
Durchblick 4+ – Wenn der Winter zu Ende geht ... – Filme und Bilderbuchkinos
Aus der Serie „Kleine Prinzessin“
Animationsfilm, Großbritannien/Deutschland 2006, 12 Min., Farbe
Regie: Edward Foster
Buch: Rachel Murr, nach den Büchern von Terry Ross
Musik: Bradley Miles
Produktion: Illuminated Film Company in Zusammenarbeit mit ZDF und ZDF Enterprises
Internet: www.littleprincesskingdom.com
FSK: ohne Altersbeschränkung
Die kleine Prinzessin freut sich über den Schnee und ihren gemütlichen Schlitten, bis der Koch in einem nagelneuen blitzenden Rennbob an ihr vorbeisaust. Sofort verlangt die Prinzessin vom König einen neuen Schlitten. Der lehnt erst ab, gibt aber schließlich doch klein bei. Die Prinzessin saust mit ihrem neuen Rennbob den Hügel hinab, beherrscht ihn aber nicht und stürzt immer wieder. Schließlich gibt sie entnervt auf und kehrt reumütig zu ihrem alten Schlitten zurück.
Die eigenwillige kleine Prinzessin wohnt in einem Schloss mit Park, wo sich auch Hund und Katz prima verstehen. Statt mit gleichaltrigen Spielgefährten herumzutollen, muss sie sich mit ihren Eltern, dem Kindermädchen, dem Gärtner, dem Koch oder dem Admiral begnügen. Doch aus denen lassen sich ungeachtet ihres würdevollen Auftretens ganz leicht wieder die kindlichen Gemüter hervorlocken.
Mal will sie alles ganz allein machen, dann wieder braucht sie Spielgefährten. Voller Energie und Abenteuerlust stürzt sich die kleine Prinzessin jeden Tag ins Leben. Dabei schlägt sie sich mit genau den kleinen und großen Problemen herum, die allen Kindern ihres Alters zu schaffen machen. Ihre lustigen, unkonventionellen Lösungsvorschläge bringen zum Lachen und helfen anderen kleinen „Königskindern“, ihre Welt ein bisschen besser zu verstehen. Und egal wie heftig ihre „Nein, ich will nicht! – Doch, ich will!“-Ausbrüche ausfallen: am Ende wird immer alles wieder gut.
Die Zeichentrickserie, aus der diese Folge „Ich will meinen Schlitten“ stammt, basiert auf den gleichnamigen Kinderbüchern von Tony Ross, den seine kleine Tochter dazu inspirierte. Der 1938 in London geborene Autor und Illustrator bebilderte neben seinen eigenen Werken auch Bücher von Roald Dahl, Paula Danziger und Michael Palin.
Die 2-D-Animation ist einfach und ansprechend gestaltet. Im Mittelpunkt steht immer die kleine Prinzessin mit ihrer Krone auf dem Kopf. Das ist kein Zeichen von Eitelkeit, sondern einfach ein Teil ihrer Kleidung und Ausrüstung. In diesem Film nutzt sie diese ganz pragmatisch als eine Art Hocker, um überhaupt erst einmal in den verflixt hohen neuen Rennbob gelangen zu können. Ihre Beharrlichkeit, mit der sie das viel zu große Gerät immer wieder den Berg hochschiebt, um erneut unten irgendwo zu Fall zu kommen, weil sie es nicht lenken kann, hat etwas sehr Authentisches. Das gilt natürlich auch für Trotz und Quengeleien gegenüber dem Vater, von dem sie das Gefährt erst einmal erbetteln muss. Sehr gelungen, wie er versucht standhaft zu bleiben – und erst, nachdem er den flotten Koch an sich vorbeizischen sieht, als typisch technikbegeisterter Mann nachgibt. Zuvor schon amüsierten die unterschiedlichen Erinnerungen von Vater und Tochter, was die Schnelligkeit ihres traditionellen Schlittens anbelangt. In den Gedanken des Vaters ging es flott die Hügel hinunter, in denen der Tochter eher lahm. Hübsch sind auch die kleinen Episoden um Hund und Katze, die ständig einander necken und sich doch gern haben, wie eines der letzten Bilder verrät: da sausen sie in einem Korb aneinandergekuschelt den Hang hinunter. Auch der Rest der „Familie“ gleitet in abenteuerlichen, lustigen Rutschgeräten durch den Schnee. Ungewöhnlich erscheint, wie sich der Erzähler quasi als unsichtbarer weiterer Erwachsener mit der kleinen Prinzessin unterhält. Sämtliche Dialoge sind treffend und erfrischend. Ein kleines Mädchen, wie wir es in jeder Kindertagesstätte oder Grundschulklasse antreffen antreffen könnten – nur vielleicht ein wenig eigensinniger als andere – und überaus charmant.
Zielgruppen: Elementarbereich, Grundschule
Fächerzuordnung: Deutsch, Religion/Ethik
Eignung: ab 5 Jahren
Stichworte: Literaturverfilmung, Familie, Winter, Wünsche
Die Serie um die kleine Prinzessin ist durch Fernsehen, DVDs und Merchandisingprodukte einigermaßen populär. Deshalb die Kinder vor der Filmsichtung fragen, ob einige unter ihnen sie kennen. Wenn ja, die Kinder bitten den anderen zu erzählen, wie sie lebt. Sollte kein Kind eine Folge gesehen haben, selbst etwas zu ihrem Lebensumfeld berichten.
Nach dem Ansehen des Films bietet es sich an, mit einfachen Verständnisfragen anzufangen:
Dann den Titel der Folge nochmals zitieren: „Ich will meinen Schlitten“. Wie ist der wohl gemeint?
Rollenspiel
Die kleine Prinzessin und ihr Vater erzählen beide der Mutter, wie sie es empfinden, mit dem alten Schlitten zu fahren. Was werden sie ihr Unterschiedliches erzählen? Kann auch im Kreis gespielt werden
Den Schluss des Films mit den vielen unterschiedlichen „Rutschgeräten“ nochmals anschauen. Dann selbst fantasievolle Schlitten malen.
Welche Rolle spielt in dem Schlitten-Abenteuer der kleinen Prinzessin ihr Stofftier Gisbert? Haben die Kinder auch ein Kuscheltier, das sie immer dabei haben wollen? Wer will, soll seines am nächsten Tag mitbringen, den anderen vorstellen und erzählen, was er/sie schon damit erlebt hat.
Auf der ROM-Ebene dieser Durchblick-DVD:
5. Hintergrundinformationen
6. Arbeitsmaterialien und weitere methodische Anregungen
7. Bildergalerie
8. Zusatzmaterialien