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Durchblick 4+  –  Wenn der Winter zu Ende geht ...  –  Filme und Bilderbuchkinos

4. Die Bilderbuchkinos

4.1 Zum Bilderbuchkino „Frosch im Winter“

Bilderbuch „Frosch im Winter“ von Max Velthuijs
Lentz Verlag in der F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München 1992. Titel der Originalausgabe (Andersen Press Ltd., 1992): „Frog in Winter“. Ins Deutsche übertragen von Brigitte Fleissner.

Inhalt und Gestaltung

Frosch ist ein grasgrünes Wesen mit drei richtig prima Freunden: Ente, Schwein und Hase. In Max Velthuijs Sprachduktus fungieren die Tierbezeichnungen zugleich als Namen, weshalb der Artikel jeweils weggelassen wird. Als Frosch in diesem Bilderbuch morgens aufwacht, weiß er sofort, dass sich etwas verändert hat. Er guckt aus dem Fenster und staunt, denn alles ist schneebedeckt. Als er hinausflitzt, rutscht er erst einmal aus und plumpst über das Ufer nicht in, sondern auf den Fluss: der ist nämlich zugefroren. Nacheinander tauchen seine Kumpels auf und freuen sich über Eis, Schnee und die frische Winterluft. Frosch aber ist missmutig. Er hat weder dichte Federn wie Ente, noch eine wärmende Speckschicht wie Schwein oder gar ein kuscheliges Fell wie Hase. Kurz: Frosch friert erbärmlich. Die Fröhlichkeit der anderen drei draußen kann ihn nicht anstecken. Lieber hockt er sich neben seinen Ofen im Haus und verheizt Stück für Stück den Holzvorrat. Als er nachts im Freien nach weiterem Brennmaterial suchen will, verirrt er sich und lässt sich schließlich erschöpft in den Schnee fallen. Zum Glück finden ihn die anderen rechtzeitig, tragen den armen nackten Kerl zurück ins Haus und stecken ihn ins Bett. Freund Hase sammelt Holz und sorgt für ein wärmendes Feuer, Schwein kocht eine stärkende Suppe und Ente versucht ihn aufzuheitern. Als es ihm wieder besser geht, nehmen die drei ihn mit hinaus. Schwein hat ihm einen warmen Pullover gestrickt. Darin eingemummelt übersteht Frosch tapfer die kalte Jahreszeit. Aber wie glücklich ist er, als sich der Frühling ankündigt und das erste Gras zu sprießen beginnt. Und weil es Frosch jetzt wieder so gut geht, sind auch seine Freunde glücklich und erleichtert.

In klaren, einfachen, dialogorientierten Sätzen erzählt Max Velthuijs seine hübsche Geschichte vom frierenden Frosch, der dank dreier Freunde, die zu ihm stehen, gut durch den Winter kommt. Ähnlich klar sind auch die Bilder dazu. In warmen Ocker- und Rottönen erscheint das Innere des Hauses. Pastellig blau-grau sind die winterlichen Bilder im Freien gemalt. Wie feinsinnig der Illustrator Velthuis die Farben abstimmt, zeigt sich etwa im Übergang von der Zeichnung, auf der man von außen Frosch aus dem Fenster blicken sieht neben der knallblauen geschlossenen Haustür und der darauf folgenden Zeichnung. Hier saust Frosch hinaus und im Hintergrund sehen wir die offen stehende Tür in einem deutlich dezenteren Blau. Alle Bilder haben einen aquarellig hingetupften Rahmen, der farblich auf die Bildinhalte abgestimmt ist. Atmosphärisch vermitteln die winterlichen „Außenaufnahmen“ sowohl eisiges Wetter, das einen frieren lässt, als auch die pure Lust am Herumtoben im Freien. Weit erscheint der Horizont, begrenzt von kahlen, braunen Bäumen, auf denen Raureif schimmert. In der Ferne sieht man mal einen einzelnen Vogel, dann einen ganzen Schwarm und kann sich vorstellen, dass sie alle auf Futtersuche sind. Immer leuchtet das Grasgrün von Frosch heraus. Erst im letzten Bild, auf dem schon der Frühling angebrochen ist, wirkt seine Farbe wie ein integraler Bestandteil des Wiesenbilds. Und das erscheint natürlich stimmig, denn jetzt ist Frosch ja wieder in seinem eigentlichen Element. Die vier Tiere, alle auf zwei Beinen gehend, benötigen keine große Mimik. Sie sind mit schwarzen Umrisszeichnungen gepinselt – und Schwein und Hase haben die immergleichen blauen Hosen und bunten T-Shirts an. Nur bei Frosch ist die Mundlinie unterschiedlich, um Fröhlichkeit, Missmut oder auch Bibbern – dann mit einer Wellenlinie – auszudrücken.

Einfach und doch ausdrucksstark kommen die Bilder daher und sind schon für ganz kleine „Gucker“ geeignet, um sich über Winter und Freundschaft Gedanken zu machen.

Der Bilderbuchkünstler

Max Velthuijs, geboren 1923 in Den Haag, studierte Grafikdesign an der Akademie der schönen Künste in Arnheim. Anschließend war er lange Zeit in der Werbung tätig. Ab 1962 schuf er seine ersten Illustrationen für Kinderbücher. Max Velthuijs hatte seinen nationalen und später auch internationalen Durchbruch mit den preisgekrönten Büchern über den „Kikker“ (auf deutsch übersetzt „Frosch“) . Sein erstes Froschbuch, das 1989 erschien, wurde in 27 Sprachen übersetzt. Danach folgten noch viele Abenteuer von Frosch und seinen Freunden. Einige dieser Bücher wurden ebenfalls mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Doch blieb der Frosch seine bekannteste Bilderbuchfigur. Max Velthuijs verstarb 2005 im Alter von 81 Jahren.

Auswahlbibliografie

„Ele und Kroko“, Neuauflage Boje Verlag 2006.
„Es regnet, es regnet“, Ravensburger Buchverlag 1989.
„Der Junge und der Fisch“, Nord Süd Verlag 1969.
„Frosch im Glück“, Lentz Verlag 1996.
„Frosch ist mutig“, Lentz Verlag 1995.
„Frosch und Ente“, Carlsen Verlag 1999.
„Frosch und Schwein“, Carlsen Verlag 1999.
„Was ist das, fragt der Frosch“, ausgezeichnet mit dem Illustrationspreis für Kinder- und Jugendbücher 1992, Neuauflage Beltz & Gelberg, Weinheim 2009.
„Krokodil malt sein Meisterwerk“, Lentz Verlag 1991.
„Was ist los, Frosch?“, Sauerländer Verlag 1993.

Methodische Tipps

Vor der Bilderbuchkino-Vorführung die Kinder mit Fragen darauf einstimmen:

„Was ist eure liebste Jahreszeit?“ „Mögt ihr auch den Winter?“ Habt ihr schon einmal im Schnee herumgetobt?“ „Was kann man bei Schnee alles draußen machen?“

Dann den bibbernden „Frosch im Winter“ zeigen. Anschließend über das Gesehene sprechen und auf das Thema Winter lenken. Etwa so: „Mag Frosch den Winter?“ „Wieso friert er so im Unterschied zu seinen Freunden?“ „Was sind eigentlich Eis und Schnee?“

Zu Winter und Schnee können Begriffe gesammelt werden, die von dem/der Erzieher/in bzw. der LuL auf Karteikärtchen notiert und in den Kreis gelegt werden. Zur Inspiration vielleicht die Bildergalerie „Winter, Eis und Schnee“ (s.u.) hinzuziehen. Wenn gerade Schnee liegt, daraufhin „Winterexperimente“ starten (vgl. Infobogen: „Eis und Schnee“), aber viele lassen sich auch ohne Schnee bewerkstelligen:

In eine Schüssel wird Schnee locker eingefüllt, in eine andere wird Schnee festgedrückt. Die Kinder bringen beide Schüsseln in den Gruppenraum und stellen sie nebeneinander auf den Tisch. Welcher Schnee schmilzt schneller?

Ein kleiner Schneemann wird in den Kühlschrank gestellt - was passiert mit ihm?

Zwei Teller werden ins Freie gestellt, in einen Teller gießen die Kinder etwas Wasser. Was passiert mit den Schneeflocken, wenn sie in diese Teller fallen?

Die Kinder geben in ein Glas einen Eiswürfel und füllen es randvoll mit Wasser auf. Jetzt sehen die Kinder, wie Eis schwimmt und dass dabei nur ein kleiner Teil des Eises aus dem Wasser herausragt. Wenn das Eis im Wasser wieder schmilzt, wird dann das Wasser im Glas überlaufen? Das ist ein spannendes Experiment! So wie der Eiswürfel im Wasserglas schwimmt, so schwimmen im Meer die riesigen Eisberge. Die Seeleute können also nur die Spitze der Eisberge sehen, doch der größere Teil liegt unter Wasser. Das ist gefährlich, denn die Schiffe können auf dieses Eis auflaufen und an den harten Spitzen und Kanten des Eisberges zerbrechen.

Wenn man auf Eis Salz streut, dann schmilzt das Eis an dieser Stelle zu Wasser. Doch kann das Wasser gleich wieder zu Eis erstarren, wenn es ausreichend kalt ist. Das zeigt die Eiswürfelkette: Auf einen Eiswürfel wird Salz gestreut, dann drückt man auf diese Stelle einen zweiten Eiswürfel fest, streut wieder Salz, drückt den nächsten Eiswürfel an u.s.w. So wird Stück um Stück die Eiswürfelkette zusammengebaut.

Einige Eiswürfelbehälter werden mit unterschiedlich gefärbtem Wasser gefüllt und ins Eisfach gestellt. Wenn man dann ein paar Stunden später nachsieht, sind daraus bunte Eiswürfel geworden. Wenn man diese nun auf einen großen weißen Teller legt, können die Kinder zusehen, wie die Eiswürfel schmelzen und wieder zu Wasser werden. Dabei verlaufen die Farben und mischen sich miteinander. Welche Farben werden wohl entstehen? (Es empfiehlt sich, die Eiswürfel mit Lebensmittelfarbe zu färben, da die bunten Eiswürfel doch sehr dazu verleiten, daran zu lecken.)

Wenn man Eiswürfel fest mit der Hand umschließt, schmelzen sie besonders schnell, weil der Körper ja immer ca. 37 Grad warm ist. Aber wer wird Schmelzmeister in der Gruppe? Auf los geht's los: Jeder nimmt einen Eiswürfel in die Hand und versucht, ihn in der Hand zu erwärmen, bis er völlig geschmolzen ist. Wer es als erster schafft, ist Schmelzmeister. Ganz clevere reiben sich vorher kräftig die Hände…!

Und jetzt mal andersrum: Wer ist der/die Frostigste der Gruppe? Bei wem schmilzt der Eiswürfel am langsamsten?

Eiswürfel in Zeitungspapier, Wolle, Plastikfolie, Thermoskanne, Holzschachtel, einpacken und einen ohne Verpackung daneben legen. Welcher ist am ehesten geschmolzen, welcher hat sich am längsten gehalten?

Legt man die Eiswürfel in eine mit Wasser gefüllte Glasschüssel, so können die Kinder beobachten, wie die Eiswürfel teils über, teils im Wasser schwimmen. Vielleicht sind die Eiswürfel ja Schiffe! Aber Vorsicht: Sie werden ständig kleiner. Wie sieht das Wasser aus, wenn alle Eiswürfel geschmolzen sind? Ist es jetzt kälter als vorher?

Wer schafft es, aus Eiswürfeln einen hohen Turm zu bauen?

Bei folgendem Experiment ist zu erkennen, dass Wasser, wenn es zu Eis gefriert mehr Platz benötigt, weil es sich ausdehnt. Dazu braucht man nur ein Glas mit Wasser. Den oberen Wasserstand mit einem Stift markieren und das offene Glas (unbedingt offen, sonst könnte das Glas platzen) ins Gefrierfach stellen. Ist das Wasser nach einiger Zeit gefroren, sieht man, dass das Eis über den Strich reicht. Das bedeutet, es hat sich nach oben ausgedehnt. Das ist auch der Grund warum sich über den Winter hinweg auf den Straßen immer wieder Schlaglöcher bilden. Wasser dringt in die Ritzen und Spalten des Asphalts ein und gefriert. Durch die Ausdehnung werden Asphaltstücke ausgebrochen.

 

Zurück zum Frosch aus dem Bilderbuchkino.
„Was hat sich verändert, nachdem er wieder gesund geworden ist?“ „Ist euch auch schon einmal so etwas passiert, dass ihr euch wohl gefühlt habt, jemand anders aber gar nicht?“ „Wie habt ihr euch dann verhalten?“ Dann umgekehrt: Situationen sammeln, in denen die Kinder sich unbehaglich fühlten. Was kann man tun? Wie einander helfen?

 

Weiteres Material, das sich zur Aufarbeitung dieses Mediums eignet

Auf der ROM-Ebene dieser Durchblick-DVD:

 

5. Hintergrundinformationen

7. Bildergalerie

 

Zum Ausdrucken:

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