständnis für Winkys Geschichte vertiefen; die Bedeutung von Familie und von Freunden reflektieren; Figurenkonstellationen erkennen.
Diese Übung will zum einen Winkys Erfahrung tiefer durchdringen und reflektieren und dies zum anderen mit dem thematischen Aspekt der Bedeutung von Familie und Freunden verknüpfen.
Gemeinsam wird ein großes Bild des Beziehungsgeflechts erstellt, das Winky in ihrer neuen Heimat aufbaut.
Dafür kommen die Szenenbildern (s. Punkt 6.2 in der „Bildergalerie“) mit all den Figuren, die für Winky eine wichtige Rolle spielen, zum Einsatz:
Bild 1: Winky
Bild 2: Winkys Eltern
Bild 3: Samir
Bild 4: Saartje
Bild 5: Tante Cor und Onkel Siem
Bild 6: Maaike
Bild 7: St. Nikolaus
Die Bilder können als einfache Schwarzweiß-Ausdrucke vorliegen. Ein großer Bogen Papier (Packpapier) liegt bereit. In die Mitte wird als erstes das Bild von Winky geklebt.
Die Kinder werden aufgefordert:
Zwischen den Bildern sollte genügend Raum für kleine Notizen bleiben. Die folgenden Fragen werden gemeinsam besprochen. Mit älteren Kindern können Stichpunkte dazu auf einer Verbindungslinie zwischen Winky und ihren Eltern geschrieben werden. Jüngere Kinder möchten vielleicht die im gemeinsamen Gespräch herausgearbeiteten Gedanken in kleinen Zeichnungen festhalten.
In dieser Art wird im Folgenden mit jeder Figur verfahren, so dass Winkys vielfältiges Beziehungsgeflecht visualisiert wird.
Weiterführende Variante
Als weiterführende Variante können die Kinder eine solche Bildergalerie für sich selbst erstellen. Dafür bringen sie ein Foto von sich und von den Menschen und Tieren – oder auch von wundersamen Gestalten wie dem Nikolaus oder anderen – mit. Sie gestalten damit einen großen Bogen. Wichtig dabei ist, dass die Kinder sich bewusst werden, wer in ihrem Leben eine Rolle spielt und warum. Diese Erkenntnisse und Gedanken werden ebenfalls auf Verbindungslinien zwischen ihnen selbst und den anderen in Stichpunkten notiert oder durch kleine Zeichnungen und Symbole ausgedrückt.
Nikolausbräuche
Ein Nikolausfest
Wird der Film in der Nikolauszeit angeschaut, so kann er auch Anregung sein, um sich – nach der Auseinandersetzung mit der Filmgeschichte – mit den Nikolaustraditionen zu befassen und gemeinsam das Nikolausfest gebührend zu feiern. Warum sich dabei nicht einmal von den niederländischen Nikolausgebräuchen inspirieren lassen?
In Vorbereitung des Festes basteln die Kinder Kopfbedeckungen von St. Nikolaus und dem Schwarzen Piet (s. 7.1: St. Nikolaus und Schwarzer Piet – Kopfbedeckungen basteln). Informationen über den niederländischen Nikolaus und seine Gehilfen fließen dabei ein (s. 4. Hintergrundinformationen zum Nikolaus).
Nikolauslieder werden im Vorfeld eingeübt.
Und ein weiterer Brauch aus den Niederlanden wird aufgegriffen: Dort schenkt man sich nämlich gegenseitig auch kleine selbstverfasste Gedichte, die etwas über den Beschenkten aussagen. Jedes Kind soll ein kurzes Gedicht oder, falls die Gruppe/ Klasse damit keine Erfahrung hat, einen kurzen Brief an ein anderes Kind verfassen. Die Aufgabe: Dieses Gedicht/dieser Brief soll etwas Positives beschreiben. Eine besondere Fähigkeit des Beschenkten oder etwas Schönes, was er oder sie im vergangenen Jahr gemacht hat.
Dafür werden die Namen der Kinder auf jeweils einen Zettel geschrieben. Jedes Kind zieht nun einen Zettel mit einem Namen. An dieses Kind soll es nun seinen Brief schreiben.
Hinweis: Jüngere Kinder können ein kleines Bild malen.
Die Briefe bzw. Bilder kommen in schön gestaltete Umschläge, auf die der Name des Empfängers geschrieben wird.
Mützen, Lieder, Briefe sind nun vorbereitet. Für das Fest selbst wäre es schön, die Unterstützung einiger Eltern zu bekommen. Denn ein richtiger Nikolaus, am besten mit Gehilfen, sollte schon auftreten. Idealerweise erscheinen auch sie in der niederländischen Tracht von St. Nikolaus bzw. dem Schwarzen Piet. Zur Vorbereitung sollten sich die Lehrerin/der Lehrer bzw. die Erzieherin/der Erzieher mit dem Elternteil, das St. Nikolaus spielt, treffen und die notwendigen Notizen für das große Buch des Nikolaus anfertigen. Darin werden einige kurze Bemerkungen zu jedem Kind festgehalten – dabei sollte immer das Hauptaugenmerk auf positive Eigenschaften, Fähigkeiten und Entwicklungen gelegt werden.
Neben diesen Worten an die Kinder, sollte der Nikolaus auch noch etwas schönes Dingliches zu verteilen haben. Vielleicht können auch hier einige Eltern beitragen mit kleinen erlesenen Süßigkeiten oder leckeren Früchten, die zu hübschen kleinen Geschenken verpackt werden?
Für das Nikolausfest wird der Klassen-/Gruppenraum gemütlich eingerichtet. Die Kinder tragen ihre Mützen. Das Fest kann mit einem gemeinsamen Lied beginnen. Eine schöne Nikolausgeschichte wird in der gemütlichen Atmosphäre vorgelesen. Vielleicht möchten die Kinder dann, um die Zeit des Wartens auf den Nikolaus zu verkürzen, sich ihre Briefe/Bilder überreichen? Diese werden von allen gebührend gewürdigt.
Vielleicht ruft nun ein weiteres Lied den Nikolaus herbei? Dieses Lied wird nun tatsächlich für den Nikolaus zum verabredeten Zeichen, an die Tür zu pochen.
Der Nikolaus ruft nun mit gebührendem Zeremoniell jedes Kind einzeln zu sich. Schlägt in seinem großen Buch nach, was darin über das Kind steht und überreicht ihm ein kleines Geschenk.
Mit einem weiteren Lied wird der Nikolaus am Ende verabschiedet.
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