
Durchblick 4+ – Wenn der Winter zu Ende geht ... – Filme und Bilderbuchkinos
Die DVD „Wenn der Winter zu Ende geht ...“ gehört zum Jahreszeitenzyklus unserer Edition Durchblick-Filme. Sie wendet sich an Nutzer/innen aus Kindertagesstätten und Grundschulen. Nach Herbst („Von Drachen, Mäusen und Laternen“) und Frühjahr („Der Frühling kommt!“) geht es hier nun um die Jahreszeit, die man je nach Perspektive als kalt und dunkel oder gemütlich und stimmungsvoll empfinden kann. Wie der Titel verrät, haben wir uns bewusst auf Winter und Winterausklang beschränkt. Die Adventszeit und Weihnachten tauchen nur ganz am Rande auf. Denn zu dieser Thematik haben wir bereits die erfolgreiche DVD „Bald ist Weihnachten“ herausgebracht und es gibt dazu noch weitere medienpädagogisch aufwändig gestaltete Produktionen, wie in den Medientipps zu sehen ist.
Hier stehen die Monate Januar und Februar im Mittelpunkt. Die Hintergrundinformationen beschäftigen sich – natürlich – mit dem Thema Winter, mit Raureif, Eis und Schnee und gehen auch auf Kuriositäten wie Kunstschnee ein. Besondere Tage von Neujahr bis hin zum Valentinstag und dem in Schaltjahren vorkommenden 29. Februar werden kindgerecht betrachtet. Dem Fasching haben wir ein eigenes Kapitel gewidmet sowie auch eine eigene Bildergalerie. Blumen im Winter beschränken sich auf einige wenige Winterblüher, zu denen etwa die Christrose zählt. Viel Material findet sich für den Bereich „Tiere im Winter“. Hier gibt es etwa den eigens vom BJF in Auftrag gegebenen kleinen Dokumentarfilm „Was machen die Tiere im Winter?“, der viele Anknüpfungspunkte bietet. Die Bilder dazu stammen von einem der renommiertesten Naturfotografen bzw. -filmer: Dietmar Nill.
Je nach Einrichtung und Alter der Kinder, etwa Kindergarten, Kindertagesstätte oder Grundschule lassen sich die Arbeitsmaterialien in Verbindung mit den Medien einsetzen. Es finden sich Arbeitsbögen zum (Vor-)lesen und Malen, ein Lückentext zum Verhalten des Eichhörnchens, ein Blatt mit Tierspuren im Schnee zum Zuordnen, weitere Arbeitsbögen über das Verhalten bestimmter Tiere im Winter, die mündlich oder schriftlich bearbeitet werden können und vieles mehr. Zum Beispiel für Fortgeschrittene Winterbilder und je elf Wörter, um ein „Elfchen“ zu dichten, oder das „Winter-ABC“, also sich nach dem Alphabet Sätze zum Thema Winter auszudenken. Das Bilderbuchkino „Der kleine Polarforscher“ fordert indirekt dazu auf, sich mit Arktis, Antarktis und letztendlich sogar mit der Klimaveränderung zu beschäftigen. Deshalb haben wir als kleinen Exkurs auch hierzu Materialien bereitgestellt.
Welche Hintergrundinformationen und Arbeitsmaterialien sinnvoll in Verbindung mit den einzelnen Medien dieser DVD eingesetzt werden können, findet sich jeweils als anklickbare Liste am Ende der Medienbeschreibungen.
Wenn der Herbstwind die letzten bunten Blätter von den Bäumen gefegt hat, die Landschaft allmählich grau und nebelverhangen wirkt, dann ist er da – der Winter. Die einzigen Bäume, die nun mit ihrem Grün noch ein wenig Farbe in die Natur bringen, sind die Nadelbäume. Durch die Wachsschicht, die ihre eher kleinen und dünnen Nadeln umgibt, verdunsten sie weniger Wasser als die großen und dünnhäutigen Laubblätter und können daher den Winter trotz gefrorenem Boden in ihrem Nadelkleid verbringen. Doch nicht nur die Bäume und Pflanzen beginnen jetzt ihre Winterruhe zu halten, auch viele Tiere verfallen in einen Winterschlaf, eine Winterruhe, eine Winterstarre wie die Amphibien oder sie verlassen uns ganz – wie die Zugvögel, die gen Süden in wärmere Gegenden ziehen, um der hiesigen Kälte zu entkommen. Selbst die Wiesen, die im Sommer voller bunter Blüten und Leben waren, erscheinen graubraun, einsam und still. Nun beginnen die dunklen Winterwochen, in denen die Tage immer kürzer werden.
Die Temperaturen sinken. Reif verziert die kahlen Zweige der Bäume und wir kramen Mütze, Schal und Handschuhe hervor. Bis zur funkelnden Pracht des ersten Schnees dauert es oft lange, nicht selten bis in den Januar hinein.
Wenn es schon am Nachmittag dunkel wird, zieht man sich lieber in die gemütliche Wohnung zurück. Nun ist die Zeit, in der man – so man einen hat - wieder den Kamin anzündet, leuchtende Kerzen aufstellt und sich bei einem heißen Tee aufwärmt. Häufiger als in den anderen Jahreszeiten beginnen die Kinder wieder zu malen, zu basteln und für die schönen winterlichen Feste kleine Geschenke vorzubereiten. In die Couchecke gekuschelt macht es Spaß, zu lesen, sich vorlesen zu lassen und vielleicht gemeinsam Wintergedichte auswendig zu lernen. Auch die dunkle Jahreszeit kann angenehm sein. Und am Wochenende und in den Ferientagen macht es auch Spaß hinauszugehen, draußen zu spielen und zu toben, selbst wenn kein Schnee liegen sollte. Aus diesem Grund haben wir uns bei den Spieltipps auf Spiele im Freien verlegt.
Naturwissenschaftlich lässt sich der Winter – das Wort stammt übrigens aus dem althochdeutschen Begriff „wintar“, was „nasse Jahreszeit“ bedeutet – so beschreiben:
Er ist eine der vier Jahreszeiten der gemäßigten Zone der Erde. Je nachdem, ob er auf der Südhalbkugel oder der Nordhalbkugel herrscht, unterscheidet man zwischen Nordwinter und Südwinter. Aufgrund des wandernden Zenitstandes der Sonne zwischen südlichem und nördlichem Wendekreis wiederholt sich der Winter in jeder Hemisphäre mit einem jährlichen Turnus. Astronomisch beginnt der Nordwinter mit der Wintersonnenwende. Das ist der Zeitpunkt, an dem die Sonne senkrecht über dem südlichen Wendekreis steht und die Tage am kürzesten sind, auf der Nordhemisphäre am 21. oder 22. Dezember und auf der Südhemisphäre am 21. Juni. Danach werden die Tage wieder länger und die Nächte kürzer. Der Winter endet mit der Frühlings-Tagundnachtgleiche am 20. März oder in der Nacht zum 21. März auf der Nordhalbkugel und am 22. oder 23. September für die Südhalbkugel. Er dauert somit 89 Tage auf der Nordhalbkugel beziehungsweise 93 Tage auf der Südhalbkugel. Da die Umlaufbahn der Erde um die Sonne um 1,7% von einer idealen Kreisbahn abweicht, sind die vier Jahreszeiten nicht ganz gleich lang. Meteorologisch gesehen beginnt der Winter am 1. Dezember und endet am 28. Februar. Die Meteorologen ordnen die Jahreszeiten vollen Monaten zu.
Eng mit dem Winterausklang verbunden ist die närrische Zeit, egal, ob wir sie Fasching, Karneval, Fasnet oder Fastnacht nennen. Die Entstehung derselben lässt sich nicht auf ein bestimmtes Datum festlegen und über die Herkunft streiten sich Wissenschaftler seit etlichen Generationen.
So glaubte man noch im 19.Jahrhundert, dass Fastnacht von dem alten, nicht mehr verwendeten, Wort „faseln“, also „gedeihen, fruchtbar sein“ kommt. Heute ist man sich da nicht mehr ganz so sicher. Belegt ist aber, dass die Kirche bereits seit dem 12. Jahrhundert die Fastnacht auf die Zeit vor dem Fasten, also vor Ostern, eingrenzte. Dann wurden in ganz Deutschland Vorfrühlings- und Fruchtbarkeitsfeste gefeiert.
Lange vorher gab es aber auch schon in anderen Kulturen ähnliche Feste. Zum Beispiel die römischen und byzantinischen Frühlingsfeste, die ganz wesentlich zur Entstehung des Fastnachtstreibens beigetragen haben. Der Frühling stand vor der Tür und man wollte den Winter vertreiben. Im Mittelalter änderten sich die Lebensbedingungen der Menschen besonders in den Städten grundlegend und so änderten sich auch die jahreszeitlichen Feste und Bräuche, die immer eng mit dem Leben auf dem Land und der Natur verbunden waren. Im 15. Jahrhundert gab es vor allem im italienischen Venedig prachtvolle Karnevalsfeiern. Weil damals alles, was aus Italien kam, besonders modern und schick war, führte man die Bezeichnung Karneval im 17. Jahrhundert auch in Deutschland ein. Zum Winteraustreiben gehörten schon immer Elemente wie Lärm, Masken, Verkleidung und der personifizierte Winter selbst. Das war ein junger Mann mit Stroh verkleidet, der symbolisch aus dem Dorf getrieben wurde. Der „Sieg“ über den „Winter“ wurde hinterher gemeinsam gefeiert: mit Musik und Gesang, Essen und Trinken, Tänzen und Späßen.
Das eigentliche Thema dieser Durchblick-DVD heißt, wie der Titel aufbruchsfroh verkündet „Wenn der Winter zu Ende geht...“ Deshalb schließen wir diese Einleitung mit einem daran anknüpfenden Zitat von Khalil Gibran: „In jedem Winter steckt ein zitternder Frühling, und hinter dem Schleier jeder Nacht verbirgt sich ein lächelnder Morgen.“
Quellen: Medienwerkstatt AG, Wikipedia, was-ist-was?