
Durchblick 4+ – Wenn der Winter zu Ende geht ... – Filme und Bilderbuchkinos
Bilderbuch „Der Schneerabe“ von Bruno Hächler und Birte Müller (Illu.)
Michael Neugebauer Verlag, Gossau / Zürich / Hamburg 2002.
Drei Raben hocken eng zusammengekuschelt auf einem knorrigen Ast und frieren. Zwei von ihnen schimpfen unentwegt über die Kälte und sehnen sich lautstark nach sommerlichen Tagen. Nur der Dritte freut sich über die Situation und schaut neugierig in die ungewohnt verschneite Umgebung. Als sich Schnee vom Ast über ihnen löst und auf sie herabplumpst, empfindet er die Schneehaube auf seinem Köpfchen fantasievoll als Krone und freut sich. Fasziniert schaut er den tobenden Kindern zu, über deren Gejohle sich die anderen beiden nur ärgern. Besonders gefällt ihm, wie sie Schneeengel auf den Boden zaubern. Abends kann er es nicht lassen und versucht es ihnen nachzumachen. Doch bei seinem Gestrampel auf dem verschneiten Boden ergeben sich eher Formen, die Flusspferden oder Maulwürfen gleichen. Er gibt erst auf, als er rudernd auf dem Rücken liegt und – zum Gespött seiner zwei Rabenfreunde – nicht mehr hochkommt. Aber am nächsten Tag zeigen die Kinder sich ganz entzückt von eben diesem Abdruck und bewundern seinen Schneeengel. Als sie den mittlerweile hoch oben auf seinem Ast ganz verschneit da sitzenden Vogel gar für einen echten Engel halten, stimmt ihn das so glücklich, dass er krächzt so laut er kann...
Den träumerischen und gleichzeitig humorvollen kleinen Episoden von Bruno Hächler verleiht Birte Müller ausdrucksstarke Bilder. Ihre farbkräftigen, schwungvollen Zeichnungen bringen uns die Geschichte sehr nahe. Die Farbstimmungen wechseln von grau-düster und nachtdunkel bis zu leuchtendem Gelb und warmem Orange. Die Raben sind nicht etwa schwarz schimmernd, sondern mit vielen türkis-rötlichen Reflexen gemalt, was sie zusammen mit ihren großen runden Augen und Schnäbeln richtig knuddelig macht. Die Kinder tauchen bunten Farbflecken nicht unähnlich in der kargen Winterlandschaft auf.
Ein vergnügliches Winterbilderbuchkino für Kinder ab vier Jahren, das auch die muffeligsten Stubenhocker nach draußen treibt – und sei es, um Schneeengel zu gestalten.
Bruno Hächler wurde am 6. Oktober 1960 geboren. Er wuchs im Züricher Oberland auf. Nach einer Schriftsetzerlehre arbeitete er als Redakteur und Musikjournalist, bevor er sich ganz auf das Schreiben und die Musik verlegte. Er spielte in diversen Pop- und Rock-Bands. Mit dem Trio „odd'n'acoustic“ nahm er auch seine ersten beiden Kinder-CDs auf. In Bruno Hächlers Liedern und Geschichten liegen Schalk und Poesie nahe beisammen. Mehr als ein Dutzend Bücher und Geschichten für Kinder hat der Winterthurer Autor und Musiker in den letzten Jahren veröffentlicht. Sie wurden in viele Sprachen übersetzt und teilweise fürs Fernsehen adaptiert.
Auswahlbibliografie
„Annas Wunsch“, Illu.: Friederike Rave, Nord-Süd-Verlag 2008.
„Ein Bär feiert Weihnachten“, Illu.: Nina Broja, elk Verlag o.J.
„Fritz Frosch“, Illu.: Birte Müller, Michael Neugebauer Verlag 2007.
„Das Geheimnis des Bären“, Illu.: Angela Kehlenbeck, Michael Neugebauer Verlag 2000.
„Hubert und der Apfelbaum“, Illu.: Albrecht Rissler, Michael Neugebauer Verlag 1999.
„Pablo“, Illu.: Nina Spranger, Michael Neugebauer Verlag 2001.
„Tim Tölpel“, Illu.: Cinzia Ratto, Michael Neugebauer Verlag 2004.
„Was macht der Bär die ganze Nacht? “ Illu.: Birte Müller, Michael Neugebauer Edition o.J.
Birte Müller, 1973 in Hamburg geboren, studierte Illustration in Hamburg. Ihre Abschlussarbeit wurde als beste Diplomarbeit des Jahres ausgezeichnet. Birte Müller veranstaltet Workshops für Kinder in Deutschland und der ganzen Welt (z.B. Spanien, Mexiko, Bolivien). Ihre Arbeiten wurden in vielen Ausstellungen präsentiert. Seit 1999 arbeitet sie als freie Illustratorin.
Auswahlbibliografie
„Eine Kiste für Opa“, Text: Marie-Therese Schins, Aufbau-Verlag 2008.
„Heute ist alles blöd, Mama!“ Nord-Süd-Verlag 2006.
„Inga zieht um“. Nord-Süd-Verlag 2007.
„Der Zahn, der Strumpf und der Astronautenhund“, Text: Antonio Lozano, Kinderbuchverlag Wolff 2007.
„Zuckerguss für Isabell“, Text: Marie-Therese Schins, Peter Hammer Verlag 2005.
Zur Einstimmung auf das Bilderbuchkino kann man die Kinder fragen, was sie beim ersten Schnee im Jahr fühlten. Ob sie sich gefreut und gleich draußen gespielt haben. Dann die Bilder des Bilderbuchkinos in selbst bestimmtem Tempo zeigen und die Texte dazu vorlesen bis zu der Stelle, an welcher der Rabe davon träumt, auch einmal im Schnee einen Schneeengel darzustellen. Hier unterbrechen und die Kinder fragen, ob sie wissen, was gemeint ist. Haben sie selbst schon einmal einen Schneeengel abgebildet? Was verbinden sie allgemein mit der Idee von einem „Engel“?
Danach mit den Bildern und dem Vorlesen der Texte bis zum Ende der Geschichte fortfahren. Jetzt wieder mit den Kindern ins Gespräch kommen: Was ist passiert? Wie gelang es dem Raben, doch einen Schneeengel abzubilden? Warum halten die Kinder ihn hoch oben auf seinem Ast für einen wirklichen Engel? Was dachten sie wohl, als er loskrächzte?
Stellen die Kinder sich vor, dass es Engel gibt? Hatte das eine oder andere schon einmal das Gefühl, es walte ein Schutzengel über ihm? Was war das für eine Situation? Die Kinder malen lassen und ihnen dabei selbst überlassen, ob sie einfach einen Engel oder eben eine solch spezielle Situation, in der sie sich beschützt fühlten, zu Papier bringen wollen. Im Anschluss zeigt jedes Kind den anderen sein Bild und erzählt, um was es sich darauf handelt.
Das Bild der drei Raben am Anfang, als sie eng aneinander gekuschelt auf dem Ast sitzen noch einmal genauer anschauen: Welche Farbe hat ein Rabe eigentlich? Welche Farben schimmern hier in den Gefiedern auf? Eigene Fantasievögel gestalten – malend oder als Collage aus bunten Zeitschriftenschnipseln. Daraus eine Ausstellung für die Eltern gestalten, in der die Kinder ihre künstlerische Vorgehensweise selbst erklären.
Auf der ROM-Ebene dieser Durchblick-DVD:
5. Hintergrundinformationen
6. Arbeitsmaterialien und weitere methodische Anregungen
7. Bildergalerie
8. Zusatzmaterialien